Aufbau eines EMA/Billerbahn VT 70.5

  • Hallo werte Forumsgemeide, hallo Fahrzeugbauer,
    Nach einigen Jahren in einer anderen Spurweite und nun mittlerweile schon wieder fast 3Jahren in der Baugröße Null, will ich mich einmal mit dem Fahrzeugselbstbau beschäftigen. Bisher sind mit großem Zeitaufwand zwei Wagen der Schnellenkamp O-Wagen entstanden, liegt sicherlich auch etwas an meiner perfektionistischen Ader. Nun soll o.g. Bausatz entstehen, da das Fahrzeug von der Größe und Epoche wunderbar zu passen scheint.
    Mein Porojektplan sieht eine Fertigstellung für Ostern 2018 vor! Mal sehen was bis dahin so schief gehen kann. Warum Projektplan? Der Bausatz ist mindestens aus zweiter Hand und wahrscheinlich 20 Jahre alt. damit dem Bausatz keine weiteren 20 Jahre Schubladendasein drohen, erzeuge ich diesen künstlichen Druck!
    Nach der ersten Sichtung sieht der Bausatz in seinen Hauptbestandteilen ziemlich komplett aus. Um dies beurteilen zu können und überhaupt damit zu beginnen, fehlt mir die Bauanleitung.


    1.)Meine erste Frage:
    Kann mir ein Modellbauer eine Kopie dieser Anleitung zukommen lassen?
    Unkosten werden selbstverständlich erstattet bzw. bin ich zum Kauf bereit.
    Für weitere Tipps und Tricks bin ich Euch sehr dankbar! Bisher bleibt mir jedoch nur, mich an dem wunderbarem Thread von Jaques Timmermans zu orientieren.


    Weiterhin sehe ich schon jetzt, dass Fenstereinsätze, die Inneneinrichtung (Sitzbänke) und die komplette Beschriftung fehlen.


    2.)Habt Ihr da Hinweise oder Erfahrungen?
    Herr Nothaft wäre im Punkt Beschriftung sicherlich ein Lösungsansatz. Welche Vorlagen benötigt Herr Nothaft dafür oder ist sein Repertoire so reichhaltig, dass eine Erstellung für eine DB- Version in Epoche III kein Problem darstellt?


    3.)Habt Ihr Voschläge für die Beschaffung der Inneneinrichtung?
    Mir fallen da nur die passenden Sitzbänke ein. Vielleicht gibt es weitere Vorschläge/ Bilder der Intarsien, z.B. Gepäcknetze etc.


    4.)Welche Empfehlung könnt Ihr mir für das Spachteln der Weißmetalle geben?


    5.)Last Blut not least stellt sich mir jetzt schon die Frage einer guten Verglasung. Obwohl das Gerät schon genug Eigengewicht mitbringt, stelle ich mir eine stabile Echtverglasung vor. Bei dünner Kunststofffolie gefallen mir die meist entstehenden Wölbungen nicht.


    Wenn es von Interesse ist, bin ich gerne bereit vom weiteren Bau zu berichten aber das scheint vorerst ohne Eurer Mithilfe nicht zu funktionieren!


    Euch wünsche ich allen ein schönes Wochenende ( bei diesem Traumwetter)
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    mich irritiert etwas die Baureihenbezeichnung VT 70.5. Die DRG-Baureihen der 135er wurden bei der DB alle unter VT 70 9.. (außer einem) eingeordnet.


    Solltest Du keine Bauanleitung bekommen, könnte Dir aber sicher auch das EJ-Sonderheft "Triebwagen-Report" Band 1 weiter helfen. Darin sind alle Bauarten der 135er Triebwagen beschrieben. Bilder und Zeichnungen sind ebenfalls vorhanden.
    Nach langem Suchen im o.g. Heft habe ich vermutlich Deinen Triebwagen gefunden. Bei der DB wurden von 7 kriegsbeschädigten Triebwagen der Reihe VT 135 032-045 und 048-050 die zuletzt gelieferten 3 Triebwagen wieder aufgebaut und erhielten die Baureihenbezeichnungen VT 70 911, VT 70 981 und VT 73 500. Der VT 73 500 wurde später in VT 70 500 umgezeichnet. Hast also einen Bausatz eines Exoten vor Dir liegen. Ob Dir das von mir genannte Heft dann noch hilft, kann ich nicht sagen, denn darin sind Zeichnungen der Lieferbauform enthalten. Die DB wird schon Gründe gehabt haben, den Triebwagen ursprünglich der Baureihe VT 73 zugordnet zu haben.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    man könnte bei Krapp einmal fragen oder stöbern. Sicherlich wird er nächstes Wochenende auch in Gießen bei Herrn Schnellenkamp ausstellen:


    http://www.krapp-spur0modelle.de/


    Bei Weinert könnte man die Inneneinrichtung der Schmalspurwagen ausschlachten bzw. anpassen. Bestellnummer 2571


    Spur 0 Katalog hier: http://www.weinert-modellbau.d…ories/pdf/2011-Spur-0.pdf


    Im Ursprungsbausatz waren übrigens Holzleisten beiliegend oder nachbeschaffbar, die das Profil von Sitzen aufwiesen. Die Sitze wurden aus diesen Profilen abgelängt und die Seiten entsprechend verrundet.


    Gruß


    Kallisto

  • Am besten sind Fenstergläser aus echtem Glas! Dazu eignen sich sogenannte Objektträgergläser hervorragend, wie sie in der Mikroskopie verwendet werden. Diese sind im Laborfachhandel erhältlich, einfach mal googeln, und als eigentliches Verbrauchsmittel recht preiswert.


    Diese gibt es in Stärken von z.B. 0,4 mm. Ideal für die Nachbildung von Glasscheiben.


    Aber.... - Wie diese Gläschen auf die passende Größe zuschneiden und in die Fensterausschnitte einpassen? Glas bricht sofort. Den möchte ich sehen, der das überzeugend schafft. Daher folgender Tipp:


    Da die Seitenteile des Triebwagens ja nicht super kompliziert sind - eigentlich nur die Fensterausschnitte und umlaufende Zierstreifen -, wäre es vielleicht einfacher, die Wände aus dünnem Metallblech oder Kunststoffplatten nachzubauen, und dann als Sandwich zu konstruieren: Innenwand - Luftspalt - Außenwand. In den Spalt kann man die Objekttägergläschen nach dem Lackieren von oben einführen.


    (Dann könnte man noch die Bodenplatte durch ein durchgängiges Blech ersetzen und am Ende blieben vom Originalbausatz fast nur noch die Detaillierungsteile...)


    Herzliche Grüße


    Kallisto

  • Hallöchen,


    jetzt kann ich mit gerade erworbenem Wissen auftrumpfen - und dann noch aus der Glotze:


    Habe mir gerade die XXL-Version von "Wer weiß denn sowas" angesehen, und da wurde die Frage gestellt, was man in kaltem Wasser machen kann:


    A) Eine Sicherheitsnadel in einem Balon befestigen
    B) Glas mit einer Haushaltsschere schneiden
    c)...hab ich vergessen..


    Ist natürlich B) - wurde auch gezeigt.
    Der Hintergrund ist folgender, Glas zerbricht nicht wegen den Schneideprozess an sich, der würde nur ein Abbröckeln an der Schnittstelle verursachen.
    Was das Glas komlett zum zerspringen bringt, sind die Spannungen die durch den Einsatz der Schere entstehen, und die Schwingungen, die beim Lösen dieser Spannungen entstehen.
    Das Wasser nimmt nun diese auf und dämpft sie soweit, das das Glas nur bröckelt. Kaltes Wasser hat eine höhere Dichte und kann so besser Schwingungen aufnehmen.


    Ein manko hat die Sache allerdings, das ganze wird nicht sehr sauber - aber das käme ja auf einen Versuch an...


    Gruß
    Matthias

  • Hallo zusammen,


    als Material für die Scheiben könnte man auch noch Ersatzscheiben von Druckknopf (Brand) Meldern benutzen. Die sind zwar dicker als die Objektträger aber das ist ja auch nicht immer von Nachteil. Zur passenden Verarbeitung und Reduzierung auf das richtige Maß würde mir nur eine Holz- oder Kunststoffschablone einfallen, wie sie auch Optiker zum zurechtschneiden von Brillengläsern auf die richtige Form verwenden.

    freundliche Grüße


    Torsten

  • Hallo Zusammen,
    vielen Dank erst einmal für Eure Rückmeldungen!
    Rollo
    Nein, es soll kein VT 70.9 oder eine Baureihe 135 werden! Wahrscheinlich wäre ich in diesem Fall zu J&P gegangen aber da reicht das Budget momentan nicht und ich wollte ja mal etwas selber bauen.
    Vielleicht liege ich in der Baureihenbezeichnung nicht ganz richtig aber ein VT 70.5 sollte es schon sein. Ich hänge mal ein Bild an, vielleicht wird es dann verständlicher, was ich meine. Für Literaturtipps bin ich sehr dankbar, nur gibt es zu genau diesem Modell recht wenig zu erfahren. Selbst Google und Wikipedia waren bisher nicht sehr zielführend. Ich sammle schon seit einem Jahr Informationen und jegliche Art von Bildern (sogar von H0- Modellen um überhaupt Ansichten zu gewinnen).
    Selbst diese Quellen (ein Zitat aus einem Thread in diesem Forum)
    "Für Vorbild-Informationen eine gute Quelle ist das (sowieso sehr gute) Buch vom EK:
    Heinz R. Kurz, Die Triebwagen der Reichsbahn-Bauarten - Baureihen VT 133 - VT 137.


    Gibt es ab und an antiquarisch - lohnt zu fast jedem Preis!
    Vorbildinformationen für Dich und andere in einer kleinen Übersicht zu den VT 70, in den verschiedensten Varianten zu finden in:


    1. Eisenbahn Fahrzeug Archiv, vom Alba Verlag Band 2 VT und DT. Seite 59 und Seite 60 hier wird der VT135 051 bis 059 vorgestellt.


    2.Eisenbahn Magazin 1976-10 mit Übersichtszeichnung ebenfalls Besprechung dieser Bauart auf Seite 26 mit zwei Fotos."
    sollen dieses Fahrzeug nicht behandeln.
    Kallisto
    Bei Herrn Krapp und Herrn Schnellenkamp werde ich mich mal in Gießen umsehen, steht ja direkt an. Danke für den Weinert-Link, da hätte ich jetzt anscheinend nicht gesucht. Ich dachte, ich kenne alle aktuellen Produkte aber leider nein, dafür habe ich ja zum Glück alle Forumsmitglieder.
    Danke für den Lösungsansatz „Objekträger“, bleibt die Frage des Zuschneidens und des Einpassens. Wird dies mit „Dremel“ und diamantbestückten Werkzeugen funktionieren?
    mattes56
    Du hast ja schon einen Lösungsweg vorgegeben und wunderbar erklärt. Dieses Phänomen kannte ich bisher nicht, werde ich bestimmt einmal ausprobieren. Bleibt gleichfalls das genaue Einpassen, ich benötige m.E. eine Lösung die auf irgendeine Art schleifbar ist.
    Toto
    Nach der Kunststoff-oder Holzschablone müsste ich mich mal beim Optiker meines Vertrauens erkundigen. Habe mir noch nie Gedanken gemacht, wie ein Brillenglas so passgenau in die exotischsten Brillenformen kommt.
    @Alle
    Dank eines sehr aktiven Forumsmitgliedes bin ich jetzt im Besitz einer Bauanleitung. Der Punkt ist damit bereits erledigt.
    Es steht jetzt das Überprüfen auf Vollständigkeit an. Bis jetzt ist bereit klar, dass Beschriftung, Sitzbänke und Achslagerböcke inklusive Achsen fehlen. Als Antrieb soll das Modell von http://www.sb-modellbau.com/pr…cts_id=2094&cPath=258_275 umgesetzt werden.
    Trotz meiner Null-Kenntnis schwebt mir neben dem Einbau einer Beleuchtung auch die digitale Kupplung einer V36 von Lenz vor.
    Also vielen Dank für Eure Hilfe bisher, für weitere Erfahrungen zum Digitalisieren und Lackieren bin ich Euch jederzeit dankbar.
    Schönes Restwochenende wünscht Euch
    Jörg


    Bildquelle: motor-forum.nl gefunden bei Google

  • Hallo Jörg,


    es ist ein ehemaliger VT 135 aus der von mir erwähnten Serie. Das von Dir eingestellte Foto entspricht ganz genau dem Bild des VT 135 049 im EJ, also dem später bei der DB als VT 70 981 bezeichneten Fahrzeuges.


    Die VT 135 002 bis 011, 022 bis 031 und 051 bis 059 entsprechen nicht dem Triebwagen auf Deinem eingestellten Bild. Diese hatten u.a. die Kühler auf dem Dach, bei Deinem Bild ist der Kühler vorn unter dem Führerstand. Und es gibt weitere Abweichungen bei den Fenstern. Bei der DB erhielten die 16 verbliebenen Triebwagen die Nummern VT 75 900 bis 915.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Jörg


    habe gerade Deine sehr interessannte Zusammenfassung und die guten und lehrreichen Tips aus dem Forum gelesen.
    Nur ein Hinweis bzgl. dünnem Glas, um unnötige Suche zu vermeiden (für das Schneiden - außer Probieren mit Zufallsbruch :) - habe ich auch keine Lösung).


    Bei den dünnen Scheibchen handelt es sich nicht um Objektträger, sondern um Deckgläschen für die Mikroskopie.
    Die gibt es normalerweise in Dicken von 100 bis 200 µm aber auch bis 400 µm für bestimmte Blutuntersuchungen. Damit wird garantiert, dass das Objektiv nah genug ran kann, aber auch nicht in die Probe tunkt.


    Bin richtig gespannt wie es weiter geht.


    Beste Grüße


    Hendrik

  • Hallo Rollo,
    danke für Deine ausführliche Erklärung.
    Unter den von Dir konkret angegebenen Fahrzeugnummern konnte ich bei Google weitere Hinweise, u. a. zum Verbleib/Ausmusterung der Maschinen finden. Eines soll sich sogar im DB Museum in Halle befinden, das wäre ja direkt vor der Haustür. Ich denke aber da liegt eine Verwechslung vor, wahrscheinlich handelt es sich um einen VT 137.


    Nun meine Frage an Dich Rollo und Alle die Details zu diesem Fahrzeug kennen:
    Unter den Nummern VT 75 900 bis 915 finde ich nur solche, welche die nicht so schönen Kühler auf dem Dach haben.


    1. Hatten alle diese DB-Fahrzeuge dieser Nummernserie diese Dachaufbauten?


    2. Wenn NEIN, welche Nummer hatte konkret keine Kühler auf dem Dach?


    3. Wenn JA, hat jemand Abmessungen (vielleicht von einem H0-Modell) die man umrechnen könnte? Vielleicht kann man so etwas ja günstig aus Polystyrol herstellen? Oder gibt es vielleicht sogar fertige Messinggussteile auf dem Zubehörmarkt?


    Für Eure weitere Mithilfe bin ich Euch dankbar, ich habe schon so viele Tipps bekommen, dass ich ganz zuversichtlich in die Zukunft blicke 8)


    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    wenn Dein Bausatz dem des in Deinem Beitrag 7 enthaltenem Bild entspricht, dann kannst Du daraus nur diesen Triebwagen bauen. Lasse Dich dabei nicht von der später durch die DB vergebenen chaotischen Nummern irritieren.


    Der Modellhersteller hat sich ausgerechnet ein Vorbild für sein Modell heraus gesucht, wo die DB-Beamten bei der Nummernvergabe totales Chaos angerichtet haben.


    Kurz zur Nummerngeschichte:


    Die DRG hat von 1932 bis 1938 insgesamt 132 VT135 in 9 verschiedenen Bauarten beschafft. Eigentlich hat die DRG der Beschaffung nur den jeweiligen Reichsbahndirektionen zugestimmt. Die jeweiligen Reichsbahndirektion hatten noch von der Länderbahnzeit herrührend, ihre "Hof"-lieferanten.


    Also wurden die VR135 000-001 von MAN geliefert und gingen nach Bayern. Sie blieben in ihrer Bauform Einzelgänger.


    Die RBD Dresden bestellte 10 VT 135 002 bis 011 im Jahre 1933 bei Busch in Bautzen. Diese Triebwagen wichen von den zuvor von MAN gelieferten Triebwagen ab.


    Ebenfalls 1933 bestellte Bayern weitere Triebwagen, die VT 012-021, wieder bei MAN. MAN baute in diese Triebwagen aber stärkere Motore ein, so dass sie wiederum von den vorhergelieferten Triebwagen abwichen.


    1934 bestellte die RBD Dresden bei Busch nochmals VT 135, diesmal VT 135 022-031, diese allerdings vollkommen identisch mit der Busch-Lieferung von 1933.


    1935 wurden für mehrere preußische Provinzen die VT 135 032 - 045 bei MAN beschafft. Diese wichen in Details wiederum von allen bisher gelieferten VT 135 ab.


    1935/36 wurden wieder von Bayern die VT 135 046-047 bei MAN beschafft. Diese wichen erneut von allen vorhigen Bestellungen ab.


    1935 wurden weitere 3 Triebwagen VT 135 048-050 bei MAN für die preußischen Provinzen beschafft. Diese entsprachen mit Ausnahme des Getriebes wiederum den VT 135 032ff.


    Ebenfalls 1935 beschaffte die RBD Dresden die VT 135 051-059 bei Busch. Diese entsprachen genau den bereits an diese RBD gelieferten VT 135 003ff.


    1935 bestellte sich Bayern diesmal bei Busch den VT 135 060, welcher in dieser Form wieder ein Einzelgänger blieb.


    Ab 1937 erfolgten dann mit den VT 135 061ff die allseits bekannten zweiachsigen Einheitstriebwagen mit den abgerundeten Fronten.


    Die DRG hat also die Triebwagen nicht nach Bauartunterschieden bezeichnet, sondern einfach in der Reihenfolge der Bestellug bzw. Auslieferung.


    Findige Beamte der DB fanden das sicher zu unübersichtlich und ordnete die nach dem Krieg im Westen verbliebenen Triebwagen in ein neues Nummerchema ein.


    Aus:
    VT 135 000-001 wurden VT 75.0
    VT 135 002-011 wurden VT 75.9
    VT 135 012-021 wurden VT 70.0
    VT 135 022-031 wurden VT 75.9
    VT 135 032-039 wurden VT 70.9
    VT 135 040-045 wurden VT 70.9
    VT 135 046-047 kein Verbleib bei DB
    VT 135 048-050 wurden VT 73.5, später 1x VT 70.5, obwohl absolut baugleich mit VT 135 032ff (DB VT 70.9)
    VT 135 051-059 wurden VT 75.9
    VT 135 060 kam nicht zur DB
    VT 135 061ff wurden VT 70.9


    Aus dem für DB-Beamte chaotischen Nummernfolge der DRG machten sie eine für den Laien nun überhaupt nicht mehr nachvollziehbares Nummernsystem. Denn allein unter VT 70.9 waren wieder 3 verschiedene Triebwagenbauarten eingeordnet. Nur diesmal war nicht mehr zu erkennen, wonach die Fahrzeuge eingeordnet waren.


    Das Jörg, erst einmal zum Verständnis mit diesem Nummernchaos.


    Ich werde die einzelnen Unterschiede der Fahrzeuge hier jetzt nicht aufführen, dass wird dann auch zu chaotisch. Das einfachste ist, ich scanne Dir die Seiten ein und schicke sie Dir. Dann kannst Du die Triebwagen untereinander vergleichen, und wirst feststellen, aus dem Bausatz kannst Du nur den von mir eingangs erwähnten Triebwagen bauen.


    Zu Deinen Fragen:
    1. Nicht alle Triebwagen hatten Kühler auf dem Dach.


    2. Keinen Kühler: VT 75 000, VT 70 000-004, VT 70 911, 981, VT 73 500 (spätere VT 70 500),


    3. In H0 gab es diesen Triebwagen ohne Kühler auf dem Dach nicht. Trix hat nur die Ausführung mit Dachkühler, und zwar den VT 75.9.


    Schicke mir mal bitte Deine email-Adresse, dann kann ich Dir die Scanns schicken.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hello,


    Das ist mein Vt 70 und Anhänger von Herr Krapp.



    Die letzte Vt70 von der DB verwendet wurde, in '57 aus Regensburg zurückgezogen.


    Mfg


    Tim

  • Hallo Roland und Jörg,


    Wie wäre es mit dem Günther Bausatz des Vt 137/70.5? Bilder sind hier zu sehen. Die Modelle von Trio und Günther sind praktisch Baugleich (unterschiedliche Dachkonstellationen), und könnten deswegen beide für das Abnehmen der Maße verwendet werden.


    Gruß,


    Jacques Timmermans

  • Hallo Jacques,


    die Unterschiede zwischen dem Trix- und dem Günter-VT sind schon vorhanden.


    Neben den Kühlern auf dem Dach beim Trix-VT und dem Kühler unter dem Führerstand beim Günter-Triebwagen sind da noch Anordnung der Fenster in den Seitenwänden unterschiedlich, dann hat der Günter-VT an einem Führerstand noch seitliche Fenster was der Trix-VT nicht hat, und das Vorbild des Trix-VT ist mit 12 200mm Länge etwas länger wie das Vorbild des Günter-VT mit einer Länge von 12 095mm. Weitere Unterschiede sind die beim Trix-Vorbild vorhandenen Sonnenblenden über dem jeweiligen rechten Führstandsfenster und die Form der Maschinenanlagen.
    Das Trix-Modell wurde bei der DB als VT 75 900-915 eingeordnet, davon gab es also nach dem Krieg noch 16 Fahrzeuge bei der DB.
    Das Günter-Modell entspricht dem Modell von Krapp, wovon es bei der DB noch 3 Fahrzeuge gab. Und das entspricht auch dem Bausatz, welchen Jörg ersteigert hat.


    Ich würde ihn so zusammen bauen, wie er vorgesehen war, beschriftet entweder als VT 70 911, VT 70 981, VT 73 500 oder als VT 70 500.


    Warum die Kleinserienhersteller ausgerechnet ihre Bausätze unter der Bezeichnung VT 70.5 anbieten, kann ich nur so deuten, dass sie gerade diesen einen Triebwagen mit dieser etwas verworrenen Fahrzeugnummer vermessen konnten.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    die Geschichte der Vorkriegstriebwagen ist äußerst interessant, gab es doch zahlreiche Baureihen und Varianten und mit der Zeit Umbauten innerhalb der Baureihen. Dies führt also dazu, das von vielen Bau"reihen" nur wenige Exemplare an wenigen Einsatzorten zu finden waren.


    Nach dem Kriege und schon in der frühen Epoche 3 dünnte sich der Bestand zudem deutlich aus.


    Was will ich nun sagen? Viele noch gute Fahrzeuge wurden von NE-Bahnen übernommen und dort umgebaut oder auch im Ursprungszustand belassen und so finden mal unzählige Vorbildbeispiele mit oder ohne neuer Lackierung, mit oder ohne neuer Inneneinrichtung sowie mit oder ohne Attributen wie großen Lampen, Kühlern auf dem Dach usw. usf.


    Ich möchte hier also die Idee in die Runde werfen, einfach entspannt zu bleiben und sich seine private Privatbahnversion zu schaffen - so, wie sie einem gefällt oder wie man sie aufgrund der Teilesituation erstellen kann.


    Gute Idee ?!!


    Gruß


    Kallisto

  • Hallo werte Triebwageninteressierte,


    leider kann ich noch kein Bildmaterial liefern aber das wird schon noch. Momentan läuft noch die Machbarkeitsstudie aber zum Aufgeben ist es schon wieder fast zu spät.


    Nachdem nach Gießen der Geldbeutel leer und der Kopf voll ist, ging es bisher nur an das Studium des Vorbildes per Zeitungs-u. Bildmaterial. In Gießen konnten Kleinteile, wie Scheibenwischer (LMS), Sitze für den zukünftigen Triebwagenführer (Schnellenkamp) und Sitzgarnituren für die Reisenden (komplett bei ADDIE und einzeln bei der Fa. Henke) dazugekauft werden. Die Firma Henke hat ebenfalls meine fehlenden Scheinwerferscheiben im Angebot und produzieren diese auf Wunsch. Wenn ich den exakten Durchmesser ermittelt habe, könnte das meine Quelle sein.


    Falls ich meine Lackierfähigkeiten überschätzte, konnte ich schon mit einem potentiellen Retter (KTD Modellbau) erste Kontakte knüpfen. In jedem Fall werde ich die Farbe von diesem Lieferanten beziehen. Das ganze soll ja mal mit Airbrush erfolgen. Für die fehlende Beschriftung hat mich Herr Krapp sehr freundlich an Frau Simmrock verwiesen, Sie war der krapp´sche Hoflieferant und hätte diese Beschriftung im Layout fertig. Zu Euer Information, Herr Krapp stehlt diesen Triebwagen nicht mehr her, hat aber im Bedarfsfall noch Einzel- bzw. Ersatzteile zur Verfügung. Das könnte ein Lichtblick für eventuelle Fehlteile sein. Die Firma KTD erfüllt ebenfalls Lackier- u. Beschriftungs-wünsche jeglicher Art, nur muss eine erstklassige Vorlage für eine Beschriftung geliefert werden. Da aktuell von diesem Fahrzeug noch eines unterwegs sein soll, wird es schwierig.


    Die eigentliche Sichtung der vorhandenen Bauteile steht noch an.


    Das Antriebsproblem habe ich vorerst durch eine Bestellung bei sb-modellbau gelöst. Herr Bussjäger sagte mir im persönlichen Gespräche, dass sie dieses Fahrwerk erst dreimal gefertigt haben und es eines der Artikel mit dem größten Fräsaufwand wäre. Als Zeit wurden 4 Stunden genannt, daher wird klar wie der Preis zustande kommt. Die Lieferzeit wird 4-6 Wochenbetragen aber es gibt noch genug tu tun und zu lernen. Eine Sonderanfertigung einer Pendelachse ist durch den hohen Fertigungssaufwand leider nicht möglich. Man wird mir eine Bohrung mit größtmöglichem Spiel herstellen, so ca. 1-2 mm. Mal sehen ob die Kontaktaufnahme und Fahrstabilität ausreichend ist, ansonsten steht mir, dank eines Mitlesers, ein Umbau bevor. Das soll aber der letzte Ausweg sein, denn meine mechanischen Möglichkeiten u. Fähigkeiten sind doch sehr begrenzt. Wenn einer der 3 Besitzer dieses Fahrwerkes hier mitliest, wär ich glücklich über Eure Umsetzung und den Einbau zu erfahren.


    An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle Leser, die mich im Verborgenen oder in diesem Thread unterstützt u. erste Hilfe geleistet haben.


    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo werte Mitleser,
    die Teilesichtung konnte gestern noch abgeschlossen werden. Vorerst sieht das ganz gut aus. Der Bausatz scheint vollständig zu sein, bis auf bereits erwähnte fehlende Beschriftung, Fenstereinsätze und Innenausstattung, aber da gibt es ja bereits Lösungsansätze. Im Vergleich zum Modell von Herrn Krapp scheinen die Griffstangen an den Aufstiegen zu fehlen. Kann es sein, dass diese feine Detailierung am Biller-Bahnbausatz vor 20 Jahren nie vorgesehen war?


    Einige Bauteile scheinen doppelt zu sein, anscheinend wurde schon einmal der Versuch unternommen, dieses Fahrzeug zu bauen. Das Dach liegt doppelt bei. Eines davon scheint zusammengefügt und anschließend verspachtelt worden zu sein. Jedoch weist dieses sehr große Lunker im Frontbereich auf. Das zweite beiliegende Dach sieht vom Guss wesentlich besser aus und scheint wie aus einem Stück gegossen zu sein.
    Das Fahrwerk bzw. der Rahmenträger/ Grundplatte ist ebenfalls doppelt vorhanden. Hierbei hat mein Vorgänger versucht das Ganze mittels Löten zu verbinden. Bei diesem Anblick wird mir allerdings übel, da ich vorhabe die großen Teile ebenfalls zusammen zu löten. Anscheinend wurde bei diesem Versuch normales Elektroniklot (Schmelztemperatur 183°C) verwendet.


    Ich habe mich mittlerweile etwas belesen. Mit einem Metall, welches einen sehr niedrigen eutektischen Punkt besitzt, sollte eine Lötverbindung machbar sein. Grundvoraussetzung dafür ist ein Lötkolben/ Lötstation mit regelbarer Temperatur. Meine Station beginnt bei 200°C Arbeitstemperatur, wobei davon ausgegangen wird, dass es bis zur Lötspitze zu einem weiteren Wärmeverlust kommt. Die genaue Temperatur wird nächste Woche mittels geeichten Temperaturmessgerät geprüft. Es ist zu befürchten, dass das Weißmetall bereits bei 180°C zerstört werden könnte. Hierbei kommt es auf einen Versuch der „Try and Error – Methode“ an. Verwendet man z.B. Woodsches Metall (Schmelzpunkt 60°C) oder Roses Metall (Schmelzpunkt 94°C) sollte eine zerstörungsfreie Anwendung möglich sein. Ich habe mich für die Roses Metall-Variante entschieden, da dieses Metall Cadmiumfrei ist und somit keiner weiteren Schutzmaßnahmen bei der Verarbeitung im Wohnbereich bedarf.


    Achtung, Woodsches Metall enthält Cadmium, bei der Erhitzung/ Verarbeitung ist für eine Absaugung der entstehenden Dämpfe zu sorgen!


    Als Flussmittel eignet sich Lötpaste. Ich werde das Lötöl von NDetail verwenden.


    Heute präsentiere ich Euch die ersten Fotos meines Teilefundus. Also, wenn Euch noch Fehlteile auffallen, bin ich für jeden Hinweis dankbar!


    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo werte Mitleser dieses Bauberichtes,
    im Anhang seht Ihr die Versuche meines Vorgängers, die Fahrzeugteile mittels Löten und vermutlich der Verwendung von Elektroniklot zusammenzubringen.
    Vom Versandhandel ist mittlerweile das erwähnte Roses Metall eingetroffen. Ihr seht es auf dem Bild mit den beiden Barren. Diese Menge sollen 100g sein.


    Zum Herstellen der Fenstereinsätze gibt es momentan folgende Lösungsansätze:


    1. 0,3 mm Acetatfolie (siehe Bild, wenn Ihr es erkennen könnt), diese ist relativ kratzfest, klar und ließe sich gut bearbeiten.


    2. Für die Herstellung aus Objektträgern und für den Zuschnitt hätte ich eine Quelle, die dies mittels Wasserstrahlschneiden für mich zuschneidet. Ich hätte nicht gedacht, dass solch dünnes und bruchempfindliches Material mit diesem Schneidverfahren getrennt werden kann aber man hat mir da erst einmal Hoffnung gemacht. Da die Fensterausschnitte im Weißmetallguss nicht alle auf das Zehntel gleich sein werden, würde jede Scheibe einer Einzelanfertigung gleichkommen. Ob sich meine Quelle dessen wohl bewusst war? Ich will die Hilfsbereitschaft nicht übermäßig strapazieren.


    3. Die letzte Möglichkeit wäre die Herstellung aus Polycarbonat und einer Fräse. Ich sehe darin den Vorteil, dass die Fenstereinsätze mit einem entsprechenden Kragen zum dahinter Kleben gefräst werden können und dass ich somit bestimmen könnte, in welcher Tiefe das Fenster im Rahmen zum Liegen kommt. Da die Weißmetallgussteile doch sehr dick sind, säße die Scheibe mit den anderen Lösungen sehr tief im Rahmen.


    Schönen Sonntagabend wünscht Euch
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    da letzte Teil aus Beitrag 17 gehört nicht zum VT, dass ist die Bretterabdeckung des Säuretopfwagens.


    Nur zur Info, dass Du dann nicht grübelst, wo es hinkommt.


    Gruß
    Roland

  • Hallo Roland,


    Du kommst mit Deiner Antwort gerade recht. Meistens fehlt ja in geöffneten/angefangenen Bausätzen etwas. Ich hatte wirklich schon leichte Kopfschmerzen, denn das Teil war so recht in keiner Zeichnung zu finden. Ich dachte bisher, dass es sich bei diesem Bauteil um Laufstege auf dem Dach handeln könnte, eventuell bei der Version mit Dachlüftern.


    Also, bei wem fehlt die Bretterabdeckung des Säuretopfwagens? Ich stelle Euch dieses Teil gerne zur Verfügung.


    Dir Roland noch einmal vielen Dank, dass Du meinem Aufruf gefolgt bist und alles immer so genau inspizierst 8o


    Viele Grüße Jörg

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!