Kesselbauer E 150 - ein Neuaufbau

  • Hallo,


    bei mir hat sich der Neuzugang die 110 466-9 von Karl Schieck aus den 1970ern im BW dazwischen gemogelt. Nach einer Grundreinigung und einiger optischer Verbesserungen (die Scheibenwischer fehlen noch), wartet sie final auf die Digitalisierung, der Decoder liegt schon parat.


    Heute ging es dann an der Kesselbauer E10 aus dem ebay-Konvolut weiter, das defekte Kopfstück wurde entfernt und alles komplett entlackt. Das Reserveteil liegt schon zur Montage bereit. Aus dem zerstörten Kopfstück konnte ich noch die beiden Türen sauber heraustrennen, erst einmal etwas für die Ersatzteilekiste.

    Viele Grüße aus Großziethen
    Olaf

  • Hallo,


    nachdem ich mich schweren Herzens gegen den Vorschlag von Matthias (sorry ;) ) entschieden habe, ging es dieses Wochenende nun weiter.


    Als erstes habe ich das neue Kopfstück angelötet. Dabei kühle ich das Gussmetall von außen mit einem feuchten Lappen (Zewa, Watte, ...) und von innen geht es mit Flussmittel und einem 80 Watt Lötkolben zur Sache. Immer kurz an das Messingblech halten und dann das verlaufende Lot Richtung Gussstück schieben und schnell wieder weg. Erst wird geheftet und anschließend alles verlötet. Danach habe ich auch das andere Kopfstück vollständig angelötet. Die gehen nicht wieder ab.


    Als nächstes wurden innen die Gussperlen und die unschöne Kernform geglättet. An den Kopfstücken wurden nun von außen aller Angüsse entfernt (schief, krumm, ungleichmäßig, ...). Wie oben schon beschrieben erhielten sie nun die richtige Außenkontur (etwas flacher vorn). Dabei zeigt sich, dass das Gussteil unterschiedlich dick ist, deswegen musste ich stellenweise Material mit Stabilit Express wieder aufbauen.


    Die Seitenwände habe ich mittels U-Profile verstärkt. Die müssen mit der Flamme angelötet werden. Die Gussteile werden mittels feuchtem Lappen wieder geschützt.


    Viel Grüße aus Großziethen
    Olaf

  • Hallo in´s Land,
    nachdem ich längere Zeit mich nicht mehr mit der Kesselbauer-Lok beschäftigt habe, geht es nun weiter.
    Heute habe ich versucht, recht passgenaue Fenstergläser anzufertigen.
    Nachdem ein Fenster, bestehend aus zwei mit Loctite Sekundenkleber 401 verklebten Acrylscheiben nicht die gute Durchsicht brachte, habe ich jeweils zwei Fenster der Front, der Seite und der Führerstandtüren aus zweilagigem Vinyl "geschnitzt" und bestmöglich angepasst.
    Dann wurde ein Rahmen für eine Gußform, ebenfals aus Vinyl, erstellt und die Fensterscheiben mit der Innenseite auf den Boden geklebt. Das Ganze wurde mit Silikon ausgegossen und abgeformt. Nach 1 Stunde habe ich bereits die Form für die ersten Fensterscheiben mit glasklarem Epoxidharz ausgegossen.
    Nach einer längeren Durchtrocknung von ca. 48 Stunden nehme ich diese erst aus der Form (Erfahrungswert).
    Ich werde dazu berichten.
    ........jetzt noch ein paar Fotos dazu:


    lieber Gruß aus der Eifel
    Rainer

  • Nachdem ich ein paar Wochen nicht an meinem "Wrack" gearbeitet habe, will ich Euch nun nicht den Fortschritt der letzten drei Tage vorenthalten.
    Dank der Hilfe von Forumskollegen bei der Ferderbeschaffung für die Drehgestelle - noch einmal auf diesem Weg herzlichen Dank an den Allgäudiesel Norbert - konnte ich nun die Drehgestelle provisorisch zwecks Passung der Lager, der Pufferhöheneinstellung etc. einmal zusammenbauen und eine Stellprobe machen. Die beiden angetriebenen Achsen stützen sich gegenseitig über ein U-Profil ab.
    Insoweit sieht alles ganz gut aus, allerdings kommt sie ziemlich "hochbeinig" daher! Ich habe daher für die Optik noch einen sehr dezenten Winkel an die Unterseiten des Gehäuses gelötet.
    Das bedingt natürlich noch einmal eine neue Lackierung des Gehäuses - aber egal!
    Ich werde nun im nächsten Schritt die Drehgestelle wieder zur Lackierung demontieren und danach hoffentlich final zusammenbauen.
    Bezüglich der Fenster habe ich immer noch nichts wirklich Gutes gefunden - immerhin gibt es aber auch hier sehr hilfsbereite Forumskollege, die es mal mit einer Fräse versuchen wollen! Dazu später mehr.
    Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche
    mit lieben Grüßen aus der Eifel
    Rainer

  • Hallo,
    heute nun wieder einmal ein paar Fotos vom Baufortschritt der E 150.
    Ich habe inzwischen mehrmals nachlackiert, neue Risse, die immer wieder beim Arbeiten am Gehäuse auftreten, verschliffen und gespachtelt, dann wieder nachlackiert.
    Inzwischen habe ich die Faxen dicke, denn es ist definitiv ein Fass ohne Boden !!!!
    Irgendwann habe ich mir gesagt, jetzt die finale Farblackierung und dann eine dicke Schicht Klarlack drauf. Darauf habe ich die speziell gefertigten Lokschilder, Decals und nachgeschnitzte Klatte-Lüftergitter aufgebracht und nochmals klar lackiert. Das Ergebnis seht Ihr heute - natürlich in entwaffnender Größe der Fotos.
    Steht man 1 m entfernt vom Modell, sieht es eigentlich ganz ordentlich aus. Aber das ist ja hier nicht der Sinn der Baubeschreibung. Eigentlich möchte ich alle Neugierigen davor warnen, ganz blauäugig, so wie ich in diesem Fall, einen Bausatz oder ein altes Modell zum "Aufhübschen" zu erwerben, ohne zu wissen, was da alles auf einen zukommt.
    Na ja, seht selbst.
    In nächster Zeit muss ich noch die Drehgestelle "verbessern", die Maschine beschweren, digitalisieren und mit "ordentlichen" Scheinwerfern versehen - also noch genug Arbeit da.........
    Ich werde Euch auf dem Laufenden halten!
    einen schönen Restsonntag noch und liebe Grüße aus der Eifel
    Rainer

  • Hallo,
    seit gestern Abend bin ich an der Detaillierung der Drehgestelle angekommen.
    Es sind nun die Bremsen an der Reihe. Nachdem ich an einer industriell gefertigten Maschine die Bremsanlage abgebaut habe, wurden davon Abgüsse mittels des bekannten Silikonkautschuks hergestellt. Die Ergebnisse sind für mich zufriedenstellend - es ist aber auch eine Menge Schnitzerei erforderlich, wenn die "Rohlinge" aus der Form kommen.
    Dann habe ich Halterungen aus Polysterol hergestellt und die einzelnen Bremssättel darauf befestigt. Zu guter Letzt noch schwarz lackiert und eingebaut - ich bin so zufrieden!!
    Anbei zwei Fotos, die die Rohlinge, dia Anpassung an das Drehgestell und schließlich das Ergebnis zeigen.


    So weit erst einmal, heute nachmittag ist der Lampeneinbau nebst Verdrahtung am Gehäuse dran!
    lieben Gruß aus der Eifel
    Rainer

  • Moin Rainer,


    ein schönes Projekt, was Du uns hier zeigst. :thumbup:


    Die 150er gehörte immer zu meinen Lieblings-Loks ... :D



    Habe ich das in Beitrag 26 richtig gesehen, dass Du die Fenster auf beiden Seiten gleich positioniert hast :?:


    Auf der Rechten Seite (Führer-Raum 1 vorraus) sollte die Anordnung "2 Lüfter - Fenster - 2 Lüfter - Fenster - 2 Lüfter" sein ...
    ... siehe Horst J. Obermayer "Elektro-Lokomotiven" Seite 118, Baureihe E 50.


    Vielleicht lässt sich das noch ohne großen Aufwand ändern ?(



    Tschüß aus Leese


    Frank-Martin


    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Hallo Rainer,


    da machst Du Dir richtig viel Mühe, um aus einer "Gurke" ein Modell zu machen. Glückwunsch!


    Nicht so glücklich finde ich Deine Entscheidung, die Führerstandsfenster und die Türfenster mit einem Metall-Rahmen zu versehen. Das Vorbild war hier komplett in Gummi gefasst, also nur mit schwarzen Gummi-Kanten. So sieht die Lok eher wie eine Re 6/6 der SBB aus...

  • Guten Morgen Rainer,


    auf dem letzten Foto im Beitrag 26 sieht es so aus als wenn man direkt/gerade durch beide Fenster, quer durch den Lokkasten schauen kann, ist dann wohl der Kamera-Optik geschuldet. :whistling:


    Ich verfolge diesen Faden von Anfang an und bin begeistert, was Du aus diesem Modell "zauberst" ... :thumbup:



    Tschüß aus Leese


    Frank-Martin


    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Hallo,
    erstmal ein Dankeschön an BR 323 - natürlich hast Du recht mit der Einfassung der Fenster!
    Ich habe es direkt geändert und nun schaut´s schon viel besser aus! Die Lippen über den Frontfenstern und den Türen werden auch noch geschwärzt und dann sollte es richtig sein.
    In großen Teilen habe ich heute den Dachgarten fertiggestellt und möchte den nun auch Eurer Kritik überlassen ( es war nicht ganz einfach, aus den vorgefundenen Dachaufbauten aus sehr schlecht gegossenem Weißmetall etwas einigermaßen Vernünftiges zu formen). Von einem Spur-0-Kollegen, der selbst jahrelang auf dieser Maschine unterwegs war, habe ich Fotos von der Anordnung der Leitungen erhalten und diese so gut, es ging, fertiggestellt. Paul Petau steuerte die filigranen Dachlaufgitter dazu
    Jetzt fehlen wirklich nur noch Kleinigkeiten wie Scheibenwischer, Pfeife und evtl. noch Aufstiegstritte an der Front. Dazu müssen die Pufferbohlen noch vervollständigt werden.
    Wenn jemand noch eine gute Idee zur sinvollen Vervollständigung hat - her damit!!!


    einen schönen Gruß aus der Eifel
    Rainer

  • Hallo Rainer,


    Zumindest bei den Türfenstern irrt BR323: diese waren nicht in Gummi gefasst, sondern herablassbar. Sie liefen also quasi ohne Rahmen in der Tür. Oben war der innen befindliche Griff gut von außen zu sehen. Das Fenster wurde innen übrigens mit einem Lederriemen fixiert, wie bei den alten preußischen Abteilwagen auch...

    Im Namen des Vereins mit freundlichsten Grüßen!
    Rainer B.
    2. Vorsitzender des Spur-0-MEC Niederrhein e.V.


    Achtung: Fahrtag an jedem ersten Freitag im Monat ab 15:00 - Gäste sind herzlich wilkommen, Fahrzeuge auch! Entsprechend der Verfügung des Landes NRW dürfen wir derzeit Corona-bedingt keine Fahrtage durchführen.


    Spur-0-MEC Niederrhein e.V.

  • Hier ist der Griff des Seitenfensters gut zusehen, die Gummis sitzen bei den Frontschreiben auch mehr innen:



    Ich bin demnächst mal wieder im DB-Museum in Koblenz, da könnte ich das gute Stück (annähernd im Ablieferungszustand) genauer fotografieren:


    http://www.u-bahn-berlin.de/lok/bilder/e50_091.jpg


    PS: Das soll jetzt keine Kritik an der hier gezeigten Lok sein, aber Klatte-Lüfter mit Epoche 3-Beschriftung passt auch nicht wirklich zusammen.


    Gruß, Claus

  • Hallo Claus,
    mir liegt das beigefügte Originalfoto von Ulrich Budde vor - danach habe ich die Lok ausgestattet.
    Lediglich die DB-Frontschilder habe ich mir erlaubt, in Alu aufzukleben. Ansonsten kann ich keine größeren Ungereimtheiten erkennen.


    Gruß aus der Eifel
    Rainer


    Hallo Rainer,


    dass Deine Lok mit den Klatte-Lüftern für die Epoche 4 nicht authentisch sei, habe ich nicht geschrieben. Deine Lok (aus der Du angesichts der Basis eine Menge rausgeholt hast - Kompliment :thumbup: ) ist jedoch in Epoche 3 beschriftet und da gab es noch keine Klatte-Lüfter bzw. bestenfalls als Versuchsanordnung im Jahre 1968 an der E10 158. Die Klatte-Lüfter kamen erst in den Siebzigerjahren auf, da waren alle E-Loks schon seit Jahren umgenummert.


    Deine Aufnahme ist sogar späte Epoche 4, Zitat:


    Aufnahme: 150 060-2 (HgE), vor 140 053, Bw München-Ost, 17.05.88.


    Gruß, Claus

  • Hallo Rainer und Claus,


    irgendwie habt ihr beide recht.
    Erhabene Schilder für die Loknummern sind bei einer BR 150 halt eher typisch für die Ep.III, hingegen zu Ep.IV passen u.a. die Lüftergitter.
    Ob da nun erhabene Schilder mit Computernummern dran sind oder nicht, schmälert nicht die gewaltige Arbeitsleistung, die Rainer hineingesteckt hat.


    Dem Rainer möglicherweise nachfolgende Umbauer ähnlichen Materials mögen sich ggf. das Zitat von Rainer sehr zu Herzen nehmen:
    Inzwischen habe ich die Faxen dicke, denn es ist definitiv ein Fass ohne Boden !!!!
    Ich finde, das trifft es perfekt in einem Satz.


    Beste Grüsse, Uli

  • Hallo Uli,
    danke für Deine treffende Zusammenfassung!
    Mir geht es definitiv nicht darum, die perfekte, in allen Details vorbildgerechte 150 auf die Beine zu stellen. Vielmehr war es nach dem Kauf eine enorme Herausforderung, etwas einigermassen ansehnliches auf die Beine zu stellen. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich es in punkto Vorbild nicht immer 1000%ig genau nehme - es muß halt nur mir gefallen! Ich denke, es ist immer noch ein tolles Hobby, auch wenn einige kleine Details nicht stimmen ( manchmal ist auch der Aufwand viel zu hoch und manchmal schaut auch ein geprägtes Schild in meinen Augen schöner aus als ein "aufgemaltes").
    Wenn dann am Ende eine Lok herauskommt, die geschätzt 70 % aller hier Lesenden noch nie mit den Augen eines ehemaligen Lokführers auf der Maschine sehen, und die aus 1 m Entfernung stimmig ausschaut, dann ist in meinen Augen alles o.k.
    Erwas anderes wollte ich nämlich nie erreichen - der Weg zum einigermassen ansehnlichen Modell ist für mich das Ziel und an jedem Abend zur Entspannung noch ein wenig Löten und Schrauben ist für mich das Größte!!
    Also jetzt mal an alle "Ameisentätowierer": vergesst die "Erbsenzählerei", lasst mir meinen Spaß an dem Modell und teilt mir wirklich gerne mit, wenn es etwas Machbares zu verbessern gibt ( so wie BR 323 mit dem schnell umsetzbaren Finish der Fenster- und Türeneinfassung).
    ein schönes Wochenende wünscht Euch allen aus der heißen Eifel
    Rainer

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