Frage löten von Messinggussteilen ?

  • Hallo ich habe immerwieder große Schwierigkeiten Messinggussteile mit normalen Messing zu verlöten.
    Ich verwende sonst immer Lötwasser von Augusta Labor, laut Etiket Säurefrei für alle Weichlötungen und normales Lötzinn.
    Geht bei normalen Messingblech und auch Profilen sehr gut. Wenn ich jetzt versuche Messinggussteile zu löten bindet das Lötzinn nicht sondern zieht sich zur Kugel zusammen und fällt ab. Ich habe auch schon die Teil vor den Löten im Ultraschall gereinigt oder mit Spiritus entfettet. Aber leider ist das Ergebnis gleich schlecht.
    Wo ist der Fehler versteckt?


    Gruß von Karl - Michael

  • Hallo Karl-Michael,


    Messingguss an Messingblech - beste Erfahrungen habe ich mit einem Widerstandslötgerät und Lötpaste gemacht. Das hat den Vorteil, dass die Hitze nur an den Übergang vom Guss zum Blech gelangt. Ferner kann man mit dem Graphitstift das anzulötende Teil so lange fixieren, bis die Lötpaste erkaltet ist. (Nun hat nicht jeder ein solches Gerät in seiner Werkstatt. Aber vielleicht kennst Du ja jemanden, der Dir so etwas ausleiht).


    Mit freundlichem Gruß


    Thomas

  • Hallo,


    zuviel Hitze oder mangelnde Sauberkeit können die Ursache für die Kugelbildung des Lots sein: Meist ist es mangelnde Sauberkeit. Spiritus und Ultraschall beseitigen nicht die Oxiydschicht am Gußteil.


    Ich reinige die Gußteile immer mit feinster Stahlwolle unmittelbar vor dem Löten.


    Viel Erfolg!


    Rolf

  • Hallo zuwenig Temperatur glaube ich eigentlich kaum da ich mit einer Flamme sowas löte. Das mit dem Anfeilen oder Anschleifen werde ich mal probieren, mal sehen was es bringt. Der Tip vom Goldschmied war löte das ganze doch einfach hart, aber dafür sind mir dann doch zu fein.
    Solche Kleinteile löte ich eigentlich immer mit einem Wasserstoff - Lötgerät, das hat ja für sowas eher zu viel Hitze als zu wenig. Größere Teile mit einem Brenner der an einer Gasflasche hängt. Beide haben verschiedene Düsen.


    Gruß von Karl - Michael

  • Hallo Karl-Michael,


    zuerst einmal eine Frage: sind die Messinggussteile schon etwas abgelagert, d.h. sind sie dunkel angelaufen oder sind diese neu? Es gibt auch bei den Gussteilen Unterschiede im Material. Weinert z.B. hatte mal welche die ließen sich sehr schwer löten egal was man angestellt hat.


    Bei schon angelaufenen älteren Teilen die Lötfläche immer anschleifen bis diese wieder hell ist und dann mit Lötwasser und Lot beide Teile/Stellen etwas vor verzinnen wie Oliver schon geschrieben hat. Ich mache das auch bei neuen Teilen so. Wenn Du dann mit der Flamme lötest beide Stellen nochmals mit Lötwasser benetzen, zusammen halten und mit der Flamme den dickeren Teil erwärmen. Sobald Du siehst das das Lot " flüssig " wird weg mit der Flamme und abkühlen lassen. Einfach mal ausprobieren, Du wirst sehen das klappt dann schon.


    Gruß Günter

  • Hallo Karl-Michael,


    ich würde "hart-löten" also mit einer Flamme.
    Habe als Zahntechniker auf diese Weise so Kronen und Brücken gelötet.


    Wassestoff- Lötgeräte würde ich nicht verwenden, sind sehr teuer, es sei du hast schon eins. Im Baumarkt gibt es Lötgeräte mit Sauerstoff und - Gasflaschen.
    Beim Anmachen der Flamme zuerst das Gas aufdrehen und anzünenden, dann vorsichtig Sauerstoff, langsam dazu geben. Machst du es zu schnell
    erlischt die Flamme, der Sauerstoff pustet die Flamme aus. Beim Schliessen der Löteinheit umgedreht, erst Gas zu dann den Sauerstoff. Nicht vergessen sonst sind die Flaschen schnell leer.


    Um eine Oxidation zu verhindern ist ein Flussmittel notwendig, Lötpaste. Die Lötpaste vor dem Erwärmen der zu verlötenden Teile aufrtragen. Die zu verlötenden Teile langsam erhitzen. Wichtig ist die Hitze von den dickeren ( voluminösen ) Lötteilen zu zuführen, da diese am meisten Hitze schlucken.


    Sollten in der Nähe der Lotstelle Teile sein die nicht verlötet werden dürfen, musst du diese Stellen mit einer Grafitpaste abdecken, das verhindert das Fliesen des Lotes.
    Als Unterlage würde ich einen Scharmottstein benutzen.
    Wo du Messinglot her bekommst kann ich dir nicht sagen, sicher im Bastelladen.


    Hoffe ich konnte dir behilfich sein.


    Grüße aus Lübeck


    Fred

    Grüße aus Lübeck


    Fred

  • Hallo zusammen,
    auch ich bevorzuge für solche Dinge das Widerstandslöten, weil ich damit die Hitze genau dahin bringe, wo sie notwendig ist ohne den Rest der Stücke zu stark zu erhitzen.
    Viele Grüße
    Stefan

  • Guten Morgen Karl-Michael und Fred,


    Warum um Himmels Willen Hartlöten? Die mehr als fünfzig Jahre alte Praxis, ich meine hiermit die Messingmodelle aller Kleinserienhersteller, hat doch gezeigt, dass Weichlöten, entweder mit reines Blei oder eine Blei-Zinnlegierung unter Zugabe von ein wenig Flussmittel, völlig reicht.


    Dabei kommt noch, dass das Hartlöten eine höhere Temperatur verlangt: Weichlöten erfordert Temperaturen bis etwa 450°C unterdessen Hartlöten schone Temperaturen über 450°C bis 900°C , je nach verwendetes Lot, benötigen. Gerade bei diesen Temperaturen (über 450°C können Messinggussteile anfangen zu zerschmelzen. Dazu sind Hartlötgeräte und erforderliche Accessoires erheblich teurer wie die herkömmlichen Weichlötgeräte (Gasbrenner oder Lötkolben), die in fast jede Modellbahn-Hobbywerkstatt vorhanden sind.


    Persönlich kann ich mich auf einer etwa dreißigjährige Erfahrung berufen, und habe alle meine Messingbausätze weichgelötet, und bis jetzt heben die Verlötungen Stand gehalten; ehrlicherweise muss ich bekennen, das hier und da schon Tritte oder Haltern abgebrochen sind, aber dann nur durch Fremdeinwirkung!


    Ich denke, das Karl-Michael seine Mankos irgendwo anders zu suchen sind.


    Hier kann man interessantes über die Löttechnik lesen.


    Viele Grüße,


    Jacques Timmermans


  • Quote

    ich würde "hart-löten" also mit einer Flamme.

    Damit wäre ich vorsichtig :!:


    Die hohe Schmelztemperatur sorgt für Probleme in der Umgebung der Lötung (Verzug). Die zu verwendenden Flussmittel sind noch kritischer in Sachen Sauberkeit der Lötstellen.......


    Ich nehme Hartlot nur zum Heften meiner Wagenkästen - für 0,5 mm Blech schon grenzwertig 8o


    Null-Problemo :thumbup:

  • Hallo die Lötgeräte sind vorhanden und werden nicht nur zum Bastel angeschaft.
    Ich löte bei meinen Fahrzeugen eigentlich die Rahmen ersteinmal hart mit Silberlot, dann kann sich da nachträglich nichts mehr lösen oder verschieben. Das habe ich beim Büssing gehabt das sich der Kranaufsatz teilweise gelöst und verschoben hatte. Ich hatte keine Möglichkeit die Wellen wieder gerade zum Laufen zu bekommen, so das ich den Aufbau neu gebaut habe und die Senkrechten Wände dann hart auf den Drekranz aufgelötet habe, jetzt konnte sich ja nichts mehr tun beim Anlöten weiterer Teile. Genauso löte ich auch Radkästen Kühler oder Pufferbohlen hart, damit später nichts mehr passiert. Ist bisher auch immer bei Blechen und Profilen ganz gut gegangen.


    Gruß von Karl - MIchael

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