Königsberg in Bayern

  • Moin,


    Reichsbahngleise hin oder her, die auf dem Hofheimerle verlegten Weichen gibt es im Modell nicht, denn dort waren Stahlschwellen verlegt... laut den Bildern bei Bleiweis/Lehmann lagen 1964 in Hofheim noch Holzschwellengleise mit bayrischen Weichen, 1969 in Königsberg schon Oberbau K auf Stahlschwellen. Man müsste prüfen, ob dabei in Königsberg auch die Kreuzungsweichen verschwanden.


    Ich habe mich bei der Suche nach einem geeigneten Vorbild auch sehr für Königsberg interessiert, neben Hof-Steinach, Großheirath, Hemhofen und Pfarrweisach. Wer aufgepasst hat - alles Bahnhöfe, wo die V80 tatsächlich regelmäßig fuhr.


    Ich bin derzeit für Pfarrweisach, aber auch dort lagen Stahlschwellengleise, was momentan Eigenbauweichen erfordern würde.


    Gruß,
    Schlußscheibe

  • Die Infos von Thomas und "Schlußscheibe" decken sich mit meinen bisherigen Erkenntnissen.
    Wahrscheinlich bis in die 1960er Jahre lagen dort bayerische Weichen der Form X und wahrscheinlich eine Weiche der Form IIa.
    Das Lagerhaus entstand wohl irgendwann in den 1950er Jahren.


    Dadurch geht der Bahnhof - trotz der bayerischen Weichen - problemlos für Ep. III durch. :thumbup:
    ...genauso würde der Bahnhof damit für Ep. II eine Daseinsberechtigung bekommen.



    Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten... :(


    Ich werde alle Weichen als Form IIa nachbilden, da dies mit den mir zur Verfügung stehenden "Hausmitteln" einfacher umzusetzen ist und sie mir optisch besser gefallen. Aber pssst :!: :!: :!: Das muss ja keiner wissen!


    Gruß
    Joachim

    Edited once, last by königsberger ().

  • Langsam neigen sich die Holzarbeiten an den Modulkästen dem Ende entgegen.
    Es wurde gespachtelt, geschliffen und (vor-)gestrichen.




    Die geplanten Versteifungen bei den 10 Grad-Modulen wurden erst nachträglich eingesetzt, da ich diese habe fräsen lassen, weil ich selbst weder den genauen Winkel beim Sägen getroffen hätte noch die Teile bei meinen Fähigkeiten annähernd Maßgenau geworden wären. (Ich bin absolut kein "Holzwurm" und bin immer froh, wenn ich erst einmal diese Phase erreicht habe.)


    Weil ich bisher auch noch nicht wusste wie ich die Beine ausführen sollte, sind auch die Aufnahmen für die Beine nachträglich eingesetzt worden - nachdem ich endlich (ohne vorher bewustseinserweiternde Mittel genommen zu haben) eine "plötzliche Eingebung" hatte.
    Dazu demnächst mehr.


    Die nachträglich eingesetzten Teile müssen auch noch gespachtelt, geschliffen und grundiert werden.




    Damit sind die Modulkästen nun erst einmal im Rohbau fertig.



    Gruß
    Joachim

    Edited 2 times, last by königsberger: Bilder ausgetauscht (neuer Bilderhoster) ().

  • Husbert
    Vielen Dank für den Hinweis,
    Nach meinem Empfinden gibt es zwischen der Lenz-Weiche und einer bayerischen Weiche schon gravierende Unterschiede. Sei es optisch (Schutz- und Gleitplatten, Schwellenteilung) wie auch geometrisch (Neigung) oder technisch (Stellmechanik). Ich kann mich natürlich auch irren. So genau kenne ich die Lenz-Weichen nicht.



    Gruß
    Joachim

    Edited once, last by königsberger ().

  • Guten Morgen Husbert und Joachim,


    Dass, wie Husbert anholt, eine Lenz Weiche viel Ähnlichkeit mit einer bayerischen Weiche hat, muss ich leider widersprechen. Zwar weisen die Lenz´sche Weichenzungen, sogenannte Gelenkzungen, viel Ähnlichkeit mit die Endweiche in Behringersmühle auf, gibt es jedoch gravierende Unterscheide in Aufbau, Schwellenlage und Schwellenlänge. Dann spreche ich noch nicht einmal vom Weichengeometrie, Zungenumstellmechanismus und Laternenmimik, der für Bayern spezifische Parallelverschluss, der eine völlig abweichende Konstruktion aufweist als die herkömmlichem Reichsbahn- und Bundesbahnweichen.


    Es wäre schon, mit erheblichem Aufwand verbunden, möglich eine Lenz Weiche in einer bayerischen umzustricken, aber . . . dann bedient man sich besser von dem Wenz Bausätze!




    Anbei noch ein Bild der bayerischen Endweiche in Behringersmühle. Sie hat in einige Facetten noch die Aussicht einer Bayerischen, aber es ist schone einiges "verbundesbahnt".



    Gruß,


    Jacques Timmermans

  • Nachdem die Modulkästen nun im Rohbau stehen, wurde erst einmal viel "Kleinholz" gemacht.




    Die Schwellen bestehen aus Eichenholzleisten 6 x 3 mm und sind entsprechend auf Maß gebracht worden.


    Danach wurde die Schwellenlage der Gleise auf den Modulen eingezeichnet, so dass die Schwellen zügig verlegt werden können.



    Nach diesen vorbereitenden Arbeiten ging es dann mit dem Aufkleben der Schwellen weiter.
    ...eintausendzweihundertsiebenunddreißig, eintausenzweihundertachtunddreißig, eintausendzweihundertneununddreißig...



    Foto: (c) Thorsten M., 2015


    Leider war Sisyphus verhindert (er wälzt immer noch einen Felsblock einen Berg hinauf), so dass ich die Schwellen alle selber kleben musste.
    Gefühlte zehntausend Schwellen später lagen die Module soweit fertig vor mir.




    Die Schwellen an den Modulübergängen folgen, da einige Schwellen dabei getrennt werden müssen.


    Inzwischen kann man hoffentlich schon erahnen was da später bei herauskommen soll.



    Gruß
    Joachim

    Edited 3 times, last by königsberger: gravierende Schraipfehler korrigiert. nicht so gravierende habe ich drin gelassen Bilder ausgetauscht (neuer Bilderhoster) ().

  • Moin Joachim,



    einen schönen Bahnhof baust Du da!!! ;)


    Ich bin erstaunt, in welchem Tempo Du baust!!! Hast Du keinen Job und schläfst Du überhaupt?


    In geraumer Zeit werde ich auch einen Bahnhof bauen der gut zu Deinem passen würde. 8)


    Arbeitest Du wirklich alleine oder ist da ein Team von 10 Leuten am Start??



    Gruß



    Maik

  • @Maik
    Nee, ich muss leider alles allein bauen!
    ...und Brötchen muss ich nebenbei auch noch verdienen.


    Ich setze mich einfach dran und lege los.


    Schön wenn ein weiterer Bahnhof demächst entsteht. Ich bin gespannt.



    Gruß
    Joachim

  • Moin,


    ich muss mich Maik anschließen, ein tolles Tempo legst Du vor.
    Sehr motivierend, und wenn das so weitergeht, fange ich auch bald mit dem Bauen an - Pfarrweisach, ebenfalls in Unterfranken und keine 20km von Königsberg/Bay entfernt. Das würde dann auch gut passen! Meine Epoche wird aber den Zeitraum 1975-1980 umfassen, ich sammle schon fleißig dafür.


    Gruß,
    Schlußscheibe

  • @"Schlußscheibe"
    Es ist weder Zauberei noch irgendwie vorbereitet. (wer mit mir am Basteltreffen letztes Wochenende teilgenommen hat, kann dies bestätigen!)
    Ich baue einfach.


    Ich habe mir zwar vorher einige Gedanken gemacht und geplant, aber viele Dinge ergeben sich dennoch erst beim Bauen: z.B. die Beine (siehe Beitrag #23). Ich habe lange überlegt, wie ich diese ausführen werde. Lange bevor feststand wie sie letztlich aussehen sollen habe ich aber schon mit dem Bau der Module angefangen. Ich hätte natürlich auch warten können bis ich die zündende Idee gehabt habe. ...nur dann wäre ich jetzt noch nicht so weit!


    Gerade was Modellbau nach einem konkreten Vorbild angeht fehlen einem häufig Informationen. Man kann entweder solange mit dem Bau warten, bis man die fehlenden Infos hat oder man legt einfach los (siehe Beitrag #16). ...und mich selbst stört es nicht, wenn ein Detail falsch ist. Hauptsache es ist stimmig umgesetzt.
    ...und wen es stört, der darf es gerne bei seinem Königsberg richtig umsetzen.


    Also, nicht aufschieben, sondern einfach loslegen.



    Gruß
    Joachim


    P.S. Gestern erst wieder beim Stammtisch erlebt: seit zwei Jahren wird an einem Bahnhof "gebaut", aber bisher ist noch nicht ein einziger Modulkasten im Rohbau zu sehen und das obwohl mehr als eine Handvoll Modellbahner das Projekt gemeinsam angehen!

  • Hallo Joachim,


    erst einmal meinen Respeckt vor der Arbeit!!! Wahnsinn, da ist halt jede Schwelle ein Unikat! So sollte es ja im Grunde auch sein. Behandelst du die noch mit Beize!?


    Ich habe in 0 das Lenzsystem. In 1 nehme ich aber auch Echtholzschwellen, dass ist dann doch nochmal eine andere Qualität. Schön ist das man jetzt schon sieht wie es einmal werden wird...oh mann du musst noch die ganzen Kleineisen verarbeiten....Gleisbau...an der Realität würde ich sagen. Betrachtet man sich das Werk genauer, dann kann man wirklich später einen schönen Betrieb machen. Wie verklebst du später den Schotter? Ich hab immer den Klassiker genommen ob Kunststoffschwellen oder Holz. Beim Holz ist bei mir zum Glück nicht aufgequellen. Ich habe die Schwellen bei mir noch mit einer Messingbürste bearbeitet, mal was mehr und mal was weniger, macht nochwas her.


    Bin schon gespannt auf deine Fortschritte, dass man echt Laune die bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.


    MFG


    Michael

  • Hallo Joachim,


    herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Bahnhof. Dein Tempo ist zu bewundern.
    Ich habe eine Frage, auf den Bildern hast du Modultrennungen mit in Weichen, siehst du da keine
    Probleme auf dich zu kommen.
    Ich baue meine Weichen auch selber im Moment einen Weichenbausatz von Wenz.
    Komme damit ganz gut zur Recht.


    Leider warten wir hier oben im Raum Köln auf die angekündigten Weichenbausätze von Oliver bis jetzt
    kam noch nichts und auch keine weiteren Informationen.


    Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim bauen.


    Gruß aus Kerpen
    Dieter

  • Michael
    Die Schwellen werden noch behandelt.
    Zunächst werden sie nochmals auf etwa gleiche Höhe geschliffen und ggf. noch Unebenheiten beseitigt. Die Kanten werden gebrochen und gebürstet. Danach kommt Farbe drüber. Beizen ist mir persönlich zu aufwendig und mir fehlt die nötige Erfahrung um gute Ergebnisse zu erzielen.


    Der Schotter wird "Old School" mit Wasser, Weisleim und Odol (statt Spüli) verklebt. Da die Schwellen lackiert werden und auch das Trassenbrett vorher lackiert wurde, sollte es keine Probleme geben.


    Dieter
    An kritischen Stellen habe ich einfach keine Trennungen vorgesehen, daher sollte es auch keine Probleme geben.


    Die angekündigten Weichen sind schon recht weit. 16 der 20 nötigen Urmodelle sind inzwischen hergestellt. Allerdings ist das Projekt inzwischen in anderer Hand.



    Gruß
    Joachim

  • Neben Königsberg sollen auch noch Hofheim und Rügheim nach FREMO-Norm entstehen, so dass ich zwischendurch die beiden Bahnhöfe nach Vorbildunterlagen konstruiert habe.


    Rügheim ist vielmehr ein Haltepunkt und Ladestelle als ein Bahnhof und lässt sich auf 4 Modulen darstellen. Die beiden anderen Module rechts und Links sind, wie bei Königsberg, zur Abrundung des ganzen.




    Im Gegensatz dazu ist Hofheim ein "ausgewachsener" Endbahnhof und passt auf 9 (10) Module, wobei bei Transportproblemen die 2 (3) Module des Landhandelanschlusses notfalls weggelassen werden könnten.
    Der Bahnhof Hofheim besitzt neben einem zweiständigen Lokschuppen einen Güterschuppen, eine Ladestraße mit Gleiswaage und Lademaß, eine Kopf- und Seitenrampe, einen Landhandelanschluss und einen Kohlehändleranschluss.
    Das Anschlussgleis des Kohlehändlers liegt zwar nah an der Modulkante, ist aber durch die Verladeanlagen gesichert. Alle Gleise und Weichen liegen so, dass Trennstellen keine Probleme bereiten.
    Das Modul des Landhandels ist recht groß, da das Gebäude optisch was her macht und entsprechend dargestellt werden soll. Auch der Lokschuppen und der Kohlehändler sollen nachgebildet werden. Die Bedienung ist von der EG-Seite geplant. Der Landhandel ist erreichbar durch das Herumgehen um das Ausziehgleis am Ende. (Praktisch bei einem Endbahnhof. 8) )




    Hofheim befindet sich inzwischen ebenfalls im Bau und ensteht auf gleiche Weise wie Königsberg.


    Gebastelt habe ich aber auch an Königsberg.
    Da der Gleisbau den größten "Brocken" dieses Projektes darstellt, ging es hier auch dementsprechend weiter.
    Zunächst wurden die Schwellen durch Schleifen etwas "begradigt" (auf gleiche Höhe gebracht).




    Danach wurden sie ordentlich durchgebürstet (um sie auf alt zu trimmen)




    ...und an einigen Stellen die Kanten gebrochen.




    Danach wurde alles Steingrau lackiert. (Sieht zwar komisch aus, aber da die Gleise ja "steinalt" sein sollen... :rolleyes: )




    Jetzt muss das Ganze erst einmal durchtrocknen.



    Gruß
    Joachim

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  • Diese Woche ist nichts spektakuläres passiert.


    Die Module haben ihren ersten Innenanstrich bekommen.
    Die Norm schreib Weiß als Innenfarbe vor. (Glücklicherweise aber nicht welchen Ton! :rolleyes: ) Ich habe mich für Grauweiß (RAL 9002) entschieden. Eine nicht ganz so harte Abstufung zu den später grauen Außenseiten.




    Gruß
    Joachim

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  • Hallo Joachim,


    das Ganze Projekt schreitet doch sehr zügig voran. Also ich denke, dass gerade auch den "Nebenarbeiten" wie dem versiegeln der Module ein besonders Augenmerk gilt. Gerade Holz als organischer Stoff ist empfänglich für Feuchtigkeit usw, da kann es nur ratsam sein, das man auch immer wieder solche arbeiten zeigt. Sie machen die Module haltbar und vermeiden eine Menge Frust und Ärger wenn man später merkt, dass sich die Module verziehen.


    Was nimmst du für einen Lack!? Ich nehme Bootslack bei meinen neuen Projekt zur Versiegelung.


    MFG


    Michael

  • Michael,
    Ich nehme irgendeinen Lack, den mir mein Farbenhändler gibt.
    In diesem Fall von Feidal.




    Hauptsache etwas mit Lösungsmitteln.
    Bloß kein Acryl, Öko, Bio, trinkbaren oder sonstigen Kram.


    Lack ist nur richtiger Lack, wenn er stinkt. (Leider ist das heute auch nicht mehr gegeben - siehe Aufschrift auf dee Dose)



    Gruß
    Joachim

    Edited 3 times, last by königsberger: Bilder ausgetauscht (neuer Bilderhoster) ().

  • Nachdem die Schwellen soweit durchgetrocknet sind, habe ich den Schwellen noch etwas Farbe gegönnt.
    Dazu habe ich mit einem Pinsel einfach Ölfarbe aus dem Künstlerbedarf (Van Dyck Braun) mit Waschbenzin gemischt und ohne mir groß Gedanken zu machen wild aufgetragen




    Durch das Verdünnen mit Waschbenzin läuft die Farbe schön in die Ritzen, die dadurch betont werden.
    Nach dem Trocknen kommen wir dem Aussehen von alten Schwellen langsam näher.




    Durch die Verwendung von Email- und Ölfarben sind die Schwellen später auch griffest.



    Gruß
    Joachim

    Edited 3 times, last by königsberger: Bilder ausgetauscht (neuer Bilderhoster) ().

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