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Hermannjosef

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 17:51

Neue Modelle nach Käuferwunsch durch Crowdfunding

Hallo,

Diskussionen wie in dem Beitrag Good news – bad News zeigen, dass der Konsument letztlich sehr wenig Einfluss auf die Modellpolitik der Hersteller hat. Da mag man sich noch so sehr erregen, letztlich entscheiden die anderen.

Interessant fand ich allerdings einen Satz in dem Beitrag von Oldie, nämlich diesen:

Ein neues Phänomen ist es, 'crowd-funding', die ein Risiko für den Käufer ist verwenden, aber es sorgt dafür, dass das Modell gebaut werden, und sie werden ihr Modell zu erhalten

Ja, warum ist eigentlich noch nie einer so richtig darauf gekommen, als Käufer auf die Produktion bestimmter Modelle Einfluss zu nehmen, also quasi ein Modell beim Hersteller in Auftrag zu geben?

Der Einfluss, der zum Beispiel über dieses Forum auf die Modellauswahl genommen werden kann, wird dürfte marginal sein. Wesentlich größer ist da der Einfluss, den der Handel durch seine Vorbestellungen nimmt. Hat ein Hersteller nach der Ankündigung einer Neuheit zu wenig Bestellungen oder zu wenig Resonanz, verschwindet die Neuheit regelmäßig sang- und klanglos. Entsprechende Beispiele werden hier im Forum immer wieder zum Gegenstand regelrechter Glaubenskriege.

Fazit:
Ob ein angekündigtes Modell nun kommt oder nicht, hängt im wesentlichen von der Einschätzung der Absatzmöglichkeiten durch den Handel bzw. des Herstellers ab. Deren Angst, durch Fehlinvestitionen in ein finanzielles Desaster zu gelangen, ist verständlich.

Wie, wenn aber die zukünftigen Käufer den Hersteller vom Risiko einer Fehlinvestition befreien würden?
Wie, wenn die Käufer die Produktion ganz oder teilweise sogar vorfinanzieren würden und die Abnahme der entsprechenden Zahl der Modelle dem Hersteller garantierten?

Hier käme dann Crowdfunding ins Spiel.

Crowdfunding bedeutet, die Finanzierung eines bestimmten Projekts wird nicht durch den Hersteller selbst oder durch Banken vorgenommen, sondern durch viele Kleinanleger, die dann aber auch das Risiko des Misserfolgs mittragen. Andererseits gewinnen Sie aber auch, wenn das von Ihnen mitfinanzierte Produkt erfolgreich ist. Relativ risikolos ist es, wenn der Absatz der Waren nach Produktion garantiert wird.

Ein gutes Beispiel ist da die Vorfinanzierung des Films Stromberg.
Die Filmfirma hatte es geschafft, über Internet für die benötigten Produktionskosten von 1 Million € innerhalb einer Woche ca. 3300 Investoren zu finden, die sich mit zwischen 50 und 1500 € an den Produktionskosten beteiligten. Da der Film ein großer Erfolg geworden ist erhalten die Investoren nicht nur ihr Geld zurück, sondern machen auch noch Gewinn. Wer mit 1000 € eingestiegen war, kann mit einer Rückzahlung von 1500 € rechnen.

Diese Art der Finanzierung hat den Vorteil, dass Produkte, deren Herstellung aufgrund der Risikobewertung durch den Hersteller zögerlich oder gar nicht erfolgt, wegen des Käuferwunschs und der finanziellen Absicherung relativ schnell realisiert werden können.Der Käufer nimmt also Einfluss darauf, ob eine Ware hergestellt werden kann oder nicht.

Ein derartiges Modell der Einflussnahme ist meines Erachtens für den Bau von Eisenbahnmodellen in der Spur Null nahezu wie geschaffen.

Beispiel:

Ein Hersteller will ein gefragtes Model produzieren, oder Käufer tragen dem Hersteller ein bestimmtes Modell an, was sie gerne produziert hätten.
Der Hersteller kündigt dies entsprechend an. Finden sich genügend Interessenten (Investoren), die auch bereit sind, in Vorleistung zu treten, kann das Modell gebaut werden. Das Modell wird dann mit einem Kaufpreis X verkauft, der auch Basis für die Höhe der Einlage der Investoren ist. Die Investoren erhalten ihre Einlage zurück unter Anrechnung des Modells als Sachleistung. Die Teilnahme an der Investitionen ist also davon abhängig, dass ein entsprechendes Modell vom Investor auch abgenommen wird. Muss das Modell über die projektierte Stückzahl hinaus, auf der die Kalkulation des Verkaufspreises beruht, nochmal nachproduziert werden, gerät der Investor in die Gewinnzone, da dann der Hersteller ihn an dem zusätzlichen Gewinn beteiligen müsste.
Also doppelter Erfolg für den Auftraggeber, zum einen erhält er das von ihm gewünschte Modell, zum anderen verdient er beim möglichen Erfolg des Modells noch mit.
Darüber hinaus müsste für die Investoren das Modell auch billiger hergestellt werden können, da in der Kalkulation des Herstellers dann Kapitalbeschaffungskosten und Risiko nur noch einen ganz geringen Anteil einnehmen dürften.

Durch diese Art der Finanzierung könnte der Modelleisenbahner wesentlich schneller zu seinen Wunschmodellen kommen. Das Risiko der Vorleistung wäre auch überschaubar, wenn diese so kalkuliert ist, dass sie den Preis des späteren Modells abdeckt. Finden sich nicht genügend Investoren, wird das Modell nicht gebaut, Vorleistungen erfolgen nicht. Finden sich genügend Investoren, um das Modell zu dem kalkuliertem Preis zu bauen, beschränkt sich das Risiko im wesentlichen auf eine mögliche zwischenzeitliche Insolvenz des Herstellers.

Vielleicht ist dieser Beitrag für den einen oder anderen Hersteller eine Anregung, sich über die Finanzierungsmöglichkeit mit Crowdfunding Gedanken zu machen.

Auch interessant wäre, die Meinung der Forumsteilnehmer hierzu zu erfahren.

Nur als Beispiel:
Ich würde zum Beispiel für die Baureihe 24, die von Lenz bereits seit Jahren angekündigt worden ist, gegebenenfalls auch 1000 € vorab investieren, wenn ich wüsste, dass die Lok dann auch binnen Jahresfrist käme.

Mit freundlichen Grüßen
Hermannjosef

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 18:14

Hallo Hermannjosef,
der Grundgedanke ist interessant und hat schon bei Filmprojekten funktioniert.

Aber - so wie ich es verstehe- kann man es wohl nicht 1:1 auf ein Modellbahnprojekt übertragen. Ich frage mich z.B. welcher Preis des geplanten Modells für einen potentiellen Investor zugrunde gelegt wird: Sind es die reinen Herstellkosten ? Dann wird sich ein Hersteller (Lenz, MBW oder wer auch immer) sich fragen, warum er sich engagieren sollte.
Liegt der Verkaufspreis zugrunde, dann bezahlt der Investor nicht nur die Produktion, sondern trägt auch zum Gewinn des Herstellers bei.

Wahrscheinlich wäre ein Zwischenweg die fairste Lösung. Aber wer vermittelt die?

Damit ich nicht falsch verstanden werde (kommt öfters schon mal vor ;) ):
Ich finde die Idee gut und würde auch mitmachen. Aber kann mir nicht vorstellen, daß es funktionieren würde.

Schönen Restsonntag!
Heiner

PS:
Ein solches Projekt ist mir schon mal vor 2 Jahren vorgeschlagen worden. Ist aber im Sande verlaufen, weil zuviele "wenns" und "abers" im Raum standen.
Vereine, die solche Typen wie mich als Mitglieder aufnehmen, sind mir äußerst suspekt.

Groucho Marx

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »heiner« (5. Oktober 2014, 18:19)


Hermannjosef

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 18:37

Hallo Heiner,

Klar muss der Hersteller auch an dem Produkt verdienen können. Man kann sicherlich nicht erwarten, dass derartig umfangreiche Tätigkeiten, wie der Hersteller sie erbringen muss, umsonst sind. Deshalb ist sicherlich der Verkaufspreis zugrundezulegen.

Das primäre Interesse der Investoren kann daher nur darin liegen, entsprechende Modelle zu bekommen und nur in zweiter Linie möglicherweise auch etwas Gewinn zu machen, was letztlich zur Verbilligung des Kaufs führen würde. Den Gewinn des Verkäufers muss der Käufer in jedem Fall bezahlen.

Wie man letztlich ein derartiges Modell vertraglich ausgestaltet, darüber müsste man sich insbesondere beim Hersteller Gedanken machen.

Meines Erachtens ist es aber auch für den Hersteller interessant, da damit Geld risikolos verdient werden kann.

Ob sich jemand findet, der ein derartiges Modell durchführen will, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wollte ich die Diskussion darüber einmal anstoßen.

Mit freundlichen Grüßen
Hermannjosef

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axelb

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 19:18

Hallo

Dieses Finanzierungsmodell hat MBW vor ca zwei Jahren bei VT 11.5 angeboten. War zwar als Rabatt 10% ausgewiesen. Letztendlich war es aber eine Vorfinanzierung des Modells. Hier könnte uns über den Erfolg nur MBW aufklären.

Schönen Restsonntag

Axel

MBW Spur 0

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5

Sonntag, 5. Oktober 2014, 19:48

Rabatt

Guten Abend, nein so kann man das nicht verstehen. Mit dem eingeräumten Rabatt wäre nur ein Bruchteil finanziert gewesen. Ca. 50.000,00 € wären so eingeflossen. Der Vt 11,5 spielt sich ca. im 8fachem wieder, dessen was er an Investition benötigt. Aber im ganzen eine gute Idee, die ich nur so stehen lassen könnte wenn man die Lok mit 15 % Nachlass vom Listenpreis erwerben könnte. Das wäre dann der Gewinn für den Kunden und er bekäme seine Traumlok.

Beste Grüße
Frank Elze

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Hermannjosef

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 19:51

Hallo Axel,

Ich glaube nicht, dass beim VT 11 ein vergleichbarer Fall vorliegt. Bei der Bestellung war die Vorauszahlung keine Bedingung, sondern lediglich für einen zehnprozentigen Rabatt gut. Das gesamte Risiko trägt weiterhin MBW. MBW hat die Produktion des Triebwagenzuges auch nicht davon abhängig gemacht, dass genügend Vorauszahlungen eingehen.

Aber gerade die Garantie, ein Produkt auch absetzen zu können, macht den Vorteil Crowdfundings aus. In diesem Fall befindet sich der Hersteller auch in der Pflicht seinen Investoren gegenüber, was bei der normalen Bestellung, je nachdem, wie man das rechtlich beurteilen will, weniger der Fall ist.

Mit freundlichen Grüßen
Hermannjosef

mattes56

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Beruf: Diplom Ingenieur Elektrotechnik

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Sonntag, 5. Oktober 2014, 20:18

Hallo Hermannjosef und alle anderen,

Grundsätzlich ein interessanter Vorschlag, allerdings mit einem kleinen Haken:
Wir Modellbahner sind größtenteils Individualisten, was erstmal nicht verkehrt ist, allerdings könnte es ein Problem mit dem Variantenreichtum des Vorbild und der technischen Ausstattung des Modells geben.

Da die BR50 ja schon produziert wird, kann man hier das Problem besonders gut erkennen:

Vorbild:
3 Tendervarianten
ettliche Kesselvarianten (Anzahl und Form der Dome)
mind. 3 Varianten beim Umlauf/Schürze
mehrere Varianten des Führerhauses

Modell:
Lok oder Tenderantrieb?
dynamik Smoke ?
Automatische Kupplung?
Motor Faulhaber oder Mabuchi oder Maxon oder.....

Das sind nur die Dinge, die mir jetzt spontan einfallen, und ja, die 50er ist da sicherlich das Paradebeispiel für Variantitis.
Alle wird man wohl nicht unter einen Hut bringen - entscheidet dann die Mehrheit, oder die technische Machbarkeit, und was passiert, wenn dann einer Abspringen will, der "sein" Modell nicht so bekommt, wie's im Vorhinein "abgesprochen" war.

Wer bindet sich diesen "Klotz" der genauen Modellspezifikation ans Bein?

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Idee wirklich gut, aber das setzt einen immensen koordinativen Aufwand zu Begin voraus.
Natürlich könnten von Seiten des Herstellers Vorgaben gemacht werden, die auf seinen Konstuktiven Erfahrungen beruhen, aber das wird dann ja wieder mit allen diskutiert werden (müssen?), oder es wird zu Begin einfach festgelegt (von wem?).

Alles in allem eine gute Idee, und ich denke es lohnt sich darüber zu diskutieren.
Vielleicht finden sich ja ein "paar" Leute und ein Hersteller, die das mit einem weniger variantenreichen Modell ausprobieren, um Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich an einen "großen Dampfer" heranwagt.
Eine Industriediesellok wäre da doch vielleicht ein geeigneter Kandidat.

Gruß
Matthias
Die hohe Kunst im Leben ist es, die eigenen Träume aus den Steinen zu bauen, die einem in den Weg gelegt werden.

Spurnullteam Ruhr-Lenne e.V.

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Moritz (05.10.2014)

8

Sonntag, 5. Oktober 2014, 23:56

Hallo,

bei Crowdfunding ist das Endprodukt in der Regel bereits spezifiziert. Dies wird hier wohl der Knackpunkt sein. Ich bin ebenfalls in einer Branche tätig bei der nach Lastenheften gearbeitet wird. Meistens müssen wir diese als Auftragnehmer auch selbst erfassen - natürlich mit Gesprächen des Auftraggebers. Dieser sieht aber nur das Endprodukt und versteht bzw. interessiert sich nicht dafür was wir für einen Aufwand haben um das Ziel zu erreichen sondern hat höchstens noch dafür verständnis. Dies führt oft dazu dass wir bei den ersten Gesprächen aus Kostengründen Teile streichen, der Kunde aber bei der Realisierung feststellt das es doch notwendig ist.

Damit möchte ich sagen das es (vermutlich) unmöglich sein wird dass wir hier im Forum oder einen Arbeitskreis ein Lastenheft für ein Modell erstellen können da wir uns vermutlich schon beim Zielpreis nicht einig werden können. Manchen steht einfach mehr Geld für ihr Hobby zur Verfügung als andere die vielleicht nur Spaß am "modellbahning" haben wollen, also weniger Wert auf Details und Maßstäblichkeit legen. Und dann kommen noch die "Individualisierer" dazu die wohl nie ein Serienmodell als Würdig geschweige Wertig ansehen.

Der nächste Punkt ist dann auch noch der Zeitrahmen. Ich kenne Crowdfunding jetzt eher aus der Richtung 3D-Drucker, Mikrocontroller und anderen Gadgets. Hier ist es aber oft so das es bereits Prototypen gibt und es nur noch darum geht das Produkt professionell in Stückzahlen fertigen zu lassen. Dies ist nicht zu vergleichen mit einer kompletten Neuplanung (Comunnity-Projekts).

Nehmen wir mal an es würde tatsächlich ein Hersteller auf uns zu kommen um uns um einen "Privatkredit" zu bitten. Einen annähernd funktionierenden Prototypen vorweisen bzw. zumindest 3D Pläne zur Betrachtung und Untersuchung vorlegen. Was wird dann wohl passieren?

Nach meinen Beobachtungen in diesem Forum vermute ich mal:

  • Der Großteil wird sich das mal kurz ansehen und danach wieder wichtigeren Themen widmen aus den unterschiedlichsten Gründen
  • Einige werden sich wundern warum man genau dieses Modell gewählt hat und sind damit nicht einverstanden. Möchten aber bitte dass ihr Wunschmodell nun endlich realisiert wird
  • Wenige sind begeistert, sind ebenfalls in der Konstruktion oder ähnlichen Branchen tätig und zeigen Fehler im Planungsprozess auf
  • Wenige sind begeistert, wünschen sich aber mindest diese Details da sie sonst um Himmelswillen das Modell niemals nie kaufen werden
  • Noch weniger freuen sich bereits jetzt auf die Auslieferung und sind bereit das Modell mit kleineren Änderungen zu akzeptieren die auch vom Hersteller noch akzeptabel sind
  • Mehreren wird der Preis zu teuer da ein vergleichbares Modell in einer anderen Spur schließlich günstiger ist
  • Rund die Hälfte haben Angst Ihr Geld zu verlieren
  • Viele kennen sich mit Crowdfunding nicht aus und glauben dass es eine Vorauszahlung ist
  • Der Hersteller hat Angst, dass wenn er uns sein Projekt offenlegt die Zeichnungen von einem Wettbewerber geklaut werden könnte
Ich frage mich also wie man so ein Projekt das wohl ziemlich schwierig zu kalkulieren zu sein scheint (sonst gäbe es ja zu den Preisankündigungen keine Erhöhungen - und selbst Lenz hat sich bei der BR50 wohl anfangs verschätzt) als Crowdfunding uns schmackhaft gemacht werden könnte. Die komplette Planungsphase müsste vom Hersteller vorfinanziert und auch abgeschlossen sein und verbindliche Angebote von den Herstellern eingeholt worden sein. Und genau das ist ja wohl das Risiko dabei. Wenn ich als Hersteller das Produkt von A-Z kalkulieren könnte und dann durch die immer wieder erwähnten Stückzahlen von 200 teile hätte ich ja meinen Selbstkostenpreis. Wenn ich dann auch noch eine ordentliche Marge hätte würde mir auch jede Bank das Geld geben.

Der Hersteller gewinnt also nur bei den "zugesicherten" Abnehmerzahlen, da ja diese bereits für das Modell bezahlt haben und auch nicht zurücktreten können (persönliches Risiko der Geldgeber). In der heutigen Zeit sprechen wir mal nicht mehr über Kreditzinsen. Die Anleger (Geldgeber) können sich mit unterschiedlichen Summen am Projekt beteiligen und bekommen dann halt entweder X mal den Artikel und oder eine evtl. Gewinnvergütung zurück. Vielleicht sogar weniger.

Schöne Grüße
Stefan

EDIT: da war noch einer schneller, ich lass das aber jetzt so

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Faulenzer« (6. Oktober 2014, 02:45)


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ruegenmodelle

unregistriert

9

Montag, 6. Oktober 2014, 07:48

Hallo,

ich bin mir nicht so ganz sicher, aber crowdfunding steht für mich für eine Investition in ein Projekt oder eine Firma, um am Ende diese Investition mit einem Gewinn wieder heraus zu bekommen.

Wie das bei einem Modell gehen soll, ist mir etwas schleierhaft.

Jemand gibt 50 Euro, jemand anderer 500 Euro.

Entwicklungs- und Herstellungskosten liegen beispielhaft knapp über 50 Euro.
Bekommt dann derjenige, der nur 50 Euro gegeben hat ein Wagen ohne Achsen? Und derjenige der 500 Euro investiert hat 9 Wagen?

Oder gibt es eine prozentuale Beteiligung am eigentlichen Gewinn? (...von dem man dann den Wagen kaufen könnte!)

Der erste Weg ist letztlich eine Art Vorbestellung. (...was ja schon bei dem einen oder anderen Hersteller praktiziert wird!)

Der zweite Weg würde das Risiko des Herstellers zwar minimieren, aber auch seinen Gewinn! (...und welcher Hesteller würde sich darauf einlassen?)

Sinnvoller und zielführender finde ich persönlich Projekte wie das Forumsprojekt des Säuretopfwagens.

Man könnte natürlich auch ein Modell komplett selbst bauen, statt darauf zu warten, dass ein Hersteller dieses entwickelt.

...aber vielleicht funktioniert es ja doch.


Gruß
Jo

Olli

Rangiermeister

(73)

Beiträge: 291

Wohnort (erscheint in der Karte): Porz

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10

Montag, 6. Oktober 2014, 13:35

Denkfehler

Moin,

Crowdfunding geht nicht soweit, das Produkt zu besitzen, sondern die Produktion auf Dauer rentabel zu ermöglichen.
Wenn man also nachher einen - z. B. Wagen - haben will, muss man ihn kaufen.
Wenn nur die Leute einen Kaufen, welche crowdgefunded haben, ist es nichts anderes eine Modellbaugruppe.
Zu denken, dass man auf Anhieb schlauer ist als die großen "Drei", nur um günstig an ein Modell zu kommen, sollte man dabei vermeiden.

Andererseits, wenn sich vielleicht ein Formen-/Werkzeugbauer, ein Nachrichtentechniker, ein Schlosser, ein Feinmechaniker, eine Verwaltungsfachkraft, ein Steuerberater, ein realitätsaffiner Betriebswirt, ein Bahngeschichtsfachmann und ein Trendprophet zusammentun, könnte man da Erfolg haben und vielleicht mal Geld verdienen. Letzterer ist übrigens am allerwichtigsten. :rolleyes:
Gruß
Oliver

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11

Montag, 6. Oktober 2014, 14:10

Hallo,

wie so oft gibt es hier wohl verschiedene Ansätze. Nehmen wir mal Kickstarter an. Hier wird ein Produkt beworben, meistens ein Prototyp. Es werden Spezifikationen offen gelegt, man kann Fragen stellen die auch wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen und es wird ein Zeitrahmen für das Sammeln von Geld festgesetzt.

Beispiel:
Eine Lok, Preis: 1000 EUR, benötigtes Kapital 400.000 EUR bis zum 31.12.2014

Spendengrößen:
1 EUR Dankesemail
50 EUR T-Shirt von dem Projekt und Listung auf der Webseite als Spender
100 EUR Wenn die Lok fertig ist bekommt man sie leihweise für 14 Tage
1000 EUR Wenn die Lok fertig ist bekommt man eine eigene aus der 1. Serie
1100 EUR Wenn die Lok fertig ist bekommt man eine hochwertigere Version mit anderer Betriebsnummer
1500 EUR Wenn die Lok fertig ist kann man sich die Farbe und aussuchen



Sollten nun bis zum 31.12.2014 das Kapital von 400.000 EUR nicht zusammen kommen startet das Projekt nicht und man muss nichts bezahlen.

Kommen jedoch die 400.000 EUR zusammen so wird das Geld von den Spendern eingezogen und dem Projektinitiator weitergeleitet der nun mit diesem Projekt beginnen muss.

Das bedeutet aber noch nicht das man nun die Lok auch erhält. Es könnte ja sein das der Projektinitiator einfach nicht dazu in der Lage ist die Lok zu bauen und das Geld in den Sand setzt. Außerdem könnte er ja erkranken, sterben usw. Wenn es sich um eine Firma gehandelt hat könnte diese auch Insolvent gehen, wegen Patentverletzung verklagt werden und er ist dann nicht in der Lage die Lok auszuliefern.

Was passiert wenn die Lok einfach nicht den Qualitätsanforderungen genügt?

Es gibt also ein gewisses Risiko das man nicht unterbewerten darf. Nicht um sonst warnen die Crowdfunding-Plattformen davor nur in ein Projekt zu investieren. Man bekommt keine Sicherheit.

Also für einige Projekte ist das sicherlich sinnvoll, aber für eine Lok bei der man sehr viele Ressourcen wie Konstruktionszeichner, Formenbauer usw. benötigt und dann noch einen Zeitrahmen der sicherlich mindestens 1 Jahr nach Ende Konstruktionsphase noch in Anspruch nimmt habe ich hier große Zweifel.

Und dann noch eine einfache Rechnung: 400.000 EUR / 1.000 EUR = mind. 400 Sponsoren á 1.000 EUR. Wer von Euch macht mit?

Übrigens verzichtet der Hersteller oder Projektinitiator nicht auf seinen Gewinn. Dieser muss in die Kalkulation des Preises mit einfließen. Denn in der Zeit wo er sich mit dem Projekt beschäftigt muss er ja auch leben. Einer Firma hingegen kann man es nicht übel nehmen eine Gewinnabsicht zu haben, sonst würde hier das Finanzamt schnell einen Riegel vorschieben.

Ich denke hier wäre eine Genossenschaft das bessere Geschäftsmodell. Auch schon in Hinblick der Einflußnahme auf die Firma (Genossenschaftsanteile), Aufsichtsrat usw. Das geht aber auch nur wenn ein Hersteller sich auf die Genossenschaft auch ein lässt (übernahme von Firmenanteilen). Bestellt man als Genossenschaft widerum nur ein Modell bei einem unabhänigen Hersteller ist es nichts anderes als ein Werkvertrag mit dem üblichen kaufmännischen Risiken.

Schöne Grüße
Stefan

P.S.: Wer's mal ausprobieren möchte klickt hier mal auf "Back This Projekt" (Keine Angst, man kauft noch nichts).

12

Montag, 6. Oktober 2014, 15:15

Crowdfunding + Modellbahn = schwierige Kombination

Meine unmaßgebliche Meinung: Als jemand, der einem kleinen Modellhersteller verbunden ist (andere Spurweiten bis dato), muß ich konstatieren, daß es vordergründig zwar interessant klingt; es aber in der Praxis alles andere als leicht ist.
Es gab schon den einen oder anderen Versuch, auch bei Modellautos (kleine Maßstäbe), die m.W. aber alle nicht zum Tragen gekommen sind.
Ein mehr oder weniger aktuelles Projekt findet sich hier: https://www.kickstarter.com/projects/104…?ref=nav_search
Und selbst das, welches das 'hippeste' Thema – 3D Printing – mit dem für die meisten wohl absolut uncoolem Thema Modellbahn verknüpft, kommt nicht aus den Startlöchern.

Modellbahn ist zumindest für Web-Plattformen des Crowdfundings einfach nicht cool genug resp. erreichen darüber auch nicht das gewünschte Zielpublikum.
Bliebe also nur für einen Hersteller, ein derartiges Projekt vollständig in Eigenregie aufzustellen.

13

Dienstag, 7. Oktober 2014, 08:20

Unternehmerisches Risiko <-> Gewinn?

Hallo Leute,

dem 'Unternehmerischen Risiko' steht doch wohl der 'Unternehmerische Gewinn' gegenüber - sonst würds ja keiner machen. Und der Gewinn bleibt ja wohl bei der Firma. Die Produkte würden noch teuerer, wenn auch noch andere mitverdienen wollen. Das will ich nicht.

Für mein eigesetztes Kapital (mein Risiko: 100 % Verlust!) bekomme ich am Ende das Produkt ein paar Prozent günstiger direkt ab Firma. Heißt doch im Klartext, daß ich dabei den Einzelhandel ausboote, und der Hersteller sich mit mir die Marge des Einzelhandels teilt. Sprich, die Firma hat kaum noch unternehmerisches Risiko, verdient aber mehr, und wir machen uns dabei den Einzelhandel platt. Das will ich auch nicht.

Das Risiko beim Hersteller zu belassen, beflügelt den, ordentliche Produkte und Qualität abzuliefern, um mich als Kunden zu gewinnen. Und DAS will ich!

Ciao

der NNullguggi

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Heinz Becke (07.10.2014), Dieter Ackermann (09.10.2014)

14

Dienstag, 7. Oktober 2014, 09:16

dem 'Unternehmerischen Risiko' steht doch wohl der 'Unternehmerische Gewinn' gegenüber - sonst würds ja keiner machen. Und der Gewinn bleibt ja wohl bei der Firma. Die Produkte würden noch teuerer, wenn auch noch andere mitverdienen wollen. Das will ich nicht.

Wer glaubt, daß das ohne Crowdfunding anders ist, der glaubt wohl auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten.
Und selbst wenn es 100% Eigenkapital, nicht nur Kapital mit Eigenkapitalcharakter, ist: Selbst dann gehört es in einer ordentlichen Kalkulation angemessen verzinst. Alles andere sind Milchmädchenrechnungen. Die allerdings in blutarmen Branchen allzuoft (zwangsweise) angewandt werden.

Wem das nicht passt und wer meint, daß sich die bösen Hersteller oder Importeure unbotmäßig die Taschen füllen, der kann ja selbst die Seiten wechseln. Hierzulande herrscht glücklicherweise Gewerbefreiheit. Viel Spaß! 8o

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IBT.Schulz (08.10.2014)

15

Dienstag, 7. Oktober 2014, 09:40

Hallo,

meine unmaßgebliche Meinung zu diesem Thema möchte ich dem Forum nicht ersparen.

Beim Stromberg-Film war die Aufgabenstellung klar: Wenn genug Geld zusammenkommt wird der Film gemacht. Ansonsten hat man dem Drehbuchautor, Regisseur, Produzenten usw. freie Hand gelassen. So konnte das funktionieren.

Bei einer Spur-0-Lok ist die Ausgangssituation völlig anders. Hier heißt es ja nicht: Bau uns eine beliebige Lok. Jeder potentielle Investor möchte natürlich seine Lok haben.
Wenn es hingegen nur um 1 Lok geht und keine weiteren zur Auswahl stehen wird es auf breiter Front heißen: Im Prinzip ja, aber nicht bei dieser Lok.
Es erscheint mir vollkommen aussichtslos eine Gruppe von Geldgebern zu finden, die am Ende vielleicht eine halbe Million für eine vorgegebene Lok zusammenbringt.

Davon abgesehen glaube ich nicht, dass bei Brawa oder Lenz die Verwirklichung weiterer Lokmodelle am Anfangskapital scheitert. Verzögerungen, die wir bei beiden Firmen erlebt haben, sind ja nicht das Ergebnis von Gleichgültigkeit oder Böswilligkeit. Mit der vorhandenen Manpower in Konstruktion und Fertigung geht es einfach nicht schneller, wenn ein bestimmter Qualitätsstandard erreicht werden soll.
Einem neuen Hersteller würde man/ich die halbe Million nicht anvertrauen.

Hätte es eine Million für den Stromberg-Film gegeben, wenn der Film von einem anderen Produzenten, einem neuen Regisseur, einem neuen Drehbuchautor und mit einem neuen Hauptdarsteller projektiert worden wäre?

Ich wäre mit einem Tausender dabei, wenn Brawa oder Lenz uns binnen 2 Jahren eine BR 86 oder 93.5 bauen - sonst nicht. Ob sich da 500 Coinvestoren mit gleichem Einsatz finden? Ich habe daran extreme Zweifel und daran, dass diese beiden Firmen an einem solchen Projekt überhaupt mitwirken würden. Ein Misserfolg wäre kaum zu befürchten, denn wahrscheinlich würde jeder Investor mindestens eine Lok kaufen und damit wäre am Ende die Investition nichts anderes als eine Anzahlung mit der Option auf einen kleinen Gewinn.


Pjotr


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Dieter Ackermann (09.10.2014)

Hermannjosef

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16

Dienstag, 7. Oktober 2014, 17:53

Hallo,

Zwischenzeitlich ist viel geschrieben worden, fast alles ist irgendwie in irgendeiner Form richtig, aber vieles berücksichtigt nicht die eigentliche Intention des von mir verfassten Ursprungsbeitrags.

Hauptsächlich werden Bedenken geltend gemacht in Hinblick auf rechtliche, tatsächliche oder abwicklungsmäßige Voraussetzungen. Bei vielen Verfassern ist der Tenor: Eigentlich wäre es schön wenn es ginge, aber wahrscheinlich geht es nicht.

Zur Klarstellung möchte ich nochmals wie folgt zusammenfassen:

Sinn und Zweck des vorgeschlagenen Finanzierungsmodells ist weniger eine Gewinnerzielung, sondern die Möglichkeit, an ein Modell zu gelangen, was aufgrund anderer Markteinschätzung der Hersteller nicht produziert wird.

Hier liegt auch der Unterschied zum Beispiel zu dem bereits mehrfach zitierten Film Stromberg, bei dem nicht anzunehmen ist, dass 3300 Menschen die Produktion dieses Filmes im Schnitt ca. 300 € wert war, damit sie ihn später ansehen konnten, sondern der, dass Geld investiert wurde mit der Absicht, Geld hinzu zu verdienen.

Zu dem gelegentlich angeführten Einwand die Vorfinanzierung eines Fahrzeugs sei ja gar kein richtiges crowdfunding, sei angemerkt, dass dieser Begriff weder hinreichend definiert noch gesetzlich verankert ist und ich außerdem nicht an ihm klebe. Schließt sich also eine Vielzahl von, ich nenne sie mal Kleinanleger oder Investoren mit einem Hersteller zusammen und finanzieren diesem einen Produktionsgegenstand vor, dann kann man sich zwar Gedanken darüber machen, ob es sich dabei um ein stilles Darlehen, einen Vertrag mit gesellschaftsrechtlichen Hintergrund oder einen Vertrag eigener Art oder Ähnliches handelt, letztlich kommt es darauf für die Erreichung des oben genannten Ziels jedoch nicht an.

In den größten Teilen der Welt, so auch in Deutschland, herrscht Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass sich Personen über alles und jenes einigen können, soweit sie damit nicht gegen Gesetze oder die guten Sitten verstoßen.

Demzufolge sind auch viele in den Beiträgen gestellte Fragen in Bezug auf die Modellauswahl, Abwicklung oder Rechtsfolgen eines solchen Geschäfts, Gegenstand der Vereinbarung zwischen den Anlegern und dem Hersteller.

Nun dürfte klar sein, dass nicht die zwischen jedem einzelnen Anleger und dem Hersteller einzelne Vereinbarung getroffen werden können. Vielmehr dürfte ein praktikables Verfahren sein, dass der Hersteller für ein bestimmtes Fahrzeug ein Vertragswerk entwirft. Darin sind alle Bedingungen enthalten, zu denen er tätig werden will und der Anleger entscheidet, ob er sich diesen anschließen will oder nicht.

Diese Bedingungen bestehen u.a. aus dem so genannten „Lastenheft“– nämlich die Frage, wie sieht das Fahrzeug in concreto aus, wie ist es motorisiert usw. – den Terminvorgaben und Zahlungsfristen, Regelungen zur Rückzahlung geleisteter Einlagen, wenn das Projekt trotz ausreichender Absichtserklärungen mangels ausreichender Vorauszahlungen dann doch nicht zu Stande kommt, usw.


Zur Verdeutlichung des angestrebten Ziels will ich nochmals auf die Baureihe 24 von Lenz zurückkommen.

Angekündigt ist die Lok bereits seit vielen Jahren. Aber, wie Herr Lenz vor kurzem in Busek erklärte – und wenn ich ihn richtig verstanden habe – scheitert die Realisierung daran, dass er bei der derzeitigen Marktsituation keinen Hersteller findet, der die Lok zu einem in etwa dem ursprünglich genannten Preis herstellen könnte.

Die Frage, die sich jetzt stellt ist doch, zu welchem Preis könnte die Lok dann letztlich verkauft werden und wäre eine bestimmte Anzahl von Käufern bereit, die Lok auch garantiert zu diesem Preis abzunehmen, wenn man sie dann produzieren würde.

Nur kann es meines Erachtens für einen Hersteller nicht bei so genannten verbindlichen Bestellungen bleiben, da in der Vergangenheit Hersteller, vor allem im Kleinserienbereich, häufig die Erfahrung gemacht haben, dass trotz verbindlicher Bestellungen bei Erscheinen des Modelle viele Besteller dann das Modell nicht abnehmen. Vielmehr ist hier zur Absicherung des Herstellers bei einem Modell, welches seiner Einschätzung nach in Hinblick auf den Absatz risikobehaftet ist, die Vorauszahlung absolut notwendig.

Ich frage mich also, ob die Firma Lenz, wenn sie wüsste, dass sie einen realistischen Verkaufspreis bei entsprechendem Absatz auch erzielte, ihr also das diesbezügliche Risiko abgenommen würde, die Baureihe 24 nicht doch in Auftrag gäbe.

Alle bis jetzt hier aufgezeigten Probleme bei der Durchführung eines solchen Projekts wären meines Erachtens lösbar. Das Hauptproblem was ich allerdings sehe ist, eine entsprechende Anzahl von Interessenten zu finden, die definitiv die Abnahme durch Vorauszahlung garantierten. Vielleicht bedarf es noch einiger Zeit, bis solche Finanzierungsmodelle vom Käufer akzeptiert werden.

Aber das käme ja einmal auf einen Versuch an.

Mit freundlichen Grüßen
Hermannjosef

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BahnMichel (07.10.2014), WLS (07.10.2014), 1zu0 (07.10.2014)

17

Donnerstag, 9. Oktober 2014, 08:35

Hallo zusammen,

würde die Fa. Lenz einen Spur 0 Lint Dieseltriebzug mit funktionierenden Schakus ausschreiben,
wäre ich bei einem solchen Finanzierungsmodell dabei......... :thumbup: :thumbup:
Gruß
Horst Fischer

Fahren und Schalten:
Lenz LZV100 mit 2xLH100 + 2xLH01 + 2xMultimaus
Fahrzeuge + Gleise:
Akkurat nur Lenz Spur 0



BahnMichel

Rangiermeister

(29)

Beiträge: 175

Wohnort (erscheint in der Karte): Braunschweig

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18

Donnerstag, 9. Oktober 2014, 12:05

Hallo,

Nachdem jetzt schon viele Punkte angesprochen wurden will ich auch noch mal meinen Senf dazu geben.

Die Frage nach der Modellausführung lässt sich wohl nur dadurch lösen, dass sich ein Hersteller/Organisator des Ganzen ein passendes Vorbild aussucht, welches man möglichst breit vermarkten kann und sich technisch z.B. an der 64 von Lenz orientiert. In einem demokratischen Prozeß zur Modellfindung würden wir uns nie einig werden. Dann muss ein potenzieller Hersteller einen Preis kalkulieren (abhängig von der Stückzahl) bei dem er auch noch genug Gewinn macht.

Eine Investition würde dabei nur in Höhe des Preises einer Lok Sinn machen (oder mehrerer natürlich). Am Ende bekommt jeder Investor sein Fahrzeug und ist zufrieden (bis auf die ewigen Nörgler), aber bei einem entsprechenden Vertrag und geleisteter Zahlung kann man damit leben.

Wichtig wäre für mich, dass die Investoren am Ende die Eigentümer der Werkzeuge(Formen)... und der Konstruktion bleiben. Wenn nämlich später aufgrund von genügend Interesse die Lok nochmal produziert wird und für den gleichen (oder inflationsbereinigten) Preis verkauft wird, dann entsteht mit jedem verkauften Modell ordentlich Gewinn, (fehlende Investitionskosten) und dieser Gewinn gehört dann den Investoren.

Die Frage, warum sich ein Hersteller überhaupt darauf einlassen sollte, wäre damit auch geklärt. Er ist im Prinzip ein Dienstleister der Investoren, auch wenn er den ganzen Prozess auch noch selbst organisiert. Einerseits hat er bei exotischen Modellen keine Absatzsorgen, denn der Absatz ist ja schon vor der Konstruktion gesichert, andererseits hat er bei einer eventuellen Neuauflage keinen Nutzen aus den schon vorhandenen Investitionen.

Am Ende bleiben für mich die Fragen, welche Modelle dafür geeingnet wären und wer das ganze organisieren würde.

MfG Micha

mattes56

Fahrdienstleiter

(401)

Beiträge: 882

Beruf: Diplom Ingenieur Elektrotechnik

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19

Donnerstag, 9. Oktober 2014, 12:56

Dann bleiben wir doch mal bei der BR24 von Lenz, und fragen dorz an.
Zu welchem Preis könnte die Lok, deren Konstruktion ja nicht mehr am Anfang steht, heute bei welcher Stückzahl produziert werden.
200, 500, 1000, 1500 Stück.

technische Ausstattung wie die 64er.

Gruß
Matthias
Die hohe Kunst im Leben ist es, die eigenen Träume aus den Steinen zu bauen, die einem in den Weg gelegt werden.

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Heinz Becke

Oberlokführer

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Beruf: Dipl.-Ing. (FH), Pensionist, Rentner

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20

Donnerstag, 9. Oktober 2014, 13:24

Hallo,

hier wird m. E. wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht, will heißen: ist denn schon ein Hersteller bereit dies zu machen?

Ansonsten wird viel heiße Luft um nichts gemacht.
Grüße aus Regensburg

Heinz ;)