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volkerbahn

Schaffner

(45)

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1

Sunday, June 3rd 2012, 8:26pm

wie historisch genau muss Modellbahn sein?

hallo Leute,

der ziemlich ausufende threat der v200 mit der falschen Nummer hat mich dazu veranlasst, hier mal eine Diskussion anzufangen, wie historisch genau denn so eine Modellbahn sein muss.
ist die korrekte Nummer auf einer Lok ein Qualitätsmerkmal? ist deren fehlen ein Qualitätsverlust, den es den Betrachter unbedingt veranlassen muss "sich abzuwenden"?
und Spinnen wir das weiter: wenn denn die Lok historisch genau sein muss, wie ist es dann mit den bahnanlagen? kann ich den so eine Lok wirklich allen ernste auf einer Bahnstrecke fahren lassen, die gar kein Vorbild hat? und sollte ich den vorbildlich richtigen Bahnhof bauen, was muss denn dann vorbildlich richtig sein? der gleisplan? das empfangsgebaüde? lokschuppen, Stellwerk? kann ich bei den Lagerschuppen denn schon kreativ sein oder erst beiden Villen der bahnhofstrstraße oder auch da nicht?

ich habe bei dem Thema eine ganz klare Meinung und die lautet: seit kreativ!!!! Modellbahn ist nicht die Wirklichkeit und wird es auch nie sein. in unserem fall ist sie auf alle fälle 45 mal zu klein.
und Modellbahn hat andere Gesetzmäßigkeiten als die Wirklichkeit. sie ist mehr wie ein Bild, dass ich an die wand hänge. von einem Gemälde erwarte ich nicht, dass es historisch genau ist, es braucht mir nur zu gefallen, warum brauche ich das bei der modelleisenbahn. oder vielleicht wie ein guter film. ist "schindlers liste" als film voll daneben, weil ein falsche Gewehr drin vorkommt. sind die "james bond" filme kacke, weil die Aktion völlig unrealistisch ist?

viele Modellbahnen spielen in der Vergangenheit. vielleicht den 50er Jahren oder den 60ern oder den 30ern. aber was wird denn jetzt abgebildet? die fünfziger Jahre aus der eigenen Erinnerung (60 Jahre her, mich gab es damals noch nicht) wie stark kann ich mich auf die eigene Erinnerung verlassen? die fünfziger Jahre aus den alten filmen? oder das was uns neuere filme als 50er Jahre verkaufen?
schon da wird man feststellen, dass je nachdem was man will, was völlig verschiedenes bei rauskommt. und nix davon hat mit den "echten 50er Jahren" zutun sondern ist immer eine reflexion durch den Erbauer und den Betrachter.

modellbahn soll das Vorbild nachempfinden, aber wie stark lassen wir uns vom Vorbild diktieren? wieviel eigene Kreativität lassen wir mit einfließen. wie stark lassen wir die eigen Sicht auf die dinge zu. wie stark spielen wir "Gott" auf der Modellbahn und verändern die geschichtlichen abläufe, lassen das nebenbahnsterben mal so eben ausfallen, das frühzeitige verschrotten der lieblinglok etc...?

ich bin gespannt auf eure Meinung.
volker

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Karben

Schrankenwärter

(11)

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2

Sunday, June 3rd 2012, 9:00pm

Die Amerikaner sagen: "Modelrailroading is fun", und so soll es sein!

Modell? Die Strecken sind zu kurz; die Radien zu klein; die Bahnhöfe zu eng an einander; die Züge zu kurz; usw.; usw.

Nochmals: mach spaß! :) Fahren was gefällt! :thumbsup:

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Nauki (04.06.2012)

3

Sunday, June 3rd 2012, 9:01pm

Also ein "Muss" darf es bei diesem Hobby erst mal gar nicht geben, wir sind hier doch nicht auf einer "Zwangsveranstaltung".
Es liegt alles im Auge des Betrachters, das fängt mit der Farbgestaltung an, denn jeder sieht bestimmte Farben anders als andere und hört vielleicht bei der Akustischen Ausgestaltung auf, denn jeder hört wieder was anderes.

Modellbahn ist nichts weiter als eine Ansamlung von Kompromissen denn es kann nicht alles hundertprozentig genau verkleinert wiedergegeben werden.

Jeder hat auch ein anderes Genauigkeitsgefühl - auch verstellbares Augenmaß genannt. :D

Ich gehe z.B. nicht mit einer Lupe an die Modelle heran - für mich reicht es, wenn aus einem Betrachtungsabstand aus dem man das Modellbahngeschehen beobachtet - auch Vogelperspektive genannt, alles für "Mein Tolerantes Maß" stimmig ist.

Wenn ich einen schönen Güterzug fahren sehe, dann interessiert mich nicht die Anzahl der Nieten eines Modells daraus - sondern der Gesammteindruck, den dieses Geschehen hinterläßt.
Z.B. sieht man aus der Vogelperspektive kaum, dass einige Güterwagen keine durchbrochenen Kastenstützen besitzen.

Es gibt außerdem auch keine Norm für Vorbildtreue, weil das würde ins Absurdum führen.

Faszit: Jeder baut seine Modellbahn/Modelle so wie ers es für richtig hält und wie weit die Vorbildtreue geht, entscheidet jeder individuell für sich selbst.
Grüße aus der Mollistadt Bad Doberan
Frank

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Nauki (04.06.2012)

Didier78

Lokführer

(171)

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4

Sunday, June 3rd 2012, 9:08pm

Guten Abend zusammen,

diese Thematik hat mit Sicherheit das Zeug, Seiten um Seiten zu füllen: viele Befragte, viele Meinungen...

Ich persönlich finde, um beim Beispiel der genannten falsch nummerierten V200 zu bleiben, dass ein Triebfahrzeug was auf meiner Anlage seine Runden dreht, auch eine vorbildgerechte Nummerierung haben sollte. Darüberhinaus sollte die Beheimatung des Fahrzeuges auch zum Untersuchungsdatum passen- ich habe z.B. Meine BR64 von Lenz umbeschildert, aber dabei darauf geachtet, dass BD und BW-Angaben sowie die genieteten Wasserkästen zur neuen Beschilderung passen. Kompromisse sind hier nicht nötig, weil einfach zu umgehen.

Aufgrund der mir zur Verfügung stehenden, beschränkten Räumlichkeiten, ist der vorbilgetreue Nachbau von etwas umfangreicheren Gleisanlagen eher schwierig. Kompromisse sind hier unausweichlich, weil anders nicht zu lösen.
Das Flair der 60er sollte aber "rüberkommen" - Anregungen findet man in Literatur, Filmmaterial und nicht zuletzt bei den Forumskollegen reichlich.

Ansonsten sind dem Modellbahner in der Epoche III doch fast keine Grenzen gesetzt: es gab nahezu nichts was es nicht gab! 8o

Letztendlich bin ich dagegen, aus unserem geliebten Hobby eine Weltanschauung zu machen. Wie hat mal ein großer Preußenkönig gesagt: "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!".

Gruß, Dirk.

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Nauki (04.06.2012)

jrgnmllr

Lokomotivbetriebsinspektor

(209)

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5

Sunday, June 3rd 2012, 9:27pm

100%-Modell?

Hallo Kollegen,

ich bin in dieser Frage etwas gespalten:

Einerseits muß der Gesamteindruck eines Modells stimmig sein (die Lok-Nummer zB. ist für mich zweitrangig),
andererseits ärgern mich an den Loks nackte Pufferbohlen, an denen u.a. Dampfheizkupplungen, Vielfachsteuerkabel und ähnliches fehlen - und ich rüste die Modelle nach.

Im großen und ganzen mache ich lieber Betrieb, als dass ich mit einer Lupe um das Modell herumlaufe und nach Fehlern suche und mich dann ärgere.

Der wichtigste Punkt für mich ist aber ein einwandfreies Fahrverhalten der Lokomotiven, alles andere muss nicht unbedingt 100 %ig sein, denn das schlägt sich auch schnell im Kaufpreis nieder.


meint

Jürgen (HH)

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Nafets

Unregistered

6

Sunday, June 3rd 2012, 9:34pm

Hallo Volker,

interessante Frage, die Du da stellst. Ich denke, dass die nicht allgemeingültig beantwortet werden kann. Warum? Nun, eine Eisenbahn ist ein komplexes System mit vielen Faktoren, welche sich im Modell nicht alle nachbilden lassen. Als Beispiel möchte ich das Laufverhalten der Modellbahn mit der echten Eisenbahn vergleichen und stelle deutliche Unterschiede fest. Oder die Art der Steuerung der echten Eisenbahn, welche stark von der einer Modellbahn abweicht. Wer von uns Modellbahnern betreibt wirklich ein Stellwerk und stellt eine wirkliche Signalabhängigkeit sicher? Also eine, bei der ein Signal auf Halt fällt, wenn ein Fahrstraßenelement nach Auffahrtstellen des Signals beeinträchtigt wird? Wohl keiner.

Eine Modelleisenbahn ist nur ein Modell der Eisenbahn und keine exakte Nachbildung, also ein in der Regel vereinfachtes Modell, bei dem nicht nachbildbare Eigenschaften vernachlässigt werden (Luftschläuche sind an manchen Modellen vorhanden, nur Luft kann man da nicht durchschicken!). Auch ist eine Modelleisenbahn in Spur 0 selten so gut detailliert, dass man von einer wirklichen, einer exakten Nachbildung des Vorbilds sprechen kann. Auch die Modelle, deren Ausführung als "in Museumsqualität" bezeichnet wird, haben längst nicht alles richtig oder maßstäblich nachgebildet, sondern stellen auch nur eine Ansammlung von Kompromissen dar.

Und genau das ist eine Modellbahn: Eine Ansammlung von Kompromissen! Manche Modellbahner wollen wenig Kompromisse machen, müssen diese aber eingehen (beliebtes Beispiel: die 1:43,5-Liebhaber, die Spitzenmodelle suchen, bauen oder kaufen, nehmen in Kauf, dass die Spurweite bei ihren Modellen 1 mm zu klein ist). Manche Modellbahner legen mehr Wert auf andere Eigenschaften und nehmen andere oder mehr Kompromisse in Kauf, um mit ihrer Modellbahn zufrieden zu sein (beliebtes Beispiel: Verzicht auf Nachbildung Bauteile der Bremsanlage, die sowieso im Betrieb nicht sichtbar ist...).

Also steht zumindest für mich fest, dass die Modellbahn kompromissbehaftet ist und jeder Modellbahner seinen Weg mit den möglichen und nötigen Kompromissen finden sollte! Also jeder Modellbahner sollte selber entscheiden, wie historisch genau seine Modellbahn sein soll!

Du hast den V200-Thread mit der falschen Betriebsnummer angesprochen, und da ich dort auf die falsche Betriebsnummer im Zusammenhang mit der Lackierung und der Baureihe hingewiesen habe, möchte ich noch erwähnen, dass das geschah, ohne anderen Modellbahnern etwas vorschreiben zu wollen. Vielmehr wollte ich auf etwas hinweisen, was nicht korrekt in Hinblick auf das Vorbild gewesen ist. Die "Beschimpfung" des Käufers dieser Lok wurde nicht von mir vorgenommen, sondern durch andere User, die einen falschen Zusammenhang zwischen den einzelnen getätigten Aussagen hergestellt hatten. Solche Hinweise gebe ich öfter, so wie ich einem User den Tipp auf die in Epoche II gültige Signalordnung gab, als er nach einem Umbau des oberen Spitzenlichts fragte und den Hinweis auch gut gebrauchen konnte.

Okay, als Berufseisenbahner sehe ich manche Dinge in der Modellbahn vielleicht mit anderen Augen als manche andere Spur 0er. So stelle ich sehr häufig fest, dass bspw. Epoche-II-Modellbahner ihre Loks sehr schön für diese Epoche umbauen, bei den Signalen aber die der Epochen III bis V verwenden. Typisches Beispiel sind Formhauptsignale, die falsche Farben haben oder bei denen das Nachtzeichen ein falsches Bild bei Hp2 gibt. Das finde ich dann immer sehr schade, denn da wird so viel Liebe in das Hobby gesteckt und bei aller Akribie doch nicht das Vorbild nachgebildet - richtig, sofern man das denn wollte. Da ich dann nicht weiß, was der Erbauer wollte, sage ich in der Regel zu solchen "Fehlern" auch nichts - Hauptsache, der Spur 0er ist mit seiner Sache zufrieden (allerdings sollte er dann auch nicht einem exakten Modellbau sprechen oder behaupten, akribisch genau die Eisenbahn der Epoche II nachgebaut zu haben). Gleiches gilt für die Bahnanlagen, bei denen viele Modellbauer sich von den heutigen Bahnhöfen und Verhältnissen leiten lassen und nicht wissen, dass "damals" andere Regeln galten und die Gleisanlagen der Bahnhöfe doch anders aussahen. Nun gut, ich habe die Weisheit auch nicht "mit dem Löffel gefressen", aber ich teile auf Nachfrage gerne mein Wissen.

Und wer sich meine Modellbahn auf meiner Homepage ansieht, wird feststellen, dass auch ich Kompromisse mache. Seien es die verwendeten Weichen, die Nutzlängen der Gleise oder oder oder. Und da schließt sich der Kreis zu meiner oben gemachten Aussage: Jeder Modellbahner sollte selber entscheiden, wie historisch genau seine Modellbahn sein soll!


Volker, wenn Deine Frage etwas mit Deinem Hobby zu tun hat, dann möchte ich Dir raten, das zu machen, wozu Du Lust hast! Wenn Du Dir vorgenommen hast, eine Situation, einen Bahnhof, eine Epoche oder eine Begebenheit nachzubauen, dann mache es. Wenn Du Dir vorgenommen hast, etwas zu bauen, was so hätte sein können, dann "mach Dein Ding" und habe Spaß damit. Du alleine bestimmst, wie historisch genau Deine Modellbahn sein soll!!!


Mit freundlichem Gruß
Stefan

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Masinka

Oberheizer

(100)

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7

Sunday, June 3rd 2012, 9:39pm

Hallo Volker!

Ich selbst auf Meine geplante Anlage will moeglichst historisch Genau Sein, aber das Modellbau ist immer Kompromiss und hauptsaechlich Hobby und soll Lust bringen, ist Mein Meinung Einfach:"Jeder nach Seine Gusto!". :thumbsup:

Gruesst

Vladimír :)

gleisoval

Schrankenwärter

(47)

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8

Sunday, June 3rd 2012, 10:36pm

Historisch korrekt ?

Hallo, da kann ich ein Lied von singen . . . .

habe ja ein konkretes Vorbild gewählt : Wohnort Ottobeuren = ehemaliger Endbahnhof der Nebenbahn Ungerhausen-Ottobeuren - seit 1996 keine Betrieb mehr - im Jahre 2000 die letzen Schienen rausgerissen - Bahndamm ist jetzt ein Fahrradweg.

Ich habe recherchiert zum umfallen, Fotos und Zeichnungen studiert. Problem ist aber, das halt viel gebaut und verändert wurde. Also wird ein Abbild des Bahnhofs und die ersten 750m maßstabsrichtig nach Fotos und alten Plänen gebaut - war das wirklich so 1963 oder 1966 ? Machen wir einen kleinen Kompromiss - sagen wir einfach "die 60er Jahre"

Aber . . . dann kommen Zeitzeugen aus den "alten Tagen" und sagen : "der Baum war nicht da", dann kommt der nächste und sagt : "doch, da war ein Baum, aber ein kleinerer" und so weiter.

Also habe ich auch nach genauem Studieren der Fotos Fehler gemacht oder bin "Kompromisse eingegangen. Und an vielen Stellen muss man Kompromisse machen, weil es von diesen "Ecken" gar keine Fotos gibt oder es einfach niemand mehr weiß, was da war.

Es ist nicht ganz einfach, historisch korrekt zu bauen.
Aber DANKE Herr Lenz, dort fuhren die V 100, die BR 64, die V 60, die 50er, der Schienenbus, 3yg, 4yg, Donnerbüchsen, ab und zu die V 160. Daher aber auch hier Kompromisse bei den Loknummern und den Heimatstationen der selben.

Aber es ist schon spannend, wenn Leute die Anlage ansehen und dann sagen : "genau dort haben wir als Kinder gespielt, genau so hat es dort ausgesehen" - da fallen dann keine Kompromisse auf - es ist einfach nur schön und macht Spass.

ehemalige Bahnstrecke Ungerhausen-Ottobeuren

die Anlage dazu

in jetziger Zeit

Und nun weiter viel Spass mit "Kompromissen"
Mit herzlichen Spur-0 Grüßen

Richard



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volkerbahn

Schaffner

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9

Sunday, June 3rd 2012, 10:50pm

schön, dass hier so rege diskutiert wird.

zuerst nafets: ich habe schon im schnellenkamp forum deine berträge ob des detailwissens gerne gelesen. und dieser baum hier soll ganz bestimmt keine Kritik an dir sein.
diese besagte Nummer war für mich nur der Aufhänger.


um es vorweg zu sagen: natürlich mache ich, was ich will, darum geht es nicht.

was ich nur seltsam finde, ist, dass hier so oft das wort "Kompromiss" vorkommt. da keimt bei mir das Gefühl auf, dass ihr mich nicht verstanden habt.

kreativ kommt von creare, "erschaffen".
(ich bin Grafik-designer deshalb kommen meine Bilder meistens aus der Kunst)
also wenn ich ein Bild male, erschaffe ich was neues, was sicher ein Vorbild hat, etwa einen "röhrenden Hirsch". und wenn ich mein Handwerk gut kann, erkennt das auch jeder. aber es sieht natürlich nicht ganz wie ein Hirsch aus, weil ich im Bild z.b. das fell nur andeuten kann. ist das in der Malerei jetzt ein Kompromiss? das würde implizieren, dass ich das fell lieber 100% naturalistisch malen wollte.
warum frage ich mich dann, sind soviel Bilder in den Wohnzimmern keine "röhrende Hirsche", wo man tatsächlich an Kompromisse denken könnte, sondern van Goghs "Sonnenblumen", Monets "Seerosen" oder gar ein Picasso. letzter so kann ich euch versichern konnte naturalistisch malen, wie kein zweiter und tat es trotzdem nicht.
womit ich wieder zur Modellbahn kommen will.
auch der bau einer Modellbahn ist ein künstlerischer Prozess, der wenn er im reinem abkupfern der Wirklichkeit stecken bleibt, ein recht trostloses ende findet.
das wirklich spannende und entscheidende ist doch, den eigenen blick auf die Welt zu entdecken. dazu gehören sicher details. aber dazu gehört vor allem Reduktion, Auswahl , Abstraktion. genau in den teilen, in denen ich von Vorbild abweiche entdecke ich meine eigene Kreativität. wenn ich die Quintessenz meiner eindrücke zu einem neuen ganzen bündele. wenn ich für mich entscheide, was wirklich meine persönliche Geschichte auf der Modellbahn voran treibt und was eher nebensächlich ist. versteht mich nicht falsch, das kann auch eine ganz bestimmte Nummer sein. ist es aber in den meisten fällen aber nicht.
natürlich kann man sich fragen, warum wir hier diskutieren, es macht doch eh jeder, was er will.
aber es ist sicherlich nicht falsch, mal sich grundsätzlich Gedanken zu machen, warum man das eine oder andere so tut. und diese Gedanken dann in Worte zu fassen. man wird sicher nicht dümmer davon.
meint jedenfalls volker

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Hape

Schrankenwärter

(20)

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10

Monday, June 4th 2012, 11:55am

Hallo



Kompromisse muss man ja in fast allen Lebenslagen eingehen,so ist es bei unserm Hobby auch.

Aber was machbar ich mach ich auch auch bei meinem Hobby Modelleisenbahn.



Zu meiner H0 Zeit wollte ich ein mittleres Dampflok Bw aus dem Saarland genau nach Vorbild nachbauen,dazu habe ich 100te

Fotos gemacht alles vermessen und Original Pläne besorgt.

Danach wurde alles in H0pur geplant.



Dann ist es vor 10 Jahren auf einer Ausstellung passiert der 0 Virus hat mich infiziert.

Also alle Pläne aus Platzgründen über den Haufen geworfen.

nun wird es " nur" eine Bw Außenstelle aber mit Kompromissen.



Aber bei Loks und Wagen und Gleisbau will ich so wenig Kompromisse eingehen wie machbar.

So beschränke ich mich nur Rollmaterial zu verwenden das in den 60er Jahre im Saarland gelaufen

ist.

Damit verhindere ich auch eine Sammelwut.

Das alle Modelle mit mehr oder weniger Kompromissen behaftet sind ist mir schon klar aber ich versuche

durch Umbau oder Ergänzung das ich entweder selbst mache oder einem Spezialisten überlasse sie

so gering wie möglich zu halten, dabei ist mir die Laufeigenschaften auf meiner Gleisanlage am wichtigsten.

Leider baut die Firma Bauer keine Modelle mehr ich glaube es gab keine bessere.



Gruß Hape

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