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Sonntag, 17. Mai 2015, 14:05

Haftung bei MOBA-TREFFEN?

Hallo,
wie wäre es mit einem Periskop für die Kleinen und die Rollifahrer? So etwas hat zum Beispiel Patrice Hamm aus dem Elsass immer dabei, wenn er mit seinen "Superanlagen" auf Ausstellungen ist.

Ein Vorschlag von mir, um den eventuellen Unannehmlichkeiten zu entgehen,
Am Eingang zu den Ausstellungen ein Schild hängen:

"Zutritt VERBOTEN, Kinder HAFTEN für ihre Eltern"

oder:

"Betreten und Anschauen der Anlagen erfolgt auf eigene Gefahr! Der Veranstalter haftet "für NIX!"

oder so ähnlich!

Und ansonsten schließe ich mich dem Beitrag von Peter an. Eltern, die ihre lieben KLEINEN nicht soweit im Griff haben, daß nichts passiert, sollten doch lieber Daheim vor dem Fernseher bleiben, und aufpassen, das niemend vom Sofa fällt.
Es ist kein Wunder, daß in letzter Zeit immer mehr MOBA-Veranstaltungen zu "Geschlossenen Veranstaltungen" werden, weil das Risiko, das doch etwas passieren könnte, und entsprechende Versicherungen sehr TEUER sind, kaum noch von kleinen Veranstaltern und Gruppen gestemmt werden kann.
Weiß ich als ehemaliger, langjähriger Schatzmeister eines Vereines aus eigener Erfahrung.
Das hat allerdings auch negative Folgen: man erreicht so auch keine "Nachfolger" für unser schönes Hobby mehr.

@ Heinz, ich beantrage für unsere nächsten Fahrtreffen "SOK" mindestens 140-150cm! Dann komme ich mit meinen morschen Knochen noch besser unter den Modulen durch. Und zum "GUCKEN" nehme ich dann einfach eine leere Getränkekiste, so wie es schon seit Jahrzehnten bei Austellungen von den "Kurzen" ohne irgenwelche Probleme gehandhabt wird.
Gruß Heiko
der von der Neckarquelle

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22

Montag, 18. Mai 2015, 10:54

Folgenschwere Zusammenfassung - echt spannend!

Hallo liebe Modellbahn-Kollegen,

DANKE für Eure bunt gemischten Antworten! Speziellen Dank an BANANENBAHN Armin für die rechtlich genaue Darstellung!

-> ich erlaube mir, Eure Antworten kurz zusammenzufassen:
  • - große Modulhöhen sind prima für uns ‚Alte Knochen‘ und die Zuschauer
    - alles was ‚zu kurz‘ ist (Kinder und so) hat damit verloren
    - Kinder dürfen nicht mehr Kinder sein (klettern und so)
    - Kinderbetreuung wollen und können wir gar nicht leisten
    - der Faktor ‚Eltern‘ ist nicht kalkulierbar
    - ohne Haftpflichtversicherungen aller Art geht’s gar nicht
    - Beschilderungen retten uns rechtlich da auch nicht
    - öffentliche Fahrtage sind rechtlich ‚brandheiß‘

Leute, für wen mach‘ ich denn den Fahrtag dann noch, wenn ich die Kinder nicht mehr erreiche? Soll ich MIR und meinen Modulen die Füße absägen, damit ich wieder mit den Kindern auf Augenhöhe bin (damit wird das mit dem Pissoir zur unlösbaren Aufgabe)?

-> Konsequenterweise müßten die nächsten Schritte dann doch sein:
  • - Aufstiegshilfe professionell + kindersicher bauen (spannend!)
    - damit zu TÜV gehen zwecks offizieller Abnahme (noch spannender!)
    - Teil dann auf dem Fahrtag nutzen (mit TÜV-Zertifikat)


Genau das habe ich befürchtet! Andererseits: ohne die Kinder können wir den ‚Traum von der Modellbahn‘ auch gleich in die Tonne treten. Generationenvertrag, und so: die Alten zeigens den Jungen. Hmm.

Ciao

Der Nullguggi (sehr nachdenklich)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NNullguggi« (18. Mai 2015, 11:04)


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23

Dienstag, 19. Mai 2015, 00:26

Hallo von der Bachbahn

Hallo aus der Pfalz!

Ich würde mich gerne an der Diskussion über die Höhe beteiligen.

Wir bei der SG Bachbahn fahren auf einer SO (Schienenoberkante) von 110 cm. Mit dieser Modulhöhe haben wir gute Erfahrungen gemacht. Wir haben sie von unseren H0 Modulen übernommen. Zuerst waren wir auf 130 cm nach Fremo, aber das war uns und den kleinen Gästen viel zu hoch. So kommen die kleinen Gäste, die wir auch ansprechen wollen, gerade auf Augenhöhe hin. Für die, bei denen es nicht reicht, haben wir kleine Trittschemel aus dem Baumarkt besorgt. Diese sind zugelassen und vom TÜV abgenommen. Für Tritte oder Trittleitern im Eigenbau wird es schon schwierig. So lange sie stabil sind ist alles ok, aber wehe es bricht einer durch oder fällt um. Da hilft auch kein Hinweis "Auf eigene Gefahr". Bei einer öffentlichen Veranstaltung muss alles unternommen werden damit niemand zu Schaden kommt. Trittschemel sind für diesen Gebrauch bestimmt und somit zugelassen. Stühle und Getränkekisten haben da nichts zu suchen. Wir sind auf unserer Verbandssitzung für unsere Veranstaltung extra darauf hingewiesen worden. Auch auf die Aufsichtsplicht der Eltern kann man sich nicht berufen. Die haben natürlich immer ihren Sprösslingen gesagt sie sollen vorsichtig sein. Am besten ist wohl, wir geben die Trittschemel für die Kinder, den zuständigen Eltern aus, und was die dann damit machen ist deren Problem.

Aber für alle die sich rechtlich absichern wollen noch ein anderer Tipp. Wir sind im MOBA Verband. Dieser hat speziell für unsere Probleme Versicherungen im Angebot, die teilweise im Jahresbeitrag beinhaltet sind. Und so wie uns gesagt, bzw. "versichert" wurde, werde diese MOBA Versicherung alles daran setzen alles abzudecken, wie es auch kommt. Inklusiv aller Eventualitäten.

Aber, wir machen schon Jahrzehnte Ausstellungen und bis jetzt haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Vielleicht sollten wir alle das Thema mit Respekt aber ohne Angst angehen. Euch Allen, schöne und schadensfreie Ausstellungen.

Mit kollegialem Gruß

Euer Roland :thumbup:

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Montag, 25. Mai 2015, 23:49

Hallo in die Runde!
Wie sieht es eigentlich mit der Aufsichtspflicht der Eltern aus?


Bei der „Aufsichtspflicht“ gibt es zumeist das Missverständnis, dass Eltern quasi nonstop auf ihre Kinder aufzupassen haben. Dem ist nicht so.

Rechtsbeispiel: ein 5-und ein 7-jähriger Junge toben eine Stunde lang auf dem Spielplatz herum und beschädigen dabei auch den Lack mehrerer in der Nähe geparkter PKW. Die Eltern des 7-jährigen Jungen haben Glück: er darf vom Alter her bereits eine Stunde lang unbeaufsichtigt bleiben und die Eltern haften somit nicht. Anders die Eltern des 5-jährigen Jungen: sie sind verpflichtet, alle 15-30 Minuten nach ihrem Sprössling zu schauen und haften somit für die dort entstandenen Schäden.

Schon an diesem Beispiel wird klar, warum die bekannten Schilder „Baustelle – Betreten verboten. Eltern haften für ihre Kinder“ juristisch überhaupt nicht relevant sind. Kinder sind eben allenfalls eingeschränkt rechtsfähig und die Aufsichtspflicht der Eltern ist erfüllt, wenn sie altersabhängig ihren Kindern angemessene Freiräume zugestehen. Ein 10-jähriger darf sich also auch schon alleine mehrere Stunden in der Stadt aufhalten, ohne dass die „Aufsichtspflicht“ verletzt wäre.

Bei einer Modellbahnausstellung dürfen Kinder also auch selbstständig durch die Ausstellung gehen und es genügt, wenn die Eltern sie zuvor darüber informiert haben, vorsichtig zu sein und nicht einfach irgendwo etwas anzufassen. Der Rest ist wieder Ausstellersache: wenn er auch Kindern den Zutritt erlaubt, ist alles eben „kindersicher“ zu machen. Schadenersatzpflichtig werden die Eltern nur, wenn ihnen eine schuldhafte Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen wird. Genau dann zahlt ggf. die Haftpflichtversicherung der Eltern.

Mehr noch: entfernt sich ein Kind von unter sieben Jahren von seinen Eltern und verbleibt etwa bei einem Erwachsenen am Stand, geht die Verantwortung für Leib und Seele des Kindes bzw. die sog. Aufsichtspflicht sogleich auf den Aussteller/Veranstalter über, der zur dieser Ausstellung geladen hat ( so ähnlich wie bei Eltern, die noch andere spielende Kinder mit im Haus zu Gast haben)

Vorsicht also vor Rechtsirrtümern: wenn ein sechs Jahre altes Kind fröhlich auf der Straße spielt und dabei ein Autos zerkratzt, ist das Kind dafür juristisch nicht verantwortlich zu machen. Auch die Eltern müssen nicht für den Schaden einstehen; ebenso wenig deren Haftpflichtversicherung. Die Versicherung zahlt, wenn ein Versicherungsschutz für deliktunfähige Personen mit einbezogen wurde. Hat ein deliktfähiges Kind einen Schaden verursacht, kann es dafür allerdings noch 30 Jahre lang belangt werden, also ggf. mit Einsetzen des ersten eigenen Einkommens.

Wirft ein Kleinkind bei einer Ausstellung also eine teure Lok von einem Modul runter, kann dies im Extremfall bedeuten, dass der Aussteller auf dem Schaden sitzen bleibt. Verletzt sich das Kind bei der Aktion, steht sogar zu befürchten, dass weitere Kosten auf ihn zukommen. Von daher sollten sich gerade Vereine im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen gut absichern bzw. versichern… und ihre Module / Modelle eben vor Zugriffen entsprechend absichern... 8)

Gruß Armin

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