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Harznullemmer

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Sunday, August 4th 2019, 3:10am

Das Betriebskonzept der Braunlage-Andreasberger Eisenbahn

Im Schmalspur-Teil habe ich schon unter dem Strangtitel " Meine ziemlich schmalspurige Modellbahn-Philosophie" über meine 0m-Anlage berichtet. Dass ich heute über den Betrieb nicht im Schmalspurteil schreibe, sondern hier im allgemeinen Bereich "Betrieb" liegt daran, dass dieser Betrieb eigentlich nicht schmalpur-spezifisch ist. Es handelt sich um eine eingleisige Hauptstrecke (nicht im Sinne der DB-amtlichen Definition von Hauptbahn) und eine davon abzweigende Nebenstrecke. Das könnte genau so gut auf einer regelspurigen Privatbahn stattfinden, etwa in der Nachstellung der Halberstadt-Bankenburger Eisenbahn, der Mindener Kreisbahn oder der Osthannoverschen Eisenbahn.



Um den Betrieb und Verkehr auf einer Anlage zu definieren, braucht es zunächst eine Festlegung, wie die dargestellten Strecken gedachterweise ins reale Bahnnetz - sei es nun das aktuelle oder ein historisches - eingebunden ist. Bei meiner Braunlage-Andreasberger Eisenbahn sieht das so aus:
.

Dies ist das reale Harzer Eisenbahnnetz von 1936 plus eingefügter BAE.

Das bedeutet, dass die drei Endpunkte meiner Bahn (die Grubenbahn lassen wir mal außen vor) Verknüpfungsstellen mit anderen Bahnen sind: Braunlage mit der Verbindung zur ebenfalls schmalspurigen Südharzbahn, St. Andreasberg mit Anschluss an die normalspurige Zahnradbahn und Sieber mit Übergang zur regelsprurigen Siebertalbahn. Die ist allerdings ebenfalls teilweise fiktiv. In der Realität war das nur eine Güter-Stichstrecke vom Bf Herzberg zu den Fabriken am Nordrand des Ortes, ich habe sie in meiner Phantasie einige Kilometer bis an den Südrand des Ortes Sieber verlängert.



Erstellung eines Fahrplans I

Als es darum ging, für die Anlage einen Fahrplan zu generieren, orientierte ich mich hinsichtlich der Verkehrsdichte an der Harzquerbahn, so wie sie im Kursbuch von 1936 dargestellt ist. Ich entwarf ein Grundraster für einen Bildfahrplan und begann, Zuglinien einzuzeichnen, so wie ich mir vorstellte, dass Züge sinnvollerweise verkehren müssten. Nach einem solcherart entstandenen Fahrplan machten wir - meine Freunde und ich - einige Jahre lang Betrieb.
Ob ich selber auf die Idee kam oder sie mir jemand zugeflüstert hat, weiß ich nicht mehr, jedenfalls kam die Idee auf, dass die BAE-Züge nicht frei im Raume schweben konnten, sondern zumindest in Braunlage Anschluss an die Züge der Südharzbahn haben sollten. Denn schließlich - so war es definiert - benutzte die BAE in Braunlage auch die Gleisanlagen der Südharzbahn.

Da ich witzigerweise mal vor zig Jahren ein zerfleddertes Kursbuch von 1936 für eine Mark erstehen konnte, konnte ich leicht feststellen, wann die Züge der Südharzbahn in Braunlage ankamen beziehungsweise abfuhren, und ich versuchte, meine Zuglinien so zu legen, dass möglichst viele dieser Anschlüsse bedient werden konnten.
Mehr darüber folgt in Kürze.
OOK der Harznullemmerhttps://ferrook-aril.jimdo.com/

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Sunday, August 4th 2019, 8:39pm

Erstellen eines Fahrplans II
Zunächst zeichne ich ein Raster:


Die Strecken lege ich waagerecht an, die Zeit senkrecht (es ist auch umgekehrt möglich). Die nummerierten senkrechten Striche bei den Betriebsstellen bedeuten die Gleise mit ihren Nummern. Ein (u) hinter dem Stationskürzel bedeutet "unbesetzt", d.h. es ist kein örtlicher Fdl vorhanden. Dazu eine kleine Erläuterung: Außer in Sonnenberg (Son), wo tatsächlich ein Modellbahner als Fahrdienstleiter eingesetzt ist, sind die anderen Stationen ohne (u) nur virtuell besetzt. Was das bedeutet und welche Folgen das hat, wird später noch erklärt werden.
In der vorigen Folge erwähnte ich die Anschlüsse in Braunlage. Nachfolgend ein Ausschnitt aus dem Bildfahrplanraster mit den Anschlüssen in Braunlage, aber auch denen in Sieber:





Am rechten Rand die Anschlüsse in Braunlage. S bedeutet Sorge, W = Walkenried und T = Tanne. Wenn der SHE-Zug in Sorge weiterführende Anschlüsse hat, wird das in kleinen Buchstaben angegeben: WR = Wernigerode, N = Nordhausen, Bro = Brocken (hier nicht zu sehen, gibt es aber).Am linken Rand bedeutet Nhm = Nordheim und Hbg = Herzberg.
Jetzt geht es darum, BAE-Züge so einzuzeichnen, dass die Personenzüge, wenn irgend möglich, Anschlüsse an die eingetragenen SHE-Züge herstellen. Zum Beispiel so:


In Sonnenberg und Oderteich (Odt) sind die Züge auf den Zweigstrecken nur als kurze Stummel eingetragen. Die beiden Züge ohne Nummer sind Güterzüge. Die haben natürlich auch Nummern, nur sind sie weiter oben oder unten auf dem Bildfahrplan eingetragen.
Hier sind alle Zuglinien in schwarz eingetragen, die DB hat Güterzüge meist in blau eingetragen.
Ein Modellbahn-Bildfahrplan muss mehr können.

Für eine "richtige" Eisenbahn wäre dieser Fahrplan eine ausreichende Grundlage für den Betrieb. Das Fahrplanbüro hat ihn entworfen und reicht ihn nun weiter an ein anderes Büro, das dafür zu sorgen hat, dass für die Personenzüge auch Wagengarnituren zur Verfügung stehen und ein weiteres Büro sorgt für passende Triebfahrzeuge für alle Züge. In einem großen gut organisierten Modellbahnclub mag das auch funktionieren, bei der BAE nicht, denn da muss der Herr Eisenbahndirektor für alle diese Aspekte selber sorgen und zudem noch dafür, dass für die Tfz auch Lokführer vorhanden sind. Den letzten Aspekt verschiebe ich mal auf spsäter, aber der nachfolgende Plan zeiget, wie der Bildfahrplan gleichzeitig Tfz-Umlaufplan sein kann:

Jetzt ist an der Farbe der Zuglinie erkennbar, welches Tfz den Zug befördert. In der Regel bedeutet die Farbe auch eine bestimmtes Tfz, aber das Entscheidende ist, dass gleiche Zuglinienfarbe = gleiches Tfz bedeutet. Der P 33 hat also das gleiche Tfz wie der P 22, der P 36 wiederum das gleiche wie der P 33. Das ist vor allen Dingen beim Entwurf eines Fahrplans wichtig, weil ich ja nur dann einen Zug einzeichnen kann, wenn ich sehen kann, dass in dem betreffenden Abgangsbahnhof auch ein passendes Tfz vorhanden ist. Dieses System hat sich in zwei Jahrzehnten bei der BAE bewährt.

Das soll mal für heute reichen, demnächst mehr. Gerne beantworte ich auch Verständnisfragen.
Es grüßt euch der
OOK der Harznullemmerhttps://ferrook-aril.jimdo.com/

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Monday, August 5th 2019, 9:39am

Verkehrsumfang / Zugdichte


Wieviele Züge verkehren denn nun auf der BAE? Elastische Antwort: Das kommt darauf an. Und worauf? Die BAE hat schon immer ein Problem, das die alten Eisenbahnen nicht kannten, die modernen aber sehr gut kennen: Lokführer sind knapp. Hier gilt es, den Mangel zu verwalten. Bei der BAE ist es so ähnlich wie im richtigen Leben: ein Tf kann nur ein Tfz fahren. Das ist sehr realistisch, aber auch sehr einschränkend. Die Direktion hält Fahrpläne für drei, vier und fünf Fahrpersonale vor. Unter drei geht nichts, da wird an den Fahrzeugen und/oder an der Anlage geabeitet.
Nachfolgend zeige ich mal unseren einfachsten Fahrplan, nämlich für drei Fahrpersonale ("Fahrpersonal" = Tf und Zf in Personalunion). Rechts neben dem Fahrplan sieht man die Personalverwaltung. Wenn nur drei Fahrsonale anwesend sind, kann es da nur die Säulen A, B und C geben. Nach 17 Uhr gibt es kurz eine vierte Säule, weil sich da einen kurzen Moment lang vier Züge gleichzeitig bewegen. Da kann dann der Fdl Sonnenberg einspringen, der zu der Zeit nichts zu tun hat, oder notfalls der OBL.Jetzt können wir mal die Züge zählen, die mit dieser dünnen Personaldecke abgedeckt werden können, wobei ja nicht nur die Hauptstrecke von Sieber nach Braunlage zu bedienen ist, sondern auch die Zweigstrecke nach St. Andreasberg und auch die Grubenanschlussbahn.


Es gibt 5 Personenzüge ab Sieber (4 nach Braunlage, einen nach St. Andreasberg), 5 Züge nach Sieber (3 von Braunlage, 2 von St. Andreasberg), und 5 Zugpaare auf der Strecke Sonnenberg - St. Andreasberg, im Prinzip also überall 5 Zugpaare. Das ist verhältnismäßig wenig, aber mehr ist halt mit dem knappen Personal nicht zu leisten. Die beiden Güterzugpaare auf der Haupt- und auf der Zweigstrecke müssen ja auch gefahren werden, und die binden das Personal sehr langfristig.


Wie man sieht, werden viele der eingetragenen SHE-Anschlüsse in Braunlage nicht bedient. In Fahrplänen für vier und fünf Personale sieht das natürlich viel besser aus.
.

Minimalkonzept:Das Betriebskonzept der BAE sieht vor, dass die Strecken Braunlage - Sieber und Sonnenberg - St. Andreasberg mit mindestens drei täglichen Zugpaaren bedient werden, hinzukommt der so genannte Hochharz-Express in der Relation Sieber - Braunlage mit einem Kurswagen St. Andreasberg - Braunlage - Sorge - Wernigerode. Das ist keine Spinnerei, es wird lediglich der Kurswagen Wernigerode - Braunlage, der real vor dem Krieg regelmäßig verkehrte, auf der BAE weitergeführt.

Das Güterzugpaar auf beiden Strecken wurde schon erwähnt. Eine kleine Besonderheit ist noch die Grubenanschlussbahn, die bei diesem Minimalplan nur einmal am Tag bedient wird. Das zweite Zugpaar auf der Grubenbahnstrecke mit der Gattungsbezeichnung Mz ist ein nichtöffentlicher Personenzug für die in der Grube beschäftigten Bergleute. Diese beiden Züge führen nur einen Wagen und der wird als Kurswagen von/bis St. Andreasberg gefahren.Fortsetzung folgt.
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Monday, August 5th 2019, 7:18pm

Züge statt Zuglinien

Bisher waren meine Darstellungen eher bürokratisch mit Formularen, das liegt in der Natur der Sache. Jetzt möchte ich ein paar Bilder von Zügen zeigen und sie so beschriften, dass man sie im Bildfahrplan wiederfinden kann. Auf geht's!



Der T 15 ist hier als Lumpensammler P 84 unterwegs. Als letzter Zug des Tages rollt er von Oderteich hinunter nach Königskrug und wird in Braunlage noch Anschluss an einen SHE-Zug nach Walkenried haben.
Der volle Spatzug Sp 06 hat den Scheiteltunnel der Grubenbahnstrecke erreicht und wird auf der anderen Seite die 45‰-Rampe nach Oderteich hinabrollen.



Die BB-Mallet ist mit dem P 18 auf dem Weg nach Braunlage, wird dort wenden und dann mit gleicher Komposition als P 25 zurück nach Sieber fahren.



Die schwere Ts5 schafft die acht Wagen des G 235 ohne besondere Mühe über die 33‰-Rampe nach Oderteich. Das Langholz ist für das Sägewerk in Schluft bestimmt, der Klappdeckelwagen geht leer ebendorthin, um mit Sägespänen beladen zu werden. Der mit Formsand beladene Bettgestellwagen und der dahinter laugende O mit Kohle sind zweifelsfrei für die Schlufter Eisenhütte bestimmt.

Der Dreikuppler ist mit drei Personenwagen als PmG 101 in St. Andreasberg gestartet, hat in Sonnenberg Kopf gemacht und seine zwei Güterwagen dort stehen lassen und ist dann als Mz 05 hierher nach Oderteich gefahren. Nach dem Umlaufen hat er unter Zurücklassung der beiden anderen Wagen den Mannschaftswagen der Grubenbahn auf den Haken genommt und ist mit ihm soeben in Richtung Grube Charlotte-Elise gestartet.


Der Hochharzexpress Ex 77 von Braunlage nach Sieber wird oft mit der Mallet bespannt, hier ist es aber eine der drei Ts5 der BAE. Am Schluss läuft der von der SHE übernommene Kurswagen von Wernigerode, der in Sonnenberg abgehängt wird. Der Flügelzug P 180 wird ihn dann zu seinem Ziel St. Andreasberg befördern.
Natürlich können die Züge an anderen Tagen auch anders zusammengesetzt sein, dies hier sind aber typische Beispiele.
Fortsetzung folgt
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Sunday, September 1st 2019, 6:06pm

Seit meinem letzten Beitrag ist es nun schon eine Weile her. Die doch recht zahlreichen Bedankungen haben mir gezeigt, dass durchaus Interesse an diesen betrieblichen Aspekten besteht.

In meinem anderen Thread "Meine ziemlich schmalspurige Modellbahn-Philosophie" (Link s. am Fuß der Seite unter ähnliche Themen) habe ich schon in den Posts #3 und #4 die großen und kleinen Kunden der Bahn beschrieben, so dass ich das als bekannt voraussetzen kann, wenn ich jetzt zum Güterverkehr komme.
Ich habe eine Zeit lang an einer grafischen Darstellung der Frachtströme auf der BAE gebosselt und sie mehrfach Freunden zur Begutachtung vorgelegt und mehrmals nachgebessert. Ob sie wirklich gut geworden ist, weiß ich nicht, aber ich zeige sie jetzt einfach mal und werde dann in den nächsten Posts versuchen, das Ganze verständlicher zu machen.


Was die Grafik (leider) nicht zeigt ist, wie stark die Frachtströme sind, also etwa wieviele Wagenladungen pro Monat oder so. Das würde die Grafik wohl vollends überlasten. Vielleicht kann ich das nochmal irgendwie getrennt darstellen.
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Sunday, September 1st 2019, 7:26pm

Hi OOK,
die grafische Darstellung der Frachtströme ist Klasse.
Das werde ich für meine Anlage auch machen.

Danke für die Inspiration.
Plagiative Grüße. Jay, the K.
The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

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Monday, September 2nd 2019, 9:04am

Beispiel 1: Schlufterhütte

Der Ort Schluft hat zwei Bahnhöfe, je einen an unteren Ende des Dorfes (Schluft) und am oberen Ende, Schlufterhütte. Der Stastionsname suggeriert schon, welchen einzigen Anschlusskunden dieser Bahnhof hat: die Schlufter Eisenhütte. Die hat früher, als im Harz noch Eisenerz abgebaut wurde, tatsächlich welches verhüttet, arbeitet jetzt aber nur noch als Eisengießerei und ab und zu wird auch noch der alte Hammer in Betrieb gesetzt. Die Hütte ist, wie ihr virtuelles Vorbild, die Wiedaerhütte im realen Harz, ein größerer Komplex aus einem Dutzend Gebäuden, von denen aber nur das Versandlager, das Rohstofflager und das Hammergebäude auf der Anlage dargestellt sind, der Rest befindet sich angenommenerweise im Bedienergang.


Das Hammergebäude ist hier noch als Papp-Platzhalter zu sehen, inzwischen steht aber das definitive Gebäude dort. Der gedeckte Wagen steht am Versandlager, der offene am Rohstofflager. Offenbar ist gerade eine Wagenladung Kohle aus Oberschlesien im Anmarsch.

Schauen wir mal die Frachtströme von und nach Schlufterhütte mit der Lupe an:


Schrott, Formsand und Kohle können von beiden Seiten kommen, da sowohl Ruhrkohle als auch solche aus Oberschlesien bezogen wird. Letztere hat zwar den weiteren Anmarschweg, ist aber günstiger, da dort die Löhne niedriger sind.
Abflussrohre aus Gusseisen sind solche, die früher in den Abwasserleitungen in Gebäuden verwendet wurden. Ein Großteil der Produktion geht BAE-intern nach St. Andreasberg, das in Kürze eine Kanalisation bekommt. Die Betonrohre für diese kommen übrigens tagtäglich aus Wernigerode, wie man dem Gesamtplan entnehmen kann. Außer Abflussrohren werden auch Guillideckel und Öfen produziert und überallhin geliefert. Das ist alles nicht meine Erfindung, sonden bei der Wiedaerhütte in Wieda abgeguckt.
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Monday, September 2nd 2019, 10:14am

Hallo Otto,

bis dato kannte ich nur das „Ladestellen-Blockschaltbild“ zur Darstellung von Frachtströmen bzw. zur Kapazitätsermittlung.

Deine Art die Frachtströme abzubilden gefällt mir außerordentlich gut. Insbesondere die farbliche Unterscheidung der einzelnen Frachten lässt einen die Infos leichter erkennen.
Diese Darstellung werde ich sicherlich übernehmen und weiterspinnen.

Ich werde dabei eine Strecke geradlinig darstellen. Die Krümmung ist in meinen Augen bei der schematischen Darstellung nicht nötig.
Weiterhin werde ich versuchen Zulauf und Ablauf etwas zu trennen (z.B. oben Zu- und unten Ablauf).
Die Mengen würde ich durch verschiedene Strichdicken darstellen. Verleiben unterwegs Wagen in einer Betriebsstelle, wird die Linie danach dünner weitergeführt. Für die einzelnen Betriebsstellen werde ich dann oberhalb die zulaufenden und unterhalb der Betriebsstelle die ablaufenden Frachten/Wagen aufaddieren.

Die Infos zur Menge und Art der Frachten sind im Bahnhofsdatenblatt zu finden, genauso wie die Gleisnutzlängen der Bahnhöfe und damit die nötige Menge an zu- und ablaufenden Zügen.

Bei der Mengendarstellung werde ich die Frachten pro Woche für jede Betriebsstelle zugrunde legen.

Vielen Dank Otto, für die Anregung. Eine gute Idee, die mir sicherlich zukünftig bei der Fahrplanerstellung hilft.


Gruß
Joachim

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Monday, September 2nd 2019, 10:24am

Hallo Joachim,
Könnte sein, dass ich die eine oder Anregung von dir in einem künftigen update berücksichtigen werde, allerdings frühestens nach Dachau.
Gruß
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Thursday, September 12th 2019, 2:31pm

Praxis statt Theorie

Nachdem ich nun länglich über das Betriebskonzept der BAE gehandelt habe, will ich heute einmal, bevor es mit der Theorie weiter geht, eine Praxiseinlage einstellen. Dies aus gegebenem Anlass, denn am vergangenen Samstag war wieder einmal Betriebstag auf der BAE. Da muss sich dann immer erweisen, ob all das theoretische Zeug, das auf Papier und Bildschirm so schön daher kommt, auch für die Praxis taugt.

Davon wollte sich am Samstag auch ein "Neuer" überzeugen (einer, der hier auch postet), der zwar schon mal da war, jetzt aber richtig mitmischen wollte. Anders kann man das ja auch nicht er-fahren.

Wegen des Neuen habe ich den für den Tag vorgesehenen Fahrplan für vier Zugmannschaften (Zugmannschaft gleich Tf/Zf in Personalunion, also nur eine Person) etwas abändern müssen, nein, stimmt nicht, nicht den Fahrplan, der blieb gleich, den Dienstplan musste ich ändern. Die Personale A und B mussten einzelne Züge an den Plan E abgeben, der eigens für den Neuen aufgestellt wurde. A und B hatten in der Zeit aber nicht frei, sondern wurden als Beimann dem Güterzug zugeteilt.

Einstiegsdroge P 3


Ich hatte den Dienstplan E so konzipiert, dass der Neue alle typischen Betriebsabläufe der BAE kennenlernt, aber ganz behutsam anfängt, um erst mal das Gefühl fürs Fahren auf der BAE zu bekommen. Die Einstiegsdroge hieß P 3. Der Neue bekam bei der "Vergatterung" vor Dienstbeginn, wie alle anderen Mitmacher auch, neben seinem Dienstplan auch einen Buchfahrplan ausgehändigt. In Post #3 sieht man den P3 als rote Zuglinie im Bildfahrplan, er fährt also um 04.50 Uhr von Braunlage nach Sieber. Also einfach mal die ganze Strecke abfahren. Und zwar mit dem T 12 (ex T 02 der Südharzbahn). Aber ganz so simpel ist es doch nicht. Was man auf dem Bildfahrplan (jedenfalls in dieser Version) nicht sieht ist, dass der Triebwagen in Braunlage einen Stückgutkurswagen angehängt bekommen hat. Im Dienstplan und auch im Fahrplan kann der Tf nun sehen, dass dieser Stückgutkurswagen in Oderteich ausgesetzt und an den Güterschuppen gestellt werden muss.

Somit musste der Neue schon bei seinem zweiten Halt rangieren. Aber erst, nachdem er den im Bildfahrplan sichtbaren Gegenzug, den Mz 04 hereingepfiffen hat und dieser eingelaufen ist. Die dazu notwendigen Zugmeldungen und sonstigen Handlungen waren ihm dank temporärer Anwesenheit eines örtlichen Fdl abgenommen.

Die nächste Zugkreuzung war in Schluft fällig, wo der Ng 200 schon eine Weile am Rangieren war, daher war dem P 3 Halt vor Trapeztafel vorgeschrieben. Im Buchfahrplan ist an der Stelle tatsächlich eine kleine Trapeztafel abgebildet. Nachdem er vom Güterzug reingepfiffen worden ist (gemäß der Vorschrift für Kreuzungen auf unbesetzten Bahnhöfen in der SbV* der BAE, die hier aber voll und ganz den vFV** entspricht.) konnte er einfahren und nach kurzem Halt weiter nach Sieber Nord fahren. Auch dort nur kurzer Halt, dann weiter nach Sieber Reichsbahn (Fiddleyard).
Damit war der erste Job des Neuen abgewickelt und er konnte sich schon mal selber auf die Schulter klopfen (weil es kein anderer tat).
Über seinen zweiten Job berichte ich im nächsten Post.___________________________________


* SbV = Sammlung betrieblicher Vorschriften; ** vFV = Vereinfachte Fahrdienstvorschriften der emaligen Deutschen Bundesbahn
Freundliche Grüße an alle am Betrieb Interessierten
Otto
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Bange machen gilt nicht

Ein Kommentator schrieb per Benachrichtigung, mein letzter Beitrag sei "ein guter Zugang zu meinem doch recht Respekt einflößenden Gesamtkonzept." Das mit dem guten Zugang freut mich natürlich, das mit dem Respekt einflößend lässt mich mich am Kopf kratzen. Respekt einflößend liegt ja ziemlich nahe an Angst machend. Ich sehe das als Herausforderung, künftig noch sichtbarer zu machen, dass ich a) mit Wasser koche und b) eigentlich nur versuche, das zu machen, was die Vorbild-BAE, hätte es sie gegeben, auch gemacht hätte.

Das heißt wo immer es geht, als Eisenbahner denken bzw. in Eisenbahnkategorien, nicht in Modellbahnkategorien.
Kürzlich sagte ein Besucher, einer, der hier auch gut bekannt ist, er fände es schwierig für so ein Konzept die passenden Bahnkunden zu erfinden, damit die Frachtströme funktionieren. Ich antwortete ihm, dass ich gar nichts erfunden hätte, sondern nur geschaut, was in der Gegend im Harz, die ich nachstelle, denn so an kleinen Industrien etc, vorhanden war. Das war eher Forschungsarbeit als Erfinderei.


Es müssen auch keine paarigen Kunden vorhanden sein, die einander Waren senden, das kann leicht krampfig werden (Tonkuhle liefert Ton an Gartenzwergfabrik oder so). Bei der BAE gibt es nur wenige Kunden, die Waren von anderen Firmen an der BAE beziehen oder dorthin senden. Wichtigstes Beispiel ist das Sägewerk in Schluft, das Stammholz von Ladestellen in Königskrug und Sonnenberg erhält. Seine Produkte (Bretter, Balken, Schwarten, Späne) werden hingegen fast ausnahmslos an Kunden außerhalb der BAE versandt. Die Wagenladungen enden also in einem der Fiddleyards.

Fast auf jeder Anlage gibt es Kunden, die Kohle benötigen aber kaum eine Anlage weist eine Kohlenzeche auf. Also liegen die Zechen außerhalb der Anlage. So kann man es mit den meisten Partnern der auf der Anlage ansässigen Kunden machen.

Der amerikanische Modellbahner Allen McClelland nannte das mal das "beyond-the-basement"-Prinzip, also über die Kellerwände hinaus. Da längst nicht alle unsere Anlagen in Kellern sind, viele auch als Modularrangements in Turnhallen, macht es keinen Sinn, den Begriff wörtlich zu übersetzen. Ich nenne das mal den "Außerhalb der Anlage-Kompromiss". Und wenn wir mal launigerweise Kompromiss mit C schreiben, also Compromiss, dann wäre das abgekürzt das ADAC-Prinzip. Falls jemandem die Abkürzung bekannt vorkommt, macht das nix, dies ja nicht-kommerziell.


Jetzt hoffe ich mal, dass das ganze Betriebsgetue nicht mehr so Respekt einflößend wirkt. Und falls doch noch, dann muss ich nir noch was Neues einfallen lassen.
Bis zum näcsten Mal also viele Grüße

Otto
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