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Staudenfan

Bahngeneraldirektor

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1

Montag, 8. Oktober 2018, 12:39

DB Pressefotos "Ohne Netz und doppelten Boden"

....... mit schwindelerregenden Bildern:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,8702484

8|
Gruß Thomas

" Damit das Mögliche entsteht,muss immer wieder das Unmögliche versucht werden" Hermann Hesse

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Staudenfan

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2

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 10:16

DB Pressefotos "Fahrleitungsbau"

......... diese Herrschaften sind "voll auf Draht":

https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,8709862

;)
Gruß Thomas

" Damit das Mögliche entsteht,muss immer wieder das Unmögliche versucht werden" Hermann Hesse

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Hannah_outdoor

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3

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 14:00

Zitat

....... mit schwindelerregenden Bildern:


Moin Thomas,

mindestens so herzerfrischend wie schwindelerregend. 8o

Derartige "Prozesse" waren Damals nur möglich, weil es weder Berufsgenossenschaften und deren Unfallverhütungsvorschriften, geschweige denn Betriebshandbücher und DIN/ISO-Zertifizierungen gab. Dafür waren Bahnstrecken "ratz-fatz" wieder Instand gesetzt! Damals fuhren Züge aber auch pünktlich ab, bzw. kamen pünktlich an.

Nostalgische Grüße aus dem Hohen Norden

Hannah

PS: Der Vorstand der Deutschen Bahn AG sollte sich hier im Forum einmal "schlau" machen, wie Digitalisierung und Betriebsplanung funktioniert .

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Ole

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Mittwoch, 17. Oktober 2018, 14:30

Hallo,

naja, Berufsgenossenschaften gibt es schon sehr lange auch Unfallverhütungsvorschriften, bis vor Jahren haben sich bloss viele nicht dran gehalten und da hast du recht, es konnte dadurch schnell etwas instandgesetzt werden, oft allerdings jenseits der Legalität.

Heute ist das anders, bei uns im Werk wird viel unterwiesen und man muß für alles unterschreiben, der Arbeitgeber kann sich nicht mehr anders absichern- die Arbeitswelt ist in den letzen Jahren viel schnelllebiger und stressiger geworden und so wären tödliche Arbeitsunfälle vorprogrammiert.
Wenn es nach mir gehen würde gäbe es es ein absolutes Handy-Verbot während der Arbeitszeit, wenn ich die vielen Vollpfosten schon sehe, können sich nur noch auf den Dreck konzentrieren der per Whatsapp gesendet wird - Assis und Titten.

Gruß
Olaf

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5

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 17:48

Moin Hanna,


Derartige "Prozesse" waren Damals nur möglich, weil es weder Berufsgenossenschaften und deren Unfallverhütungsvorschriften, geschweige denn Betriebshandbücher und DIN/ISO-Zertifizierungen gab.


Man merkt, dass Du keine Eisenbahnerin bist und Deine beruflichen Qualitäten woanders liegen. Die Deutsche Bundesbahn (und in deren Bereich sind die Bilder entstanden) unterstand als eigene Bundesoberbehörde keiner BG, die es aber sehr wohl in Deutschland für andere Bereiche gab. Unfallverhütungsvorschriften hatte die damalige DB sehr wohl und diese galten auch für diesen Tätigkeitsbereich, wurden in gedruckter Form nach Unterweisung gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt und bei der Arbeit befolgt. In meinem Bestand waren mehr als 25 verschiedene UVV-Hefte, die für mich als nichttechnischer Beamter galten. Bei den technischen Berufen wie in den Bildern gezeigt waren es noch mehr. Hinzu kam auch damals das entsprechende technische Regelwerk, nach dem alle Anlagen der Eisenbahn erstellt und gewartet wurden.

Warum es anders war als heute? Nun, der anerkannte Stand der Technik war auch bei der Arbeitssicherheit ein anderer als heute, so dass die Regeln weniger weit oder mit anderen Werkzeugen bzw. Hilfsmitteln als heute gesetzt waren, was durchaus auch gegenüber heute andere Arbeitsabläufe bedingte.


Dafür waren Bahnstrecken "ratz-fatz" wieder Instand gesetzt! Damals fuhren Züge aber auch pünktlich ab, bzw. kamen pünktlich an.


Was beides nichts bzw. nicht direkt mit der heute aktiven BG und deren Regeln zu tun hat - dafür gibt es andere Gründe. Nur mal so als Gedankenstütze:

Eisenbahner nur bei der DB 1949, also ohne DR: 539.000 Mitarbeiter
Eisenbahner bei der DB AG (konzernweit, also nicht nur Eisenbahner, aber mit der Eisenbahnern im Bereich der DB und der DR): weltweit 320.000, in Deutschland 198.000 Mitarbeiter!

Streckenlänge DB 1950: 30.000 km
Streckenlänge DR 1950: 16.000 km
Streckenlänge DBAG (DB und DR) 2017: 33.400 km

Züge pro Tag DB 1960:etwa 15.000
Züge pro Tag DB AG 2017: 40.000



PS: Der Vorstand der Deutschen Bahn AG sollte sich hier im Forum einmal "schlau" machen, wie Digitalisierung und Betriebsplanung funktioniert .


Besser nicht, denn dann funktioniert die Eisenbahn in Deutschland noch weniger gut, denn es gibt sehr wohl gravierende Unterschiede bei der Digitalisierung und Betriebsplanung einer Spielzeug-Eisenbahn und einer Eisenbahn nach EBO.


Mit freundlichem Gruß
Stefan (privat, nicht als Webmaster)



.
Im Auftrag des Vorstandes mit freundlichsten Grüßen!
Der Vereins-Webmaster und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

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6

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19:08

Aber hallo,

jeder trägt hier im Forum mit seinem Wissen bei, der eine hat etwas mehr und der andere hat etwas weniger, und das jeweils in ganz anderen Fachbereichen und Themen in der Moba. Das ist aber überall so im Leben - in der Freizeit und im Beruf - und er/sie bringt sein/ihr vorhandens Wissen halt vor. Für den einen ist es Halbwissen und für den anderen ist es ein Wissenszugewinn.

Wenn ich manchmal die Beiträge in der Rubrik "Elektrik, Elektronik, Digital" so anschaue, und dann meinen Senft (ist bayerisch) dazugebe, so versuche ich mein Wissen an den/die anderen rüber zu bringen, damit ein Wissenszugewinn entsteht und versuche zu vermeiden den anderen herunterzumachen.

Vielleicht könnten sich einige auch daran beteiligen, auch bei den Kommentaren.

Und damit ist ausdrücklich nicht Stefan (SOMEC) gemeint, er hat in ausgezeichneter Weise sachlich alle wesentlichen Punkte dargestellt und sicher auch für viele von uns neues Wissen geschaffen. Dafür gilt der (auch meiner) Dank an ihn.
Grüße aus Regensburg

Heinz ;)

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Hannah_outdoor

unregistriert

7

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 10:00

Vorsicht - Humor

Moin Stefan,

herzlichen Dank für dein umfangreiches Faktenwissen - und: Natürlich bin/war ich keine "Eisenbahnerin".

Derartige Beiträge wie den obigen werde ich in Zukunft mit "Vorsicht - Humor" kennzeichnen.

Von 1980 bis 1990 war ich in Schleswig-Holstein für Vertrieb und Aufbau von automatischen Lagersystem verantwortlich. Viele Projekte konnten termingerecht nur unter großzügiger Missachtung der oben erwähnten Vorschriften realisiert werden, meist der vorgefundenen Situation am Aufstellungsort wegen. Waren die Kunden damals dankbar ob der gezeigten Kreativität und Improvisationskunst meiner Techniker, müssten sie Heute die Montage abbrechen und den Technikern Hausverbot erteilen.

Die Stellwerksausfälle nach Automatisierung hier in Schleswig-Holstein zählte ich leider nicht. Auf unseren Bahnstrecken im Hohen Norden herrscht Betriebschaos vom Feinsten. Die "Marschbahn" wurde inzwischen zum Politikum dergestalt, dass der Finanzminister Entschädigungszahlungen von der DB AG fordert. Winters friert bei der DB AG Alles zu/ein - sommers schlägt Überhitzung zu. Wie schaffte es die Deutsche Bundesbahn nur, ganzjährigen, einigermassen geregelten Zugbetrieb aufrecht zu erhalten?

Nun gut - "Schwamm drüber" - jedenfalls bin ich aus guten Gründen der Epoche III zugewandt.

Nostalgische EP-III-Grüße aus dem Hohen Norden

Hannah

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S0MEC

Oberheizer

(77)

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8

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 10:40

Moin Hammah,

danke Dir für Deine freundliche Replik.

Natürlich bin/war ich keine "Eisenbahnerin".

Derartige Beiträge wie den obigen werde ich in Zukunft mit "Vorsicht - Humor" kennzeichnen.


Sorry, aber als Berufseisenbahner bin ich da wohl derzeit etwas dünnhäutig. Ich kann mich mit dem aktuellen Trend, so diffamierend auf ganze Personenkreise einzuhacken, immer noch nicht identifizieren, weder im Berufsleben noch in der aktuellen politischen Landschaft, deswegen sei mir meine Reaktion bitte verziehen!


Von 1980 bis 1990 war ich in Schleswig-Holstein für Vertrieb und Aufbau von automatischen Lagersystem verantwortlich. Viele Projekte konnten termingerecht nur unter großzügiger Missachtung der oben erwähnten Vorschriften realisiert werden, meist der vorgefundenen Situation am Aufstellungsort wegen. Waren die Kunden damals dankbar ob der gezeigten Kreativität und Improvisationskunst meiner Techniker, müssten sie Heute die Montage abbrechen und den Technikern Hausverbot erteilen.


Ja, das sind die geänderten Rahmenbedingungen, die Du schon angesprochen hast. Bei der DB AG führt das im Moment dazu, dass das Gefühl vorherrscht, keinerlei Bewegungsspielräume zu haben. Zumindest im betrieblichen Regelwerk...


Die Stellwerksausfälle nach Automatisierung hier in Schleswig-Holstein zählte ich leider nicht. Auf unseren Bahnstrecken im Hohen Norden herrscht Betriebschaos vom Feinsten. Die "Marschbahn" wurde inzwischen zum Politikum dergestalt, dass der Finanzminister Entschädigungszahlungen von der DB AG fordert. Winters
friert bei der DB AG Alles zu/ein - sommers schlägt Überhitzung zu. Wie schaffte es die Deutsche Bundesbahn nur, ganzjährigen, einigermassen geregelten Zugbetrieb aufrecht zu erhalten?


Die Situation auf der Marschbahn verfolge ich aus der Ferne ebenfalls und registriere, dass sogar die Politik mit dem von ihr geschaffenen Konstrukt der Divisionalisierung im Rahmen der Privatisierung nicht umgehen kann. Einerseits will die Landesregierung, dass es einen Wettbewerb auf der Marschbahn gibt, andererseits schafft sie nur bedingt die Rahmenbedingungen (entweder ist der Autotransport nach Sylt Nahverkehr, dann ist das Land zuständig. Wenn der Transport kein Nahverkehr ist, dann ist es Güterverkehr und dann darf sich das Land nicht einmischen, dann gilt der freie Wettbewerb. Aber das Land spricht hier groß mit. Und beim Nahverkehr auf der Marschbahn selber ist auch einiges im Argen, was teilweise dem Land als Eigentümer der Züge zugerechnet werden muss). Was die DB damals angeht: Auch die DB kochte nur mit Wasser, hatte aber deutlich mehr Personal vor Ort, fuhr nicht im dumpfen Stundentakt auf allen Strecken und stand nicht so im Fokus der Öffentlichkeit. Da hatte jeder Verständnis, wenn es wegen Schnee zu Verspätungen kam. Und für die Zeitungen war es keine Überschrift wert, wenn ein paar Züge unpünktlich waren. Ich habe zu DB-Zeiten genauso wie heute auf verspätete Züge gewartet und auf "meinem" Bahnhof den Schalter abgesperrt, um Weichen schneefrei zu machen, wenn es erforderlich war. Heute gibt es vor Ort diese Eisenbahner aber nicht, so dass nur die wenigen Weichenheizungen das alles schaffen müssen. Damals gab es in jedem Bahnhof mindestens zwei Stellwerke, deren Bediener die Weichen von Schnee und Eis befreien konnten. Wenn heute die Bahnhöfe aus Hannover bedient werden, dann ist auf der Strecke kein Eisenbahner mehr, der "Hand anlegen" kann. Insofern sind die Zahlen aus meinem letzten Posting auch hier indirekt die Antwort auf Deine Frage....


Nun gut - "Schwamm drüber" - jedenfalls bin ich aus guten Gründen der Epoche III zugewandt.


Hobbymäßig ich auch!


Nostalgische EP-III-Grüße aus dem Hohen Norden

Hannah


Die ich gerne aus dem tiefen Westen erwidere!
Stefan (ganz privat, nicht als Webmaster)


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Der Vereins-Webmaster und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

Achtung: Fahrtag an jedem ersten Freitag im Monat ab 15:00 - Gäste sind herzlich wilkommen, Fahrzeuge auch!

Spur-0-MEC Niederrhein e.V.


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9

Freitag, 11. Januar 2019, 22:08

Hallo Bahnfreunde,

ja, der Wandel hinterlässt mittlerweile leider tiefe Furchen im Geschäftsmodell „Bahn“ in Deutschland.

Wegen meiner verinnerlichten Eisenbahnleidenschaft fahre ich trotzdem auch heute noch gerne mit der Bahn, am Montag geht es mit dem ICE nach Österreich. Was mich bei dieser Fahrt alles überraschen und erwarten wird, mal sehen. Tatsächlich liegt der Adventure-Begriff recht nahe. Leider sind reguläre Zugleistungen ohne Störungen heute extrem selten geworden, wo alles so abläuft, wie man das eigentlich erwarten könnte. Im übrigen hat man ja sogar den Fahrpreis entrichtet....

Aber ich freue mich auch besonders auf so eine Tour, wenn ich tolle Fahrzeuge auf/an der Strecke sehen kann, besonders auch, wenn meine Lieblingsloks ins Spiel kommen sollten.

Pause.

Ich habe großen Respekt vor allen Eisenbahn-Angestellten, die die verquarzte DB Entwicklung heute austragen und mit den täglichen Engpässen leben müssen. Die sollen meine Zeilen hier NICHT treffen.
Also bitte: Jegliche Kritik betrifft hier nicht die regulär Angestellten der Bahn, die täglich ihr Bestes versuchen zu geben.

Aber: Ich bin viel radikaler als die anderen Beitragsschreiber vor mir. Ich behaupte nämlich, dass die Bahn die gesamte Infrastruktur und Entwicklung verpasst hat und zwar seit den 80 er Jahren.

Ich erinnere mich noch an die Slogans: „Güter gehören auf die Bahn“ oder das Plakat „Wir reden nicht vom Wetter, Die Bahn“ mit einem Zug im Schnee.

Interregio Konzepte, die für Städteverbindungen praktisch waren. Alles wurde dem qualifizierten IC Verkehr geopfert, der leider oft auch nur sehr kundenunfreundlich funktioniert. Von der Güterbahnleistung wollen wir erst gar nicht sprechen. Hier kann man die neue Seidenstraße positiv hervorheben, aber ich glaube, dass ist kein Verdienst der DB AG.

Die ganzen Pläne für Streckenförderung, Güter auf die Bahn, höhere Zuverlässigkeit, alles nur politisches Geschwafel.

Tatsache nach meiner Meinung ist, dass das fehlende Geld für die Bahn vorrangig nur in den Ausbau der Straße/Autobahnnetze erfolgt ist und erfolgt. Die Bahn bleibt wegen des Rückbaus, der subjektiv schlechten Zuverlässigkeit, der teils desolaten Fahrzeuge, Verbindungsproblematik immer mehr auf der Strecke.
Als Herr Rüdiger Grube die Bahn von Herrn Hartmut Mehdorn übernommen hatte, wurde groß die vermehrte Investion in die Wartung und Instandhaltung postuliert. Leider merken wir davon heute auch nichts, im Gegenteil, Ersatzzüge mit den ältesten Abteilwagen der „alten Bundesbahn“, Wagenreihung falsch, keine Sitzplatzreservierung, WLAN: was ist das denn? funktionierende Toilette? Selbst wenn das alles gehen sollte, sind die Steckdosen defekt, Aufladen von Hany und Co. Fehlanzeige oder die Klimaanlage geht dann nicht. Oder Anschlusszüge verpasst oder Streik od. Personale sind nicht erschienen. Wenn auch das alles nicht zutreffen sollte, dann sind Personen im Gleis oder ein Notarzteinsatz verzögert die Weiterfahrt erheblich (weil die Reanimation dann eine Stunde im stehenden Zug durchgeführt wird oder ein Polizeieinsatz notwendig wird oder oder oder. Die Aufzählung könnte ich hier noch fortsetzen. Meine Erfahrungen sind hier äußerst schlecht, kein Wunder, wenn nicht eisenbahnbegeisterte Menschen dieses Transportmittel meiden wollen. Menschlich verständlich.

Tja, die Entwicklung der Bahn in Deutschland ist - aus Sicht leidenschaftlicher Eisenbahnfreunde - ein Trauerspiel. Und war es schon seit den 80 er Jahren, weil die gesamten politisch gelegentlich geäußerten Zielformulierungen (Streckeninfrastrukturmaßnahmen) bis heute in der Fläche nur mit den Füßen getreten wurden und aktuell auch noch werden.
Staudenfan hatte hier mal am 03.Mai 2018 einen tollen Link ins Forum gesetzt, „Der Superzug, der zu spät kommt, Deutsche Bundesbahn 1979“, indem die Ausbaupläne der Deutschen Bundesbahn damals sehr gut geschildert wurden und aus heutiger Sicht ausbleibend zu bewerten sind. Unbedingt mal das Video dazu ansehen.

https://youtu.be/wIK0Qxd38gA

https://forum.spurnull-magazin.de/lesens…442/?highlight=

Und selbst der qualifizierte ICE Verkehr ist in der Summe ziemlich bedauerlich, wenn ich an meine letztjährigen Bahnfahrten innerhalb Deutschlands zurück denke.

Und trotzdem kann man fahren und irgendwie ankommen. Das ist der versöhnliche Teil meiner Kritik. Aber bitte nicht fragen, wie???

Aber jegliche Maßstäbe sollte man zu Hause am Garderoben-Haken hängen lassen. Nur mit Adventure Urlaub Feeling lässt sich die Mangelverwaltung heute im Eisenbahnwesen ertragen.

Somec (Stefan) hatte hier auch mal freundlicherweise den Vergleich in Fakten beigesteuert, sehr aufschlußreich. Deshalb zitiere ich seinen Beitrag hier gerne nochmal.
Auch wenn ich ihn nicht überprüft habe und wie dargestellt, 1:1 von einem „Vollbluteisenbahner“ hier blind übernommen habe, drückt er doch bestimmt eine eindeutige und unstrittige Tendenz aus.

Pause oder Ende meiner Ansage.

Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Nur mal so als Gedankenstütze:

Eisenbahner nur bei der DB 1949, also ohne DR: 539.000 Mitarbeiter
Eisenbahner bei der DB AG (konzernweit, also nicht nur Eisenbahner, aber mit der Eisenbahnern im Bereich der DB und der DR): weltweit 320.000, in Deutschland 198.000 Mitarbeiter!

Streckenlänge DB 1950: 30.000 km
Streckenlänge DR 1950: 16.000 km
Streckenlänge DBAG (DB und DR) 2017: 33.400 km

Züge pro Tag DB 1960:etwa 15.000
Züge pro Tag DB AG 2017: 40.000

Mit freundlichem Gruß
Stefan (privat, nicht als Webmaster)
Mit freundlichem Gruß
Stefan (privat, nicht als Webmaster)
Gruß
bahnboss :thumbsup:

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »bahnboss« (12. Januar 2019, 00:31)


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