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blackmoor_vale

Rangiermeister

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Thursday, April 25th 2019, 9:42am

Britisch Spur 0: Kurzvorstellung Hattons Warwell wagon

Hallo liebe Mitleser,

dieser Wagen wurde hier bisher noch nicht vorgestellt, obwohl er schon etwa seit 14 Monaten auf dem Markt ist. Es geht um ein Modell des "Warwell" Schwerlastenwaggons vom Liverpooler Händler Hatton´s.

Das Vorbild wurde ab 1942 gebaut. Für den Transport der amerikanischen Sherman Tanks wurde ein Schwerlastwaggon mit 50ton Tragfähigkeit benötigt, da sich die bisherigen Warflat wagons als zu schwach erwiesen hatten. Die Warwell´s zeigten auch ihr Nützlichkeit für mannigfaltige zivile Arten von Ladung, so daß nach dem Zweiten Weltkrieg einige an British Railways ausgeliehen wurden. Zum Transport von Stahl wurden sie mit Tragegestellen oder Plattformen (für Schienentransport) ausgerüstet, auch bekamen sie in den 70er Jahren neue Drehgestelle und Bremsausrüstung.

Bilder gibt es dazu auf den Seiten von Paul Bartlett: https://paulbartlett.zenfolio.com/warwell und https://paulbartlett.zenfolio.com/warwellbogiebolster

Soweit ich weiß, sind einige Warwell´s auch noch heute im Einsatz, siehe:

66728 at Walcot with (6Z84) 0544 Pengam Reception Sdgs - Donnington RFT 11072018
by Keith Davies, auf Flickr

Doch nun zum Warwell in 1:43,5.



Das Modell kommt in einer erfreulich kleinen und sehr stabilen Schachtel.



Innen ist ein Kunststoffeinsatz, eine Holznachbildungs-(Plastik-)Platte als Einsatz für den unteren Rahmen liegt bei, sonst gibt es keine Zurüstteile. Vorbildinformationen sind nicht beigelegt, das kann zum Beispiel Accurascale besser.



Ich hatte mir die Great Western Railway-Ausführung (H7-WW-701)bestellt, da die Era auf meiner Anlage zwischen 1947 und 1959 liegt. Die Beschriftung ist beinah vollständig und absolut sauber. Der Wagen wurde 1944 bei der Gloucester Railway Carr. & Wagon Co.Ld. gebaut, Eigentümer War Department, registriert bei der L.M.S. und verliehen an die GWR. Diese Beschriftung trugen die Wagen theoretisch bis 1948, denn dann wurde British Railways gegründet.



Der Wagen hat Federpuffer, gefederte und funktionstüchtige Schraubenkupplungen (jeweils eine Spindel hat Linksgewinde), Bremsschläuche sowie zwei zusätzliche Ketten mit Haken. Ich weiß nicht, was mit den Ketten gemacht wurde, eventuell wurden die Warwells damit an der Kopframpe befestigt, damit der Waggon nicht weg rollt, wenn ein schweres Panzerfahrzeug auffährt. Unter den Puffern sind Spindelnachbildungen, womit der Wagen beim Beladen direkt auf die Schienenoberkante abgestützt wurde. Die Spindeln sind nicht beweglich.



Von unten sieht es so aus. Der Waggon besteht komplett aus Metallguß, außer die Holznachbildungs-Einlagen. Damit ergibt sich ein realtiv hohes Gewicht von 510 Gramm. Der Wagen hat ein Länge über Puffer von 327 mm. Der Maßstab ist 1:43,5 (auch als 7mm bezeichnet).
Unten sieht man die Bremsbehälter und diverse Leitungen. Die durchgehende Vakuumleitung ist über die Drehgestelle bis zu den Bremsschläuchen durchgeführt, das sieht man im Modell selten. Bei der Innen- und Unterseite der Drehgestelle wurde dagegen der kaufmännische Rotstift angesetzt, da gibt es nur einen einfachen Querbalken. Es sieht jedoch so aus, als wenn die Schraubenfedern seperat eingesetzt wurden. Die Achsen sind nicht einzeln gefedert, das ist auch bei dem kurzen Radstand im Drehgestell nicht notwendig.



Ich habe erst einmal nur einen Landrover Series I 88" drauf gestellt. Es wird gerade rangiert, daher ist er auch nicht verzurrt und mit Keilen gesichert.



Das Modell gibt es nur von Hatton´s und nicht bei anderen Händlern, mit einer Ausnahme. Antics Online verkauft den Warwell auch. Insgesamt gibt es zehn Varianten. Der Preis ist 85 Pfund, das ist in Ordnung und angemessen. Die Lieferung von Hattons nach Deutschland war wie gewohnt schnell und präzise. Demnächst werden bei Hattons die LNER Dampfloks A3 (auch "Flying Scotsman"), A4 (u.a. "Mallard") und die Gresley LNER Teakholz Coaches erscheinen.

Beste Grüße, Torsten

This post has been edited 2 times, last edit by "blackmoor_vale" (Apr 25th 2019, 1:35pm)


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Thursday, April 25th 2019, 11:19am

Hallo Torsten,

Ein sehr anschaulicher Bericht! Die von Dir besagte Ketten dienten, soweit mir bekannt, während der Deutschen Länderbahnzeiten als Kupplungsersatz bzw. –Hilfe bei einer gebrochenen, oder defekten Doppelhakenkupplung.

Gruß,

Jacques Timmermans

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Thursday, April 25th 2019, 11:40am

Hallo zusammen,

Die von Dir besagte Ketten dienten, soweit mir bekannt, während der Deutschen Länderbahnzeiten als Kupplungsersatz bzw. –Hilfe bei einer gebrochenen, oder defekten Doppelhakenkupplung.



Da ich diese Ketten nur von Wagen kenne, die über eine Kopframpe be- und entladen werden konnten, dachte ich immer, dass diese Ketten nur dafür gedacht waren, die Wagen an einer Kopframpe zu verankern, damit diese nicht wegrollten, wenn motorisierte Fahrzeuge auf den Wagen auffuhren bzw. runterfuhren.

Für einen Einsatz als Ersatzkupplung fehlt mir auch die Befestigungsmöglichkeit der Gegenkette an der Pufferbohle.

Freundlicher Gruß
EsPe

P.S.: Danke, Torsten, für das Zeigen dieses interessanten Wagens! Auch die Preisgestaltung ist interessant und weicht stark von der der bekannten deutschen Modelle ab...
Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).
Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
(frei nach Blaukäfer)

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Thursday, April 25th 2019, 10:49pm

Moinsen!

... Ich weiß nicht, was mit den Ketten gemacht wurde, eventuell wurden die Warwells damit an der Kopframpe befestigt, damit der Waggon nicht weg rollt, wenn ein schweres Panzerfahrzeug auffährt. ...


Nun, an der Kopframpe hätte man auch einfach die Wagen-Kupplung an einem entsprechenden, in der Rampe eingelassenen Haken befestigen können, um diesen Effekt zu erreichen. Da es sich aber um ein militärisch genutztes Fahrzeug handelt würde ich annehmen, dass diese Ketten für provisorisch errichtete Rampen gedacht waren. Diese mussten beidseitig "angekettet" werden, damit sich die Rampe beim be- oder entladen nicht verdrehen kann, was ja bei massiven Kopframpen eher selten vorkommt.

Die Wagen wurden noch lange von der britischen Armee genutzt, aber nur selten sind auf Nachkriegsfotos diese Ketten noch vorhanden, Kopframpen gab es hingegen schon noch in ausreichender Anzahl! ;)
Bei den Wagen wurden die Bremsanlagen zum Teil bis Ende der 1970er Jahre sogar noch nach den seinerzeit gültigen Vorschriften der BR umgerüstet, andere fanden als Dienstwagen Verwendung.

... Die von Dir besagte Ketten dienten ... während der Deutschen Länderbahnzeiten als Kupplungsersatz bzw. –Hilfe bei einer gebrochenen, oder defekten Doppelhakenkupplung. ...


Puh! :wacko:


Gruß

Thomas

Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn


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Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

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