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ha-null

Oberheizer

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Montag, 17. Juli 2017, 22:34

Klappdeckelwagen K 06, KK 06, K 15. KK 15 und K 25

Hallo Spur-Nuller,

diese Carstens Güterwagenbücher verleiten mich immer wieder dazu, aus vorhandenen Güterwagen(-Bausätzen) Umbauten vorzunehmen. Damals, als der 2. Band mit den Sonderbauarten der gedeckten Güterwagen erschien, habe ich mich - noch in Spur H0 - an die Klappdeckelwagen herangewagt. Das Werk wurde nie vollendet, denn da kam mir die Spur 0 dazwischen. Und siehe, auch in diesem Maßstab gibt es das Basismodell K 06! Mein erster K 06 war damals ein Fertigmodell mit Schraubenkupplung von WMK. Irgendwann entdeckte ich, dass die Formen inzwischen bei Schnellenkamp gelandet waren und dort auch als Bausatz angeboten wurden. Das bedeutete: Kein Herumwerkeln an einem Fertigmodell! Carstens-infiziert lautete mein Ziel, möglichst viele Varianten aus der Familie der Klappdeckelwagen zu bauen. Die Ergebnisse möchte ich Euch heute vorstellen - verbunden mit Hinweisen auf Detailunterschiede und mit ein paar Basteltipps.


K 06, KK 06

Das Vorbild des K 06 stammt noch aus der Länderbahnzeit. Der Achsstand betrug 3,00 m, die Wagen waren - bis auf diejenigen mit Handbremse mit 3,30 m Achsstand - ungebremst, hatten also bis zur Ausmusterung bei der DB nie eine Druckluftbremse. Die doppelflügelige Seitentür hatte sowohl unten als auch oben je einen Hebel zur Türverriegelung, wozu zum Erreichen des oberen Hebels ein Tritt am Längsträger angebracht war. Die ersten Wagen hatten noch Fachwerkachshalter, später gebaute Wagen erhielten Achshalter aus Pressblech.

Erfreulicherweise sind diese Spezifikationen beim Schnellenkamp-Bausatz richtig wiedergegeben. Es sind sogar beide Achshaltertypen vorhanden, so dass allein dadurch schon zwei unterschiedliche K 06 gebaut werden können. Reizvoll wäre noch der Nachbau eines handgebremsten Wagens mit Bremserhaus/Bremserbühne, dessen Bauteile aber nicht zum Bausatz gehören. Da ist völliger Selbstbau gefordert.

Ich habe mich entschieden, eine bei der DB aus Tarifgründen aus zwei K 06-Wagen fest gekuppelte Doppeleinheit KK 06 zu bauen - so, wie sie im wahrsten Sinne des Wortes im Buche steht: im Carstens Güterwagenbuch Band 2, Foto Seite 10 oben.

Bild 1
zeigt diese KK 06 -Einheit 348 190 ohne Handbremse und mit unterschiedlichen Achshaltern. Beide Wagen haben jeweils einen Speichen- und einen Vollradsatz. Der linke Wagen hat vorbildgerecht an den Türrungen unten Eckversteifungen erhalten.




K 15, KK 15

Das Vorbild der Verbandsbauart K 15 ist eine Weiterentwicklung des K 06, die mit 3,00 m Achstand zunächst in den Hauptmaßen gleich blieb. Unterschiede gab es in der Bauform und der Anordnung der Wagenkastenstützen und dem Wegfall des Hebels des oberen Türverschlusses und somit auch des Tritts unter der Tür. Desweiteren änderte sich an der Stirnwandseite mit den Aufstiegs-Trittstufen die Form der diagonalen Griffstangen. Diese Abweichungen wollte ich beim Bau der K 15 aus K 06-Bausätzen berücksichtigen.

Bild 2 zeigt die Anordnung der Wagenkastenstützen des K 06


Bild 3 zeigt im Gegensatz dazu die Anordnung der Wagenkastenstützen des K 15




Bild 4 Die beiden weißen Pfeile zeigen auf den oberen Türverschluss des K 06, der gelbe Pfeil auf den Türgriff, der beim K 15 länger ausgeführt ist).


Bild 5 Der obere Hebel wurde entfernt und eine von unten bedienbare Türverriegelung imitiert.




Bild 6 zeigt die gerade verlaufenden Griffstangen des K 06 an der Stirnwand mit den Aufstiegstritten


Bild 7 zeigt die beim K 15 geschwungene Bauform der Griffstangen



Im Laufe der Weiterentwicklung wurde der Achsstand sowohl für Wagen mit bzw. ohne Handbremse auf einheitlich 3,50 m vergrößert. Außerdem erhielten viele Wagen eine Güterzug-Druckluftbremse der Bauart Kunze-Knorr (Kkg). Und bei der DB wurden auch jeweils zwei K 15 zu KK 15-Einheiten fest verbunden.

Bild 8 zeigt solche KK 15-Einheit mit der Wagennummer 348 331. Sie besteht aus einem ungebremsten K 15 mir 3,00 m Achsstand und einem K 15 mit 3,50 m Achstand und Kkg-Bremse und ist einem Foto aus Carstens' Güterwagenbuch Band 2, Seite 13 oben nachempfunden. Das Fahrwerk entstand aus einem OSM-Fahrwerk. Die Bremsanlage stammt von Lenz (Ausbeute aus anderen Umbauten).


Bild 9 und 10 zeigen exemplarisch die Bremsanlage von unten.





Bild 11 zeigt die für den Bau des K 06 notwendigen Wagenkastenstützen in dreieckiger und viereckiger Bauform aus dem Schnellenkamp-Bausatz. Für den K 15 werden nur die letztgenannten benötigt. Die roten Pfeile zeigen auf die Stellen, an denen Material geschwächt werden muss, damit das Bauteil zwischen Türrunge und u-förmigen Längsrahmen passt. Der gelbe Pfeil zeigt auf zu entfernendes Material.



Bild 12 und 13 zeigen den 341 006, ein K 15 mit 3,50 m Achstand, Kkg-Bremse und Handbremse mit abgebautem Bremserhaus. Auch bei diesem Wagen sind die Türrungen unten eckverstärkt. Im Carstens-Buch abgebildet auf Seite 14 unten. Das Fahrwerk ist ebenfalls aus einem OSM-Rahmen gebaut, die Kkg-Bremse ist von Lenz.





Bild 14 zeigt den Leitungswagen 343 392 mit 3,50 m Achstand, im Carstens-Buch abgebildet auf Seite 14 Mitte. Das Fahrwerk stammt vom K 06, bei dem die Achshalter einfach versetzt wurden.




K 25

Der K 25 entspricht weitgehend dem K 15 in seiner letzten Bauform in Bezug auf die Lage und Form der Wagenkastenstützen, den Türverschluss ohne oberen Hebel und die gebogenen Handläufe an der Aufstiegsstirnwand. Nur Länge und Achsstand haben sich geändert, da das Ladevolumen erhöht wurde. Die LüP beträgt statt 6,60 m jetzt 8,10 m, der Achstand 4,00 m. Alle Wagen sind mit der Kkg-Bremse ausgerüstet. Genau das Fahrwerk, was uns OSM mit seinem O 10 und dem Kesselwagen beschert hat. Schnellenkamp bietet diese Wagen als Fertigmodell.

Ich habe vor einigen Jahren noch die alten Fertigmodelle gekauft, die vom Zusammenbau nicht optimal waren, aber gut lackiert und beschriftet waren. Darum habe ich den vorbildwidrigen oberen Türverschluss nicht entfernt. Nur die ebenfalls vorbildwidrigen geraden Handläufe an der Stirnwand habe ich gegen gebogene getauscht. Was an meinen K 25 fehlte, waren an der Stirnwand die untersten Aufstiegstritte, die ja noch auf Pufferbohlenebene angebracht sein müssen (nicht zu verwechseln mit den Rangierertritten, die noch eine Stufe tiefer liegen (siehe Bild 6 und 7).

Bild 15 Diese 4 Tritte gehören unter der Aufstiegsstirnwand an die Pufferbohle:


Bild 16 Ein K 25 hat bei mir statt des Schnellenkamp-Bremserhauses ein modifiziertes OSM-Bremserhaus à la DB erhalten:



Tipps

Der saubere Zusammenbau von Dachfirst und den beiden Bauteilen der Dachklappen gelingt gut, wenn man sich eine Montagehilfe bastelt. Eine dünne Kunsstoffplatte (0,3 mm) wird so zurechtgeschnitten, dass sowohl der Dachfist als auch die beiden Dachklappen eng aneinander daraufgeklebt werden. Vorher werden mittig im Abstand der Firststärke zwei Knicklinien angerissen, so dass die Verklebung der Teile in geknicktem Zustand erfolgen kann. Solange der Kleber noch nicht getrocknet ist, können die drei Bauteile - auf dem Wagenkasten aufliegend - exakt ausgerichtet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Montagehilfe nicht auf den Stirnseiten aufliegt. Sie muss also kürzer sein als der Dachfirst. Bild 17 zeigt, was gemeint ist:

Bild 17



Und last not least das qualitativ schlechteste Bild. Die Seilösen nicht vergessen:

Bild 18
Gruß
ha-null Jörg

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »ha-null« (16. Dezember 2017, 14:52) aus folgendem Grund: Bildnummern, Rechtschreibung, Bild wieder sichtbar


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Mittwoch, 19. Juli 2017, 17:41

Was ich noch zu schreiben vergessen habe ...

Hallo Spur-Nuller,

zunächst vielen Dank für Eure Danksagungen und das Grün!

Was ich noch zu sagen hätte:

Beschriftung

Die hervorragende und gut zu verarbeitende Anreibe-Beschriftung stammt von Simrock. Allerdings habe ich nach Versuchen, auch die Langträger damit zu beschriften, aufgegeben, da es selten gut gelingt. Deswegen gibt es auf den Fotos Wagen mit anreibe-beschrifteten Rahmen, als auch solche ohne Beschriftung. Ich habe mich entschieden, das mit Nothaft-Decals nachzuholen. Diese Decals lassen sich - passend zurechtgeschnitten - gut in den U-Profilen ausrichten und mit Weichmacher behandeln. Auch bei Andreas Nothaft bekommt man seine Decals nach eigenen Vorgaben.

Die schwarzen Kreidefelder sind ebenfalls bei Nothaft erhältlich, z.B. schon fertig bedruckt mit weißem Raster. Leider auch mit störendem weißem Zettelkasten, der zu allem Überfluss auch noch etwas größer ist als der Petau-Zettelkasten Typ 1 bzw. Typ 2. Schönere Zettelkästen gibt es nicht. Und sie lassen sich sogar öffnen, damit man die vorhandenen Zettel herausnehmen und neue Zettel hineinlegen kann. :thumbsup:
Ich habe meine Petau-Zettelkästen allerdings aus Sicherheitsgründen zugeklebt, damit die ggf. sich von selbst öffnenden zierlichen Gitter nicht von groben 1:1-Händen verbogen oder gar abgerissen werden.

Doch zurück zu den schwarzen Kreidefeldern.
Es gibt bei Nothaft eine sogenannte Farbkarte schwarz, aus der man die jeweils benötigte Größe zurechtschneiden kann. Kein lästiges Abkleben und Lackieren. Ich habe die weiße Bedruckung sowohl aus Nothaft-Decals erstellt - individuell ausgeschnitten und den Erfordernissen angepasst - als auch mit Simrock-Anreibebeschriftung auftragen können. Vorsichtige Behandlung vorausgesetzt.

Auch für die Bremsecken benutze ich statt der Anreibetechnik lieber die Decals von Nothaft. Selbst ausgiebiges Ausrichten und um die Ecke drücken vertragen sie gut und haften nicht nur zur Not. ;)


Bauform der Klappdeckel

Alle Klappdeckelwagen haben im Modell ebene Klappen. Das ist falsch! Im Carstens Güterwagenbuch Band 2 ist auf den Zeichnungen gut zu sehen, wie es richtig sein müsste:

Die Klappen der K 06 hatten schwach ausgeprägte Ausbuchtungen in Pyramidenform, ebenso wie die Seitenwände. Bei den K 15 und K 25 war es ähnlich. Hier war die Pyramidenspitze quasi abgeschnitten und bildete in Deckelmitte ein Quadrat. Viele Modellbahner meinen, dass es auch Klappdeckelwagen mit ebenen Klappen gab und zeigen mir als Nachweis Fotos von Originalwagen, auf denen keine Ausbuchtungen zu erkennen sind. Auch auf den Vorbildfotos im Carstens-Buch ist dies der Fall - bis auf ein Foto, das auf Seite 16 Mitte einen K 25 mit Bremserhaus zeigt.

Ich meine, dass auf den s/w-Fotos die Lichtverhältnisse, der Licht/Schattenkontrast, sowie der hohe Verschmutzungsgrad der Wagendächer durch das weiße Ladegut in Anbetracht der flachen Ausbuchtung der Klappen nichts Deutliches mehr erkennen lassen.

Dennoch hatte ich vor, bei meinen insgesamt 10 unterschiedlichen Modellen allen 60 Klappen die vorbildliche Form zu geben - und musste letzlich aufgegeben. Ich habe niemanden gefunden, der mir z.B. entspechend gestanzte oder geätzte Klappenaufsätze herstellt. Mein letzter Versuch mit 3D-Druck war ebenfalls vergeblich. Die auf die ebenen Klappen aufzuklebenden Quadrate waren an den Rändern so fein, dass sie entweder ausfransten oder brachen. Außerdem waren die Druckschichten zu erkennen, obwohl diese wirklich sehr fein waren. Somit habe ich das Teilprojekt "richtige Klappdeckel" schweren Herzens aufgegeben - mit der Konsequenz, dass meine Klappdeckelwagen nun endlich (fast) fertig geworden sind.


Petau Zurüstteile

Ich möchte nicht versäumen, auf diese Teile hinzuweisen, z.b. auf die Schutzleisten. Nach Befeilen, Ausrichten und Montage von insgesamt 96 Scharnierbauteilen aus Messing und Anfertigung von 72 kleinen Handgriffen allein für die Klappen der 6 Bausatz-Wagen habe ich danach 60 Mal auf diese schönen Bauteile für meine insgesamt 10 Wagen verzichtet.


Tipp zum Tritt

Jeder Klappdeckelwagen hat an der Aufstiegs-Stirnseite sowohl links als auch rechts jeweils 3 schmale Trittstufen (Rangierertritte mitgezählt) und darüber mittig einen breiteren Tritt. Diese 4 Ebenen müssen jeweils diagonal auf einer Linie liegen und denselben Abstand zueinander haben. Die Bohrmarkierungen auf der Rückseite der Stirnwand nehmen das nicht so genau. Auch die beiden Bohrmarkierungen für den obersten breiten Tritt sind nicht korrekt. Wer's also ganz richtig machen will, möge das berücksichtigen. Ich habe ersteres nicht getan, weil noch nicht gewusst. Und nun weiß ich leider nicht mehr meine Informationsqelle.
Gruß
ha-null Jörg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ha-null« (19. Juli 2017, 21:13) aus folgendem Grund: Rechtschreibung und Satzbau


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