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Dienstag, 1. August 2017, 12:06

Drehgestellen von MTH das Laufen beigebracht

Hallo allerseits,

wie einige von euch vielleicht in meinem Beitrag "MTH Kesselwagen patiniert" gesehen haben, besitze ich 13 Kesselwagen von MTH. Aufgrund der nicht optimalen Laufeigenschaften kann meine Ludmilla von Kiss trotz Faulhabermotor den Zug nur schwer ziehen. Die Ursache ist, dass der Dekoder (ESU Loksound 4 L) offensichtlich überhitzt.

Um die Laufeigenschaften der Wagen zu verbessern, habe ich mir die Drehgestelle eines Wagens vorgenommen. Die Achsen der Radsätze sind zwar an den Enden angespitzt, die Lager aus Plastik sind aber keine Spitzenlager, die Achsen eiern irgendwie darin rum. Mein Plan war also, die Plasiklager durch Kugellager zu ersetzen. Die angespitzten Achsen passten aber nicht zu den Kugellagern, also mussten auch neue Achsen her. Die ultimative Lösung sieht deshalb so aus:

Als erstes habe ich die Platiklager entfernt und die Drehgestell-Wangen aud Zinkdruckguss für die Kugellager auf 5 mm Durchmesser 3,2 mm tief ausgefräst:



Und Kugellager 2 x 5 x 2,5 mm eingepresst:



Als nächstes habe ich aus 4 mm Rundmessing neue Achsen gedreht. Der erste Absatz hat 2,5 mm Durchmesser und passt in die Originalräder der Wagen. Er ist 6,75 mm lang. Der zweite Absatz hat knapp 2 mm Durchmesser und passt in die Kugellager. Dieser Absatz ist 2,5 mm lang. Das Mittelteil der Achse hat eine Länge von 27,5 mm, dadurch ergibt sich automatisch das passende Radsatz-Innenmaß. Insgesamt ist die Achse also 46 mm lang (darüber ist die Originalachse zu sehen):



Die Räder habe ich in der Drehmaschine wieder aufgepresst:



Und hier das fertige, überarbeitete Drehgestell:



Beim Test auf der Anlage rollt ein Drehgestell nach einen guten Schubs mehr als zehn Meter, das läßt mich auf gut rollende Fahrzeuge hoffen :thumbsup: Die Kosten des Umbaus sind sehr überschaubar. Acht Kugellager kosten bei Causemann 13,80 €, das bisschen Messing für die Achsen ist kaum der Rede wert.

Übrigens funktioniert das beschriebene Verfahren bei Metall-Drehgestellen nur mit von der Achse isolierten Rädern. Lenz-Räder haben eine elektrische Verbindung zu den Achsstummeln, die Isolierung wird durch die Kunststoff-Achse zwischen den Rädern erreicht. Mit Lenz-Achsen gäbe es also einen Kurzschluss über die Drehgestell-Wangen.

Gruß

Christoph
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Donnerstag, 3. August 2017, 07:18

Kugellager und der genaue Achsabstand

Hallo Christoph,

der Einbau von Kugellagern in die MTH - Drehgestelle ist sicherlich die bestmögliche Lösung,
möchte man leichtläufige Drehgestelle erhalten. :thumbsup:
Mit Deiner CNC - Fräse kannst Du natürlich passende, runde Bohrungen erstellen und den Achsabstand exakt herstellen. :thumbup:

Eigner von Fräsmaschinchen wie ich (EMCO Unimat 3) tun sich da schon etwas schwerer,
es kann ja keine computergesteuerte Kreisbahn gefräst werden, also bleibt nur Aufbohren übrig.

Zum Einspannen in den Schraubstock der Fräse muss man erst eine geeignete Stelle finden, damit die Blende richtig festsitzt.
Hinzu kommt noch, daß die Drehgestellblenden aus Zinkdruckguß von MTH nicht richtig gerade sind, also leicht die Banane machen.
Hast Du die Blenden nachgebogen, oder sind diese bei Dir zufälligerweise mal gerade?

Nebenbei: Die Drehgestelle von Helljan sind vom Aufbau identisch wie die von MTH, nur Kunststoff anstatt Zinkdruckguß.

Viele Grüße aus`m Allgäu

Norbert

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Donnerstag, 3. August 2017, 14:47

Hallo Norbert,

ich nutze natürlich meine CNC-Maschinen, es geht aber auch ohne. Was Du dazu brauchst, ist ein kleiner Schraubstock, eine ordentliche Ständerbohrmaschine (oder Deine Unimat 3), einen Bohrer 4,8 mm und eine Maschinenreibahle 5mm H7. Eine Maschinenreibahle erkennt man am Schaft, wenn dort ein Vierkant ist, dann isses keine. Maschinenreibahle deshalb, weil Handreibahlen vorne konisch zulaufen, Maschinenreibahlen haben eine kleinen konischen Ansatz und haben dann sofort den Nenndurchmesser. Du weißt das vermutlich schon.
Weiterhin brauchst Du eine spezielle Unterlage, weil die Drehgestellwangen einige vorstehende Teile haben, die eine saubere Auflage verhindern.



Die gelben Pfeile zeigen auf die vorstehenden Teile, der rote Pfeil zeigt auf die Achslagerdeckel, auf denen die Blende aufliegen soll.

Und hier die Blende im Schraubstock:




Es empfiehlt sich nicht, auf den Schraubstock zu verzichten, weil sich der Bohrer leicht einhaken kann, wenn man die Blende nur festhält. Abgesehen von der Verletzungsgefahr (die gefährlichste Maschine in der Werkstatt ist definitiv die Bohrmaschine!) kann das auch die Blende ruinieren. Den Schraubstock kann man mit der Hand natürlich festhalten. Dann bohrt man mit dem 4,8 mm Bohrer die vorhanden Achslagerbohrung auf und zwar ca. 3,5 mm tief, ein Tiefenanschlag an der Bohrmaschine ist da sehr hilfreich. Danach öffnet man die Bohrung mit der Reibahle auf 5 mm, dabei ist eine sehr geringe Drehzahl angesagt. Sollten die Lager nach dem Eindrücken nicht richtig fest sitzen, hilft etwas Loctite 648, mit einem Zahnstocher vorsichtig aufgebracht. Weniger ist hier mehr, das Lage darf natürlich innen kein Loctite abkriegen.

Das wars auch schon gewesen. Ich weiß, das die Blenden meist etwas krumm sind, ich habe das aber ignoriert. Wenn die Zapfen der Achsen nicht stramm in den Lagern sitzen, ist das kein Problem.

Maschinenreibahlen und anderes Wekzeug gibt es bei Jeddeloh im Web oder in jedem ordentlichen Werkzeughandel, allerdings nicht im Baumarkt.

Wer sich das alles nicht zutraut, er braucht ja auch noch Achsen, schickt mir eine PN.

Gruß

Christoph
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Donnerstag, 3. August 2017, 23:53

Einfacher

Hallo!

Angeregt durch diese Beiträge und einen anderen – den Link dorthin finde ich nicht -, in dem vorgeschlagen wird, die Seitenverschieblichkeit durch Beilagscheiben, die auf die Achse aufgefädelt werden, einzuschränken, habe ich meine MTH-Drehgestelle (Eanos und GATX) ebenfalls überarbeitet.

Ich wollte aber nicht obigen Aufwand betreiben; und die Beilagscheiben verbessern die Lagerung nicht wirklich.

Nach vielen fehlgeschlagenen Überlegungen habe ich folgende einfache Lösung gefunden:
POM-Lager den Wangen entnehmen, mit 2,3 mm Bohrer durchbohren; passende Beilagscheiben auf 3,8 mm aufbohren; durch diese die Lager stecken; dann die Lager wieder in die Wangen stecken; Drehgestell zusammenschrauben.

Als Ergebnis ist die Seitenverschieblichkeit eingeschränkt, die Achsen laufen aber in den Lagern gut.

Vor dieser Änderung sind die MTH-Wagen auf meiner Testgefällestrecke von 25 Promille stehen geblieben (auch nach leichtem Anschieben), nun laufen sie von allein los und auch in der Ebene noch ein gutes Stück (ca. 40 cm). Allerdings natürlich nicht zu vergleichen mit einer Kugellagerlösung oder auch einer echten Spitzenlagerung, wie in den Athearn-Drehgestellen (Die damit ausgestatteten Wagen laufen noch ca. 2 m in der Ebene!).

Grüße
Helmut

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Freitag, 4. August 2017, 00:08

Drehgestelle und Wagen mit kugelgelagerten Achsen

Hallo,

sicher ein hoher technischer Aufwand, der die MTH Lok sicher richtig gut laufen lässt, insbsondere wegen der 2 Schwungmassen!
Aber zumindest was die Wagen angeht, stellt sich dann mir eine nicht unbeachtliche Frage: wenn die schon von Haus aus ziemlich gewichtigen Spur 0 Wagen auch nur auf einem ganz leichten Gefälle mal allein stehen rollt der ganze Laden unkontrolliert los. Ich habe das bei einem 2-Achser (aus Messing) mal getestet und muss sagen, der überaus leichte Lauf bei der Verwendung von Kugellagern ist zwar aus Sicht der möglichen Zuglast bestens aber sobald die Wagen mal abgestellt sind machen die sich schon bei geringster !! Neigung selbständig auf die dann unkontollierte Reise. Oder gibts eine funktionierende Handbremse ? :D

Gruss, Dirk

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Martin Zeilinger

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Freitag, 4. August 2017, 07:44

@ Christoph: Respekt für diese handwerklich saubere Lösung!

Oder gibts eine funktionierende Handbremse ?
Eine funktionierende Handbremse habene einige Könner in 0 und auch in 0e realisiert, ist mir persönlich aber schon "zu steil".
Sehr gut funktionieren Hemmschuhe (gibt es u.A. bei Weinert und Schnellenkamp) zum Sichern abgestellter Wagen.

Grüße aus Wien
Martin
Neues über unsere Spur 0-Projekte findet man auch auf unserer Facebook-Seite

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Freitag, 4. August 2017, 10:45

Drehgestelle und Wagen mit kugelgelagerten Achsen

Hallo Martin,

der lachende Smiley ... das war ne Scherzfrage!

Gruss, Dirk

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Olli

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Donnerstag, 5. Juli 2018, 20:04

Lagerungen

Moin moin,
ich habe in der letzten Zeit das gleiche "Problem beackert und leider erst gerade den Thread gefunden ( mit Google!) und ich merke gerade, wirklich Neues habe ich nicht erfunden, aber in kleinen Details habe ich es bei den 3 Möglichkeiten doch anders gemacht.

1.
Meine Distanzscheiben auf den Original MTH-Achsen habe ich aus dem Stiel eines Lollies gemacht. Auf einem Bild in rot auf der Achse aufgesteckt. Ist sehr günstig und man kann sich einfach Scheiben in passender Dicke abschneiden und ggf. auf einer Flachfeile auch auf' s tausendstel nacharbeiten :rolleyes: .
Es ist eine relativ geringe Verbesserung, da die Spitzen immer noch aus den Buchsen des Drehgestells rauslaufen konnten. Aber das seitliche walken war nicht mehr so störend.
Abgesehen davon, dass die Kesselaufbauten wegen des Höhenspiels am Drehgestellzapfengedöhns ohnehin sehr stark wackeln . Da muss ich nochmal bei. Wie Holgi sagte ;)

2.
Die Buchsen zu versetzen ist mit besagten Lollies ebenfalls möglich und wesentlich effektiver. Anstatt auf die Achse setzt man die Scheiben hinter die MTH-Buchse in das bereits vorhandene Loch. Dadurch ist die Buchse weiter in die Mitte gesetzt und die Achsen laufen mit der zylindrischen Fläche in den Buchsen. Die Buchse durchbohren muss man hierbei nicht. Die Spitzenlagerung ist damit "Jeschischte", wie der Kölner sacht. Was bei den MTH-Wagen kein Fehler ist. Das Rollverhalten wird ca. doppelt so gut. Das war zumindest mein Eindruck, wenn man ein nach 1. und ein nach 2. umgebautes Drehgestell gemeinsam angeschoben und den Rollweg verglichen hat.

3.
Kugellager 2x1,5x4. Es nimmt weniger Material weg als das oben beschrieben 2x5x2,5 (welche ich übrigens auch hier liegen habe :) ).
Man kann relativ einfach per Hand die Buchsenlöcher ( ca. 3,8mm) auf 4mm aufbohren. Je schärfer der Bohrer um so einfacher wird es. Als Schneidmittel funktioniert dann Spiritus hervorragend. Da ich nur einen normalen Bohrer mit 120°-Spitze hatte und etwas Angst hatte die Löcher evtl. zu tief zu bohren und nachher durchsehen zu können habe ich auf Achsen mit Metallrädern und 1,3 mm Achse gesetzt. Also eigentlich mal für Rivarossigestelle. Hätte ich die MTH-Achsen verwenden wollen, hätten die Kugellager sehr tief im Material sitzen müssen um die Achsen im zusammengebauten Zustand noch zwischen die Blenden zu bekommen und auch noch ein leichtes Höhenspiel der Spitzen zu erhalten.
Alles gut und es rollte hervorragend und mir viel auf, diese neuen Radsätze waren nur einseitig isoliert. Um grundsätzlich keine Kurzschlüsse zu erzeugen habe ich dann die bekannten Kunsstoffräder von Rivarossi benutzt.
Für mich kein großer Nachteil. Sie sind leiser, sehen besser aus da die Radscheiben nachgebildet sind und laufen eigentlich sehr zuverlässig. Sie sind etwas breiter und sehen klobiger aus, ist aber wohl nur bei Dioramanutzung wirklich interessant. Eigentlich fallen breite Laufreifen nicht so schnell in Herzstücklücken. Also auch nicht unbedingt von Nachteil. Last but not least sind die MTH Kesselwagen ohnehin sehr schwer und mit den leichteren Kunststoffrädern kommt man näher an das NEM Gewicht. Das Märchen, dass sie die Gleise verschmutzen kann man glauben, muss man aber nicht, wenn man mal darüber nachdenkt wie der Schmutz entsteht (Funken). Wenn wirklich mal das Radsatzinnenmaß nicht stimmt feilt man was weg oder setzt eine Scheibe zwischen die Hälften.
Wenn ich es auf die Schnelle richtig gesehen habe, passen die MTH-Achsen dann hervorragend in die Lima-Tanker. Die werden dann direkt etwas schwerer.
Ich habe zwei Kugellagereinbauversionen ausprobiert. Einmal bündig in die Blende, einmal 1 mm hervorstehend. Je nach dem in einem der oberen Postings beschriebenen "Bananengrad" des Drehgestells braucht man bei der "1 mm vorstehend"-Methode keine Distanzscheibe auf der Achsenspitze, bei "bündig"-Methode aber auf jeden Fall, weil das Seitenspiel-Problem aus 1. wieder da ist.
Sollte jemand es nachmachen, Distanzscheibchen für eine 1,3 mm Achse kann man aus den Stäbchen der Lidl-Q-tips abschneiden (geht wahrscheinlich auch mit anderen Q-tips).

Zu guter letzt habe ich noch eine Seite des Gestells leicht beweglich gelassen indem ich die Senkkopfschraube eine drittel Drehung gelöst habe (unter Verwendung von Schraubensicherung). Das gibt dann eine Art 3-Punktlagerung und gleicht geringfügig schief sitzende Kugellager etwas aus.



Gruß
Olli
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Olli

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Donnerstag, 5. Juli 2018, 21:25

alle Wege führen nach Rom...

...aber nicht alle gleich einfach:

In der Schweiz machen wir das seit es die MTH Wagen gibt folgendermassen:
Jeweils links und rechts 1-2 Polyamid Scheiben 3,2 / 7 /0,5 (hängt von der Drehgestellqualität ab) auf die Achsstummel
legen (es können auch links 2 und rechts nur 1 Scheibe sein) und das Drehgestell wieder zusammenbauen, fertig.

Rein mechanisch gesehen vielleicht nicht ganz die feine Art, aber es garantiert fast perfekten Lauf auf grossen Anlagen
mit grossen Steigungen und langen Zügen...
Und ist vorallem schnell und einfach gemacht.

Gruss
Peter Lehmann
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Dienstag, 5. Februar 2019, 14:04

Nochmal Kugellager

Moin again,
jetzt habe ich es mal mit "mutig bohren" probiert und eine für mich perfekte und simple Lösung gefunden.
4mm Loch bohren, mit 4H7 Ahle auf leichte Pressung ausräumen und Kugellager "reindrücken"
Geht hervorragen mit der Handfräse, sofern man nicht das Modell "doppellinks" hat :D

Die Spitzen laufen dann im kleinen Loch und haben letztlich auch noch ein wenig Seitenspiel.
Immer noch mit den 681-XZZ-Lagern mit 1,5x4x2 mm.
Kosten für einen Waggon 1,89 €.
Mit dem dargestellten Werkzeug noch 12,- € mehr, aber das kann man ja noch weiter verwenden.

In dem Loch sieht man am Grund die silbern angebohrte Fläche (ca. 3mm Durchmesser), da reichen auch 1,5 mm Durchmesser des Bohrbildes. Dann sitzt das Lager gut tief mit passendemt Seitenspiel für die Achse. Im allerschlimmsten Fall holt man das Lager raus und und setzt nochmal an oder wenn zu tief (was mir passiert war) etwas unterlegen z.b ein rundes Stück Blisterpackung oder so.

WITSCHTITSCH :Beim Zusammenbau die Gestelle erst lose zusammenschrauben, so, dass die Achsen noch reingesteckt werden können. Ist dann noch sehr wackelig. Zudem noch einen kleinen Gummi besorgen.
Erste Achse rein, da dann Gummi drum, zweite Achse rein, zusammenhalten und die zwei Senkkopfschraufen festdrehen.
Dann wird es sehr einfach, ohne Gummi kann alles passieren. Wie im richtigen Leben halt! :)

Jetzt kann man die Wagen fast über die Anlage pusten! Das läuft wie Hulle.

Bilder unten.

Nachträge:
Handfräse : siehe Bild :)
Ohne Gummi: Verkanten, verhaken, runterfallen etc. Gummi natürlich auf der Seite wo die erste Achse reingesetzt wurde Andere Seite ist dann breit, zweite Achse dann reinsetzen und dann zusammendrücken.
1,89 € +12€ : Chinaversand
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Gruß
Olli

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Mittwoch, 6. Februar 2019, 09:20

Hallo Olli,

für jemanden, der keine Fräsmaschine hat, ist das ein guter Kompromiss. Ich habe übrigens das Wackeln der Kessel dadurch abgestellt, dass ich längere Befestigungsschrauben für die Drehgestelle gewählt habe und und zwischen Drehgestell und Schraubenkopf eine Scheibe und eine Spiralfeder eingefügt habe.

Gruß

Christoph
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Olli

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Donnerstag, 7. Februar 2019, 14:57

Nachtrag

Da KlaWi per PN gefragt hat wo man den Kram bekommt, werde ich das mal für alle preisgeben.

https://www.ebay.de/itm/10X-15-x-4-x-2-6…872.m2749.l2649

https://www.ebay.de/itm/1-5-x-4-x-2-681X…872.m2749.l2649

https://www.ebay.de/itm/10X-15-x-4-x-2-6…872.m2749.l2649

Sogar mit Flansch:
https://www.ebay.de/itm/F681XZZ-Flansch-…ke/401688631129

Das mit dem Verstellbar stimmt hier allerdings nicht!:
https://www.ebay.de/itm/HSS-Machine-Ream…872.m2749.l2649

https://www.ebay.de/itm/Spiralbohrer-HSS…872.m2749.l2649

sollten diese Links irgendwie ins Leere gehen, dann die Artikelnummer vor dem "?ss" bei ebay eingeben.
Allgemein gilt, die Preise aus DE sind mindestens 3-10 x mal höher, daher immer mit Artikelstandort "weltweit" suchen .
Es gibt auch DE-Lager die Ihr Geld wert sind, aber das ist dann (hoffentlich) Hightech die für diesen Lagerzweck oversized wäre.
Wenn ihr es ebenfalls für Lagerungen an Wagen nehmt, kauft euch einen guten, scharfen Bohrer der sich in das Material reinfrisst. Dann muss man allerdings auch nach leichter Drehung wieder Bremsen, sonst ist man durch das Gestell durch!. Dann hat man saubere Kanten und kann einfach mit der Reibahle nacharbeiten.(Der Kobaltbohrer im Link ist der auf meinem Bild, der ist sowas von scharf, da kriegt man fast Ärger mit der Gattin :) ) Und Schneidöl günstig bei NORMA kaufen. Ist alle paar Wochen im Angebot. Bei Handbetrieb mehr als ausreichend.
Gruß
Olli

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