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minicooper

Oberbahnhofsvorsteher

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Wednesday, October 24th 2018, 1:47pm

Eigene Sounddatei erstellen und auf Decoder übertragen

Werte Mitleser,
Wie bereits angekündigt, werde ich im Folgenden darüber beispielhaft berichten, wie eine selbst aufgenommene Durchsage auf den ESU Loksound übertragen werden kann:
Es war im August dieses Jahres, als ich ein weiteres Mal ein paar Tage Urlaub in Dresden und seiner wunderschönen Umgebung gemacht habe. Mit der Bahn ging es wieder nach Bad Schandau, und schon bei der ersten Stationsdurchsage im Zug kam mir die Stimme des Ansagers irgendwie bekannt vor. Jetzt fiel es mir ein, denn unmittelbar zuvor hatte ich meine Heimatstadt Berlin besucht. Ja, es handelt sich um denselben Sprecher, der seine sympathische Stimme auch der Berliner U-Bahn für Stationsansagen zur Verfügung stellt.
Da ich auf meiner Heimanlage vor einiger Zeit den Haltepunkt Obervogelgesang erstellt habe, der sich bei Pirna auf der Strecke Dresden - Bad Schandau befindet, wurde nicht lange gezögert und die Durchsage „ Nächste Station Obervogelgesang“ mit dem Handy aufgenommen. Ziel der Aktion sollte der Versuch sein, die Ansage auf meine ESU-Loks aufzuspielen, um sie dann auf Knopfdruck erklingen zu lassen.

Die Audioaufnahme
Zu Hause angekommen bereitete ich zunächst die aufgenommene Sounddatei vor, um eine fertige wav-Datei zu erhalten, wie sie für den ESU Programmer benötigt wird. Das geht mit Windows-Mitteln natürlich ebenso, wie mit dem Mac, mir steht die Kombination iPhone/iMac zur Verfügung.

Zunächst gilt es, die Aufnahme auf den Computer zu bekommen. Dazu wird mit iTunes synchronisiert, die rohe Datei kann dann zur weiteren Bearbeitung in das Fenster eines Audio-Konverters gezogen werden. Beim Mac liegt die Datei im Ordner: music - iTunes - iTunes media - Voice Memos. Im Konverter (z.B.Audacity) wird sie dann so zurechtgeschnitten, dass wirklich nur die paar Sekunden der Durchsage verbleiben, da ja bei der Aufnahme ein gewisser Vorlauf mit aufgezeichnet wurde, um den Anfang nicht zu verpassen. In diesem Arbeitsgang wird auch die Lautstärke noch einmal ziemlich hoch eingestellt, um dann als wav-Datei abgespeichert (exportiert) zu werden. Weil der ESU Programmer nicht auf dem iMac läuft, kopiere ich die Datei auf einen USB Stick und werde im Folgenden meinen Windows-Laptop verwenden, um aus der fertigen Datei ein kleines Soundprojekt zu erstellen.

Vom Stick zum Programmer
Zunächst wird auf dem Programmer das Soundfile derjenigen Lok geöffnet, auf deren Decoder die Ansage aufgespielt werden soll, hier ist es die 98.8. Jetzt gehen wir in der oberen Zeile auf „Sound - Sound Dateien hinzufügen“ und geben den Ort an, auf dem die Ansage gespeichert ist, in unserem Fall ist es der USB Stick. Mit „Öffnen“ erscheint nun die Ansage bereits im Fenster rechts unten, wo es markiert und dann mit dem kleinen Dreieck in der oberen Zeile bereits abgehört werden kann.







Im nächsten Schritt wird der eigentliche Soundslot erstellt, wir verwenden entweder einen leeren (ausgegrauten) Slot oder machen einen überflüssigen frei, indem wir ihn mit der rechten Maustaste anklicken und mit löschen bestätigen. Im Beispiel verwende ich den Slot 18 und klicke ihn doppelt, woraufhin sich das Fenster zum Einrichten des Sounds in Form einer leeren Eingabemaske öffnet.





Jetzt drücken wir auf Zustand, bewegen das neu entstandene Rechteck nach rechts neben „Mute“ , passen es mit der Maus in der Größe an und benennen es individuell, indem wir den Namen bei den Zustandseinstellungen eingeben.





Als nächstes öffnen wir das pull down Menü „Sample“, in der untersten Zeile befindet sich die wav-Datei, und zwar unter dem Dateinamen des USB Sticks, also Ansage Obervogelgesang.
Nun erstellen wir noch die Verbindung von „Mute“ zum Geräusch, indem wir oben auf „Übergang“ drücken (neben Zustand) und mit der Maus eine waagerechte Linie von oben links nach rechts ziehen. Ganz links im Fenster sollte jetzt „Bedingungen“ stehen, falls nicht, einfach mit der Maustaste auf die Verbindungslinie drücken. Jetzt auf das grüne Pluszeichen gehen und die folgenden Bedingungen eingeben: Register - Funktion, Operation = (ist vorgegeben) und Wert - true. Abschließend wird der zweite Übergang erstellt, also wieder auf „Übergang“ und dann die waagerechte Linie von unten rechts nach links ziehen. Damit die Ansage nur einmal ertönt, muss noch der Haken bei „Notching“ gesetzt werden, das Feld erscheint, indem man auf eine leere Stelle im Fenster einmal mit der Maustaste drückt. Hier wird auch der Soundslot mit dem endgültigen Namen versehen.











Wird nun die gesamte Sounddatei auf den Loksound-Decoder übertragen, befindet sich die Durchsage auf dem Soundslot 18, der nun bei den Funktionszuordnungen im Decoderfile der gewünschten Funktionstaste zuzuordnen ist.
Besteht die Absicht, die Durchsage auch auf andere Loks zu übertragen, muss die ganze Prozedur natürlich nicht wiederholt werden. Da sich das fertige Projekt ja nun in der Soundbibliothek befindet, braucht es lediglich in die Soundfiles anderer Decoder verschoben zu werden, wie ich es an dieser Stelle bereits dargelegt habe.

Die Durchsage ertönt übrigens bei 0:22 auf diesem kurzen Video:

https://www.youtube.com/watch?v=7ci_86p4aSg
Gruß, Michael



Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache :P

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Wednesday, October 24th 2018, 8:21pm

Hallo Michael:

Als Randnotiz; Du kannst den Lokprogrammer auch unter einer virtuellen Umgebung auf dem Mac laufen lassen, das funktioniert problemlos (läuft bei mir so unter VirtualBox mit Windows7).

Gruß, Frank.

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