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Wednesday, April 25th 2012, 12:04am

Witte Muiren un swatte Pöste

Ein Stellwerk für Attenhagen


Hallo Spur-Null-Freunde,

den Titel dieses Threads habe ich ganz bewusst in westfälischer Mundart formuliert, denn das Stellwerk in Attenhagen sollte in typisch westfälischer Fachwerkmanier erstellt werden: weiße Mauern und schwarze Pfosten!

Mein Modell hat zwar kein konkretes Stellwerk zum Vorbild, allerdings habe ich mich bei der Umsetzung an einem bestimmten Bahngebäude orientiert: die Zugmeldestelle Heidschott an der Ruhr-Sieg-Strecke. Vor Urzeiten gab es von diesem Gebäude mal ein N/H0-Modell aus dem Hause Pola. Der vorgesehen Platz ist direkt an der Hintergrundkulisse gelegen und ist natürlich sehr knapp bemessen, so dass ich mich bei der Realisierung für ein Halbgebäude entschieden habe. Das Obergeschoss mit dem Stellwerksraum sollte aus besagtem Fachwerk erstellt werden. Dazu habe ich zunächst eine Maßskizze angefertigt und diese in eine Prospekthülle aus dem Bürobedarf gesteckt. Die Fachwerkbalken habe ich aus 3mm Balsaholz geschnitten und diese direkt auf der Skizze verleimt.



Nachdem der Leim getrocknet war habe ich das Fachwerk schwarz angemalt.



Die Füllung wurde aus 3mm starkem Kunststoffmaterial hergestellt - ich glaube diese Bauplatten werden im Baumarkt unter der Bezeichnung Forex vertrieben. Anschließend werden die Wände mit der Schere ausgeschnitten und die Folie der Prospekthülle dient gleichzeitig als Fensterglas für die Fenster von Addie.



Das Untergeschoss war auch ganz schnell konstruiert und gebaut.



Das Dach sollte eine Eindeckung aus Schiefer erhalten. Hierzu habe ich mit der Zick-Zack-Schere aus grauem Fotokarton entsprechende Pappstreifen geschnitten.



Diese Pappstreifen wurden nun überlappend auf den Unterbau aus Graupappe aufgeklebt.



Noch ein paar Kleinigkeiten und natürlich eine farbliche Anpassung an den Betriebsalltag und das Modell ist fast fertig. Hier eine erste Stellprobe am vorgesehen Platz.



Bevor nun das Stellwerk fertig gestellt und in die Anlage integriert werden kann, muss erst noch das E43-Stellpult von Fasterpoly geliefert werden.

Der zeitliche Aufwand erstreckte sich bisher auf ca. 15 Stunden Bastelspass! Der Materialaufwand ist ebenfalls kaum nennenswert: ein paar Quadratzentimeter Balsaholz, Forex, Graukarton, Fotokarton und die Fenster von Addie sowie eine warmweisse SMD-LED zur Beleuchtung.

Ich hoffe dass Euch meine kleine Wochenendbastelei gefällt und freue mich schon auf euer Feedback.

Viele Grüße aus dem Sauerland
Tom

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Wednesday, April 25th 2012, 8:42am

Well done

Hallo Tom,

da ich mich mit westfälischer Mundart nicht auskenne, spreche ich mein Lob mal international aus.

Dein Stellwerk gefällt mir sehr gut, die Darstellung des Schieferdachs mit einfachen Mitteln ist sehr gelungen.
Gruß

Jürgen (K)

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Normal Null

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Wednesday, April 25th 2012, 8:45am

Guten Morgen Tom,

schöne Idee, prima Umsetzung. Glückwunsch.
Auch vielen Dank für den Hinweis auf die Zick-Zack-Schere. Ich wußte gar nicht, daß es sowas gibt.

Herzlichst
Herbert

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Friday, April 5th 2013, 3:37pm

Witte Muiren un swatte Pöste - die 2te

Hallo Spur-Nuller!

Ich hole heute meinen alten Beitrag nochmal hervor um Euch eine weitere Methode vorzustellen, wie man ein Fachwerkhaus bauen kann. Wobei das nur die "halbe Wahrheit" ist, schliesslich sind in meiner Heimat solche Gebäude i.d.R. wetterseitig verschiefert. Als Vorbild habe ich ein typisches "Bergisches Fachwerkhaus" gewählt - diese Bauweise ist jedoch auch im Sauerland und Siegerland tausendfach zu finden. Möglicherweise hatten auch hier die Piepenkötters oder deren Vettern ihre Finger im Spiel - man weiss es nicht genau und die Geschichtsbücher schweigen sich darüber aus... 8)

Um mir die Sache nicht unnötig schwer zu machen, habe ich in meinem Fundus aus H0-Zeiten noch einen nicht gebauten Bausatz von Joswood (Art.-Nr. 23004 ) als Referenz herangezogen. Die wesentlichen Wandelemente habe ich über einen Scanner eingelesen, mit einem Graphikbearbeitungsprogramm nachbearbeitet und auf 100g-Papier ausgedruckt. Zunächst habe ich mit einem reinen Papierdummy die Größenverhältnisse und die Gesamtwirkung im vorgesehenen Anlagenteil überprüft bevor die Ausdrucke als Schablonen für den Unterbau aus 3 mm Forex herhalten mussten. Alsbald wurden die Ausdrucke aufgeklebt und mit dem Skalpell die Öffnungen für Fenster und Türen ausgeschnitten.



Fenster und Tür steuerte die Firma Zapf bei. Die Fensterrahmen und Fensterbänke wurde aus Fotokarton hergestellt.



Die Dacheindeckung mit "Frankfurter Pfanne" habe ich nach einem Vorschlag hier im Forum mit schmalen Streifen aus Wellpappe hergestellt.



Danach folgten Dachrinnen (alte Klebstofftube) und Fallrohre (Kabelreste). Das Geländer an der Treppe vor der Eingangstür habe ich aus 1mm Messingdraht selbst gelötet (mein Erstlingswerk nach dem KLV). Ursprünglich hatte ich geplant einigen Fenstern ein paar Fensterläden zu spendieren - beim probeweise Auflegen empfand ich das aber als zu überladen und zudem hat dies zuviel vom Fachwerk verdeckt. Aber was meint Ihr dazu?

An dieser Stelle zeige ich Euch erst einmal ein paar Fotos vom "fertigen Objekt"!



















Natürlich fehlen noch ein paar Details wie eine Dachluke neben dem Schornstein, eine Fernsehantenne, die Geranientöpfe auf den Fensterbänken und und und... :whistling: Vielleicht finde ich ja diesbezüglich morgen etwas in Buseck. :thumbsup:

Viele Grüße aus dem Sauerland

- und vielleicht auch bis morgen... -

Tom

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jk_wk

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Friday, April 5th 2013, 4:32pm

Hallo Tom,

schönes Gebäude, gratuliere.

Das einzige, was mich (mein persönlicher Eindruck !) stören würde, sind die Dachrinnen, die wirken recht groß auf mich.
Versuche es einmal mit den Speichen eines (alten) Regenschirms, ich finde, die passen sehr gut.

Mach weiter so.

Gruß aus dem Bergischen in Sauerland
Gruß

Jürgen (K)

es gibt ein Leben neben der Spur-0


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Friday, April 5th 2013, 5:18pm

Hallo Tom,

die grünen Gummipunkte für Dich sind mir leider ausgegangen ( Computer sagt "nein" ).
Deswegen hier mein Kommentar: das Haus ist so gut geworden, dass ich wohl das ganze Wochenende mit offenem Mund herumlaufen werde!

Viel Spaß in Buseck! (Ich bin leider nicht dabei).

Norbert

moba-tom

Bahndirektor

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Friday, April 5th 2013, 6:03pm

Hallo Tom,

well done! :thumbup:

Einzig, wie Jürgen schon sagt, die Rinnen... sie sind wirklich etwas breit, das macht die Proportionen ein wenig kaputt. Außerdem verdecken sie ein bisschen die Fenster...

Fensterläden finde ich persönlich im Modell sehr schick, würde auch gut passen. Man kann damit ein wenig "Bewegung" in die Fassade bringen, also mal offen, mal geschlossen, mal nur einer offen usw. Vom Fachwerk bleibt - wie im Vorbild - immer noch genug zu sehen.

Gruß ins Sauerland,
Thomas
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Monday, August 5th 2013, 12:07pm

Witte Muiren un swatte Pöste - die 3te

Hallo Null-Freunde!

Gemäß dem Motto dieses Threads möchte ich Euch heute eine weitere Methode vorstellen, wie man ein Fachwerkgebäude bauen kann. Als Objekt habe ich mir dieses Mal einen kleinen Schuppen für die Köf ausgesucht. Bereits bei der Anlagenplanung hatte ich ein Bild vor meinen imaginären Auge welches eine kleine Werkstatt am vorderen Anlagenrand zeigt. Natürlich in einfacher Fachwerkbauweise und auf der Vorderseite sollten die Gefache nicht verschlossen sein damit man einen guten Einblick haben kann.

Soweit die Ideee - nun gebe ich Euch die Möglichkeit mir bei der Realisierung über die Schulter zu schauen...

Anhand der grob ermittelten Eck-Maße habe ich zunächst eine einfache Skizze gezeichnet auf die ich sofort die zurecht gesägten Leisten aus 3x3mm-Kiefernholz aufgeklebt habe.



Es folgte ein Anstrich mit schwarzer Abtönfarbe.



Nachdem die Farbe getrocknet ist, habe ich die Gefache mit einer mineralischen Gießmasse aus dem Baumarkt ausgegossen. Ursprünglich wollte ich Alabit (Alabaster-Gips) nehmen, aber meine Restbestände waren überlagert und unbrauchbar... Eingießen, mit einem Pinsel bis in die Ecken schieben und mit einem Spachtel glatt abziehen.



Nach dem Trocknen habe ich mit einem kleinen Streifen Schmirgelpapier die Oberfläche glatt gezogen und die Fachwerkbalken heraus gearbeitet. Anschließend wurden die Wandelemente miteinander verklebt.



Jetzt waren noch aus Balsaholz die Tore (mit Torbändern von Real-Modell) zu erstellen und von innen gab's noch eine selbstgemalte Tapete. Die Fenster stammen von Zapf, die Plakate hab ich im Internet gefunden. Bevor nun das Dach gedeckt wird, habe ich noch schnell die Gelegenheit genutzt und ein paar Fotos geschossen.























Mit der Dacheindeckung folgt noch ein Ofenrohr für den Kanonenofen von Paulo und diverse weitere Ausschmückungen. In diesem Zusammenhang wird auch die wild verkrautete Gestaltung des kleinen Betriebsarreals nicht lange auf sich warten lassen...

Soweit mein kleiner Beitrag zum Füllen des Sommerloches. :)

Viele Grüße aus dem Sauerland
Tom

This post has been edited 1 times, last edit by "Holzeisenbahner" (Aug 12th 2013, 2:52pm)


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moba-tom

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Monday, August 5th 2013, 12:17pm

Hallo Tom,

nette Bauerei, hab ich nicht anders erwartet!

Sag mal: wie hast Du denn die Innenseite der Wände behandelt? Waren da nicht die Reste der Skizze dran?

Gruß
Thomas

PS: Wenn der Schuppen fertig ist, komm ich zur Abnahme vorbei!
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Monday, August 5th 2013, 3:59pm

Hallo Thomas,

wie Du richtig bemerkt hast, bleiben bei dieser Bauweise die Reste der Skizze auf den Wandinnenseiten zurück. In den durchbrochenen Fachwerksektionen habe ich diese mit einem Skalpell herausgeschnitten und an den Rückseiten der Balken weitestgehend wieder entfernt - ein finaler Endanstrich der Pfostenrückseiten musste ohnehin erfolgen. An den übrigen Wandbereichen hat der hohe Wasseranteil der Gießmasse nach dem Trocknen relativ starke Wellen im Papier zurückgelassen. Daher habe ich auf diese Wandpartien mit UHU eine neue Tapete aufgeklebt, auf welche ich zuvor mit Buntstiften im unteren Bereich eine Holzpaneele aufgemalt habe. Alles nach dem Motto: Keep it simple!

Der Bauinspektor aus dem Münsterland ist im Diggetal stets willkommen... :thumbsup:

Viele Grüße
Tom

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