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hapo

Fahrgast

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Friday, March 28th 2014, 1:35pm

Telegrafenleitungen

Hallo zusammen,

Auf meiner Modulanlage, Nebenbahn mit kleinem Durchgangsbf.,"pflanze" ich gerade Telegrafenmaste ein. Dazu folgende Frage: Hörte die Freileitung vor dem Bf. auf und ging dann als Kabel weiter durch den Bf. und auf der anderen Seite wieder auf der Freileitung weiter ? Und was war mit der Freileitung bei Straßenüberquerungen und/oder Gleisquerungen, z.B. Anschlussgleisen.

Vielleicht hat ja jemand einen Hinweis. Ich bedanke mich jetzt schon.

Henning

abisz

Bremser

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2

Friday, March 28th 2014, 2:57pm

Hallo Henning,
genaueres zu den Telegrafenleitungen kann ich Dir auch nicht sagen, ich meine jetzt Bauvorschriften/Dienstanweisungen und ähnliches, aber ich habe ein Bild gefunden das die Situation an einem Bahnhof zeigt.

https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bi…screenhoehe=795


Auf diesem Link gibt es noch viele weitere Bilder, die Dir evtl. weiterhelfen.

Viele Grüße
Andreas

hapo

Fahrgast

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3

Friday, March 28th 2014, 3:56pm

Hallo Andreas,

Danke für die gute Absicht, aber alle Holzmasten, die auf den Bildern sind, dienen der Stromversorgung. Auf dem ersten Bild sind 5 Isolatoren zu sehen = 380V + Straßen-/Platzbeleuchtung. 2 oder 3 Isolatoren dienen nur der Beleuchtung. In meiner Lehrzeit 1956 habe ich selbst solche Masten mit aufgestellt.

Gruß Henning

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abisz

Bremser

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4

Friday, March 28th 2014, 4:37pm

Hallo Henning,
Entschuldigung, aber es zeigt sich gut gemeint ist nicht gut gemacht, danke für die Aufklärung.

Viele Grüße
Andreas

5

Friday, March 28th 2014, 8:39pm

Hallo Henning,

da gibt es keine Pauschalantwort - es hat alles gegeben. Als Faustregel kann man sagen, möglichst weit weg vom Ladegeschäft an Ladestraße und Güterschuppen. Die Gefahr, das da was in die Drähte kippt, war einfach zu groß. Andere Konfliktpunkte wie Bahnübergänge, Anschlussgleise etc. waren eigentlich weniger das Problem. Erdkabel sind teuer und wurden nur genutzt, wenn es wirklich sein muss.
Denkbar ist auch, das vor dem Bahnhof die Telegrafenleitung die Gleisseite wechselt oder die Leitung weiter vom Gleis (z.B. hinter der Ladestraße) entfernt geführt wurde, um bestehende "Konfliktpunkte" zu umgehen. Straßen- und Gleiskreuzungen wurden i.d.R. durch höhere Masten überwunden.

Viele Grüße
Holger

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nozet

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Friday, March 28th 2014, 9:17pm

Hallo Henning,

Das Thema wurde im Eisenbahn-Journal 03/2011 sehr ausführlich behandelt.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ayPlwuF7L.jpg

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hapo

Fahrgast

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7

Friday, March 28th 2014, 9:18pm

Nochmal Hallo zusammen,

Ich habe noch ein wenig gesucht und noch etwas interessantes gefunden:

http://www.kotol.de/spur-ho-187/masten/index.php

Fazit: Augen auf beim Suchen !!!

Gruß Henning

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Saturday, March 29th 2014, 2:15pm

Hallo Henning,
ist deine Frage denn damit beantwortet :?: Mir geht es bei dem Thema ähnlich wie dir, möchte mich schlau machen über Telegrafen- und Lichtleitungen die über Masten in meinem zukünftigen Nebenbahn-Bahnhof gespannt sind. Bei mir wird es da aber nur wenig geben, vielleicht zwei Telefonleitungen, plus Stromleitungen für 2 Laternen in Weichennähe. Eben ganz einfache Nebenbahn. Dabei fand ich diese Seite ganz gut:

http://kleinbahnwiki.de/index.php/Telegrafenleitungen

Zum Thema gefunden hab ich auch noch, mit grundlegenden Informationen:

http://www.zeno.org/Roell-1912/A/Leitung…achstromanlagen

Und hier:

http://www.modellbahn-online.de/index.ph…elegrafenmasten

Da heißt es gleich am Anfang: „Üblich ist es, die Fernmeldeleitungen, egal ob Freileitung oder Kabel, an den Betriebsstellen auf allen Adern zu unterbrechen.“ Wenn ich das richtig verstehe, bedeutet das Unterbrechen, dass die Telegrafenleitungen auch im Bahnhofsbereich praktisch durchgehend zu sehen sind, sofern diese oberirdisch geführt werden, aber wie auf der verlinkten Röll-Seite beschrieben und zkizziert, z.B. zur Anbindung an Gebäude, Stellwerk, usw., nur kurz unterbrochen sind, für eine neue Leitung als Zuführung. Sehe ich das richtig :?:

Auch wenn es bei mir im ganzen Gleisbereich voraussichtlich nur 4 Leitungen an den Masten geben wird, interessiert mich der Durchhang der Leitungen. Eckhard, der bei Kraansen das sehr schön hinbekommen hat, gibt den Hinweis auf Metalldraht mit 0,3 mm Ø. Auch wenn ich mobile Segmente plane, die Drähte würde ich auch für ein paar Stunden, oder für ein Wochenende unbedingt aufhängen. Vielleicht probiere ich es dann mal mit diesem Anbieter:

http://www.hse-labor.de/

Gruß, Andreas.

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hapo

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Saturday, March 29th 2014, 10:01pm

Hallo Andreas,

Danke für Deinen Beitrag. Du hast Recht - mit den verschiedenen Antworten und links sind meine Fragen beantwortet. Meine Module sind 83cm lang und 50cm tief. Ich bastel im Keller so für mich hin und bei den Maßen kriege ich sie allein die Treppe hoch ! Die 83cm entsprechen ca. 35m im großen. Nach der Vorschrift, dass der max. Mastabstand 50m nicht überschreiten soll, genügt 1 Mast pro Modul auf gerader Strecke. Auch auf alten Fotos sieht man, dass die Abstände etwa so groß sind wie 2-3 Donnerbüchsen lang sind.

Mein Empfangsgebäude ist einstöckig und ich denke ich stelle die Masten so, dass die Drähte über das Dach des Empfangsgebäudes und des anschließenden Güterschuppen verlaufen. Man muss gucken, wie das aussieht.

Zu den Drähten fallen mir die Spulen einer alten Klingel oder anderen Kleingeräten ein. Der Draht ist dünn und lackiert. Ich denke aber, dass ich bei den "nackten" Masten bleibe und keine Drähte spanne. Ich bin vor 11 Jahren von Spur N auf Spur 0 umgestiegen, weil mir die kleine Spur zu fummelig wurde. Bevor ich ein Teil wieder aufstellte hatte ich zwei andere umgeworfen !

Die Masten habe ich mir gerade von Busch im Internet bestellt.

Gruß Henning

DVst HK

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Sunday, March 30th 2014, 12:06am

Mal so richtig durchhängen lassen

Moin, moin,

da ich hier schon erwähnt worden bin, wegen des Umfangs nun in 2 oder 3 Teilen ein Bericht, den ich 2010 für die Spur 0 Lokomotive, die Zeitschrift der Internationalen ARGE Spur 0 geschrieben habe:


Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Kindheit, wenn ich mit meinen Eltern im Zug saß und damals von Wolfsburg auf großer 8-stündiger Tour zu meinen Großeltern nach Mainz unterwegs war. Ein Fensterplatz im Abteil gehörte mir und bei im Vergleich zu heute gemächlicher Fahrt zog die Landschaft an uns vorbei. Etwas hat sich dabei eingeprägt: das ewige auf und ab der Drähte der Telegrafenleitungen. Diese sogenannten Freileitungen prägten jahrzehntelang das Bild der Bahnanlagen, an manchen Strecken findet man sie noch heute.

Auf vielen Anlagen und in Zeitschriften habe ich die Umsetzung ins Modell gesehen, wobei mich keine Variante so richtig überzeugt hat. Meist waren die Drähte straff gespannt und von besagtem auf und ab war nichts zu bemerken – aber gerade das macht in meinen Augen das Flair dieser Nachbildung aus. Lange habe ich vergebens überlegt, wie das vorbildgetreu nachgebildet werden könnte. Wie so oft im Leben hat man plötzlich und unerwartet eine Idee; und manchmal ist die dann sogar praxistauglich. Für alle, die dies auf ihrer Anlage auch gestalten möchten, soll hier eine kurze Baubeschreibung für diese Nachbildung erfolgen.

Zunächst muss man sich – wie immer – mit dem Vorbild beschäftigen, denn ohne Vorbildkenntnisse kann kein realistisches Modell entstehen.

Freileitungen können aus Streckenfernsprech-, Fernsprech-, Fernschreibe-, Block- und anderen Fernmeldeleitungen (z.B. für die Post, alias Telekom) bestehen. Wird Erde als Rückleitung verwendet, spricht man von einer Einfachleitung, sind für Hin- und Rückleitung zwei besondere Leiter vorhanden, handelt es sich um eine Doppelleitung. Auch eine Mehrfachausnutzung von Doppelleitungen ist möglich.

Die Leitungsstangen sind meist aus Kiefernholz und haben Längen von 7, 8, 9, 10 und 11 Metern. Je nach der Belastung (d.h. Anzahl der Leitungen) verwendet man Einfach-, Kuppel- oder Doppelgestänge. Einfachgestänge haben eine Leitungsstange, Kuppelgestänge bestehen aus zwei miteinander verbundenen und mit Eisenbandagen umwickelten Stangen und Doppelgestänge aus 2 nebeneinander stehenden Leitungsstangen. Neben den normalen Holzmasten gibt es noch Sonderbauformen, wie z.B. Rohrständer an/auf Gebäuden, Felswänden und Brücken.

Die Leitungsführung erfolgt bei Kurven im Innenbogen, wo die Masten entsprechen abgestützt sind. Auch in Längsrichtung sind Abstützungen erforderlich, sogenannte Linienfestpunkte, üblich sind dabei Abstände von 7 bis 10 Masten, in schwierigem Gelände auch weniger. Der Mindestabstand von Gleismitte zum ersten Isolator muss 3 Meter betragen.

Bei Gleiskreuzungen, an denen die Freileitung über die Trasse geführt wird, muss der Drahtabstand mindestens 6 Meter zur Schienenoberkante betragen.

15kV-Oberleitungen und Freileitungen schließen sich übrigens gegeneinander aus. Deshalb und auch in Tunneln oder häufig in Bahnhöfen wird die Freileitung bis zu einem Endmast geführt und ab dort als Erdkabel weitergeführt. An einem Endmast werden die Leitungen in Kabelführungsschächten (im Modell U-Profil mit offener Seite am Mast) zum Überführungsendverschlusskasten kurz über dem Boden geführt. Endmasten sind immer als Linienfestpunkt in Richtung der Freileitung abgestützt.

1) Stange angeschuht



2) Stange angeschuht

3) Stange angeschuht und Mastverspannung

4) Endmast

5) Endmast mit Kabelführungsschacht und Überführungsendverschlusskasten

6) Endmast mit Kabelführungsschacht

7) Endmast mit Kabelführungsschacht und Überführungsendverschlusskasten
Eckhard

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DT1

Lokomotivbetriebsinspektor

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Sunday, March 30th 2014, 8:38am

Interessantes Thema, da ich dies mal gelernt habe.
Wir haben damals noch jede Menge Masten gestellt, speziell in ländlichere Gegenden. Da der Lehrberuf des Fernmeldemonteurs in Österreich nur bei der Post, Bahn und Polizei gelehrt wurde, sahen wir uns natürlich auch wöchentlich in der Berufsschule. Ich kann mich aber nie erinnern, dass die Eisenbahner (ÖBBler bei uns genannt) mal von so großen Querschnitten erzählten. Wenn ich den einen Link folge und lese welche Querschnitte (bis 3 qmm) bei der Bahn eingesetzt werden/wurden kann ich nur sagen, ich habe selbst noch nie so dicke Drähte gesehen, wobei wir auch sehr lange Strecken zurücklegten von der Vermittlungsstelle bis zum Endgerät.
Freileitungen werden bei so langen Strecken gerne verstärkt und zum Teil galvanisch getrennt, dazu müssen sie von den Masten in ein Gebäude gebracht werden. An Masten selbst werden nur Sicherungen gegen Überspannung verwendet. Was man leider nur schwer im Modell nachbilden kann ist das Tragseil, an dem das richtige Telefonkabel hängt und gespannt wird.

Ich kann mich noch gut erinnern, es war Winter und ich im ersten Lehrjahr, da mussten wir das erste Mal auf die Masten. Hintertückisch wie unser Ausbilder war erwähnte er nicht dass man an den vereisten Kabeln kleben bleibt, wenn man sie ohne Handschuhe anfasst und ratet mal wer keine anhatte :wacko: Oder die ersten Schritte mit den gebogenen Steigeisen, denke mich hat es da auch mal so richtig flachgelegt bei einem der Wettbewerbe die wie bei Le Mans waren, alle Mann nebeneinander, gleichzeitig zum Mastlaufen und wer als erster oben war hatte gewonnen, wenn er nicht beim Steigen am vereisten oder vom Teer getränkten Mast abrutschte :D

Aber anscheinend gab es bei der Bahn doch ein paar Unterschiede zur "normalen" Telefonie.

Gruß,
Wolfgang

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Oli S.

Fahrgast

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12

Sunday, March 30th 2014, 9:03am

Isolatoren

Hallo Eckhard,
wie haben Sie die Isolatoren nachgebildet? Die Freileitungen auf Ihrer Anlage gefallen mir gut!
Gruß, Oli S.

DVst HK

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Sunday, March 30th 2014, 1:01pm

Mal so richtig durchhängen lassen - Teil 2

Moin, moin zusammen,

hier nun der zweite (und letzte) Teil:

Wie im Original sind auch im Modell die Leitungsstangen das tragende Element. Sie müssen daher aus stabilem Material bestehen, ich habe Rundmessing von 3 mm Durchmesser verwendet, was einem gebräuchlichen Vorbilddurchmesser entspricht. Die Länge der Stangen ist so zu bemessen, dass sie in ausreichender Tiefe in der Anlage gegründet werden können. Bei Holzuntergrund können schon 2 cm Einbautiefe ausreichen, bei Styroporuntergrund habe ich bis zu 15 cm Einbautiefe realisiert. Die Höhe der Leitungsstangen variiert nach den Gegebenheiten des Bahndammes, in der Regel sollte die unterste Traverse im Modell mindestens 10 cm über Boden angebracht werden, damit auch bei stark durchhängender Leitung im heißen Sommer unsere Preiserlein keinen Schlag bekommen.

Eine Abstützung einer Leitungsstange sollten in jedem Fall an die Stange angelötet werden, damit bei versehentlichem Berühren der Leitungen kein Bruch entsteht. Bei Leitungskreuzungen müssen die Stangen so hoch sein, dass sie die Leitungen sicher über das Lichtraumprofil der Gleise hinweg heben. Bei diesen hohen Leitungsstangen sollten auch die aus Eisenträgern hergestellten Mastverspannungen mittels Messingprofilen (z.B. U-Profil 1.5-2,0 x 0,5-1,0 mm) nachgebildet oder links und rechts Stangen angeschuht werden. Die Spitze der Leitungsstange ist in Dachform anzuschleifen, damit sich dort kein Wasser sammelt – im Modell dient dies natürlich nur zum Ableiten der Schweißtropfen beim Bau und Betrieb unserer Anlage. Die Farbgebung ist braun bis schwarzbraun, der im Boden stehende Teil ist bis ca 1 bis 2 cm über Bodenoberkannte mit einem schwarzen Karbolineum-Schutzanstrich gegen Fäulnis zu versehen. Der Abstand der Leitungsstangen zueinander sollte im Modell maximal etwa 80 cm betragen. Insbesondere in Kurven oder an windigen Stellen (die nur das Vorbild kennt) kann vorbildgerecht auf etwa 50 cm herunter gegangen werden.

Vor dem Lackieren sind die Halterungen für die Traversen aus Rundmessing 0,8 oder 1,0 mm an der Stange anzulöten. Die Traversen selbst bestehen aus U-Profilen 2 x 1 mm. Der Abstand von Traverse zu Traverse sollte im Modell etwa 2 cm betragen. Die Länge der Traversen richtet sich nach der Anzahl der Isolatoren, wobei der Abstand zwischen den Rundeisen der Isolatoren etwa 3,5 mm betragen sollte. Die Rundeisen, auf denen die Isolatoren sitzen bestehen wiederum aus 0,8 mm Messingdraht und sind in die Traversen abwechselnd von oben und unten einzulöten, wobei die unten eingelöteten Rundeisen nach oben zu biegen sind. Zu beachten ist hierbei, dass die Rundeisen so lang sein müssen, dass die aufgesetzten Isolatoren den Draht noch sicher über die Traversen führen können. Die Traversen und die Rundeisen sind schwarz zu lackieren.


Rohbau der Traverse

Rohbau Mast mit Traverse

Ein originaler Kugelkopfisolator mittlerer Größe ist 14 cm hoch und 8,5 cm im Durchmesser, üblich sollen auch Höhen von 20 cm mit entsprechend größerem Durchmesser von bis zu 12 cm gewesen sein. Für Spur 0 also etwa 3,1 bis 4,5 mm hoch und 1,9 bis 2,6 mm im Durchmesser. Ich habe mich an die mittlere mir im Original vorliegende Größe gehalten, weil kleinere Größen problematisch in der betriebssicheren Nachbildung sind und die größeren Isolatorformen mir in der Umsetzung im Modell zu klobig erscheinen.

Original Kugelkopfisolator der DB

Die Isolatoren werden aus der Isolierung von Stromkabeln hergestellt, passend sind weiße Kabel von etwa 2,0 mm Außendurchmesser. Die Isolierung wird von der Litze bzw. vom Draht abgezogen und mit einem Messer werden kleine Abschnitte abgetrennt. Ein Isolator besteht aus 2 solcher Abschnitte. Wenn der untere Abschnitt des Isolators auf das Rundeisen an den Traversen geschoben wurde, muss er mit Sekundenkleber zusätzlich fixiert werden, obwohl er eigentlich schon recht stramm auf dem Rundeisen sitzt. Dies ist notwendig, damit der nächste Schritt erfolgreich durchgeführt werden kann: beiderseits der Rundeisen sind nun mittels Stiftenklöbchen und 0,5 mm-Bohrer die unteren Abschnitte der Isolatoren komplett zu durchbohren. Dies geht nach einigen Versuchen ziemlich leicht von der Hand, indem der Bohrer zwischen Rundeisen und Isolator angesetzt wird – schneiden wird er sich nur in das weichere Material des Isolators.

Die so vorbereitete Traverse ist auf die Halterung an der Leitungsstange zu schieben und festzukleben. Bei mehreren Traversen an einer Stange ist zunächst nur die untere Traverse zu befestigen, weil beim Einhängen der Leitungen die darüber liegende Traverse stören würde. Diese zweite (und ggf. dritte) Traverse ist erst nach dem Einhängen der unteren Leitungen zu befestigen.


Isolatoren der unteren Leitung fertig, obere Leitungen im Bau mit halben Isolatoren

Die Leitungen bestehen aus 0,3 mm Stahldraht, der u.a. von der Firma Graupner in geraden(!) Stücken von 1 Meter Länge preisgünstig beschafft werden kann. Auf keinen Fall dürfen gerollte Ware oder geknickte gerade Stücke verwendet werden. Ich hatte ursprünglich gedacht, dass dieser Stahldraht unter Druck zwischen die Isolatoren nach unten durchhängend geklemmt werden müsste. Tatsächlich hat aber der Stahldraht die Eigenschaft, dass er durch sein Eigengewicht (kann man hier eigentlich von „Gewicht“ sprechen???) von ganz allein in der Mitte der Leitung vorbildgemäß herunterhängt – solche Überraschungen liebe ich. Befestigt wird der Stahldraht nun, indem an einem Ende ein Stück von etwa 2 – 2,5 mm rechtwinklig abgebogen und dieses abgebogene Ende in die eine Bohrung des unteren Isolatorabschnitts gesteckt wird. Unruhige Zeitgenossen sollten den Draht nun sofort mit dem oberen Isolatorabschnitt sichern, damit sie ihn nicht noch weitere hundert Male einführen müssen; in sich selbst ruhende Nuller können natürlich vorher auf der anderen Seite des Rundeisens den zweiten Draht in den Isolator einhängen, die anderen nehmen nach komplettem Einhängen des ersten Drahtes an beiden Leitungsstangen den oberen Isolatorabschnitt zum Einhängen des zweiten Drahtes wieder ab, bevor sie ihn endgültig aufsetzen, denn nach Einhängen an beiden Enden hält ein Draht auch ohne Sicherung relativ stabil in den Bohrungen der unteren Isolatorabschnitte. Der obere Isolatorabschnitt sollte nicht geklebt werden, da er stramm genug sitzt und für eventuelle Reparaturen leicht abnehmbar bleiben sollte. Zum Einhängen an der zweiten Leitungsstange ist der Draht zu straffen und je nach gewünschtem Durchhängen hinter dem Isolator oder 1-3 mm hinter dem Isolator ebenfalls rechtwinklig abzubiegen, zu kürzen und dann einzuhängen. Durch die kleine Überlänge zieht das Gewicht des Drahtes ihn in gewünschter Form nach unten. Fertig, nächster Draht.


Ziehen der Leitungen

Ziehen der Leitungen

In der Praxis hat sich herausgestellt, dass eine so gebaute Telegrafenleitung sehr belastbar und wenig reparaturanfällig ist. Sollte dennoch einmal eine Reparatur erforderlich sein, ist ein Austausch der Drähte ohne allzu großen Aufwand leicht zu bewerkstelligen. Nach einigen Jahren auf meiner Anlage war allerdings noch kein Austausch erforderlich.








Eckhard

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hapo

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Sunday, March 30th 2014, 2:00pm

Hallo Eckhard,

Da habe ich mit meiner Frage ja was tolles angestoßen ! Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, der sicher vielen Nullern Anregungen gibt. Auch die Bilder Deiner Anlage begeistern und ich muss zugeben: mit den aufgehängten Drähten sieht die Anlage noch besser aus. Es wird nur schwierig so etwas und bei einer Modulanlage zu realisieren.

Danke und Gruß Henning

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Sunday, March 30th 2014, 5:17pm

Eckhard,
herzlichen Dank für dein genaues Erklären und Zeigen am Modell :!: :!: Zudem die Materialangabe des verwendeten Graupner-Stahldrahtes rundet dein Bericht perfekt ab.
Gruß, Andreas.

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Oli S.

Fahrgast

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Monday, March 31st 2014, 8:45pm

Danke!

Ich ziehe meinen (virtuellen) Hut! Wenn ich mir Ihre Anlage so anschaue und die Zeit hochrechne, die Sie da investiert haben...
Und dann bauen Sie auch noch Weichen und Gebäude selbst und Rollmaterial entsprechend Ihren Vorstellungen um und und.... Da komme ich mir ziemlich klein vor. Wo nehmen Sie bloß die Zeit her? Respekt, Respekt! Also ehrlich: ich bin ziemlich beeindruckt!
Viel Spaß mit Ihrer tollen Anlage! Wünscht Oli S. (Anlage Schmilau aus dem Schnellenkamp Forum)

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Thursday, March 24th 2016, 1:56pm

Informationen zu Freileitungen

Hallo Spur Nuller,

das Thema Freileitungen wird immer wieder mal aktuell, weshalb ich den Thread nach vorne geholt habe.
Ursprünglich wollte ich einige Artikel aus alten MIBA-Heften hier einkopieren, was allerdings am Datenumfang
gescheitert ist (Genehmigung des Verlags liegt vor).
Nun hat mich der Nachwuchs auf DROPBOX aufmerksam gemacht, wo größere Datenmengen hinterlegt werden
können.
Bitte den Link anklicken, er müßte euch in "meine" Dropbox" leiten, wo ich einen Ordner mit mehreren Dateien
des Themas Freileitungen hinterlegt habe.
Wenn´s nicht funktioniert, bitte mich umgehend informieren.

Mit besten Grüssen aus München

Dieter


https://www.dropbox.com/sh/w0f4n41zycs5teu/AAAsouqKNmZanWd-vwdVLT8Va?dl=0

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wsb56

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18

Thursday, March 24th 2016, 2:14pm

Moin Dieter,

erst mal besten Dank für Deine Mühe, und ja der Link funktioniert. Ich habe zwar die MIBA-DVD, aber so ist es wesentlich einfacher. ;)

Tja, manchmal sind die Knilche auch zu was zu gebrauchen. Ich weiß wovon ich rede, drei eigene Kinder und zwei Beute- äh Schwiegerkinder in spee. ;)

Beste Grüße,
Bernd

DirkausDüsseldorf

Fahrdienstleiter

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19

Thursday, March 24th 2016, 2:34pm

Link klickbar

Hallo Dieter,

nochmals besten Dank für Deine Mühe und den interessanten LINK den ich für Bequeme wie mich :D nochmal direkt klickbar anfüge:

LINK zu Dieters DROPBOX mit MIBA Artikel Telegrafenleitungen

Viele Grüße,
Dirk ;)

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