You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Spur Null Magazin Forum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

1

Friday, February 7th 2014, 11:53pm

Stillgelegt - Nebenbahnromantik günstig aus Karton und Naturalien

Liebe Spur-Null-Leser,

vor knapp 100 Jahren rollten noch Gespanne auf die alte Fuhrwerkswaage in Brandenburg. Heute ist sie als Gartencafé Treffpunkt der Dallminer. Gleich nebenan: das frühere Stationsgebäude in den Händen privater Besitzer...Geplant sind 4 Segmente je 0,80 x 0,42 Meter, die fast vollständig aus Karton, Naturmaterialien, Küchen- und Bau-Resten entstehen sollen. Die Anordnung der maßstäblichen Gebäude wurde aus Platzgründen im Modell verändert. ;-)

Grüße,
Theresa

Segment 1: Alte Fuhrwerkswaage als Gartencafé und privat genutztes ehemaliges Stationsgebäude











Vorbilder

Die Strecke verfügte über mehrere baugleiche Klinker-Stationsgebäude - teilweise mit Fuhrwerkswaagen. Das Vorbildfoto auf der Seite von Burkhard Freier zeigt das alte Stationsgebäude - bis 1912 in Betrieb - das auf dem 1. Segment gebaut wird. Für die Gebäude nutzte ich einen zweiteiligen Kartonbausatz von Makamo.



Bildquelle: B. Freier

Mein Kompromiss an den Platz: Das neuere Stationsgebäude daneben wurde durch die schöne alte Fuhrwerkswaage eines anderen Haltepunktes dieser Ringbahn-Strecke ersetzt - in fiktiver moderner Umnutzung als kleines Gartencafé. Die Fuhrwerkswaage dieses Typs im Bild diente dem Anbieter des Gebäudebausatzes nach dessen Angaben als Vorbild.



Bildquelle: MaKaMo


Bau der alten Fuhrwerkswaage

Das Häuschen wird aus einzelnen Kartonteilen zusammengesetzt.


Wiegefläche und Regenrinnen sind aus dem Bausatz und nach Bautipp vom Hersteller gebaut. Der Schornstein ist eigentlich länger und gerade, aber so gefällt er mir auch. Zur Alterung der Außenfassade und Wiegenfläche habe ich für eine Lasur einen kleinen Strang schwarzer Acrylbarbe in einem Glas Wasser gelöst und dann mit dem Pinsel leicht über die Flächen gewischt, mehrfach auf der Wiege. Eine andere Alterungsmethode hatte ich hier ausprobiert.



Gartenmöbel

Für den Garten mussten ein paar Sonnenschirme her. Erst mal nicht so einfach, denn ich habe noch nie was entworfen. Für das Foto die Arbeitsgänge mal geordnet...



Das Ergebnis sah dann Sonnenschirm-ähnlich aus, wenn auch etwas klobig. Aber es gäbe sicher mehr Meister, wenn sie einfach nur vom Himmel fallen würden...



Tische und Stühle wurden übrigens aus der Inneneinrichtung des Gebäudeherstellers gebaut und von mir bemalt.

Da ich leere Tische für ein Gartencafé nicht einladend fand, musste ein wenig Deko her. Aus leicht geknüllten Papierstücken entstanden Tischtücher. Aus Resten der Schirmstangen die Vase. Ein knurrender Magen brachte mich auf die Idee einer Vanille-Moccacremetorte aus Karton. Leider war dann die Größe des Kuchens nicht maßstabsgerecht 1:45, sondern proportional zu meinem Kuchenappetit. ... Auf einem separaten Kuchentisch fällt das aber nicht mehr so auf.



Hier noch etwas Geschirr und die Preiserlein sitzen schon... Bis auf die Figuren und den Pflanzenrest ist alles aus Karton.



Stationsgebäude

Da es beleuchtet wird, stattete ich das alte Stationsgebäude mit einer Inneneinrichtung aus. In die Ecken der Schuppen- und Wartesaalwände kamen schmale Papierstreifen, damit garantiert nichts durchscheint.


Die Schuppenwände wurden mit unverdünntem leicht eingetrocknetem Deckweiß bestrichen (wirkt wie gekalkt). Die Wartesaalwände erhielten einen sandfarbenen Acrylfarbanstrich aus Künstlerfarbe (unverdünnt), der die Kartonfassaden nicht verzieht oder wellt. Die Kartonböden aus dem Gebäudebausatz wurden mit einer dünnen Schicht Fertigspachtel und einer Acrylfarbmischung aus grün, weiß und einem Tupfer ocker aufgepimpt. Die Bemalung ist nicht erforderlich, wirkt aber bei gelblicher Beleuchtung kontrastreicher.



Das Interieur des Schuppens entstand nach eigenen Ideen aus Kartonabfällen einer Schreibwarenabteilung, die verschiedene Formularvordrucke mit dünnen Pappeinlegern im Regal trennt. Die Kohlen sind bemalte Tonsteinchen aus Hydropflanzengranulat. Die Lichtschalter wurden aus bemalten Kartonvierecken hergestellt. Würde ich das noch einmal bauen, würde ich alles aber noch eine Nummer kleiner machen. Die Möbel im Dienstraum und Wartesaal wurden aus dem Karton-Bausatz einer Stellwerksinnenausstattung gebastelt und dann angestrichen.


Hier das Regal aus Kartonresten: Streifen schneiden, doppelt über- und aneinanderkleben, streichen, fertig. Der grüne Arbeitskittel ist aus Papier und etwas geknüllt.


Beleuchtung und Dachaufbau

In das Gebäude wird eine einfache LED-Beleuchtung gehängt. Kleine Schlitze in den Seitenwänden für die Leitungen sorgen dafür, dass das Dach lichtdicht abschließt.



... und das Kabel unten herausgeführt.



Das Dach mit einem schweren Bücherstapel trocknen, wird gleichmäßig und lichtdicht.



Die Dachsparren sehen aus wie Holz, sind jedoch aus bemaltem Karton. Die Mühe dieses Details lohnt sich.


Grüße
Theresa

This post has been edited 36 times, last edit by "Theresa" (Jun 13th 2014, 1:39pm) with the following reason: Weitere Ergänzungen


40 registered users and 5 guests thanked already.

Users who thanked for this post:

Looki (08.02.2014), US-Werner (08.02.2014), Geiswanger (08.02.2014), Udom (08.02.2014), BahnMichel (08.02.2014), Waldemar (08.02.2014), isiko (08.02.2014), holger (08.02.2014), Didier78 (08.02.2014), Holsteiner (08.02.2014), Doc (08.02.2014), Norbert (08.02.2014), Montafoner (08.02.2014), Meinhard (08.02.2014), Staudenfan (08.02.2014), JACQUES TIMMERMANS (08.02.2014), Ben Malin (08.02.2014), Joop (08.02.2014), Martin Zeilinger (08.02.2014), BTB0e+0 (08.02.2014), Nikolaus (08.02.2014), Andi (08.02.2014), gabrinau (08.02.2014), DVst HK (08.02.2014), Alfred (08.02.2014), E94281 (08.02.2014), Pjotrek (08.02.2014), Juergen Sch. (09.02.2014), Sommer84 (15.02.2014), Schlobie (16.02.2014), lok-schrauber (16.02.2014), Nuller Neckarquelle (28.03.2014), Tom (24.05.2014), Rollo (15.01.2015), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Han_P (26.04.2015), Locutus (14.08.2015), Wopi (03.10.2015), 98 1125 (31.05.2017)

Baureihe44

Unregistered

2

Saturday, February 8th 2014, 9:04am

Hallo Theresa,

danke für Deinen Bericht. Bin gespannt welche Materialien noch den Weg auf Deine Module finden und was Du daraus machst.
Ich bin ja selbst auch immer bestrebt, möglichst wenig fertig zu kaufen und vorhandene Materialien für meine MoBa zu verwenden.

Lg
Michael

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

Theresa (08.02.2014)

3

Saturday, February 8th 2014, 10:31am

@ Signum: Mit dem Maßstäblichen meiner Schuppeneinrichtung stimme ich Dir zu. Hier im Forum haben mir fast alle noch Lichtjahre an Bauerfahrung voraus. Da helfen Eure Hinweise natürlich auch und dann noch mehr ausmessen, umrechnen, bauen, bauen und nochmals bauen...

@ Nozet: Bei mehreren Schirmen kann man auch einzelne Schirmstangen zweiteilig zum Ineinanderstecken bauen und dann auch mal ankippen. Sieht bei vielen Schirmen dann nicht so nach Schirmwald aus.
Grüße
Theresa

This post has been edited 6 times, last edit by "Theresa" (Feb 10th 2014, 10:14am)


2 guests thanked already.

BTB0e+0

Bahngeneraldirektor

(853)

Posts: 1,396

Location: Mittelfranken

Occupation: Psychotherapeut

  • Send private message

4

Saturday, February 8th 2014, 1:10pm

... aus dem Nichts...

Hi Theresa,

eigentlich habe ich ja momentan keine Zeit und keinen Nerv fürs Forum, was Du aber "auf die Beine stellst" hat allemal wenigstens eine kurze Antwort verdient.

Das nenne ich Modellbau - denn, mal abgesehen von der etwas groben Massstäblichkeit, Bausätze kaufen und zusammenbauen kann so ziemlich jeder der nicht gerade zwei linke Hände hat. Was Du hier zeigst ist "aus dem Nichts was machen" und das kann eben nicht jeder. Mir gefällt Deine Vorgehensweise, die Ideen zur Materialauswahl und die Stimmung, welche Du als Gesamtes auf dem Diorama einfängst und darstellst. Kurz: Mir gefällt Dein "Werk" sehr gut.
Gruss
Robert
BTB0e+0

Signum

Lokführer

(179)

Posts: 453

Location: Braunschweig

  • Send private message

5

Saturday, February 8th 2014, 2:44pm

Hallo Theresa,

erst einmal finde ich es toll, dass Du meine Beitragsbewertung positiv aufnimmst und es als Anregung siehst. :thumbup:
Ich habe bei manch einer "konstruktiven" Kritik geschluckt, aber der drang mich verbessern zu wollen war stärker, als mich in mein Schneckenhaus zurück zu ziehen. :rolleyes:
Deine Worte "Hier im Forum haben mir fast alle noch Lichtjahre an Bauerfahrung voraus sind" stimmen nicht unbedingt. Denn ich sehe in deinen Sachen sehr viel liebe zum Detail, auch wenn vielleicht nicht alles Maßstabsgenrecht ist.
Wichtig: Du machst was, zeigst es und hast den drang Dich zu verbessern.

Ich freue mich schon auf neue Sachen von Dir. :)
Gruß Signum oder auch Thomas
Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

2 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Theresa (08.02.2014), Nuller Neckarquelle (28.03.2014)

6

Saturday, February 8th 2014, 8:04pm

@ Robert und Thomas und alle anderen, die eine Bewertung oder Kommentar abgaben. Danke Euch allen für Euren Ansporn, Fortsetzung demnächst:thumbsup:
Grüße
Theresa

This post has been edited 4 times, last edit by "Theresa" (Feb 9th 2014, 6:32pm)


3 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

modellbahner_1980 (08.02.2014), BTB0e+0 (09.02.2014), Signum (09.02.2014)

7

Sunday, February 9th 2014, 1:11pm

Gartenzaun aus Karton

Als die Bewirtschaftung der Waage begann, musste ein ordentlicher Zaun her. Dieser stammte noch aus früherer Zeit und erinnert fast an eine Stallumzäunung. Denn eine große Materialauswahl gab es damals nicht und vieles wurde improvisiert. Mit seinem frischen Anstrich leuchtet er heute schon von Weitem und wird nur an der Terrasse von einer höheren grünen Holzwand durchbrochen. Schließlich möchte auch ein Dallminer ab und an mal einen Kaffee schlürfen, ohne, dass ihm der Nachbar gleich bis auf den Grund der Tasse sehen kann, wenn er oben im Traktor auf der Landstraße vorbeifährt.
;)
Der Zaun entstand aus übrig gebliebenen Kartontrennblättern der Schreibwarenabteilung. Von 10 Pappen könnte man vermutlich einen halben Dachboden einzäunen - daher ein Zaun fast zum Nulltarif. Hier eine kurze Bauanleitung:

Für die Holzfelder doppelt Kartonstreifen ausmessen und ausschneiden. Die Latten anzeichnen und oben jeweils spitz zuschneiden und dann gegeneinander kleben.



Nach dem Trocknen die Latten in feine Streifen schneiden. Zwei dünne einfache Längsstreifen aus Karton mit Klebstoff benetzen und die Latten einzeln auflegen - entweder dicht an dicht oder nach Belieben auch mit Abstand für Zaundurchblicke.



Nun für einen Pfeiler 4 - 5 einzelne Kartonstreifen schneiden und aufeinanderkleben. Das getrocknete Bündel dann rundherum durch Holzspachtel ziehen und nur etwas abstreifen, so dass eine unregelmäßige Struktur bleibt.



Nun das Zaunfeld streichen und die Pfeiler seitlich ankleben - fertig ist ein Zaunteil mit 2 Pfeilern. Diese dann untereinander mit Klebstoff verbinden.

Grüße
Theresa

This post has been edited 3 times, last edit by "Theresa" (Jun 13th 2014, 1:44pm)


16 registered users and 2 guests thanked already.

Users who thanked for this post:

gabrinau (09.02.2014), preumode (09.02.2014), Udom (09.02.2014), Didier78 (09.02.2014), E94281 (09.02.2014), BTB0e+0 (09.02.2014), Holsteiner (09.02.2014), Ben Malin (09.02.2014), Schlobie (16.02.2014), Baumbauer 007 (16.02.2014), Nuller Neckarquelle (28.03.2014), Tom (24.05.2014), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Wopi (03.10.2015), 98 1125 (31.05.2017)

8

Saturday, February 15th 2014, 10:55am

Laub- und Baumherstellung

Diverse Parks lieferten das Baumaterial, das auf Zeitungen 14 Tage lang getrocknet wurde. Die trockenen Blätter wurden dann in einem verschließbaren Gefrierbeutel geknetet.



Bei meinen Pflanzenexperimenten blieb lediglich Ahornlaub auch nach Monaten noch grün. Der Sand wurde aus einem Buddelkasten ausgesiebt.



Schlehen eignen sich gut als Bäumlinge, da sie stark verästelt sind. Diese hier stammen aus den Schnittabfällen der Parkgärtner.



Für den Bau der Bäume und Pflanzen und als Klebepad entstand grünes Flies aus normaler Watte, die in einem Rest grüner Ostereierfarbe gefärbt und dann 4 Tage lang auf einer Zeitung getrocknet wurde. Vor dem Trocknen zieht man die Watte einfach in nassem Zustand auseinander.



Für etwas gröbere Bäume wurde ein wenig Flies mit Klebstoff benetzt und in Laubmasse aus unterschiedlichen Farbtönen gewälzt. Die Fliesstücken wurden an den Spitzen dann aufgesetzt.



Andere Bäume entstanden einfach durch das Zerdrücken von trockenen Ahornblättern mit der Hand. Teile der Adern mit zerquetschten Laubresten wurden dann an die Astenden geklebt. Konserviert wurde das ganze mit einer Wasser-/Tuschelasur (Chinatusche) in unterschiedlichen Verdünnungen. Diese sorgt dafür, dass der grüne Farbton des Ahorns nicht nachbleicht und das Laub nicht rieselt.



Grüße
Theresa

16 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

E94281 (15.02.2014), Didier78 (15.02.2014), Udom (15.02.2014), koefschrauber (15.02.2014), Ben Malin (15.02.2014), Holsteiner (16.02.2014), Schlobie (16.02.2014), gabrinau (16.02.2014), Baumbauer 007 (16.02.2014), BTB0e+0 (16.03.2014), Nuller Neckarquelle (28.03.2014), Karlsbad-Express (26.04.2014), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Wopi (03.10.2015), 98 1125 (31.05.2017)

9

Sunday, February 16th 2014, 1:13pm

... und hier die Baustelle

Das Sperrholz ist ein Schnittrest aus dem Baumarkt, der mit Farbresten "Schöner-Wohnen"-Abtönfarbe grundiert wurde.



Der kleine Weg entsteht aus Tonsteinchen, in denen sonst Hydropflanzen gedeihen...



Der Asphaltbelag der Landstraße entsteht aus einem Rest Sesam mit abgelaufenem Verfallsdatum. Der wird in ein Klebstoffbett gestreut und nach dem Trocknen mit einer Lasur aus Wasser und schwarzer Acrylfarbe mehrfach gestrichen. Die Körnung des Asphaltes tritt so noch deutlicher hervor.




Das in Natur ziemlich platte Gelände wird nur mit etwas Holzspachtel anmodelliert. Der trockene Spachtel wird mit halbmatt trocknender Künsleracrylfarbe gestrichen, bevor an einigen Stelle Erde aufgebracht wird.


Anstelle von Geländematten werden Tempotaschentücher (unbenutzt) geknüllt und auf der Platte verklebt. Nach dem Trocknen wird der Zellstoffklebstoffuntergrund mit brauner Künstleracrylfarbe gestrichen. Auf die noch feuchte Farbe werden dann grüne Laubflocken gestreut.



Grüße
Theresa

This post has been edited 7 times, last edit by "Theresa" (Feb 16th 2014, 3:07pm) with the following reason: Fortsetzung


14 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Udom (16.02.2014), gabrinau (16.02.2014), Baumbauer 007 (16.02.2014), Holsteiner (16.02.2014), Ben Malin (16.02.2014), BR96 (17.02.2014), Didier78 (16.03.2014), BTB0e+0 (16.03.2014), Meinhard (20.03.2014), Nuller Neckarquelle (28.03.2014), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Wopi (03.10.2015), 98 1125 (31.05.2017)

10

Sunday, March 16th 2014, 3:09pm

...Gleise



Mit einer Mischung aus rostbrauner und weißer Plakat-Farbe wurden die Gleise gealtert. Bei Fahrbetrieb empfehlen sich handelsübliche Weathering-Produkte.







Das Gleis wurde in ein Bett aus Holzspachtel gelegt und mit Backmohn geschottert, indem zunächst UHU-Klebstoff zwischen die Schwellen gegossen und der lose Mohn (hier ein Rest aus der Weihnachtsbackstube) darin angedrückt wurde. Ein leichter Verwitterungseffekt entstand durch einige dann aufgestreute Sandkörner und trockene Grashalme im Schotterbett. Wer Fahrbetrieb hat, sollte nach dem Trocknen der Masse Schwellen und Gleise mit einem feinen Pinsel gründlich von losen Mohnresten befreien, damit es kein Zugunglück gibt.
Grüße
Theresa

17 registered users and 2 guests thanked already.

Users who thanked for this post:

gabrinau (16.03.2014), Didier78 (16.03.2014), Udom (16.03.2014), Nuller Neckarquelle (16.03.2014), BTB0e+0 (16.03.2014), Baumbauer 007 (16.03.2014), Der Teufel (19.03.2014), Meinhard (20.03.2014), Dieter Ackermann (27.03.2014), Holsteiner (01.04.2014), Schlobie (15.04.2014), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Han_P (26.04.2015), Locutus (14.08.2015), Wopi (03.10.2015), 98 1125 (31.05.2017)

BTB0e+0

Bahngeneraldirektor

(853)

Posts: 1,396

Location: Mittelfranken

Occupation: Psychotherapeut

  • Send private message

11

Sunday, March 16th 2014, 8:00pm

Gute Gangart

Hallo Theresa,

auf was Du für Ideen kommst, was alles zum Modellbau herhalten kann - sagenhaft! Du arbeitest ja offenbar nur mit Material das selbst herzustellen ist und so gut wie nichts kostet. So extrem bin ich zwar nicht - würde auch nicht ganz so zu meinem Landschaftsstil passen - aber Deine konsequente Gangart gefällt mir gut.
Gruss
Robert
BTB0e+0

This post has been edited 1 times, last edit by "BTB0e+0" (Mar 17th 2014, 12:56am)


1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

Theresa (19.03.2014)

12

Wednesday, March 19th 2014, 8:08pm

Hallo Robert,

da ein Segment fast fertig ist, kann ich sagen, dass das Ganze zwar einen eigenen Charakter hat, mir aber trotzdem oder gerade deswegen gefällt. Noch etwas mehr Maßstäblichkeit bekäme man über die Materialauswahl auch hin. Hätte ich den Platz dafür, würde ich eine ganze Anlage in dem Stil bauen und hätte keine Scheu, "nietengerechte" Loks durch meine preiswerte "Küchenlandschaft" zu schicken. Allerdings würde ich auch niemanden verteufeln, der auf etablierte Herstellerprodukte schwört und keine Kosten scheut, um jeden Grashalm so nachzubilden und aufzurichten, wie im Original. Diese Gestaltungsmöglichkeiten sind ja auch das Schöne daran.

Gruß
Theresa
Grüße
Theresa

2 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Dieter Ackermann (27.03.2014), BTB0e+0 (31.03.2014)

abisz

Bremser

(31)

Posts: 66

Location: Großraum Ulm

  • Send private message

13

Thursday, March 27th 2014, 11:47am

Guter Modellbau - der inspiriert

Hallo Theresa,

danke für diesen sehr schönen Beitrag, das nenne ich Modellbau , mal so richtig kreativ. Nachdem ich auch eher der Kreuz und quer Denker bin, und mich nicht so gerne an Konventionen halte, freut mich Dein Beitrag und deine herangehensweise besonders. Das Resultat spricht für sich, und hat einen ganz eigenen Charakter, weit ab von Industrie-massen-Ware, die auch ihre Berechtigung hat.

Mach weiter so, lass Dich nicht beirren und bleibe Dir treu.

Viele Grüße

Andreas

4 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

Dieter Ackermann (27.03.2014), Theresa (30.03.2014), BTB0e+0 (31.03.2014), Schlobie (15.04.2014)

14

Saturday, March 29th 2014, 3:24pm

Ordnung in Gläsern

Tach Theresa,
meine Hochachtung für deine vorbildliche Aufbewahrungsmethode für das "Grünzeug", oder soll man besser sagen "Buntzeug". Ich sammel ebenfalls das ganze Zeug, und nach dem Trocknen kommt es in Kartons oder kleine Plastik Behälter.





Und bei Bedarf geht dann immer die lustige Sucherei los, die Ergebnisse überraschen mich dann auch immer wieder.


Auf dem vorstehenden Bild sieht man eine von meinen "Plattenbauten", so kann man schnell, und ohne Hammer und Meißel seine Anlage verändern.

Es freut mich, das auch du mit diesen Naturmaterialien bastelst. Seit vielen Jahren rette ich so einiges vor der BIO - Tonne, und bin doch immer wieder erstaunt, was man da draußen in Wald und Flur so alles an "BRAUCHBAREN" findet. Und da bei uns im "Schwarzen Wald" eigentlich nur ganz selten bis gar nicht, Rentiere unterwegs sind, sammel ich auch, ohne eine schlechtes Gewissen zu haben, entsprechende Flechten.
Aber eins weiß ich nun, in Zukunft versuche ich auch mal mein Glück mit deinem Aufbewahrungssystem, oder begehe ich damit eine Urheberrechtsverletzung? :D :thumbsup:

Gruß von der sonnigen Neckarquelle
Heiko

8 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Dieter Ackermann (29.03.2014), gabrinau (29.03.2014), Udom (30.03.2014), JACQUES TIMMERMANS (30.03.2014), BTB0e+0 (31.03.2014), Schlobie (15.04.2014), bahnboss (21.02.2015), Wopi (03.10.2015)

15

Sunday, March 30th 2014, 4:04pm

Moin Heiko,

ach was, der Urheber der Konservierung in Gläsern dürfte schon ein paar hundert Jahre alt sein und gegen eine Nachahmung sicher nichts haben. :D Deine Pflanzenkreationen sehen hübsch aus!

Gruß
Theresa
Grüße
Theresa

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

Nuller Neckarquelle (31.03.2014)

merzbahn

Rangiermeister

(41)

Posts: 263

Location: Münster

  • Send private message

16

Monday, March 31st 2014, 10:52pm

Hallo Theresa,
bin ein Fan Deiner Gestaltung- und Vorgehensweise!

Zu Deinem Einsatz mit "Mohn" als Gleisschotter, ich selbst hatte zu meinen H0 Zeiten Schotter aus Grieß hergestellt (eingefärbt mit Graphitpulver), die Ergebnisse fand ich super. Jedoch hatte ich dann gelesen, dass ein anderer Mitstreiter dies auch so gemacht hatte und später Probleme mit Speisemotten bekommen hatte.

Von daher bin ich von dieser Technik wieder abgerückt, Also, habe Deinen Mohnschotter im Auge...

Liebe Grüße aus Münster, Stefan

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

Theresa (01.04.2014)

BTB0e+0

Bahngeneraldirektor

(853)

Posts: 1,396

Location: Mittelfranken

Occupation: Psychotherapeut

  • Send private message

17

Tuesday, April 1st 2014, 12:24am

... in Mode gekommen...

Hi Theresa,

als Du Deinen Thread eröffnet und uns Deine etwas gegen den "Mainstream" verlaufenden Arbeiten vorgestellt hast hätte ich nicht gedacht, dass Du so viele Befürworter haben und positive Reaktionen ernten würdest. Offenbar kommst Du mit Deinen Arbeiten " ein bisschen in Mode" weil Du damit u. a., wenigstens bei mir, einen gewissen Bewusstwerdungsprozess auslöst.

Mir wird wieder mal ganz bewusst was ich da mache - nämlich Natur nachbauen und diese bestmöglich darstellen. Es wird Zeit, dass ich wieder verstärkt in die "Naturkiste" greife. Bei mir fehlt z. B. an einigen Stellen noch das Unterholz (u. v. a.) - und das wird aus echtem Material hergestellt. O. k. - dass so viel wie möglich aus "Echtem" gemacht wird ist schon klar, aber das bewusste Tun triggert natürlich allgemein und besonders die Kreativität zu einem noch höheres Mass. Das zeigt sich dann wiederum in der Ausführung und... ein Kreislauf der zu einem immer höheren Modellbauerniveau führt, bei jedem natürlich nach seinen Vorstellungen und Fähigkeiten.

Jetzt wird mir auch klar, warum mich Deine Arbeiten von Anfang an angesprochen haben - manchmal braucht es etwas Zeit, bis eine Wahrnehmung transparent wird.

Lass uns in diesem Sinne unserem Hobby weiterfrönen und: BASST SCHO!!! (Translation: Passt schon = allumfassender Ausdruck der höchsten Anerkennung und des höchsten Lobes, zu welchen ein Franke fähig ist).
Gruss
Robert
BTB0e+0

2 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

Theresa (01.04.2014), Dieter Ackermann (26.04.2014)

18

Tuesday, April 1st 2014, 9:31pm

... insektensicheres Baumaterial

Lieber Stefan aus Münster,

kohlenhydrathaltige Lebensmittel, wie Mehl, Getreide, Reis, Grieß eignen sich nicht, da Küchenschädlinge diese besonders mögen. Eiweißhaltige Lebensmittel wie Mohn, Sesam, Hülsenfrüchte stehen nicht auf ihrem Speisezettel. Vorsorglich könnte man auch trockenes Lorbeerlaub fein hacken und mit dem Mohn oder Sesam in den Bau einarbeiten. Lorbeerlaub mögen Motten nicht....

Gruß,
Theresa
Grüße
Theresa

This post has been edited 1 times, last edit by "Theresa" (Apr 1st 2014, 9:40pm)


3 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Udom (02.04.2014), Nuller Neckarquelle (02.04.2014), Schlobie (15.04.2014)

19

Saturday, April 26th 2014, 1:28pm

Segment 2 - Umnutzung eines alten Schrankenpostens und Draisinenschuppens als Fahrrad- und Draisinenverleih

Liebe Spur-Null-Leser,

wir schreiben das Jahr 2000. In Dallmin (Brandenburg) hat man sich zehn Jahre nach dem Mauerfall mit dem, was es gab und was es nicht mehr gab, arrangiert. Was noch ging, wurde genutzt, Kaputtes wurde mit möglichst geringem Aufwand repariert, um erst mal auf mit einer neuen Idee auf "einen grünen Zweig" zu kommen. Auf Touristen setzte damals fast jede Region. Was liegt dort an der stillgelegten Strecke also näher als der Fahrrad- und Draisinenverleih Podbielski? Denn der berühmte Namenspatron, preußischer Ex-Postminister aus Berlin, stieg schon vor über 100 Jahren regelmäßig an der Bahnstation gleich nebenan ab, um zu seinem Gut zu gelangen... Heute bekommen Touristen bei Podbielski Drahtesel und Draisinen für sonnige Touren auf Schiene und Landstraße. Das Mini-Modul misst 0,80 lang x 0,42 breit und schließt an das erste mit der Station und dem Gartencafé an.

Gruß,
Theresa

Um einen schönen Sommervormittag mit typischen Licht- und Schattenverhältnissen in der Landschaft zu simulieren, habe ich das Diorama unter echtem Sonneneinfall fotografiert...



Meine Bahnmodule lassen sich auf großen Blumenübertöpfen bequem einzeln im Wohnbereich bebauen. Man kann nebenher auch noch fernsehen, Radio hören, kochen und telefonieren. Die Baustelle hat viel Tageslicht und ist gut zu belüften.



Den Draisinenschuppen rechts gab es wirklich, der Schrankenposten ist auf diesem Streckenabschnitt fiktiv.



Oben wurde das 1. Segment mit Bahnhof und Gartencafé einfach angestellt. Pferdefuß: Ein Telegrafenmast wird hierdurch gedoppelt.



Um das Lichtspiel im Schuppenfenster einzufangen, wurden die braunen Tore des Schuppens ausnahmsweise entfernt.



Der Blick von der Landstraße aus soll Lust auf eine Draisinenfahrt machen. Daher wurde der alte Drahtzaun nur erneuert und keine Mauer ums Gelände hochgezogen.



Aus einer kaputten IKEA-Dokumentenablage aus Draht entstand der neue Drahtzaun. Er wurde mit durchsichtigem Kunststofffaden und einer Nähnadel an die Pfeiler aus Karton + Mörtelbeschichtung punktweise angeheftet.



Der Verleiher brachte es nicht übers Herz, den alten Schlagbaum, Signaltafeln und Handkurbel am Posten zu entsorgen und zäunte einfach alles mit ein.



Der hintere Hofbereich wird noch gepflastert, vor dem Zaun können Blumen auf Vertrauensbasis gekauft werden. Anhalten, Blumen nehmen, Geld in die Dose und weiterfahren. Ein Blumenladen würde sich in der Gegend ja nicht rentieren. Aber ohne Blümchen zur Oma?



Im Posten hat der Verleiher sein Büro. Damit Papier und Gästeköpfe auch bei einem Gewitterregen schön trocken bleiben, muss nun doch lieber ein neues Dach her.



Die Einzelteile der Aluminiumleiter wurden aus einem langen Streichholz für den Weihnachtsbaum heruntergeschliffen, mit einem silbernen Emaillie-Stift bemalt und verklebt.



Die wilde Wiese neben dem Verleih besteht aus getrocknetem und zerquetschtem Laub, das anschließend mit einer Tusche-Lasur noch mal etwas grüner gefärbt wurde. Echter getrockneter Flieder wurde zerkleinert an den Baum geklebt. Auf dem Feld versucht sich der umtriebige Stationsbesitzer gerade im Melonenanbau. Er hat gehört, dass Brandenburg eine der regenärmsten Regionen mit viel Sonne in Deutschland ist. Na, ob die Melonen am Ende wirklich süß und saftig werden?



Die Tore entstanden aus den gleichen langen Streichhölzern und sollen im Kontrast zum Zaun schwer und wuchtig wirken. Das Papierschild wurde mit einem schon etwas dickflüssigen klaren Überlack konserviert, den die Damenwelt ansonsten zum Haltbarmachen einer Nagellackschicht auf den Fingern verwendet. Mit dem feinen Pinsel des Lackfläschchens lassen sich auch kleine Verkehrs- und Gebäudeschilder aus Papier mit einem leichten Glanz überziehen, vergilben nicht und können auch mit einem feuchten Tuch gereinigt werden.



Hier sieht man die Rückseite des Schildes noch ohne Überlack. Dieser sorgt also nicht nur auf Nägeln für mehr Farbbrillianz.



Klotzen und nicht kleckern.



Ach Mensch, oben auf dem Dach ist ja Wolfgang Maier aus Grenzheim ...



... Tach Wolfgang! Fall bloß nicht runter da oben.

Für die Pflasterpalette wurden Kartonstreifen aus einem alten Briefrücken geschnitten, in Pflastersteinfarbe bemalt, mehrfach übereinandergeklebt. Dann die Steine auf der Palette gestapelt und mit einem Tütenrest und Papierstreiben umklebt. Wär als Ladegut oder Material einer größeren Baustelle sehr preiswert und wirkt ziemlich echt.




So, erst mal Pause... - Im Gartencafé zwei Häuser weiter gibt es vielleicht auch ein kühles Blondes...

Grüße
Theresa

This post has been edited 20 times, last edit by "Theresa" (May 3rd 2014, 6:48pm) with the following reason: Beschreibende Texte für Fotos...


21 registered users and 1 guest thanked already.

Users who thanked for this post:

Baumbauer 007 (26.04.2014), Wopi (26.04.2014), Setter (26.04.2014), Dieter Ackermann (26.04.2014), gabrinau (26.04.2014), Ben Malin (26.04.2014), abisz (26.04.2014), fwgrisu (26.04.2014), JACQUES TIMMERMANS (26.04.2014), Udom (26.04.2014), Nuller Neckarquelle (27.04.2014), Holsteiner (27.04.2014), Schlobie (17.05.2014), Tom (24.05.2014), Wolfgang Bayer (02.08.2014), Rollo (15.01.2015), bahnboss (21.02.2015), pgb (21.02.2015), Thomas Kaeding (24.04.2015), Han_P (26.04.2015), 98 1125 (31.05.2017)

20

Saturday, April 26th 2014, 3:12pm

@nozet/Bewertung: Der Telegrafenmast (3. Bild von oben) ist nur an einer Kante zum nächsten Segment "zu viel", anderenfalls würde einem die Befestigungsmöglichkeit des Drahtes am Ende des Segmentes ja fehlen. Was Besseres fiel mir für dieses Problem leider nicht ein.
Grüße
Theresa