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  • "Dieter Ackermann" started this thread

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Saturday, February 16th 2013, 11:49pm

[Spurensuche] - Gebäude aus der Familiengeschichte in 1:43 - Die Seilerei meines Urgrossvaters in Beelen, Kreis Warendorf

[Spurensuche] - Gebäude aus der Familiengeschichte in 1:43

Die Seilerei meines Urgrossvaters in Beelen, Kreis Warendorf

Vorwort

Liebe Spur 0 Freunde,

zu Beginn meines Beitrags über "Die alte Wehrkirche von Oberlauterbach" (Schlesien) hatte ich am 4. Juli 2012 über meine Art des Gebäudebaus Folgendes geschrieben:

"wer von euch nicht nur in diesem Forum unterwegs ist, sondern auch das "analoge" Spur Null Magazin liest, erinnert sich vielleicht noch an meinen Beitrag "Großvaters Haus in Null: Eine Familiengeschichte" in Heft 6.
Eine Bemerkung vorab - mit diesem Beitrag hier und heute möchte ich übrigens in keiner Weise meinem "ego" schmeicheln, sondern all denen, die vielleicht mit einem ähnlichen Projekt "schwanger gehen", Mut machen, solche Projekte auch umzusetzen. Nebenbei - es braucht manchmal nicht nur Mut (oder die Überwindung "des inneren Schweinehundes", da kaufen ja oft viel einfacher ist), sondern manchmal auch eine gehööörige Portion Geduld ...
Und noch etwas - etliche Spur 0 Fans (darunter auch Stefan K.), die mein Vorhaben schon kennen gelernt hatten, waren unisono der Ansicht, ich solle doch auch "den Rest der Spur 0 Gemeinde" daran teilhaben lassen ...

Mit der Realisierung der Anfang 2011 entwickelten Idee, die für unsere Berliner Enkel geplante Spur 0 / 0e Anlage mit Gebäuden aus der Familiengeschichte zu bebauen, wollte ich der Anlage nicht nur eine ganz individuelle und unverwechselbare Prägung geben, sondern den Enkeln gleichsam 'spielerisch' einen Eindruck vermitteln von einer längst verflossenen Zeit und ihnen zeigen, wo und wie ihre Vorfahren gelebt hatten ... Mein erstes Projekt war also die in SNM beschriebene Schmiede der Großeltern meiner Frau im niederschlesischen Adelsbach (heute Struga, Polen), von der ich nicht nur Fotos hatte, die ich während zweier Reisen in 1992 und 2010 aufgenommen hatte, sondern auch Aufnahmen aus der Zeit von 1910 bis zur Vertreibung in 1947, was den Nachbau sehr erleichterte.

Während ich also Anfang 2011 noch fleissig an der Schmiede baute, war das Folgeprojekt bereits klar definiert: die ca 800 Jahre alte Wehrkirche "St. Barbara" in Oberlauterbach (heute Jastrowiec, Polen), einem der Nachbardörfer. Auch von dieser Kirche hatte ich einige Fotos von den erwähnten Reisen mitgebracht, aber keines, aus dem sich, wie bei den Aufnahmen der Schmiede, die zum Nachbau erforderlichen Längen-, Breiten- und Höhenmasse hätten ableiten lassen ... Und - der Nachbau sollte ja maßstäblich korrekt werden! Meine diesbezüglichen Recherchen führten mich u. a. zur 'Martin-Opitz-Bibliothek' in Herne, dem grössten Schlesien-Archiv ausserhalb Polens, zum deutsch-polnischen 'Schlesischen Wochenblatt' in Oppeln (Opole) sowie zu einem privaten Archiv in Dormagen, wobei ich viele nette und durchaus hilfsbereite Menschen kennen lernte, aber leider nichts über die alte Wehrkirche erfuhr. Was nun? Aufgeben? Eine andere Kirche aus der Familien-Historie als Dorfmittelpunkt für die Anlage bauen? Nee, brummte irgendwann ein gewisser westfälischer Dickschädel, neeee!

Ich hatte inzwischen herausgefunden, dass die Kirchgemeinde Jastrowiec (Oberlauterbach) zum katholischen Bistum Legnica (bis 1945 Liegnitz) gehört, und so schrieb ich kurzerhand eine mail in deutsch, englisch und französisch an das Bau-Referat des Bistums mit der höflichen Bitte, mir die benötigten Infos zu überlassen. Als ich auch zwei Wochen später noch keine Antwort auf dem Rechner hatte, schrieb ich einen ausführlichen Brief an den "Chef" des Hauses, S. E. Bischof Dr. Marek Mendyk. Bei weiteren Internet-Recherchen hatte ich nämlich entdeckt, dass Seine Eminenz zu Beginn seiner 'Karriere' eine Zeit lang als Pfarrer in einer deutschen Gemeinde gearbeitet hatte, so dass ich davon ausgehen konnte, dass er die deutsche Sprache hinreichend beherrschte ... Gut drei Wochen später zog ich ein dickes A4-Kuvert aus dem Briefkasten - Inhalt: ein persönliches Anschreiben und so viel technische Zeichnungen und andere Bau-Details, wie ich nie zu hoffen gewagt hätte ...

Als nächstes Gebäude sollte das in den 1980ern abgerissene Feuerwehrhaus in Ostwig (heute Bestwig, Hochsauerland) in 1:43 nachgebaut werden; es hat zwar nicht direkt mit der Familiengeschichte zu tun, aber ich hatte halt die ersten 12 Lebensjahre in diesem Dorf verbracht, der Heimat meiner Mutter, und es gab zu der Zeit kaum etwas Aufregenderes, als den Feuerwehrleuten Samstags bei ihren Übungen zuzuschauen ...

Also telefonierte ich durch das halbe Sauerland, von einem Amt zur nächsten Behörde, in der Hoffnung, trotz zwischenzeitlichem Abriss noch auf irgend welche Unterlagen zu stossen. Ergebnis gleich null. Dann aber stiess ich auf einen Ostwiger Heimatfotografen, der mir dann auch prompt einige inzwischen 'historische' Aufnahmen überliess (Foto) ...

Das aktuelle Projekt, das nun kurz vor der Fertigstellung steht, ist die ehemalige 'Seilerei' meines Urgrossvaters in Beelen bei Warendorf. Das Wohnhaus und die Seilerei-Werkstatt existieren schon lang nicht mehr - sie wurden in den 1980ern abgebrochen, um Platz zu schaffen für drei 'Null-Acht-Fuffzehn'-Bungalows ... Hier befürchtete ich sogar zum ersten Mal ein Scheitern des Vorhabens. aber dank der begeisterten und begeisternden Hilfe eines Beelener Heimatforschers wurde ich dann doch noch fündig: ein kaum Zigarettenschachtel-grosses Foto, das die Tochter der Bäuerin vom gegenüber liegenden Hof zwei Tage vor dem Abriss aufgenommen hatte. Dann kamen später noch ein Kataster-Auszug und ein Grundriss dazu, den ich zufällig bei einem Cousin fand ... "

Liebe Spur 0 Freunde,
ich habe mir erlaubt, dieses "Vorwort" dem eigentlichen Baubericht voran zu stellen, da dieses Forum inzwischen so viele neue Mitglieder hat, die nicht unbedingt alle mittlerweile 17 (!) Seiten des Kapitels "Anlagenbau 2: Ausgestaltung" intus haben ...

Zur Einstimmung in das neue (und vorläufig letzte) Projekt dieser Reihe "Gebäude aus der Familiengeschichte in 1:43" stelle ich hier zunächst einmal zwei Fotos ein, die den alten Beelener Ortsteil Oester zeigen, in dem über Jahrzehnte hinweg das Wohnhaus meines Urgrossvater und seine Seilerwerkstatt standen - übrigens in allernächster Nachbarschaft zur Bahnstrecke Münster - Rheda-Wiedenbrück - Bielefeld ...
Bis demnächst!
Mit den besten Grüssen
Dieter



zum Vergleich - das heutige Beelen (Bild 1, oben) und die Lage des Wohnhauses und der Seilerwerkstatt (Bild 2, unten); oberhalb der Seilerei die Bahnstrecke Münster - Rheda-Wiedenbrück - Bielefeld

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Feuerbüchse

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Sunday, February 17th 2013, 8:05am

Hallo Dieter,

ich freue mich auf weitere Berichte.

Reimund

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Dieter Ackermann (17.02.2013)

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Wednesday, February 20th 2013, 2:32pm

Liebe Spur 0 Freunde,

zunächst vielen Dank für euer Interesse an der Fortsetzung meiner 'Spurensuche' und eure freundlichen Bewertungen! Während ich jetzt so vor dem Rechner sitze, den Nachbau der Seilerei Revue passieren lasse und dabei einen Blick auf die Fotomontage in Bild 2 im Vorwort werfe, muss ich unwillkürlich an den Kommentar von Jürgen aus Spiesen denken "da haste dir aber wieder was vorgenommen" ...
Ja, mit diesem Projekt hatte ich mir wirklich 'was' vorgenommen, obwohl es im Grunde auch nicht viel anders war als beim Nachbau der Schmiede, der Wehrkirche oder des Feuerwehrhauses. Und obwohl die Unterlagen, die mir für den Bau zur Verfügung standen, mehr als bescheiden waren, so reichten sie doch letzten Endes aus, um das Projekt zu realisieren und das Wohnhaus sowie die Seilerwerkstatt meines Urgrossvaters der Vergessen zu entreissen - "der Weg ist das Ziel".

Das Foto, das mir die Bäuerin vom Hof gegenüber dem früheren Seilerei-Grundstück freundlicherweise überliess, hatte gerade die Grösse einer Zigarettenschachtel und war wenige Tage vor dem Abbruch aufgenommen worden. Es zeigte die Strassenfront des Wohngebäudes sowie einen kleinen Anschnitt der hinter dem Wohnhaus gelegenen Werkstatt. Das Ganze machte zwar mit den schon heraus gerissenen Fensterrahmen und Türen einen recht trostlosen Eindruck, aber dank der Erzählungen der Nachbarin formte sich langsam ein recht detailliertes Bild.



Der Schnappschuss vor dem Abbruch ...

Und als ich Tage später bei einem Cousin in Bestwig beim Durchstöbern alter Korrespondenzen zufällig einen Grundriss des Wohnhauses aus dem Jahr 1930 entdeckte, war mein Glück perfekt. Ratlos machte mich anfangs nur die Datierung der Zeichnung auf April 1930, da mein Urgrossvater bereits 1929 verstorben war - bis wir dann beim weiteren Stöbern entdeckten, dass die Erbin, die jüngste Tochter des Urgrossvaters, einen grösseren Umbau geplant und der beauftragte Architekt seinen Umbau-Plänen auch die "Status-quo-Zeichnung" beigefügt hatte. Nun waren auch die letzten Zweifel beseitigt - ich blickte jetzt nicht nur auf, sondern auch in das Haus, so, wie es mein Urgrossvater erbaut und über Jahrzehnte hinweg mit seiner Familie bewohnt hatte ...



Das Wohnhaus nach der Bearbeitung



Der Grundriss

Tage später, nach der Rückkehr von meiner 'Spurensuche', habe ich zunächst das kleine, über 30 Jahre alte Foto des Wohnhauses gescannt und in Photoshop bearbeitet (nicht zuletzt auch auf Grund der zusätzlichen Informationen der Bäuerin vom Hof gegenüber!) und danach angefangen, die auf dem Grundriss angegebenen Masse des Wohngebäudes auf den Massstab 1:43 umzurechnen und auf die für den Nachbau vorgesehenen Sperrholzplatten zu übertragen.

Dazu mehr in Kürze!

Mit den besten Grüssen
Dieter

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Friday, February 22nd 2013, 9:43pm

Liebe Spur 0 Freunde,

für den Nachbau der Seilerei habe ich wieder 4mm dickes Pappelsperrholz aus dem Baumarkt verwendet, das ich vor der Bearbeitung regelmässig etliche Wochen im Keller zum 'Akklimatisieren' flach auf dem Boden lagere. Dadurch erreiche ich eine optimale Anpassung der Sperrholzplatten an die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit und kann so ein späteres 'Arbeiten' des Materials verhindern. Das benötigte Handwerkszeug ist relativ bescheiden (s. Foto), reicht aber vollkommen aus.



mein 'Maschinenpark' - etwas antiquiert und bescheiden, aber ausreichend

Allerdings haben unsere beiden Herren Söhne meinen 'Maschinenpark' unlängst um einen Akkubohrer erweitert, der Flexibilität und Aktionsradius bei bestimmten Arbeiten enorm verbessert hat.

Zunächst habe ich die Bodenplatte in Angriff genommen - und wieder einmal gestaunt über die Dimensionen des Modells mit 35 cm Strassenfront und 37 cm grösster seitlicher Länge. Da die 4 mm starken Wände, die 'Aussenmauern', stumpf gegen die Bodenplatte geklebt werden sollen, muss ich natürlich die Abmessungen der Bodenplatte auf jeder Seite um jeweils 4 mm reduzieren, um die Aussenmasse einhalten zu können.

Nach dem Aussägen der (Aussen-) Wände werden die Platten dort, wo sie an den künftigen Hausecken auf die anderen Wände stossen, auf Gehrung gebracht, d.h. auf einen Winkel von exakt 45º zurecht geschliffen, um von vornherein eine möglichst grosse Passgenauigkeit zur Anschlusswand und damit auch homogene Klebeflächen zu erreichen. Dazu nehme ich zunächst eine Raspel, mit der ich schon relativ genau den Winkel vorgebe, so dass der eigentliche Feinschliff mit Feile und Schmirgel eine Sache von wenigen Minuten ist. Sollte dennoch der Schliff einmal zu tief in's Holz gehen, ist das keine Tragödie, da solche Fehler nach dem Zusammenbau (aber vor dem Auftrag des Aussenputzes!) problemlos mit Holzpaste (z. B. von Clou), dem so genannten 'flüssigen Holz', behoben werden können; die Holzpaste kann bei Bedarf (z. B. nach längerem Nichtgebrauch) mit einigen Tropfen Wasser verdünnt, mit dem Spachtel auf Unebenheiten aufgetragen oder in Ritzen und Fugen gedrückt und nach relativ kurzer Trockenphase sauber verschliffen werden.



der 'Problemlöser' - flüssiges Holz ...

Nach erfolgreicher Stellprobe aller sechs Aussenwände habe ich damit begonnen, die sieben Innenwände im eigentlichen Wohngebäude sowie weitere fünf Wände im Anbau her zu richten (Kellerabteil bzw. Vorratsraum und das legendäre Plumpsklo). Zum 'Keller' ist vielleicht noch Folgendes festzuhalten: da das Grundwasser in der Warendorfer Gegend sehr hoch stand (bzw. steht), konnte man zu jener Zeit den Keller nicht einfach "in die Erde" verlegen - das Prinzip der wasserdichten Bodenwanne aus hochverdichtetem Beton war damals noch nicht Stand der Technik ... Dennoch wussten unsere Vorfahren sich zu helfen, wenn es darum ging, ihre Lebensmittel sicher durch kalte Winter- wie durch heisse Sommermonate zu bringen, wie der Blick auf die Architektenzeichnung von 1930 verdeutlicht - die beiden Aussenwände des 'Kellers' im Anbau bestanden aus drei parallel hochgezogenen Mauern mit isolierenden Luftschichten jeweils zwischen der 1. und der 2. sowie zwischen der 2. und der 3. Mauer; und auch die Innenwände (zur Tenne und zum Stall) waren zweilagig mit dazwischen liegendem Hohlraum gemauert ...

Nach diesem kleinen Ausflug zur Kühlraum-'Technik' im 19. Jh. komme ich zum Thema 'Fenster und Türen' - das Wohngebäude mitsamt dem hinteren Anbau verfügte über insgesamt 31 (!) Fenster sowie 14 (!) Türen und ein zweiflügliges Tor als Eingang zur Tenne. Das bedeutete 31 Löcher bohren, das Sägeblatt der Laubsäge durchfädeln, festspannen, sägen, das Sägeblatt wieder ausspannen und ausfädeln, etc., etc. - 31 Mal. Anschliessend habe ich die Öffnungen für die Türen gesägt, wobei mir hier natürlich das zeitraubende Bohren sowie das Einfädeln, Festspannen, Ausspannen und Ausfädeln des Sägeblatts erspart blieb. Danach das 'Sauberfeilen' der senk- und waagrechten Konturen von Fenstern und Türen ...



die Stellproben ...





Pferdewagen und Traktor haben genügend Luft nach oben und zu den Seiten ...

So, liebe Spur 0 Freunde, das war's für heute - das viele Sägen hat schon etwas müde gemacht!
Aber - versprochen! - in Kürze geht's weiter ...

Bis dahin beste Grüsse
Dieter

This post has been edited 3 times, last edit by "Dieter Ackermann" (Feb 22nd 2013, 9:54pm)


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Friday, February 22nd 2013, 10:17pm

Hallo Dieter,
grundsolide Handarbeit.
Schön :thumbsup:

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Dieter Ackermann (22.02.2013)

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Friday, February 22nd 2013, 10:50pm

Hallo Dieter

Das sieht aber sehr sehr gut aus :thumbsup:

Wie schleifst du die Ecken auf 45 Grad hast du da irgendwie einen Anschlag oder so was. Ich bekomme das nie richtig hin :(

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Dieter Ackermann (22.02.2013)

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Friday, February 22nd 2013, 11:15pm

N' Abend Dieter,

deine Spurensuche ist wirklich ein sehr interessantes Thema, dass du mit einer beachtlichen Energie und Zielstrebigkeit verfolgst! Eine absolute Bereicherung für unser Forum...

Ich freue mich, wieder mal etwas von deinem neuesten Projekt zu lesen: die Seilerei mit dem angeschlossenen Wohnhaus hat ja wirklich beachtliche Ausmaße! Man darf gespannt sein, was du dir zum Thema Dachkonstruktion und Inneneinrichtung, vor allem der Seilerei einfallen lässt - ich bin gespannt! :thumbsup:

Außerdem würde ich ja zu gerne mal wissen, wo die ganzen Gebäude ihren Platz auf deiner zukünftigen Anlage finden werden...

Gruß, Dirk.

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Dieter Ackermann (22.02.2013), Nikolaus (03.03.2013)

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8

Saturday, February 23rd 2013, 8:14am

Spurensuche

Hallo Dieter, das ist ja wieder mal ein waahnsins Projekt. Ich bewundere immer wieder die Exaktheit deiner Gebäude. Da bleibt ja für die zukünftige Modellbahn kaum noch Platz. Bin auf weitere Bilder gespannt.

Gruß Micha :thumbsup:

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Dieter Ackermann (23.02.2013)

Hein

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Saturday, February 23rd 2013, 11:10am

Hallo Dieter.

Das wird wirklich ein imposantes Gebäude die Seilerei .Gibt es dazu noch ein Nebengebäude wo lange Seile hergestellt wurden so wie früher auf der Reeperbahn ( daher kommt der Name ).Es wurden da für die Schiffstaue lange Gebäude gebraucht um die Seile / Taue herzustellen.

Bin gespannt auf den weiteren fortgang Deiner Geschichte.

Gruß Hein

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Dieter Ackermann (23.02.2013)

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Sunday, February 24th 2013, 12:02am

Hallo miteinander
und vielen Dank, dass ihr mich bei meinem Ausflug durch ein weiteres Kapitel der 'Spurensuche' so zahlreich begleitet!
@ Sven - die 45º-Gehrung - es gibt (bei mir) eigentlich keine Hilfsmittel ausser dem Augenmass. Ich bin sicher, dass du das mit etwas Geduld auch schaffst! Du kannst natürlich auch eine Hilfslinie an der Brettkante entlang zeichnen (Abstand von der Brettkante gleich der Dicke des Bretts).
@ Dirk - bitte etwas Geduld ...
@ Hein - die Lage der Seilerei-Werkstatt mit der Reeperbahn siehst du auf der Fotomontage zu Beginn des Berichts ...
@ Micha - was man begonnen hat, soll man irgend wann auch zu Ende führen (wir müssen mal wieder miteinander klönen!)


Mit den besten Grüssen
Dieter

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Sunday, February 24th 2013, 1:42pm

Liebe Spur 0 Freunde,

Willkommen zurück auf der Baustelle der Seilerei in Beelen! Nach dem Aussägen aller Wanddurchlässe für Fenster und Türen habe ich mir die Bodenplatte vorgenommen und die Lage der Zimmerwände sowie die Position der Türen und der beiden Schornsteine bzw. Kamine markiert. Danach habe ich die 'Fussböden' der Zimmer mit der Kante eines kleinen Schraubendrehers leicht geritzt, um die Holzdielen darzustellen. die anschliessend mit unterschiedlich verdünnter brauner Acryl-Farbe gestrichen wurden. Übrigens muss man vor dem Ritzen der Fugen zwischen den Dielen unbedingt auf den Verlauf der der Maserung achten, um eine weitgehend realistische Wirkung zu erzielen - ritzt man nämlich gegen die Maserung, franst das Holz zu beiden Seiten der Fuge aus, und die Farbe zieht intensiv in diese Ausfransungen hinein.



Als Fussboden für Waschküche und Speisekammer habe ich einen Nässe-beständigen Terrazzo-Belag gewählt, da es dort ja hin und wieder vorkam, dass Wasser oder andere Flüssigkeiten auf den Boden spritzten - man denke nur an das wöchentliche Bad in der Waschküche oder das Umfüllen von Öl, Essig oder Gurken in der Speisekammer ... Die Böden im angebauten Wirtschafts-Trakt waren dagegen für eine härtere Beanspruchung ausgelegt: in der Tenne (s. Architekten-Zeichnung) ist ein regelrechtes Strassenpflaster aus 'Katzenköppen' verlegt worden, da dort nicht nur die einspännige Kutsche untergebracht werden sollte, sondern zur Erntezeit auch der Leiterwagen abgestellt wurde, um Heu, Strohballen und Kartoffelsäcke abladen zu können. Der 'Keller' sowie die kleinen Stallungen für das damals übliche Kleinvieh und der Zugangsbereich wurden mit normalen Backsteinen ausgelegt, während das 'Plumpsklo' später noch einen etwas wohnlicheren Holzfussboden erhalten hat. Das Pflaster in der Tenne und die Backsteinböden haben in dieser Bauphase natürlich noch eine entsprechende 'Alterung' erhalten, wie z. B. Schleifspuren der Leiterwagenräder, wenn nach dem Abladen die Klotzbremsen versehentlich nicht gelöst worden waren. Um diesen Effekt zu erreichen, habe ich mit die (Karton-) Pflasterplatte leicht mit 400er Schmirgel angerauht, etwas Säge- und Schleifstaub sowie Spuren von 'Gras' aufgebracht und anschliessend mit mattem Klarlack von 'Marabu' fixiert. Die Backsteinböden wurden ähnlich behandelt.

In diesem Stadium habe ich den Auftrag an Fa Bünnig zum Lasern der Fensterrahmen und Türen vorbereitet: auf die Rückseiten der Wände habe ich mit klarer Klebefolie (z. B. Scotch) Millimeterpapier geklebt und dann von vorn fotografiert. Mit diesen Fotos und einigen zusätzlichen Hinweisen konnte ich jetzt per E-mail H. Tondorf exakte Laser-Vorlagen liefern.







Nachdem diese Arbeiten erledigt waren, konnte ich endlich daran gehen, die Wände mit der Bodenplatte zusammenzukleben.










Aufatmen! Das Richtfest rückt schon in greifbare Nähe ... !

Also - bis demnächst auf dieser Münsterländer Bühne
und beste Grüsse!
Dieter

This post has been edited 2 times, last edit by "Dieter Ackermann" (Feb 24th 2013, 10:32pm)


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Hein

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Sunday, February 24th 2013, 6:32pm

Hallo Dieter.

Also , ich bin immer wieder begeistert welche Tipps und Bauhinweise man aus Deinen Arbeiten erfahren kann. Die herstellung des Fußbodens habe ich immer umständlich mit kleinen Balsahozbrettchen gemacht , Deine Bodenarbeiten sehen sehr gut aus und gefallen mir.

Gruß Hein

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Dieter Ackermann (24.02.2013)

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Sunday, February 24th 2013, 11:07pm

Hallo Hein,

ich gebe das Kompliment zurück - mir gefallen deine Fussböden aus Balsa-Dielen auch ausgesprochen gut, z. B. im Bahnhof Heidenau! Es gibt ja bekanntlich viele Wege, die nach Rom führen, und bei mir hat wahrscheinlich eine gewisse Bequemlichkeit den Weg des Fugen-Ritzens vorgegeben ...

Mit den besten Grüssen
Dieter

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Sunday, February 24th 2013, 11:32pm

Liebe Spur 0 Freunde,

sorry - ich habe in meinem heutigen Baubericht leider vergessen, auf einen Aspekt aufmerksam zu machen, der beim Gebäudebau / Innenausbau helfen kann, Arbeit zu sparen. Ich hatte zwar schon in meinem Bericht über die "Schmiede des Grossvaters" im schlesischen Adelsbach im 'Spur Null Magazin' (Nr. 6, Seite 42) darüber berichtet, zitiere aber für die zahlreichen neuen Mitglieder in diesem Forum gern die entsprechende Passage:
"Die Treppen im Haus habe ich aus zusammengeklebten Sperrholzplättchen gebaut, passend als Treppenwangen zugeschnittene Rührstäbchen verleihen der Treppe zusätzliche Stabilität. Müssen übrigens mehrere Treppen gebaut werden, kann man sich einige Arbeit sparen, wenn man die Stufenplättchen in der Tiefe von vornherein etwas länger dimensioniert; man hat jetzt identische Vor- und Rückseiten, die man nach dem Kleben mit der Laubsäge (oder einer kleinen Bügelsäge) von der Seite aus in zwei vollständige Treppen teilen kann.
(Danke, Hein, für deinen 'Rippenstoss'!)

Euch allen eine gute Woche
und beste Grüsse
Dieter

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Sunday, March 3rd 2013, 1:27pm

Liebe Spur 0 Freunde,

leider hatte ich in meinem letzten Baubericht ausser dem Hinweis auf den Arbeit und Zeit sparenden Treppenbau noch etwas Wichtiges vergessen zu erwähnen, auch wenn ich damit für den Einen oder Anderen vielleicht Eulen nach Athen trage - die endgültige Bearbeitung der Wände sollte unbedingt vor dem Zusammenbau (-Kleben) erfolgen, da es sonst u. U. recht eng werden kann, vor allem beim Streichen oder Tapezieren der Zimmerwände, aber auch beim Aufbringen des Aussenputzes.
Nachdem das Wohngebäude weitgehend fertiggestellt war, habe ich mir den Wirtschaftstrakt vorgenommen, der neben der Tenne und dem 'Keller' auch die beiden kleinen Ställe und das Plumpsklo beherbergt. Während ich die Trenn"wände" der Stallungen wegen des besseren Überblicks über das liebe Vieh aus Holzpfosten und Brettern gebaut habe, bestehen die Wände des Aborts aus Ziegelmauerwerk.



Blick in den Wirtschaftstrakt



Der 'Keller' hat zur besseren Isolierung eine Betondecke erhalten, auf dem allerdings zusätzlich ein Dielenboden verlegt ist, der sich weiter über die Stallungen und dann im rechten Winkel über das Plumpsklo und den rückwärtigen Eingang zur Tenne hinzieht. Hier sollen später Heu und Stroh für das Kleinvieh gelagert werden.



der 'Heuboden' ...



der 'Heuboden' von unten gesehen ...

Apropos Kleinvieh - der Stall neben dem 'Keller' hat noch eine Futterraufe für die Ziege erhalten, während ich mit Blick auf die künftigen Bewohner und damit die Ausstattung des zweiten Stalls noch etwas unschlüssig bin - Hühner oder Bentheimer Schweine ...

Als nächstes "Projekt im Projekt" stand der Bau des Daches an - ihr erinnert euch an die Fotos in meinem Beitrag Nr. 4 vom 22. Februar, auf denen deutlich vier Giebelwände zu sehen sind. Ich hatte beim Aufmauern des Wohngebäudes nicht 'stückeln' wollen und deshalb beim Bau der Rückwand den innen liegenden Giebel (neben der Toreinfahrt zur Tenne) gleich mit hochmauern lassen. Übrigens wurde auch die (von vorn gesehen) linke Giebelwand gleich verlängert bis zur hinteren Ecke des Wirtschaftstrakts. Ursprünglich hatte ich den Auftrag für das Dach wegen ihrer Zuverlässigkeit an die 'Heidenauer Sägewerke' vergeben wollen, aber Hein, der Sägewerksbesitzer, steckte zu der Zeit in einem anderen Grossprojekt. Zudem hatte er noch einen personellen Engpass, da sein Vorarbeiter Drottel ohne jede Absprache mit ihm einfach in die Sommerfrische ins hessische Marburg gefahren war ... Nun, da war wohl nichts zu machen! Schliesslich gab mir ein Nachbar den Tipp, die Zimmerei Hartmann in Warendorf zu beauftragen.



das Dach im Rohzustand ...

Zu meiner grossen Überraschung hatten die fleissigen Warendorfer Zimmerleute den komplizierten Dachstuhl mitsamt der Verbretterung in knapp einer Woche zu meiner grössten Zufriedenheit fertiggestellt! Jetzt fehlten nur noch die Ziegel auf dem Dach ...

So, liebe Freunde, das war's für den Moment - aber in Kürze geht's weiter!
Bis dahin beste Grüsse
Dieter

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Friday, March 8th 2013, 3:16pm

Liebe Spur 0 Freunde,

die Warendorfer Zimmerleute hatten wirklich ganz hervorragende Arbeit geleistet, und ich war mehr als zufrieden mit meiner Entscheidung, ihnen den Auftrag für den Dachstuhl samt der kompletten Verbretterung erteilt zu haben. Und als der Firmenchef Bernd Hartmann mir anbot, auch noch das Dach zu decken sowie die beiden Schornsteine hochzumauern und darüber hinaus auch noch den Weg hinterm Haus von der Waschküche zur Tenne zu überdachen, hatte ich natürlich keine Minute gezögert und den Anschluss-Auftrag sofort mit Handschlag besiegelt.
Wir hatten uns verständigt, dass die 'Hartmänner' Anfang der folgenden Woche die Ziegel legen sollten - wer weiss, wie lange das schöne Wetter noch anhalten würde ... Am Vorabend hatte ich noch einen Spaziergang zur Baustelle gemacht, der Stolz auf den breit in der Abendsonne liegenden Bau war übermächtig.



Ebenso gross war die Freude über den Baufortschritt, denn in der vergangenen Woche hatten nicht nur die Zimmerleute gearbeitet, was das Zeug hielt, auch die Bünnigs aus Kisdorf hatten mit der Lieferung und dem Einbau der Fensterrahmen ganze Arbeit geleistet! In Kürze sollten dann auch die Türen und das grosse Tor zur Tenne geliefert werden ...



die Blechverwahrung (0,2mm Kupferblech)



der Laubengang zur Tenne





Montag früh war dann auf der Baustelle regelrecht "der Teufel los" - während ein Maurer damit beschäftigt war, die beiden Schornsteine zu mauern, brachten zwei Klempner die Blechverwahrung am Zusammenstoss der beiden Dächer von Wohnhaus und Wirtschaftstrakt an. Gleichzeitig traf ein Fuhrwerk nach dem anderen ein - schwer beladen mit Tonziegeln aus der Ziegelei im Nachbardorf. Und hinter dem Haus arbeiteten zwei Zimmerleute an dem rückwärtigen Laubengang zur Tenne. Dann machten sich die Dachdecker an's Werk - ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie die Ziegel vom Fuhrwerk zum Dach hoch geworfen, dort zunächst aufgeschichtet und anschliessend verlegt wurden, Reihe für Reihe. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus! Am nächsten Tag ging es dann weiter mit dem Decken des Wirtschaftstrakts. Zum Schluss wurden noch die Firstziegel verlegt und mit Mörtel gesichert, dann bekamen die Schornsteine einen Mauerkranz aufgesetzt, und anschliessend wurde das hölzerne Dächlein des Laubengangs mit Teerpappe gedeckt. Jetzt konnten die Münsterländer Herbststürme kommen ...

(Übrigens - die Ziegelstreifen habe ich mit 'weissem Bastelkleber' der 'Fa EFCO-Produkte' GmbH, 76865 Rohrbach, geklebt; nach dem Abbinden des Klebers habe ich dann das gesamte Dach mit mattem Klarlack von 'Marabu' besprüht, bevor ich vereinzelte Witterungsspuren und Anflüge von Moos aufgetragen habe).





eingeklebte Winkel aus 4mm Sperrholz zur Stabilisierung des lose auf dem "Mauerwerk" ruhenden Dachs



So, liebe Freunde, das war's mal wieder von der Baustelle in Beelen!
Bis demnächst und beste Grüsse
Dieter

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Hein

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Saturday, March 9th 2013, 7:32pm

Hallo Dieter.

Ich bin jedesmal überweltigt mit welcher genauigkeit Du deine Gebäude herstellst, es ist jedenfalls immer ein Augenschmauß wie Du das machst.Aber nun wird es aber auch mal Zeit das diese schönen Gebäude auf Deiner geplanten Anlage einen würdigen Platz bekommen. Also .......... :thumbup: :thumbup: :thumbup:

Gruß Hein

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Saturday, March 9th 2013, 10:47pm

Liebe Spur 0 Freunde,

wenige Tage, nachdem das Dach gedeckt worden war, kam der Postbote zu unserem kleinen alten Kotten, aus dem wir demnächst ausziehen würden. Atemlos vom Laufen schwenkte er ein Blatt Papier und rief "ein Telegramm, Johann Gerhard Kreienbaum, ein Telegramm für dich!" 'Ein Telegramm?' Tatsächlich - ein Telegramm: "Türen letzte Woche abgeschickt. Empfangsbahnhof Beelen. Bünnig Kisdorf" Na so was! Jetzt musste ich aber schnell Bernd Hartmann in Warendorf benachrichtigen, damit seine Leute die Türen am Beelener Bahnhof abholen und auf die Baustelle schaffen konnten. Als ich am nächsten Morgen auf der Baustelle eintraf, hatten die 'Hartmänner' schon überall die Türschwellen gelegt und fingen gerade an, die ersten Zimmertüren anzuschlagen.





"Was ist das denn?" fragte ich Bernd Hartmann, als wir zusammen die Deele betraten und ich den grossen Tisch bemerkte, der mitten in der Deele stand - "Ach, weisst du, Johann Gerhard, den haben wir gleich mit aufgeladen. Er war ohnehin fertig, und da konnte ich mir doch eine Fuhre sparen. Und ich denke, ihr zieht sowieso in den nächsten Tagen ein. Der Bau ist ja gut ausgetrocknet!" Ich klopfte ihm auf die Schulter "Weisst du, Bernd, wenn ich nach dem Umzug wieder etwas mehr Ruhe habe, dann müssen wir uns mal über den Bau der Seilerei im nächsten Frühjahr unterhalten, die alte Reeperbahn ist mir schon lange zu klein! Aber da sprechen wir noch drüber ... " Bernd drückte mir lange die Hand - wir hatten uns verstanden, auch ohne viele Worte. "Ach ja", meinte er dann " die beiden Kamine in der Deele und im Herrenzimmer bauen wir dann nächste Woche!" Und damit ging er zu seinen Leuten, um sicher zu sein, dass sie die Türen auch richtig anschlugen.



Ich ging aussen um's Haus herum zur Tenne, wo die beiden Altgesellen gerade das zweiflüglige Tor eingehängt hatten.



Sie lobten die schweren schmiedeeisernen Beschläge, die ich rechtzeitig beim Dorfschmied die in Auftrag gegeben hatte, denn die beiden Torflügel hatten ihr Gewicht.



Während ich noch ein wenig mit Bernds Gesellen klönte, kam auf mal Bauer Steppler angefahren, mein künftiger Nachbar vom Hof gegenüber " Tach, Johann Gerhard, ich bring schon mal die Kartoffeln! Soll'n wer den Wagen gleich in die Tenne schieben?" "Jau, mach mal!" Jetzt konnte der Winter ruhig kommen ...



Als ich mich am späten Nachmittag von Bernd Hartmann und Bauer Steppler verabschiedet hatte, drehte ich mich vor der Wegbiegung noch einmal um - da lag unser neues Haus behäbig in der Sonne, und auf einmal hatte ich überhaupt keine Lust, in den kleinen Kotten zurück zu kehren.





Aber - ein kurzer Blick auf die Taschenuhr und ich wusste, dass Catharina Carolina bald das Abendbrot auftragen würde ...


(Übrigens - die Bänder und Angeln für das Tennentor sind von der 'Modellklempnerei Mirko Pommerenke' in Berlin, die Türklinken von ADDIE. Die MDF-Zimmertüren (Bünnig, Kisdorf) bestehen aus zwei gegeneinander geklebten Türen, damit das Kassetten-Profil von beiden Seiten aus sichtbar ist. Dasselbe Verfahren habe ich auch bei der Haustür sowie bei den anderen (Aussen-) Türen und natürlich beim Tennen-Tor angewendet. Zum Tennen-Tor hatte Bünnig noch einen ("hölzernen") Torrahmen mitgeliefert, der auf die Aussenmauer geklebt wurde. Danach habe ich die Löcher für die Aufnahme der Torangeln mit einem 1mm Bohrer mit der Hand gebohrt (regelmässiges Drehen zwischen Daumen und Zeigefinger!), weil ich befürchtete, mit der Maschine abrutschen zu können und den filigranen Torbogen zu zerfetzen. Anschliessend habe ich die Torbänder eingehängt, die Torflügel untergeschoben, die Bänder rückwärtig mit 'UHU hart' bestrichen und auf die Torflügel gepresst. Zuvor hatte ich noch den gepflasterten Boden der Tenne etwas nach aussen verlängert und im Bereich der Einfahrt unten auf beiden Seiten noch einen Anfahrschutz erstellt, damit die Fuhrwerke weder die Tore noch das Mauerwerk beschädigen können. Zum Schluss noch eine Bemerkung zur farbigen Behandlung von MDF-Material: MDF ist extrem saugfähig - ich behandle daher grundsätzlich das gesamte Material zunächst mit weisser Grundierung aus der Spraydose (dadurch wird die Saugfähigkeit praktisch auf "Null" herabgesetzt), bevor ich Farbe mit dem Pinsel oder der Spraydose auftrage).

So, liebe Freunde - bis die Tage!

Ach, eh' ich's vergesse - da ist noch 'was - vielen Dank für eure treue Begleitung bei dieser Spurensuche und eure freundlichen Bewertungen!

Mit den besten Grüssen
Dieter

This post has been edited 1 times, last edit by "Dieter Ackermann" (Apr 20th 2013, 11:43pm)


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Didier78

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Saturday, March 9th 2013, 11:01pm

N'Abend Dieter,

da ist dir mal wieder ein wirkliches Schmuckstück gelungen, Gratulation von meiner Seite! Deine Art, den Gebäudebau zu zelebrieren sucht seinesgleichen - und Anfänger auf diesem Gebiet - wie ich - können aus den detaillierten Beiträgen jede Menge lernen, Danke dafür. :thumbup:

Zu guter Letzt hast du auch immer noch eine nette Geschichte aus dem "Leben" deiner Bauten parat, die die Berichte auf angenehme Weise abrunden - einfach toll! 8o

Hoffentlich gibt's noch mehr architektonische Meilensteine deiner Familiengeschichte die gebaut werden wollen...

Gruß, Dirk.

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Dieter Ackermann (09.03.2013)

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Saturday, March 9th 2013, 11:29pm

Hallo Hein,
zunächst mal vielen Dank für dein Kompliment! Dass die Gebäude auch einen "würdigen Platz" auf der geplanten Anlage bekommen werden, darüber gibt es gar keinen Zweifel. Du kennst aber auch mein "Problem", im künftigen Bahn-Keller den benötigten Platz frei zu schaufeln, d.h. im Wesentlichen, das dort seit ca 20 Jahren gelagerte Eigentum unserer Herren Söhne möglichst schonend umzuräumen und nicht einfach via Schuttmulde zu "entsorgen". Denn dabei handelt es sich immerhin um diverse Hundertschaften seltener Comics (Titus) und nicht viel weniger Bausätze von Modellflugzeugen und -schiffen (Jens). Gut Ding will eben doch etwas Weile haben ... Aber - ich bin zuversichtlich, demnächst doch mal mit dem ersten Abschnitt anfangen zu können.
Mit den besten Grüssen
Dieter

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