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JACQUES TIMMERMANS

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Freitag, 15. Februar 2019, 11:39

Rollbockgrube württembergischer Bauart

Um einen vorbildgerechten Betrieb mit aufgebocktem Normalspurwagen realisieren zu können, verpflichte sich Herr Schnellenkamp mehr oder weniger, ebenfalls eine, zu den 0e-Rollböcke passende 0e-Rollbockgrube zu entwickeln. Seit dem Nachsommer von voriges Jahr ist die Grube lieferbar, und ermöglicht mittels Kleinstmagnete einen automatischen auf- und abschemeln der Normalspurgüterwagen. Der Bausatz ansich besteht aus nur wenige Teile: einen aus Polystyrol gefrästen 0e-Schwellenrost mit seitlichen Aufnahmeschlitzen für beide Grubenwände, vier gefräste Polystyrol-Winkelprofielen, äußere und innere Stufe für dem Normalspur Grubenausgang aus Neusilberguss, 0e-Kleineisen, seitlichen Abstützwinkel für die Grubenwände sowie Normalspur- und Schmalspurgleisprofile. Es ist eigentlich ein Jammer, das zur gegenwärtigen Zeiten mit hochtechnologische Möglichkeiten, die Seitenwände der Rollbockgrube und das, mit alle passende Miniatur–Schraubverbindungen und Modellaschen, bereits versehene Normalspurgleis nicht in Drucktechnologie hergestellt worden ist. Dies ersparte viel Maschinenzeit, und machte der Zusammenbau von Grubenwände und Normalspurgleis erheblich leichter, sogar wenn aus technischen Gründe das mit den Seitenwänden verschraubte Normalspurgleis in zwei oder drei Teile gefertigt wurden.






Als erstes werden sämtliche Gussteile von den Gussäste getrennt. Hierzu eignet sich ein keiner Juweliersägebogen mit fein verzahntem Sägeblatt hervorragend Die Gussäste werden zur besseren Handhabung in einem kleinen Schraubstock eingespannt. Nachstehend werden alle Sägeschnitte mittels Feile und Minischleifscheibe versäubert.





Die, am Grubenausgang befindliche, obere Stufe muss ein wenig nachgebogen werden, womit einen sanften Übergang zwischen beide Stufen bekommen wird. Dies kann mittels zwei kräftigen Flachzangen, oder besser noch, die Stufe wird in einem schweren Schraubstock eingespannt, und mit einem Rohrsteckschlüssel zurechtgebogen. Somit wird großenteils verhindert, dass die Stufe seitlich verzerrt, trotzdem soll dem Zurechtbiegen vorsichtig und mit viel Gefühl erfolgen. Sodann können die Stufen mit dem Grubenausgang verklebt werden. Einige Klammern sorgen dafür, dass sich während dem Abbinden des Zweikomponentenklebers nichts verschieben kann.



Nun geht es mit dem Grubengleis weiter. Das bereits bearbeitete Kleineisen, 25 Stück pro Seite, wird beginnend auf dem Schmalspurschienenprofil gefädelt. Hierzu ist es ratsam das komplette Profil mit einem Glasfaserradierer gründlich zu reinigen, damit alle bei der Produktion hinterbliebenen Schmutzpartikel wie Öl und Feinstem Staub beseitigt sind. Abschließend dem Profil mit etwas Azeton entfetten. Hinterlässt man diesen Aktionen, lässt sich das Kleineisen oft nur ganz schwer auffädeln. Anschließend werden die Kleineisen mit ihren etwa 1,5 mm dicke Zapfen in die Aufnahmelöcher des Schwellenrostes gesteckt. Nachdem alle Kleineisen platziert sind, verklebt ein winziger Tropfen dünnflüssiger Sekundenkleber das Eisen auf die Kunststoffschwellen, wozu der Kunststoffbehälter mit einer dünnen Dosiernadel, etwa 0,75 mm Durchmesser, ausgerüstet wird. Damit sich die bereits trocken montierten Kleineisen nicht aus ihre Aufnahmebohrungen hinaushüpfen, werden die bereits platzierte Kleineisen durch einen Stein- oder Eisenklotz niedergedrückt.




Viele Grüßen aus dem sonnigen Lanaken,

Jacques Timmermans

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Freitag, 15. Februar 2019, 13:53

Montage vom Kleineisen







Das fertiggebaute 0e Gleisjoch

Demnächst werden die, an einer Seite abgefrästen Schienenfuß, Regelspurprofile an die seitlichen Grubenwände geklebt. Die Bauanleitung empfiehlt hier, während den Klebstoff abbindet, dem Profil mittels einer reichlichen Anzahl Klammern auf der Seitenwand zu klemmen. Ich bin hier anders vorgegangen, indem ich mir eine kleine Klebelehre gebastelt habe. Jede einzelne Seitenwand wurde mit drei kleinen Destaco Industriehebelspanner vorab auf einem völlig flachen Holzbrett fixiert. Damit der herausquellenden Kleber später beim Aufspannen keine Verbindung mit dem Holz angehen kann, habe ich eine Leiste aus Fettpapier unterhalb der Seitenwand gelegt, und mit etwas Papierklebeband fixiert. So wird eine fast völlig grade Auflage vom Seitenwand und Normalspurgleisprofil gewährleistet. Anschließend wird dem Gleisprofil mit etwas mittelträger Zweikomponentenkleber, damit sich Profil und Wand genauestens ausrichten lassen, auf die Seitenwand geklebt. Auch hier gilt: zuerst beide Werkstoffe ein wenig aufrauen und nachstehend entfetten!







Es kann vorkommen, dass Stufen und Normalspurprofil nach dem verkleben nicht hundertprozentig aneinander anschließen. Mit einer kleinen Schleifscheibe kann dann den Übergang ein wenig nachgearbeitet werden, sodass alles im Lot liegt. Hier ist, wegen eine erhöhte mechanischen Belastung, die beim Feilen erzeugt wird, von dem Einsatz einer Feile abzuraten.




Viele Grüße aus Lanaken,

Jacques Timmermans

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Freitag, 15. Februar 2019, 15:11


Nachstehend werden beide Seitenwände und dem Gleisrost miteinander verklebt. Hierzu wurde ein flüssiger Kunststoffkleber verwendet. Zudem er das Polystyrol ein wenig weich macht, sind innerhalb kleine Zeitabschnitte Korrekturen möglich. Dem Bausatz liegen sowieso vier Montageschablonen bei, die ein genaues rechtwinklig Ausrichten der Seitenwände zulässt. Trotzdem habe ich außer die Montageschablonen noch welche Gleisklammer von Wenz verwendet um das Ganze exakt rechtwinklig auszurichten. Danach müssen noch vier kleine Winkeleisen seitlich der Grubenwände angeklebt werden. Zu letzt werden mit einem Sekundenkleber an jeder Grubenseite acht Messingguss-Abstützwinkel verkleben. Die genaue Lage der Stützwinkel wird durch kleine Ausfräsungen im Winkelprofil angedeutet. Somit ist die Rollbockgrube fertiggestellt, und kann nach einer sorgfältigeren Reinigung mit Waschbenzin grundiert und lackiert werden.







Einige Zeilen zur Radsatzbreite und Grubengleisprofile. Wie zu erwarten, zeigt das Normalspurprofil eine Höhe von 3,8 mm und einer Fußbreite von 3,5 mm auf, was mit dem Lenzgleis übereinstimmt. Das Schmalspurprofil zeigt die gleiche Maße wie dem Henke Schmalspurgleisprofil, also ist die Rollbockgrube völlig kompatibel mit der gängigsten Vollspur- und Schmalspurgleisprofile. Mit den Radsätzen beider Spurweiten ist es ebenso gestellt, allerdings kann bei einer schlampigen Montage von Grubenseitenwände das Seitenspiel der Radachsen zu Spielverderber werden. Bei Fahrzeuge ausgerüstet mit Fine Scale Radsätze kann, bedingt durch die schmalere Lauffläche (etwa 3,5 mm) der Räder, das Seitenspiel der Radachsen dazu führen, dass ein Rad in die Grube hineintaumeln kann. Bei NEM (wie zum Beispiel die Fahrzeuge von Lenz) Radsätzen besteht der Gefahr durch die etwas breitere Lauffläche glücklicherweise nicht.



Lenz Xo 05 mit Radsätze nach NEM. Passt perfekt!



Dapol Kesselwagen mit Fine Scale Radsätze. Etwas mehr Seitenspiel vorhanden.


Viele Grüße aus Lanaken,

Jacques Timmermans



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Samstag, 16. Februar 2019, 10:19

Hallo,
dazu kann ich noch ein Video von den letzen Spur 0 Tagen beitragen. Da war die Rollbockgrube in Aktion zu sehen.

https://youtu.be/97fE0LSjYFM

Bin gespannt wie diese Grube im Einsatz aussieht.

Grüße
Till

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Samstag, 23. Februar 2019, 14:35

Farbgebung der Rollbockgrube.
Um Grube, Gleisprofil, stählernen Grubenseitenwände und Holzschwellen ein abwechslungsreicher und einigermaßen vorbildliches Aussehen zu verleihen, sind mehrere unterschiedliche Farbaufträge mit verschiedenen Farbsorten erforderlich. Demzufolge musste ich mich von Lösungsmittelhaltige und Wassergetragenen Farben bedienen.
Nach der obligatorischen Entfettung wurde die komplette Grube inklusive (Kunststoff) Holzschwellen mit einem Lösungsmittel enthaltenen hellgrauer Grundierung eingenebelt.
In einem zweiten Lackiervorgang bekamen die Seitenwände einen Mennigfärbenden Farbauftrag, etwa RAL 3009, der mittels des Luftpinsels aufgetragen wurde. Dieser Lackierablauf erlaubt es nachher Flächen oder Stellen mit einer völlig ausgebleichte oder eine abblätternde Farbschicht nachzubilden.
Nachfolgend werden die Grubenwände mit der damals sehr oft verwendeten Eisenglimmerfarbe spritzlackiert. Der Farbton von Eisenglimmerfarbe ähnelt sich sehr den Farbton von Graualuminium RAL 9007. Eisenglimmerfarbe ist eine Farbe die mit kleinsten Eisenteile angerührt wird, wodurch sie, einmal durchgetrocknet, eine sehr härte Oberfläche bekommt, und somit sehr resistent an Fäulnisse und die herrschende Wetterlage ist. Einen hellgrauen oder leicht blaugrauen Farbton wäre hier ebenfalls denkbar; in die mir vorliegende Lektüre fand ich nur zeitgenössisches SW Bildmaterial, das zur Farbbestimmung total nicht genügt



Um die (Kunststoff) Holzschwellen ein vorbildlicher Anblick zu verleihen, sind ganz andere Lackierweisen und Farbarten gefragt. Natürliche Werkstoffe wie zum Beispiel Holz und Naturstein heben alle ihre spezifische Textur und damit verbundene Farbgebung, die sich kaum durch einen uniformen Farbton wiederspiegeln lässt. Die Schwellen erhalten zuerst einen Farbauftrag mit beize, Schwellenimprägnierung # 3390 aus dem Hause Asoa. Je nach Gusto kann dieser Vorgang wiederholt werden, bis die gewünschte Farbsättigung erreicht wird. Nachdem die Beize völlig durchtrocknet ist, wird jede Schwelle einzeln gedrybrushed. Hierzu wird der fast trockenen Pinsel mit lockeren Wischen in Längsrichtung über die Schwelle bewegt; begonnen wird mit dem dunkelsten Farbton. Als Farbe kamen die wasserlöslichen Acrylfarben von Vallejo (German C. Beige, Sand Yellow, Pale Sand und Silvergrey) zum Einsatz.
Als Pinsel empfehlen sich hierfür einen Katzenzungenform oder ein dünner Flachpinsel mit ein wenig Rückgrat, aber dennoch geschmeidig genug damit die fast trockene Farbe sozusagen sanft ohne Streifenbildung auf die Schwellenoberfläche gebürstet wird.




Vorbild von stark verbleichte Holzschwellen im Bahnhof Weidenberg.



Und im Bahnhof Behringersmühle.









Die im Drybrushtecnik behandelte Holzschwellen vor dem Lackieren der Schienenprofile.


Viele Grüße aus Belgien,

Jacques Timmermans

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Samstag, 23. Februar 2019, 14:47

Als nächstes bekommt das Schmalspurprofil einen Farbauftrag mit Rostfarbe aufgenebelt. Hier spielt der benützte Farbton wieder eine Hauptrolle, und ist eine reine Geschmackssache. Für mein Grubengleis habe ich einen etwas dunkleren Rostton ausgewählt. Die Farbe auf Alkoholbasis wurde aus dem Original Rostfarbe # 13023 von Reitz-Modellbau, der mit ein wenig schwarzer Farbe, Reitz # 13031, abgedunkelt wurde. Damit die inneren Grubenwände während dem ersten Spritzvorgang, bei der Lackierung der an die Seitenwand anliegendes Schienenprofil, keine Farbe aufgesprüht bekommen, wurden sie vorher mit einem Streifen Klebeband abgeklebt. Danach bekommt das innenliegende Schienenprofil einen Farbauftrag. Hierbei wird ein passender Kartonstreifen an das Kleineisen angelegt, was dafür sorgt, dass die Holzschwellen nicht mit Farbe eingenebelt werden. Zuletzt wird mit dem Alkoholpinsel, zu dem Reitz Farben empfehlt sich entweder Isopropanol oder Methanol, ein Zuviel an aufgesprühter Rostfarbe schlicht weggepinselt. Hierzu wird am besten einen kleinen weichen Rundpinsel verwendet, der nachdem er mit Lösungsmittel benetzt ist an ein Stück Kuchentuch abgewischt wird, denn sonst verlauft sich die angelöste Farbe durch ein Zuviel an Lösungsmittel über die ganze Oberfläche.







Die fertig lackierten Schienenprofile. Noch sind die Holzschwellen noch nicht von dem aufgesprühten Farbnebel gereinigt.





Und die soweit fertiggestellte Rollbockgrube. Noch müssen die Seitenwände und dem Normalspurgleis ihre Verwitterung bekommen.



Das gleiche Bild wie vorher, aber nun als ein reines schwarz/weiß Bild. Gut zu erkennen, Grubenwand und Normalspurprofil weisen einen fast identischer Grauton auf.


Viele Grüße aus Belgien,

Jacques Timmermans

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »JACQUES TIMMERMANS« (23. Februar 2019, 16:33)


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