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moba-tom

Bahndirektor

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Tuesday, March 20th 2012, 1:39pm

Probleme beim Löten

Hallo,

ich habe diesen Beitrag aus dem Schnellenkamp-Forum "rüber gerettet", daer als Grundlage und als Einstieg zum Online-Lötkurs vom Thorsten (DRG) dienen soll.


Ich habe nur meinen Erstbeitrag übernommen, also das "Problem"! Die "Lösung" zeigt Thorsten uns in seinem Beitrag Online-Lötkurs!

Danke, Thorsten!

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Hallo,

heute habe ich mich mal an meine erste(!) kleine Lötaufgabe gemacht (Kabel löten zählt nicht). Ich brauche noch ein Geländer für meine neue Brückenbaustelle, da sollte eines von Hubertus Viessmann hin. Also, Schublade auf, Bausatz raus und die Stützen im gewählten Abstand mit Sekundenklebertropfen auf ein Brett geklebt:



Danach den erste MS-Draht eingeschoben. Dann kam die Stelle, an der andere löten! Ich brate da wohl mehr und das ist mein Problem, bei dem ich Euch um Tipps bitte! Aber der Reihe nach: hier mal ein Bild von den ersten Versuchen:



Die untere Reihe war die letzte Lötung, ging schon besser…

Das Gute daran ist, dass es zusammen hält!

Und so habe ich’s getan:



  • Lötstation, höchste Stufe
  • Lötzinn mit Flußmittel
  • Kegelförmige Lötspitze
  • Lötwasser, reichlich aufgetragen
Wie macht man das besser?

Gruß aus Münster,
Thomas
ARGE-Mitglied Nr. 1875
Meine Anlage: Bischofsheim in den 60ern

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Signum

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2

Tuesday, March 20th 2012, 3:45pm

Hallo Thomas,

schön, dass Du diese Sache herüber genommen
bzw. neu belebt hast. :)

Und so hätt ich’s getan:

  • Lötstation auf 350 bis 400 Grad
  • Ein paar Tropfen Lötöl mit einer handelsüblichenSpritze an die zu lötende Stelle
  • Auf die Kegelförmige Lötspitze ganz wenig Lötzinn
  • Dann die Lötspitze an die zu verlötendeStelle halten
  • Fertig! :thumbup:
So wirds bestimmt besser? :thumbsup:
Gruß Signum oder auch Thomas
Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

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Heizer

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Wednesday, March 21st 2012, 1:04pm

Hallo Thomas auch moba-tom,

Erst einmal finde ich gut das Du hier Dein Lötergebis wieder eingestellt hast und fragst,

Quoted


Wie macht man das besser?


Hierzu habe ich meine Beiträge nun auch aus dem Schnellenkamp-Forum hier eingefügt.

Beitrag 1:

Mein Feinmechaniker Ausbilder hätte Dir gesagt, Du bist, ohne dass Du es weißt, schon auf einem guten Weg und braucht nicht zu verzweifeln, denn die Obere und die Untere Lötstellen sehen ja schon nach Lötungen aus :thumbup:

Er hätte dann ganz allgemein gefragt:"wie hast Du denn gelötet?"

Du hättest dann geantwortet:

Quoted

Und so habe ich’s getan:
Lötstation, höchste Stufe
Lötzinn mit Flußmittel
Kegelförmige Lötspitze
Lötwasser, reichlich aufgetragen


Darauf wird seine Aussage etwa so lauten:
Da ist es auch nicht verwunderlich, das die mittlere Lötstelle so ist, wie sie geworden ist, denn 1. Die Lötstation mit kegelförmiger Lötspitze ist etwas für Elektroniker die Litze an Dekoder anlöten wollen, aber nichts für Messingprofile, denn es wird nicht genug Wärme durch die kleine Spitze (selbst bei höchster eingestellter Temperatur nicht ausreichend, weil die Fläche der Spitze, um die Wärme zum Messing zu übertragen, zu klein ist), zusätzlich fließt zu viel Wärme an die untere und obere Lötstelle ab, dadurch hast Du eine zu geringe Löttemperatur an dieser Lötstelle und das Lot fliest nicht und verbindet sich nicht mit dem Messing, sondern kriselt sich in sich zusammen.

Du wirst einwenden, "ja aber, die obere Lötstelle ist ja schon ganz gut geworden, hier habe ich doch gar nichts anders gemacht. Ich habe gleiches Lot auch wieder mit dem gleichen Flussmittel verwendet und wunders Dich innerlich etwas!"

Er wird erwidern, ich sprach eben von der Löttemperatur und der Spitze. Hier hat das nach oben fehlende Material, zusätzlich unterstützt durch den Radius zum Draht dafür gesorgt, dass die Wandstärke=Masse (weniger Masse) des zu erwärmenden Materials ausgereicht hat, um die nötige Löttemperatur zu erreichen.
Zu erkennen an dem sauberen glatten Verlauf des Lotes sogar mit einer Kehle zum Draht. Schau, bei der unteren Lötung ist dies schon nicht so optimal verlaufen.
Zusätzlich ist an der unteren Lötstelle Dein Flussmittel aus dem Lötzinn verbrannt, zu erkennen an den schwarzen Rückständen. Zurückzuführen auf ein zu langes Erwärmen an der oberen äußeren Seite des Pfostens. Da wo die Spitze des Kolbens zu lange aufgelegen hat, ist Dein Messing rötlich verfärbt.

Er schaut auf die Uhr und sagt:" es ist Mittag, morgen geht es weiter mit ein paar Unterweisungen, wie Du es besser machen kannst.

So in etwa, lieber Thomas kann und wird ein Gespräch bis hier geführt worden sein, einschließlich der deutlichen Worten, die hier nicht persönlich zu verstehen sind.
Da auch ich diese Stützen verlöten möchte zu einem Viehgatter, bereite ich hierzu in den nächsten Tagen mal eine Bilderserie vor, wie ich es machen werde. Hier werden dann auch weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Mein Beitrag 2

Hier nun wie angedeutet meine erste Vorgehensweise mit einer regelbaren Lötstation ERSA analog 60, wie es von vielen vorgeschlagen wird und wie es auch gemacht werden kann. Das Ergebnis ist aber noch zu verbessern mit anderer Technik.
Dazu aber in einer weiteren Antwort mehr.

Hier habe ich 0.5 altes Bleilot mit Flußmittelsele unter Verwendung ganz normalem Lötwasser (erst einmal entgegen vorangegangener Empfehlungen, um zu sehen, was mit diesen Bedingungen zu erreichen ist) und einer meißelförmigen Dauerlötspitze bei voller Leistung sprich 450 Grad am Poti der Station eingestellt.

Vorarbeiten:
1. Metallisch blank schleifen mit Glasradierer und auftragen von Lötwasser,
kein Vorverzinnen.

Bild 1:
An der Stelle, wo ich das Lot zugeführt habe.



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Bild 2:
An der Stelle, wo ich den Lötkolben angehalten habe. Lötspitze oben auf der Seite vom Profil angehalten und dann nach 5-10sec Lot wie oben zu sehen kurz zugeführt.
Zu erkennen ist, da wo das Metall am wärmsten ist (durch die Nähe der Lötkolbenauflage), zieht sich auch das Lot hin und dabei vom Draht weg.
Insgesamt hat die Wärme der Lötspitze ausgereicht. Das Lot ist geflossen, das Flussmittel im Lot ist leicht verbrannt (braun-schwarzen) Rückstände, aber auch normale Rückstände wie auf einer Elektroplatine sind zu erkennen.



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Bild 3:
Geländerdraht links:
Hier wurde die Lötkolbenspitze am Geländerdraht gehalten, Aufnahme zeigt wie beim wegnehmen des Kolbens vom Draht das Lötsinn zur Lötkolbenspitze die Wärme nachfolgen will.
So entsteht eine unschöne Lötfläche die mühevoll versäubert werden muß. Das Lot auf der geraderen Fläche ist leichter zu entfernen, die Lötnaht wird hier nicht mehr bearbeitet. Die Holkehle, in der linken Lötstelle hat sich nicht so sauber am Übergang ausgebildet und insgesamt ist die Lötstelle ungleichmäßiger ausgelaufen. Warum?, weil die am dünnen Draht zugeführte Wärme es nicht ordentlich in die größere Masse zur Stütze hinüber es geschaft hat.




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Bild 4:
So werden zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielt, nur mit dem Unterschied der Wärmezufuhr und das der rechte Draht alleine eingelegt war(geringere Masse), sonst sind alle Bedingungen gleich. Wer sich die linke Lötnaht genauer ansieht, erkennt noch wo die Meißelspitze ihre Form im Lot hinterlassen hat. Ein Zeichen das die Wärme das Lot nur grenzwertig, nicht vollständig sauber zum fliessen gebracht hat. Dies ist auch nicht mit Übung wesentlich zu verbessern.



Erstes Fazit. Die Lötstation hat mit Meißelspitze genug Wärme für die erste rechte Lötaufgabe geliefert, die obere rechte Lötung ist aus meiner Sicht als brauchbar zu beurteilen, mehr aber auch nicht. Die linke Lötung ist grenzwertig, sie hat die zwei Metalle verbunden, aber Optisch sieht sie nicht gut aus und muß mühevoll nachgearbeitet werden.

Heute erster allgemeiner Merksatz für alle Lötaufgaben:

Möglichst die Wärme an dem Bauteil mit der größeren Masse zuführen, die Wärme breitet sich zum dünneren Bauteil mit weniger Masse dann leichter aus.

Deshalb ist das Verlöten von zwei unterschiedlichen Masseteilen schon eine höre Schwierigkeitsstufe als zwei Drähte mit gleichem Durchmesser

Als Nächstes kommt keine Lötstation zum Einsatz, sondern ein Lötkolben, mal sehen wie dann die Lötstelle auszieht


da mit den weiteren Beiträgen die maximal 10 000 Zeichenlänge überschritten wurde, gibt es eine neue Antwort.

Gruß, Thorsten

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Thursday, March 22nd 2012, 9:29am

Hallo Mitleser,

erst einmal freue ich mich über die Bedankungen.

Aber hier nun weiter mit Beitrag 3 und den Alternativen zur Lötstation.

Zum Einsatz kommt ein 40Watt Lötkolben mit 7mm breiter Meißelspitze, die "Messerspitz" angefeilt wurde.
Dadurch wird die Fläche zur Wärmeübertragung größer und der Kolben verteilt nicht so viel Lötsinn auf seiner Kontaktfläche zum Metall.
Ausserdem wurde das 0.5mm Lötzinn mit dem Hammer auf der Ambosfläche des Schraubstockes Foliendünn getrieben. Hierdurch ist eine sehr feine (auch geringe Mengendosierung) möglich, weiterhin schmilzt das sehr dünne Lötzinn schneller. Damit ist insgesamt eine mit nicht so viel Lötsinn benetzte Lötstelle zu erreichen.
Dieser Punkt kann leider nur durch üben und sammeln von Erfahrung verbessert und erreicht werden.

Wie ich die Lötkolbenspitze und den Lötdraht an das Bauteil angehalten habe zeigt das Bild, wobei die Spitze natürlich beim Löten vollflächig auflag und der Lötdraht 45Grad geneigt in den Übergang von der Stütze zum Geländerdraht gehalten habe (die Lage auf dem Bild ist dem Fotografieren geschuldet).

Bild 5:

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Das Resultat nach dem Löten, wieder mit normalem Lötwasser, Lötzinn mit Flußmittelsele und Bleianteil.
Gut zu sehen ist der Wärmefluß wie er im Messing stattgefunden hat, da wo die Geländerstütze auf dem Holz die leichte Branntnarbe hinterlassen hat, kann erkannt werden, nur da wo der Lötkolben aufgelegen hat ist die stärkste Verbrennung am Holz. Die linke schon verputzte Lötstelle, die nach der gleichen Methode gelötet wurde, ist ohne zu kühlen, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die rötliche Verfärbung ist sehr schwach weil eine sehr schnelle Wärmeübertragung (nur in dem Bereich da wo die Lötspitze aufgelegen hat) dafür gesort hat , das die nötige Löttemperatur ( Arbeitstemperatur) an der Verbindungsnaht erreicht war. Somit war ein sehr zügiges Löten möglich. Weiterhin kann erkannt werden, wie die Wärme der Lötspitze das Lot vom Geländerdraht zum Kolben geführt oder auch hingezogen hat.
Das Ergebniss auf der linken Seite, wo das Lot genauso zugeführt wurde nach dem leichten Verputzen mit dem Glasradierer. Der sehr dünne Lötzinüberschuß konnte mühelos mit wenigen Radierbewegungen entfernt werden, wobei die Lötnaht nicht in MitIeidenschaft gezogen wurde.

Bild 6:

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Das gesamte Bauteil nach dem Abkochen der Flußmittelkrückstände und dem anschließenden Verputzen. Sehr sauber und gleichmässig verlaufene Lötnähte, mit nicht zu viel Lotanteil.
Bild 7:

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Die andere Seite ohne Verputzen, weil es im U-Material natürlich schwieriger ist. Hier macht sich die richtige Menge von Lot in der Lötnaht sehr angenehm bemerkbar. Es ist keine weitere Nacharbeit notwendig.
Bild 8:


Fazit:
Insgesamt schnelleres und sauberes Endresultat mit dem Kolben. Ich habe noch einmal die Meisselspitze von der Lötstation gemessen. An meiner Lötstation ist diese nur 2.5mm breit. Da ist natürlich eine 7mm Spitze des Lötkolbens ganz klar im Vorteil. Mir fällt beim vergleichen von Bild 4. mit Bild 7. auf, mit dem Lötkolben konnte ich bei dieser Lötaufgabe das bessere Ergebniss erreichen.

Soweit erst einmal die kleine Gegenüberstellung von zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen, zu weiteren Erklärungen mache ich mir noch einmal Gedanken.

Da es hierzu im alten Forum, sehr nette positive Reaktionen gegeben hat, und das Thema Löten so umfangreich ist, auch im Forum doch schon häufiger der Wunsch geäußert wurde, etwas mehr darüber zu erfahren und es nicht möglich ist dies in zwei Sätzen zu erklären (dies ist mir beim schreiben der letzten Tage deutlich geworden), ist in mir der Gedanke entstanden, hier im Forum einen Thread mit dem Thema zum löten zu schreiben.

So sehen wir uns, wer mag beim Thema, frei nach der Aussage von @moba-tom: Löten, eine unlösbare Aufgabe mit sieben Siegeln?, ergänst durch meinen Beitrag: "eine Forums-Unterweisung versucht dies aufzulösen" vielleicht wieder.

Mit Gruß, Thorsten

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