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Sunday, December 17th 2017, 6:16pm

Obergurt Blechträgerbrücke - unkaputtbar

Hallo allerseits,

auf unserer Clubanlage in Hagen haben wir eine sehr interessante Brückenkonstruktion, die unter anderem aus zwei hintereinanderliegenden Obergurt-Blechträgerbrücken besteht. Die Blechträger waren aus Resin gegossen worden und hatten sich im Laufe der Zeit ziemlich verzogen. Ein anderes Problem war die Lage der Brücken nahe am Anlagenrand. Wenn sich an dieser Stelle eine Clubmitglied mit den entsprechenden "Jahresringen" (ich schließe mich da ein) über die Brücke beugte, um den hinteren Teil der Anlage zu erreichen, wurde mehr als einmal der Blechträger der Brücke abgebrochen. Mehrere Reparaturaktionen mit der Heißklebepistole trugen auch nicht zum angenehmen Erscheinungsbild der Brücke bei. Ich kannte die Brücke nur in diesem desolaten Zustand (Vereinsmitglied seit 1.2.2016).

Weil die Winterfahrtage in Hagen (siehe unten) am 27. - 28. Januar 2018 ihre Schatten vorauswerfen, kam der Wunsch auf, die Brücke grundlegend zu restaurieren und "unkaputtbar" zu machen. Ich hab mich dann bereiterklärt, mit meiner CNC-Fräse die erforderlichen Teile herzustellen.

Ich habe dann neue Brückenteile gezeichnet:



Um die Struktur der Träger nachzubilden besteht jeder aus fünf Schichten. Tragendes Teil ist zunächst eine Platte aus Polystyrol mit dem Umriß des Trägers. Darauf auf beiden Seiten eine Schicht aus 0,5 mm Polystyrol mit der Nachbildung der Nieten, darauf dann auf beiden Seiten eine Schicht aus 1,0 mm Polystyrol mit der Nachbildung der Verstärkungen. Im Aussehen entspricht das weitgehend den ursprünglichen Trägern aus Resin.

Während die mittlere Platte und die Verstärkungsschichten normale Fräsarbeiten waren, war die Herstellung der Nieten etwas komplizierter. Ich habe mir dazu ein Werkzeug gefertigt, das ich statt eines Bohrers in die Fräspindel spannen konnte und das am Ende in einen dünnen Stift mit abgerundeter Spitze ausläuft. Dann habe ich die Fräse so programmiert, als wollte ich die Punkte, an denen die Nieten sitzen, bohren und zwar nach einigen Versuchen genau 0,6 mm tief. Den Fräsmotor habe ich dabei ausgeschaltet:



Das Ergebnis aus der Nähe:



Das letzte Bild ist eine interessante optische Täuschung. Die Nietköpfe sind nicht erhaben, sondern in das Polystyrol eingedrückt. Schaut man lange genug auf das Bild, können die Nietköpfe "umspringen".

Anschließend habe ich die Nietenschichten innen ausgefräst:



Durch das Eindrücken der Nieten hat sich das Material gestreckt und war danach rund.

Schließlich habe ich die Schichten mit UHU Plast Spezial verklebt:





In Hagen habe ich dann mit der Airbrush die Träger erst grundiert und dann grau gespritzt.

Hier sind die neuen Träger bereits montiert:



Und was macht die Brücke nun unkaputtbar, werdet Ihr fragen ?( Ganz einfach, der gute, alte Magnettrick 8o



An jedem Ende eines Trägers ist ein Neodym-Magnet eingelassen (roter Pfeil) und auf der Brücke habe ich für jeden Magneten ein kleines Stück Stahlblech mit Zweikomponenten-Kleber befestigt (gelber Pfeil). Sicherheitshalber habe ich Bohrungen für insgesamt fünf Magneten vorgesehen, gereicht haben aber zwei.

Lehnt sich jetzt jemand unvorsichtig auf die Brücke, klappt der Träger einfach nach hinten weg und kann ganz einfach wieder aufgerichtet werden. Hier nochmal aus der Nähe:



Wer die Brücke mal selbst umklappen möchte, ist am 27. und 28. Januar herzlich eingeladen, genau das zu tun. Natürlich auch alle, die mit Brücken umklappen nichts am Hut haben und nur tolle Fahrtage mit uns verleben möchten. Ich freu mich drauf :thumbsup:

Gruß

Christoph
Spurnullteam Ruhr-Lenne e.V.

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This post has been edited 1 times, last edit by "werkzeugmacher" (May 7th 2018, 4:49pm)


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Sunday, December 17th 2017, 6:55pm

Hallo Christoph,

ich musste Deinen "Magnettrick" am Freitag noch benutzen - aber anders als geplant habe ich das Brückenteil vorsorglich entfernt, um an die Wagons heranzukommen, die nach einer Zugtrennung stehen geblieben waren.
(Die Steckkupplung eines Brawa Kds hatte nicht gehalten)

Danach ist mir aber noch ein kleines Unglück passiert - nach dem "Wiederaufstellen" des Trägers habe ich wohl nicht genau auf die Position geachtet, so das die 50er den dann tuschierte - zum Glück kein Schaden an der Lok und am Träger.

Vielleicht sollten wir aber entweder hinter dem Stahlblech noch einen kleinen Polystyrolstreifen kleben - quasi als Endanschlag,
oder
einen genieteten "Blechstreifen" unten, außen am Träger ankleben, der dann ein paar Milimeter nach unten ragt, und somit ebenfalls einen Endanschlag bildet - das wäre optisch bestimmt die schönere Variante, da dann gleichzeitig der Spalt zwischen Träger und dem unteren Brückenteil verdeckt wird.

Gruß
Matthias
Die hohe Kunst im Leben ist es, die eigenen Träume aus den Steinen zu bauen, die einem in den Weg gelegt werden.

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Sunday, December 17th 2017, 8:02pm

Hallo Matthias,

mach ich.

Gruß

Christoph
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