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jaffa

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Dienstag, 28. März 2017, 23:03

How to make ... Coils

Es kam in Gießen und im Nachgang die Frage auf, wie man den zu den passenden Coils für die Coiltransporter bzw. Transportgestelle kommt.
Ich habe einmal angefangen zu testen. Zunächst mit selbstklebender Alufolie. Das ging daneben: Durch die Klebeschicht sieht die Rolle von der Seite nicht mehr metallisch glänzend aus ... und von dem Alu sieht man, abgesehen von der äußersten Schicht, ansonsten rein gar nichts. Das ist pure Verschwendung eines teuren Materials!

Nächster Versuch: stinknormales 80g-Papier in 40-mm-Streifen geschnitten ... das jeweils nächste Stück beim Rollen auf Stoß ans vorhergehende angeklebt ... eine endlose Rollerei, die bei dem dünnen Material auch keine saubere Rundform ergab.

Dritter Anlauf: wie zuvor, aber dieses Mal mit 130g-Tonpapier. Damit ließ sich beim Rollen mehr Spannung erzeugen und die Rundform wurde schon ganz passabel. Die fertige Rolle dann mit Silber-Metalliclack aus der Sprühdose lackiert. Nach dem Trocknen von einem schwarzen Kebeband 1-mm-breite Streifen geschnitten und die Spannbänder auf der Rolle appliziert. Das Ergebnis ist schon ganz passabel (siehe Foto), kann aber noch etwas präziser werden.

Nun muss das Verfahren optimiert werden: Die Tonpapierstreifen werden aus etwas längerem Material (45 cm) mit einem Stapelschneider auf exakt identische Breite geschnitten. Vor dem Rollen mit extrem dünnem Klebeband aneinandergeklebt und anschließend wird nicht mehr von Hand, sondern mit Antrieb (Bohrmaschine) gerollt, so dass man die Bahn sauber mit beiden Händen führen und auf Spannung halten kann.

Für meine Empfinden ist das aber nichts, was ich dann in meinen Shop aufnehmen müsste, sondern was jeder, der es braucht, selbst in Heimarbeit herstellen kann. Was meint ihr?

Gruß ---Jürgen
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Mittwoch, 29. März 2017, 11:56

Coils: Kaufen oder selber machen?

Inzwischen gibt es durch meine Recherchen und den Hinweis von Udo zwei Quellen, wo man fertige Coils kaufen kann:


Peters Lokschuppen bietet ein Set mit vier Coils an, die mit einem Holzuntergestell (Länge 150 mm) vergurtet sind; Preis 13,95 €

KTD-Modellbau bietet Coils in verschiedenen Abmessungen einzeln (5,00 €) und als Set an: http://www.ktd-modellbau.de/27.html
Dabei werden nicht nur »blanke« Stahlcoils, sondern auch leicht angerostete und Rohblechcoils angeboten.

Bei beiden Anbietern ist nicht korrekt, dass sie die Coils mit den Holzuntergestellen vergurten. Die Coils müssten für sich alleine mit Bändern gesichert sein, damit sie einzeln per Kran abgehoben werden können. Immerhin hätte man bei diesen Anbietern die Coilrollen und müsste sie dann selbst mit den Bändern korrekt konfektionieren.
Wenn ich die Idee »Coil-Produktion« weiterverfolge, dann würde es mir in erster Linie darum gehen, eine Qualitätsverbesserung zu erreichen und vorbildgerechte optische Anmutung und Konfektionierung zu erreichen. Die o.a. Preise der Anbieter halte ich für angemessen.

Bisher unbeantwortet ist meine Frage, ob ihr in Sachen Coils selbst Hand anlegen wollt/werdet oder dazu tendiert, fertige Coils zu kaufen? ... von wem auch immer. Diejenigen, die sich bereits an dem Thema versucht haben oder Hinweise auf weitere Lieferquellen haben, sind herzlich eingeladen, in diesem Thread ihre Erfahrungen, Infos und Bilder anzuhängen.

Gruß --- Jürgen

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Mittwoch, 29. März 2017, 22:49

Hallo Jürgen,
anbei ein paar Anmerkungen, da ich da auch schon länger danach schaue. Bevor ich da selber tätig werde/werden kann, stehen aber andere Themen an ;( .

Die Coils von Peters Lokschuppen dürften dem H0-Segment entstammen (Gesamtlänge des Gestells ca. 150 mm). Damit sind sie meines Erachtens zu klein für dein Gestell.

Die von KHT (z.B. Art.Nr 102040) sehen optisch 1a aus :thumbup: , sind aber eben wegen der Bindung in der angebotenen Form nicht geeignet. Bei Abruf einer größeren Menge wird sich das aber ggf. ändern lassen.

Es gibt auch von Herrn Zapf Coils, welche er bislang vorwiegend für den 4-achsigen Schwerlastwagen von Schnellenkamp zusammen mit den Gestellen angeboten hat. Da waren die Coils aber doch etwas zu breit (ca. 43 mm), sonst gefallen sie mir.

So eine Breite von 28 bis max. 32 mm wäre optimal. Ferner muss auch der Durchmesser ausreichen, damit die Coils nicht den Boden bei den neuen Gestellen berühren. Für das recht neue Gestell von Zapf für die 6-achsigen Wagen von Kiss muss der Durchmesser entsprechend bei mindestens 27 mm liegen.

Wenn ich mir Fotos von Coiltransportern mit Coils anschaue, dann würde ein Durchmesser von 32 bis 35 mm bei einer Breite von 28 bis 32 mm (maximal 35) vorbildgerecht aussehen.

Mehr kann ich aus Zeitgründen leider derzeit nicht beitragen. In der Qualität von KTD mit den obigen Maßen wäre ich aber ein sicherer Abnehmer :P

P.s. Ich hatte mir eine Reihe von den Wagen von Kiss gesichert, um sie später mal mit Coils nachzurüsten. . . . In 0 muss man doch meistens direkt zuschlagen, wenn man mal von einem Modell eine etwas größere
Menge eines bestimmten Modells möchte.

VG, Moritz
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Mittwoch, 29. März 2017, 23:16

Hallo Moritz, Dankeschön für deine Informationen, die für mich sehr hilfreich sind.
An einer Stelle irrst du allerdings:
Die Coils von Peters Lokschuppen dürften dem H0-Segment entstammen (Gesamtlänge des Gestells ca. 50 mm). Damit sind sie meines Erachtens zu klein für dein Gestell.

Das Coilgestell, das in Peters Lokschuppen angeboten wird (stammt von
Ladegut Bauer) ist 150 mm lang und ist definitiv der Spur 0 zugeordnet; die einzelnen Coils dürften dann einen
Durchmesser von rund 30 mm haben.

Gruß --- Jürgen

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Donnerstag, 30. März 2017, 10:57

Hallo Jürgen!
Der Link führt eindeutig zu einem HO Modell (siehe auch Kupplung). Aus dem Größenverhältnis habe ich meine Einschätzung abgeleitet.
Bei Bauer wird auf der Homepage einzig ein Gestell mit einer Größe von 205 * 60 mm für die Spur 0 angeboten. Da sind aber 2 Coils nebeneinander positioniert.
Spekulationen über die tatsächliche Größe helfen uns aber nicht weiter. Ich werde dem daher nachgehen. :thumbup:
Melde mich wieder in ein paar Tagen.
VG, Moritz
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Donnerstag, 30. März 2017, 15:40

In der Tat, Moritz, was genau bei dem Artikel zu sehen ist, ist für unser Nachdenken zweitrangig; wer dort kaufen will, muss sich eben schlau machen, was genau er da bekommt.

Ich habe über Coils recherchiert: Es gibt fast alle denkbare Maße bis 210 cm Breite und ca. 200 cm Ø, der gebräuchliche Innendurchmesser ist zwischen 40 und 61 cm; die Materialstärken können im Bereich von mm-Bruchteilen bis 3 cm bei warmgewalztem Stahl sein. Das Gewicht einer einzelnen Coil kann bis 45, manche schreiben sogar 50 t betragen. Bei den Spanngurten ist es üblich (immer abhängig von Dimensionen und Gewicht) mindestens einen Längs- und eine Quergurt zu spannen.
Dass offene, ungeschützte Coils durch die Gegend gefahren werden, ist zumindest heute unüblich: insofern kann man es sich (vermutlich ab später Epoche IV recht einfach machen, indem man eine Rundform mit entsprechender Bohrung in Plastikfolie einkleidet und dann mit den Spannbändern sichert.
»Unsere« Form der blanken Coils wurden wohl vorrangig in Epoche III verwendet.

Wie auch immer: Ich habe einen zweiten Test gemacht mit maschineller Wicklung und habe ein »How to do« dabei fotografiert. Da ich während meiner Urlaubstage keinen Stapelschneider zur Hand habe, sind auch diese Bahnen noch von Hand geschnitten.
Für einen Coil von 30 mm Breite, 12 mm Innendurchmesser und 29 mm Außendurchmesser benötige ich 9 Abschnitte von meinem 130g-Papier in der Länge von 350 mm. Wichtig ist, dass die Laufrichtung des Papiers der der Streifen entspricht ... sonst wickelt es sich nicht vernünftig.
Die Streifen wurden mit Teasfilm auf Stoß zu einem rund 300 cm langen Streifen verklebt.
Zum Wickeln habe ich einen Bohrer in einen Akkuschrauber gespannt, darauf ein Plastikrohr geschoben, das nicht einmal ganz fest sitzt ... also so eine Art Rutschkupplung als Reißsicherung.
Das Ende der Bahn mit einem ganz kleinen Stück Tesafilm am Plastikrohr befestigt, so dass man später das Plastikrohr drehend herausziehen kann, dann gewickelt. Zwischendurch Stopps mir Ausrichten und Nachspannen. Das Ende der Bahn verklebt.
Die Rolle in eine Drahtschlinge gehängt, damit man beim Lackieren überall hinkommt. Nach Lackieren und Trocknen die Spannbänder von einem schwarzen Klebeband abgeschnitten.
Für die Befestigung der Bänder habe ich mich nicht auf die Klebekraft des 1-mm.breiten Bandes verlassen, sondern zusätzlich das Ende mit einem Tropfen Sekundenkleber gesichert.
Weitere Perfektion könnte im Anbringen von Kantenschutz bei den Quergurten bestehen und --- wie schon erwähnt --- durch exakter geschnittene Bahnen. Die nächsten Versuche werde ich mit glatterem Papier machen.

Ich gehe inzwischen davon aus, dass das jeder selbst machen kann. Für den Shop werde ich Coils wohl eher nicht machen, kann mir aber vorstellen, dass ich nächstes Jahr nach Gießen einen kleinen Vorrat mitbringe.

Gruß --- Jürgen
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Samstag, 22. April 2017, 16:57

Ich habe das Coilwickeln für mich weiter ausgetestet und optimiert. Gegenüber meinem vorgehenden Bericht gibt es Veränderungen.
Zum einen habe ich die Materialwahl optimiert. Nachdem zunächst mit dünnerem glatten 100g-Colorcopy-Papier getestet habe, bin ich nun bei einem 160g-Colorcopy-Papier (bzw. leichtem Karton) gelandet. In Laufrichtung ist die Biegefähigkeit noch recht gut, so dass sich das Material ohne Knicke rollen lässt, andererseits bedeutet größere Materialstärke weniger Windungen.

Von dem maschinellen Wickeln bin ich auch wieder abgekommen: von Hand kann ich strammer und vor allem gleichmäßiger wickeln. Das geschieht auf einem Wickelkern von 12 mm Durchmesser, der kürzer ist als die Materialbreite ... ohne das Papier am Kern anzukleben; dadurch kann man mit seitlichen Druck auf die Rollenflanken gut und stramm wickeln und hinterher den Wickelkern einfach herausschieben.
Wichtig ist, dass man den Papieranfang vorwölbt (mit einem Rundstab, z.B:. 4-mm-Bohrer, auf einer elastischen Unterlage auf dem Papier hin- und herrollen; ich mache das auf meinem Mousepad), Foto 1 und 2.

Ich klebe nun auch nicht mehr ein langes Band vorher aneinander, sondern setze jeweils beim Wickeln eine Bahn an die andere; die neue Bahn wird durch ein Gewicht fixiert, die bisherige Rolle wird herangeschoben, ausgerichtet und mit Tesafilm fixiert (Foto 3).

Ich benötige 10 Streifen je 45 cm für einen Coil mit 33 mm Durchmesser; vom Bereitlegen des Materials bis zum fertig geklebten Coil dauert das bei mir knapp 8 Minuten.

Das weitere Verfahren (Ankleben der letzten Bahn, Sprühen mit Metallic-Lack, Anbringen der Spanngurte) ist ohne Änderungen.

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Montag, 8. Mai 2017, 13:03

Beim Thema Coil-Produktion bin ich heute nachtragend: Ich wurde gefragt, woraus denn die schwarzen Spannbänder bestehen.

Deshalb kurz die Erläuterung dazu:

Die schwarzen Bänder sind schlichtweg aus 15 mm breitem Kunststoffisolierband: ein Stück davon (möglichst gerade) auf eine Glasplatte kleben, mit Stahlineal und Cutter ca. 1 mm breite Streifen davon abschneiden, von der Glasplatte abheben und um die Coils kleben. Das Ende fixiere ich zusätzlich noch einmal mit einem winzigen Tropfen Sekundenkleber.

Das hatte ich bisher nicht näher, sondern nur pauschal in einem Halbsatz beschrieben, weil es mir so selbstverständlich und selbsterklärend vorkam ... schmale Bänder und Zierstreifen mache seit Menschengedenken auf diese Weise ...

Gruß --- Jürgen

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