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Tuesday, April 2nd 2013, 4:58pm

Der Lokschuppen von Ermenau

Hallo zusammen,

hier möchte ich euch mal meine Erfahrungen oder besser gesagt erste Gehversuche im Gebäudebau in 1:45 zeigen. Das letzte Haus, was ich gebastelt habe, war noch für Spur N vor ca. 3 Jahren.

Fangen wir mal an.

Als erstes habe ich mir einen Lokschuppen vorgenommen. Ich wollte mal eine Ziegelstein-Optik bauen und entschied mich für den Plastikbausatz von Addie-Modell .

Um bessere Erfahrungen bzgl. Größenverhältnisse in Spur 0 zu sammeln, entschied ich mich also beim ersten Gebäude für einen fertigen Bausatz und nicht für den Selbstbau. Letzteres wird es später auch bei mir geben, aber für den Anfang fand ich das besser.

Der Bausatz wird gut verpackt in mehreren Tüten und Karton und enthält viele Kleinteile. Interessant und als N-Bahner neu für mich die robusten Wände. Da hat man was in der Hand. :thumbsup:

Geplant ist, dass der Schuppen im Endstadium auf einer Polystyrol-Platte als komplette Einheit geklebt ist, um den Lokschuppen komplett vom Segment abheben zu können. Gut zum Basteln, Verfeinern, Reparieren und Versetzen der Segment beim Umzug (wollen wir es nicht hoffen ;( ).

Natürlich soll der Bausatz nicht so wie in der Tüte gebaut werden, sondern, sofern es meine Ideen und Fertigkeiten zulassen, auch verfeinert werden.

Fangen wir nach den ganzen Worten mal mit den Wänden an.

Die Konstruktion mehrerer Wandteile dank breiter Anlageflächen finde ich sehr gelungen. Sehr stabil und genug Klebefläche, um den Plastikkleber nicht auf den Ziegeln nachher sitzen zu haben:



Dann direkt der erste Anfängerfehler von mir: Die Fensterrahmen sollte man in diesem Stadium noch nicht einkleben. Aber na ja, zumindest die Glaseinsätze habe ich
wohlwissend noch weggelassen. :whistling:

Die Ziegelmauer ist von Haus aus natürlich einheitlich rot inkl. Fugen. Das kann natürlich nicht so bleiben.



Hier der Vorher-Nachher-Effekt.

Für das ganze Modell arbeite ich mit Acrylfarben und Farbpigmenten.

Für die Fugen nahm ich die Marabu-Farbe "Milchkaffee". Hört sich doof an, aber mir gefiel der Ton. Diese Farbe gut verdünnt mit Wasser und zwei Tropfen Spüli, damit sie in die Fugen läuft.

Nachdem alles gut angetrocknet war, mit einem Geschirrtuch die Oberfläche abgerubbelt sieht dann so aus:



Der Betonsockel soll natürlich ebenfalls seine Grundierung bekommen. Hierfür bot sich noch eine vorhandene Faller-Straßenfarbe "Beton" an. Das sieht dann ohne weitere Alterung so aus:



Mehr zur äußeren Fassade später.

Kommen wir zu den Innenwänden. Hier gibt es erfahrungsgemäß die größten Baustellen, denn bei Plastebausätzen sieht es innen drin meisten gruselig aus. Da wir aber nachher schön durch die größen Fenster hineinschauen möchten, Licht auch noch hineinkommen soll und überhaupt wir bei der Spur Null sind, muss also dran gearbeitet werden.

Wie die Wand von innen standardmäßig aussieht, sah man ja auf dem ersten Bild in diesem Beitrag.

Als Erstes nahm ich eine 3 mm Trittschalldämmung, die um die Fenster ausgespart wurde. Verklebt habe ich diese mit normalem Weißleim und über die Nacht unter hohem Druck eines Mörsers trocknen lassen.



Wie man auf dem Bild sehen kann, ist bereits rings um die Fensterrahmen VORHER weiße Farbe auf die Wand gemalt worden. Ohne Fensterrahmen wäre es besser gewesen, aber das Thema hatten wir ja schon. So sitzt das Fenster auf jeden Fall schon tiefer im Mauerwerk. Später kam noch eine Betonsockelimitation als angefaster dünner Streifen des gleichen Materials dazu. Diese Streifen habe ich dann aber mit einem Faller Plastikkleber verklebt. Geht schneller und punktgenauer.

Ein paar abgeplatzte Putzstellen mit hervorlugenden Ziegelsteinen wurden mit einer Zahnarztsonde eingeritzt.

Dann wurde eine gealterte weiße Farbe angemischt und an Probestücken getestet. Diese war relativ dick. Unverdünnt. Vorteil: es deckt besser und verläuft nicht. Nachteil und Vorteil zugleich: Es bleiben immer Konturen von der Pinselführung.

Hier angestrichen und die Ziegelsteine farblich abgesetzt:



Den Betonsockel habe ich der Einfachheit halber auch geweißt und nicht betongrau wie außen. Hier hat der Maler bis unten durch gearbeitet.

Jetzt galt es, die Alterung ungleichmäßig anzubringen. Hierfür nehme ich Künstler- und Alterungspigmente. Diese gibts in Künster-Bastelläden oder bei Kremer usw.

Hier wirkt es ein wenig zu dunkel:



Hier sieht man es bei anderem Licht besser:



So weit das Ergebnis der Ostertage.

Der nächste Schritt wird die Alterung des Ziegelverbands werden und erste Gedanken zum Fundament.

Ich hoffe, es gefiel dem einen oder anderen.

Bis bald

Carsten
Alles über die Baureihe 64: http://www.br64.de

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This post has been edited 1 times, last edit by "Geiswanger" (Apr 2nd 2013, 5:05pm)


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Wednesday, April 3rd 2013, 5:57am

Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Danksagungen und Bewertungen. Ein weiterer Ansporn für mich. :love:

Gruß

Carsten
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Signum

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Wednesday, April 3rd 2013, 1:12pm

Hallo Carsten,

auch wir sagen Danke, weil Du sehr anschaulich zeigst, was man auch diesem ADDIE Bausatz noch raus holen kann. :thumbup:
Gruß Signum oder auch Thomas
Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

BR96

Bahnhofsvorsteher

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4

Wednesday, April 3rd 2013, 1:46pm

Dach

Hallo Carsten,

toller Bericht - vielen Dank!

Noch ein kleiner Tipp: ich kenne jemanden, der war tatsächlich so blöd und hat das Dach falsch zusammengeklebt...wie auf dem Bild zu sehen. Und er hat es selber nicht mal gemerkt, sondern wurde von einem freundlichen Gast darauf hingewiesen...

Also aufgepasst! :D

Grüße - Jörg

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5

Wednesday, April 3rd 2013, 2:55pm

Auch ich habe mich an diesem Lokschuppen von Addie versucht, und wenn ich es schaffe, dann werde ich ein paar Bilder einstellen.

Im ersten Schritt wurden alle Teile mit Marabu-Farben lackiert. Verwendet habe ich folgende Farbtöne:

  • Terracotta für das Ziegelmauerwerk
  • Weiß für die Innenwände
  • Laubgrün für die Fensterrahmen, Schuppentore sowie Türen
  • Schwarz für das Dach, die Dachrinnen etc.
  • Dunkelbraun für die Dachbalken
  • Grau für den Sockel des Mauerwerks
Das brachte schon eine erste Verbesserung dahingehend, dass der Plastikglanz verschwunden ist bzw. die Teile eine realistischere Farbgebung bekommen haben. Und ein weiterer Vorteil war, dass nun Farben auf Acrylbasis besser deckten!

Danach wagte ich mich an den Zusammenbau. Bis ich den richtigen Kleber gefunden habe, dass dauerte. So durfte ich diverse male Teile neu verkleben, bis ich hier im Forum den Ruderer emfohlen bekommen habe. Danach hat es gehalten.

Die Passgenauigkeit, so war es zumindestens bei meinem Exemplar, lies gerade bei der großen Firstteilen zu wünschen übrig. Ich hätte doch den dritten Arm gebraucht, um gewisse Stellen andrücken zu können, denn die Teile waren zum Teil regelrecht gewölbt! Egal, irgendwann stand der "Rohbau".

Danach wurde verfugt. Ein Grauton von Vellejo wurde verdünnt und aufgepinselt. In diesem Arbeitsgang bekamen die Fensterbänke auch gleich ihren Anstrich. Nach der Trocknung wurden die Weathering Sprays von Modelmates zum Einsatz gebracht. "Rusty Red" , "Mud Brown" und "Light Grey" liessen das Mauerwerk nun schon lebendiger erscheinen. Im nächsten Schritt wurde graniert. Wieder ein deutlicher Schritt hin zum......aber irgendwie fehlte immer noch was.....Pigmente von Krämer kamen zum Einsatz, also diverse Verschmutzungspulver, und es war nahezu perfekt.

Obwohl das Dach bzw. seine Art der Eindeckung eher einen angelsächsischen Ursprung vermuten lassen, wurde es mit unterschiedlichen Rottönen auf Ziegeloptik getrimmt. Danach kam von Vallejo ein Wash zum Einsatz, etwas granieren und das Dach machte was her. Bei den Anbauteilen belies ich es bei der schwarzen Grundfärbung, lediglich mit verschiedenen Rostfarben von Vallejo wurde sanft graniert. Gleiches wurde mit den Dachrinnen und Fallrohren gemacht. Hier kam zusätzlich ein Grauton hinzu um verzinktes Material anzudeuten.

Die Fensterrahmen, Schuppentore, etc...nun in grün gehalten, wurden die Beschläge betont mit "Dark German....tralala" von Vallejo, alles etwas graniert und im Anschluß mit Krämer "verschönert". Das Ergebnis ist ganz ansehnlich geworden, aber auch hier gilt: Schönheit liegt im Auge des Betrachters!

Ein paar von den mitgelieferten Anbauteilen fanden bereits einen Platz, die Untersuchungsgrube von Dittmann, die Beleuchtung von Addie sowie diverse andere Kleinteile zur Vollendung warten noch auf den Kauf in Buseck und/oder auf den Einbau.

Grüße,

Sascha

This post has been edited 2 times, last edit by "wieder-infizierter" (Apr 7th 2013, 10:45pm)


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Wednesday, April 3rd 2013, 4:12pm

Hallo Jörg und Sascha,

danke für das ehrliche Dachfoto, Jörg. ;) Glaub mir, solche "Expertenleistungen" kenne ich von mir auch. :D

Sascha, das hört sich interessant an. Jetzt noch Fotos. Was den Ruderer angeht, hatte ich zwar vorher von diesem gehört und mir dann die Frage gestellt, ob dieser ein Muss wäre.

Aber ich muss sagen, der auch in Bildern oben sichtbare Faller Expert hat sehr gut geklebt. Schnell und sicher.

Was die Ziegel angeht, will ich mal sehen, nur einzelne hervorzuheben anstatt allen einen neuen Anstrich zu geben. Denn erstens finde ich die Grundfarbe nicht so falsch und zweitens wird mit der Patinierung eine Menge wieder in den Hintergrund treten.

Was mich nochmal interessieren würde und die Frage geht in die ganze Runde:

Was habt ihr für LEDs genommen? Mit welchen Widerständen bei welche Ausgangsspannung? Denn da bin ich absolut Laie ?( und wünsche mir nachher ein warmweißes wartungsfreies Licht, welches nicht zu hell sein soll, aber trotzdem die Details im Inneren preisgeben soll.

Vielen Dank

Carsten
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