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Andreas1968

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1

Saturday, February 13th 2016, 7:21pm

Zwangsschiene

Liebe Gemeinde,

vor und in meinem geplanten Tunnel möchte ich eine Zwangsschiene setzen. Ich benutze das LENZ Gleissystem. Wie könnte ich eine Zwangsschiene darstellen?
Was nehme ich für ein Schienenstrang? Ein H0-Gleis?
Wie bilde ich die Befestigung / Kleineisen nach?


Grüße aus Berlin
Andreas

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Ole

Heizer

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2

Saturday, February 13th 2016, 8:50pm

Hallo Andreas,
ich muß auch bald auf meiner Anlage diese Teile verbauen, Da ich Peco Code 143 Gleismateral verwende, Profil ähnlich Lenz, werde ich auch diese mit Peco Schienenstühlen verbauen, gibt es auch als Code 124 sind dann etwas kleiner. Eine Übersicht der 0-Profile findest Du bei Weiche-Walter.
MfG
Olaf

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jrgnmllr

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3

Saturday, February 13th 2016, 8:52pm

Hallo Andreas,

Zitat:
(aus: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens)

Zwangsschiene
: Sicherheitsschienen, Schutzschienen werden an Krümmungen zur Bildung einer Rille für den Radkranz der Fahrzeuge an der Innenseite des dem Krümmungsmittelpunkte näheren Schienenstrangs verlegt. Hierzu dienen gewöhnliche Fahrschienen, die auf freier Strecke in scharfen Krümmungen eine erhöhte Sicherheit gegen Entgleisung schaffen.

Du solltest also ein Spur-0-Schienenprofil von Lenz auf dem betreffenden Gleisstück befestigen; am besten mit dem dazugehörigen "Kleineisen".


Gruß

Jürgen (HH)

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Wolfgang Bayer

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4

Saturday, February 13th 2016, 10:40pm

Führungen bei der Reichsbahn als Schutzschienen bezeichnet

Hallo,

hier ein paar kurze Informationen. Die Führungen müssen in etwa das gleiche Profil wie die Fahrschiene haben. Beim Vorbild wurden auch oft (einseitig) abgefahrene Altschienen etwa des geichen Profils verwendet. Der Einbau in Tunnels erfolgte nach meiner Kenntnis nur bei der DB, nicht bei der DR. Ziel ist eine entgleiste Achse so zu führen, dass ein entgleiste Rad nicht an die gegenüberliegende Schiene anschlagen kann. Führungen dürfen nicht mit Leitschienen verwechselt werden, die in extrem engen Bögen angeordnet werden. Insofern ergibt sich für Führungen nicht zwangsläufig (immer) eine Lage nur auf der Bogeninnenseite. Zum Einbau stelle Dir vor, dass verhindert werden soll, dass ein Fahrzeug, bei dem ein Rand einer entgleisten Achse an der gegenüberliegenden Schiene schleift so voll gegen ein Hindernis wie ein Tunnelportal oder gegen einen Pfeiler einer Überführung prallt. Weiter soll so ein Abstürzen entgleister Fahrzeuge vermieden werden. Dies kann z.B. bei bestimmten Brücken (Deckbrücken) aber auch bei alten Stützmauern, die extrem nahe neben dem Gleis liegen, der Fall sein. Auch sollen so an Brückenkonstruktionen im Falle einer Entgleisung Schäden möglichst vermieden werden.
Eine alte Faustformel: Abstand Radmitte zu Radmitte =1,50 m. Schlägt ein ein entgleistes Rand mit der Innenseite an die gegenüberliegende Schiene an, so ist das andere Rad ca. 0,70 m + 1,50 m von der Gleisachse entfernt. Knallt es dann richtig, sind Führungen einzubauen.
Zum Einbau der Führungen selbst. Der Absaand zwischen der Fahrkante der Fahrschiene und der gegenüberliegenden Kante der Führungsschiene beträgt 180 mm. Beim Vorbild gibt es entsprechende Rippenplatten, die bei Holzschwellen problemlos aufgeschraubt werden konnten.
Bei der Reichsbahn gab es noch eine interresante Besonderheit: Als Führungen wurden geeignete Winkelprofile mit Schwellenschrauben auf die Brückenbalken bzw. Schwellen aufgeschraubt. Bei bestimmten Brücken mit offener Fahrbahn (ohne Schotter) ergab sich so eine zusätzliche Sicherung gegen das Wandern (Verschieben) von Brückenbalken (z.B. wenn Schwellenbolzen gerissen).
An Anfang sind die Führungen nach innen zu biegen (max ca 30 grad) so dass eine entgleiste Achse möglichst eingespurt wird. In der Mitte wo die abgewinkelten Enden nahe beieinander liegen, ist ein keilförmiger Schutz (üblich Holzkeil als Schwellenstück) vorzusehen, der ein Festhängen gerunterhängender Teile (z.B. Kupplungsbügel) eines entgleisten Fahrzeugs vermeiden soll.
Zur Frage in welchem Abstand die Führungen vor dem "Anprallpunkt" beginnen sollen, hat sich das Regelwerk mehrfach geändert (Werte von 5 bis 30 m). Um eine entsprechende Wirkung zu erreichen, sollten aber mindestens 3-5 Schwellen+ Abwinkung vorgesehen werden.

Zum Modellbau: Da 2 Rippenplatten nebeneinander einen zu großen Abstand ergeben, würde ich mir eine kleine Lehre basteln und im entsprechenden Abstand Löcher in die Schwellen der Lenzgleise bohren und hier mit kleinen Schwellennägeln die Führungsschiene befestigen.

Grüße aus Erfurt

Wolfgang Bayer

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Martin Zeilinger

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Sunday, February 14th 2016, 8:25am

Bildliche Ergänzung zu Wolfgangs Ausführungen:



Gebaut mit Schullern-Material. Leider ist der Abstand zwischen Fahrschiene und Führungsschiene etwas zu groß geraten, der prinzipielle Aufbau sollte aber halbwegs erkennbar sein.

Bei Verwendung von Lenzmaterial könnten die Schutzschienen eventuell auch mit Teilen aus dem Wenz-Sortiment oder von Hassler "dazugebastelt" werden.

Ein direktes Aufkleben der Schutzschienen auf die Schwellen ist zwar auch möglich, schaut aber aus der Nähe betrachtet schon bei einem Bahnübergang, wo man die Kleineisen kaum sieht, eher "bescheiden" aus:




Gutes Gelingen wünscht
Martin
Neues über unsere Spur 0-Projekte findet man auch auf unserer Facebook-Seite

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Sunday, February 14th 2016, 1:32pm

Hallo Andreas,

ich hatte mir während der Planung des 'Steinberg-Tunnels' der 'Moranbahn' (ex 'Moritzbahn', Beitrag 133 v. 19-01-2014) fast die gleichen Fragen gestellt wie du, obwohl ich in meiner aktiven Zeit als Bundesbahner so genannte Schutzschienen schon zu Dutzenden gesehen habe - auf Brücken und in Tunneln ebenso wie in engen Gleisbögen. Aber die Verwendung bei der grossen Bahn (1:1) und der Einbau in Spur Null sind schon 'zwei verschiedene Paar Schuhe' - möchte man vor allem im Tunnel den Abstand zwischen Fahr- und Schutzschiene einigermassen realistisch eng halten (um im gebogenen Tunnelgleis Entgleisungen tatsächlich zu verhindern), kommt man kaum daran vorbei, die vorab im entsprechenden Radius gebogene Schutzschiene einfach ohne Kleineisen auf die Schwellen zu kleben. Da die Schutzschiene nicht befahren wird und daher der Schienenkopf durch und durch 'verrostet' ist und ausserdem überwiegend im Tunnel liegt, fällt das Fehlen von Kleineisen eh' kaum auf.







Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben!

Mit den besten Grüssen
Dieter

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Andreas1968

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7

Sunday, February 14th 2016, 2:12pm

Jam jam.... Lieber Dieter, mit dem Bildern deines Schienenbusse und der vermoosten Einfahrten hast du genau meine Achillesferse getroffen... :D

Ich werde den Schweizerischen Modellbauern mal zeigen wie der Euro aussieht und ein paar Schienenstühle kaufen.


Gruß
Andreas