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Monday, May 18th 2015, 1:33pm

Wenz Selbstbaugleis

Hallo Zusammen,


Weihnachten 2013 bekam ich einen Wenz Weichenbausatz von meiner Frau.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis heute diesen Bausatz noch nicht angefangen habe.

Irgendwelche Ausreden fanden sich immer. Zu schwierig, zu viel Nachfolgekosten, zu lange Bauzeit, zu…….

Da ich mein Gleisplan in letzter Zeit nochmal „runtergefahren“ habe und die Gleislänge und Weichenanzahl verringert habe (weniger ist mehr) hatte ich jetzt ein paar Ausreden weniger (und die Frau bohrte zu Recht auch immer mehr).

Also habe ich mir von Wenz 1 Yard (91,4 cm) Gleis bestellt, um so langsam in das Projekt Selbstbaugleis einzusteigen.

Wenn ich durch diesen Bericht nur einen zur Nachahmung animiere hat sich dieser gelohnt.

Das sich der Selbstbau überhaupt lohnt steht für mich außer Frage, da ich bereits einige Selbstbauten live bestaunen durfte.

Also hier mal zunächst die Zutaten:


Alles habe ich über die Firma Wenz bezogen.


Die Rippenplatten und die Kleineisen sowie die Schienenprofile hatte ich hier bereits mit der Airbrush lackiert.
Als Klemmstück habe ich mich für die optional erhältliche SKL Spannklemme entschieden. Diese fand ich optisch sehr ansprechend und da Sie ab Epoche 3 einsetzbar ist passte alles.

Die Farbe habe ich auch von Wenz. Es ist eine „Spezialmischung“ aus Gunzefarben mit der Bezeichnung „Schiene“ die es wohl nur bei Wenz gibt. (sie ist airbrush-fertig)


Farben sind immer schlecht auf Fotos einzuschätzen. So dunkel fällt sie bei mir in Echt nicht
aus. Kommt vielleicht auf nachfolgenden Fotos nochmal besser rüber.



Mit dem Tiemaster werden die Schwellen verlegt.

Er muss um gekantet und an den Ecken verlötet werden. Dann wird noch vorne der „Pfeil“ angelötet. Dieser ist für den Abstand der Schwellen erforderlich und erleichtert das korrekte Verlegen der Schwelle.

Man kann sich beim Anlöten entscheiden, wie groß der Abstand zwischen den Schwellen sein soll. Für Nebenbahnstrecken lässt man den Abstand etwas größer als bei Hauptstrecken. Nach Recherchen im Internet habe ich mich für 9 mm Abstand zwischen den Schienen entschieden (Nebenbahn).


Eine Schwelle wird mit Wasserfestem Leim bestrichen und in den umgedrehten Tiemaster gelegt.




Nun kann man ihn umdrehen und an die richtige Position legen. Die Schwelle klemmt in dem Tiemaster fest und man kann in aller Ruhe die richtige Position auswählen um sie dann mit einer anderen Schwelle
runterdrücken.

Zuerst wird die Mittellinie des Gleises auf dem Trassenbrett gezeichnet. Daran wird dann jede Schwelle ausgerichtet. (Musste ich jetzt hier eigentlich nicht machen, da der Tiemaster direkt bei mir an der Holzkante des Brettes anlag.)

Aber mit dieser Methode kann man auch jede gebogene Strecke erstellen.


So sieht dann der ganze Yard verlegt aus.


Anschließend wurde die Maserung der Schwellen mit der Messingbürste noch mehr hervorgeholt und mit dem Nussbraun von Wenz gebeizt.

Das Anrühren der Pulver-Beize war auch noch so ein Thema.

Auf der Verpackung stand, dass man bei einer Wasserhärte von über 5 besser destilliertes Wasser nehmen sollte. Kein Problem das bekommt man ja sogar an der Tankstelle.

Aber weiterhin sollte diese Pulverbeize (nussbraun) einmal aufgekocht werden.
Ich habe ja so einige Utensilien in meinem Hobbyraum, aber ein Kochtopf noch nicht. Und meine Frau wird sicherlich auch keinen hergeben für das Anrühren von Beize.

Da wir auch noch ein Induktionsherd haben, hatte ich nun ein größeres Problem an einen geeigneten Topf zu kommen, zumal auch noch Wochenende war. Die Bastelei hatte erst einmal ein Ende, dachte ich.

Aber wie der Zufall es wollte hatte die beste aller Ehefrauen (irgendwie haben wir da wohl alle den gleichen Typ. Vielleicht liegt es ja an unserem Hobby) doch noch einen kleine Topf übrig und es ging ohne
Unterbrechung weiter.

Nach dem die Beize mit dem Pinsel aufgetragen war gefiel mir das Ganze aber nicht so.

Leider habe ich davon kein Foto gemacht.

Aber es war sofort klar wo der Fehler lag. Die Schwelle sah mir viel zu neu aus.

Also habe ich die Schwellen nochmal mit der Messingbürste bearbeitet.

Nochmal mit dem Pinsel die Schwelle gebeizt und sofort mit einem Küchenkrepp die Beize leicht wieder abgetupft, und abschließend noch mal ein wenig gebürstet, vor allem an den Kanten.
So fand ich das Ergebnis dann ganz zufriedenstellend.


(wirkt auf dem Foto heller als es ist)

Anschließend werden die Schienen mit den Spurlehren auf die Schwellen fixiert.

Die Spurlehren müssen vorher auch noch umgekantet und an den Ecken verlötet werden.

Das Umkanten war kein Problem, wenn man die Spurlehren vorher in einen Minischraubstock eingespannt hat und mit einem kleinen Holzstück die Biegekanten umknickt (Vielen Dank Stefan für den Tipp. Der hat sich
richtig gut bewährt) Ein professionelles Biegewerkzeug ist hierfür also nicht erforderlich.

Auf dem nachfolgenden Bild sieht man auch schon, dass die
Rippenplatten unter die Schienen gelegt wurden. Die Spurlehren halten alles fest an ihrem Platz.



Jetzt kommen die Kleineisen dran. In der Anleitung steht, dass man die Nägel vor dem Abtrennen der Spannklemmen vom Ätz-Baum durch einen Karton in Styropor einschlagen soll.

Die Nägel würden nach dem man Sie aus dem Styropor und dem Karton wieder herausholt in der Spannklemme stecken bleiben und man hat es so einfacher diese nach dem Abschneiden schneller auf der Schwelle zu vernageln.

Artig wie ich bin habe ich das auch gemacht.



Was soll ich sagen? Hat bei mir überhaupt nicht funktioniert. Nachdem ich den gesamten Streifen wieder aus dem Karton herausgezogen habe fielen alle Nägel locker flockig wieder raus. Also eine Arbeit für die Katz.

Vielleicht lag das daran, dass ich die optional erhältlichen SKL Klemme benutzt habe. Mit der dem Bausatz beigefügten Klemme hab ich es nicht versucht.

Aber so ganz hab ich im Nachhinein auch den Vorteil nicht verstanden. Dass einzelne einfädeln des
Nagels in die bereits vom Baum geschnittenen Klemmen hab ich nicht als schwierig oder länger empfunden als das Einschlagen der Nägel in die noch am Äzt-Baum hängenden Klemmen.

Nachdem die Nägel nun mit einem kleine Hammer (100g) bis zur Schienenoberkante eingeschlagen wurden, wurde der Nagel mit einem kleinen Messingbolzen (gibt es auch bei Wenz) vollständig fest genagelt. Somit beschädigt man nicht die Gleise.




Am Ende der bisherigen Gleisbauarbeiten sieht das Ergebnis dann so aus.



Ich kann mich der Wortwahl meiner Kids nur anschließen:

„Oberaffengeil“

Wer etwas Geduld hat und nicht eine sehr große Anlage
aufbauen will, sollte es mal versuchen.

Das Ergebnis belohnt die ganze Arbeit.

Übrigens bitte ich von Mitleidsbekundungen abzusehen. ;) Mir macht die ganze „Nagelei“ echt Spaß. Hat irgendwie was Meditatives. Man muss ja nicht alle Nägel auf einmal einschlagen.

Da ich zur Zeit Rückenprobleme habe, hab ich mir ein Stehtisch aufgestellt und immer mal wieder ein paar Nägel eingeschlagen. Nach ein paar Tagen war der Yard fertig.

Anschließend habe ich dann zur Probe mal den Schotter eingestreut. Da gibt es dann eine
nächste Herausforderung.

Der Schotter sah im Vergleich zum Gleis jetzt viel zu neu aus. Wenn alles eingeschottert ist wird man mit der Airbrush wohl alles einmal angleichen (einnebeln) müssen.

Ich werde abschließend nochmal ein Foto einstellen. Dies wird aber noch ein wenig dauern, da zu diesem Gleis noch ein Parallelgleis gemacht werden muss. Es soll ein doppelgleisiges Bahnhofsstück werden mit
Schüttbahnhof. Deshalb ist das Brett auch so breit.

Übrigens ist das Brett aus MDF (1cm) . Am Ende muss es also noch mit Klarlack „wasserfest“ abgedichtet werden.

Da die Schienen von Peco Code 143 sind und ganz leicht mit den Lenzgleisen kombiniert werden können werde ich jetzt mein gesamtes Gleisnetz (ca. 17 m) Stück für Stück durch das Selbstbaugleis (und Weichen) ersetzen. (Ich hatte das Lenzgleis bislang nicht eingeschottert – jetzt weiß ich warum.)

Das hat den Vorteil, dass ich weiterhin Betrieb machen kann und der Unterschied des Lenzgleises und des Selbstbaugleises mich immer wieder anspornen wird weiter zu „Nageln“.

Wenn die Gleisbau-Profis unter euch noch Tipps und Anregungen haben, insbesondere was eine weitere farbliche Bearbeitung betrifft - her damit- . Ich halte mich für Lernfähig.

Fortsetzung folgt….

Da gibt es ja auch noch ein schubladiertes Weihnachtsgeschenk.
Grüße aus dem Schweineeck
Peter

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Monday, May 18th 2015, 2:18pm

Hi Gleisbauer,

ich mache die Farbe (Schwellen, Kleineisen, Schienenprofile), bis auf ein bisschen Rost vor der Montage. Dann entfällt das übliche Pinselgeschmiere, da man nur die Nägel nachtupfen muss. Ich kann dir das kurzfristig Zeigen, sobald der Schotterkleber getrocknet ist.... 8o


Null-Problemo :thumbup:

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Monday, May 18th 2015, 2:34pm

Hallo Oliver,

ich mache die Farbe (Schwellen, Kleineisen, Schienenprofile), bis auf ein bisschen Rost vor der Montage. Dann entfällt das übliche Pinselgeschmiere, da man nur die Nägel nachtupfen muss. Ich kann dir das kurzfristig Zeigen, sobald der Schotterkleber getrocknet ist.... 8o


Null-Problemo :thumbup:
Genau so hab ich es gemacht, oder versteh ich da was falsch? Das mit dem bisschen Rost kommt noch nach dem Einschottern. Aber zeig mal was. Bin immer interessiert.
Grüße aus dem Schweineeck
Peter

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Monday, May 18th 2015, 10:47pm

Hallo Peter,

Genauso habe ich damit auch angefangen. Okay Dein Ergebnis sieht ein wenig gerader und besser aus als mein erstes Stück davon. :)

Ich hatte mir zur Probe auch mal so einen Bausatz bestellt. Die Bilder auf der Homepage von Wenz sahen schon sehr verführerisch aus. Als damals noch vollkommender Neuling in Spur 0 war ich auf der Suche nach einem schönen Gleis. Okay ich habe beim Lesen hier im Forum festgestellt das so ein "schönes" Gleis wohl auch eine Glaubensfrage ist, aber mir gefällt es sehr gut. An den Weichenbausatz hab ich mich leider auch nicht nicht so ganz getraut aber es wird wohl nicht mehr lange dauern. Mein Gleis ist noch lange nicht so gerade und perfekt ausgefallen wie Deines, aber bin mit meinem Ergebnis vom ersten Versuch schon zufrieden. (man lernt eben beim Bau mehr als man sich anlesen kann). Ich werde die Schwellen beim nächsten Versuch dunkler beizen (hatte als erstes Eiche dunkel gewählt), ist aber ja auch Geschmacksache. Für meine Beize habe ich eine kleine ausrangierte Pfanne benutzt in die ich einfach einen Schnabel zum Umfüllen gebogen habe. Auch einige andere keine Bausätze von Wenz habe ich erfolgreich "gebastelt". Gebastelt deshalb, da ich im Bereich Löten noch viel zu lernen hatte und lernen muß. Aber nur Der der sich herantraut kann auch lernen. Ich werde auch weiterhin Wenz Bausätze verwenden. Sowohl zum Gleisbau, als auch zur Ausgestaltung.

viele Grüße

Torsten
freundliche Grüße

Torsten


In Spur 0 noch Neuling, sonst noch H0 3 Leiter

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Tuesday, May 19th 2015, 12:57pm

Hallo Torsten,
Aber nur Der der sich herantraut kann auch lernen.
Einer der wichtigsten Sätze in unserem vielseitigen Hobby.
Naturtalente in allen Bereichen gibt es wenig.
Grüße aus dem Schweineeck
Peter

6

Monday, June 1st 2015, 5:59pm

Parallelgleis

Hallo Zusammen,

nachdem der Gleis-Nachschub angekommen war habe ich mich mal an das Parallelgleis herangemacht.
Mit einer kleinen Holzleiste und 2 Spurlehren habe ich mir eine Parallel-Gleis-Abstandshalter-Spurlehre (schönes Wort) gebastelt.



Ok, jetzt werden einige sagen: "So ein paralleles Gleis hat es in Epoche III (und wahrscheinlich auch später) nie gegeben. Aber es war eine schöne Fingerübung um präzise zu arbeiten.
Hilft mir bestimmt bei der Weiche. Da kommt es wohl auf absolute Präzision an.

Jetzt ist erst mal Pause. Berlin ruft (JHV Arge).

Vielleicht sieht man sich.
Grüße aus dem Schweineeck
Peter

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