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Tuesday, August 20th 2013, 3:17pm

Weichengeometrie für Anfänger

Hallo zusammen,

ich versuche mich ins Thema Oberbau und Weichengeometrie einzuarbeiten. Dazu gibt es viele Zeichnungen mit Details im Länderbahnforum.
http://www.laenderbahn-forum.de/zeichnun…alog_JoSch.html

Beim Zeichnen der EW_6d_140_1-7rGzH taucht dann die erste Frage auf. Bei mir ist die Länge vom Weichenanfang bis zum Kreuzungspunkt der Tangenten wesentlich länger als in der Zeichnung angegeben. Kann mir das jemand erklären?
http://fischauge.99k.org//Tangente.gif


Viele Grüße,
Andreas

Spalter Bockl

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2

Tuesday, August 20th 2013, 3:48pm

Weichengeometrie

Hallo Andreas,

so ganz ohne deine Zeichnung, ist eine Ferndiagnose schwierig. Ich vermute mal, dass bei deiner Weiche eine Anschlusspartie, vor dem eigentlichen Weichenanfang eingeplant wurde. (Weichenanfang = Übergangsbogenanfang des Zweiggleises, d.h. unmittelbar vor den Zungenschienen).

Oder du hast bei den Tabellen die falsche Spalte benutzt. Von dem Weichentyp gibt es verschiedene, mit unterschiedlichen Massen.

Gruss René

Bahnheiner

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3

Tuesday, August 20th 2013, 4:09pm

Hallo Andreas
Die Geometrie von Länderbahnweichen ist schon sehr speziell. Die von die gezeichnete Geometrie funktioniert erst ab Reichsbahn S49. Dort ist Weichenanfang = Bogenanfang. Bei Länderbahnen liegt das theoretische Bogenende weit vor und neben der Weiche. Die lassen sich ohne genaue Daten nicht konstruieren.

Gruß
Heiner

4

Wednesday, August 21st 2013, 7:37am

Hallo,

ich habe die Zeichnung überarbeitet - die erste Version war etwas zu stark vereinfacht. Ich versuche die gezeigte preußische Weiche im CAD nachzuzeichen, was mir aber nicht gelingt.

Die Daten habe ich alle aus dem Bild vom Länderbahnforum:
http://www.laenderbahn-forum.de/zeichnun…reussenL1-Z.jpg

Was ich nicht verstehe ist Folgendes: Der Bogen beginnt links an den Zungen (bei der 4,0m Schwelle, wo die 140m angegeben sind) und endet rechts kurz vor dem Herzstück (wo wieder die 140m angegeben sind). Ich interessiere mich für die Entfernungen jeweils vom Anfang und Ende zum Schnittpunkt der Tangenten.
Links ist die Breite mit 7.670mm - 1.100mm (also 6,57m) angegeben und rechts mit 10.096mm - 537mm (also 9,559m). In meiner Konstruktion erreiche ich fast den rechten Wert, aber der linke ist weit von meinem entfernt. Was ist da los?

@René
Die Profile links von den Zungenenden sind in der Zeichnung gerade, bzw es ist ein gerades Anschlußstück eingezeichnet. Tabellen habe ich nicht verwendet, sondern mich ganz auf die Geometrie und die Zeichnung verlassen.

@Heiner
Die Zeichnung stammt zwar vom Länderbahnforum, ist aber gemäß der Angaben dort eine preußische Weiche. Möglicherweise stimmt das nicht, aber davon gehe ich mal nicht aus. Aus Deiner Bemerkung schließe ich aber, daß Weichen nicht unbedingt geometrisch gebaut wurden. Der Übergang von den Zungen zum festen Bogenprofil in der Weiche würde dann also nicht auf dem selben Bogen des angegebenen Radius liegen? Das sollte dann einen ordentlichen Ruck bei der Fahrt über diese Stelle geben...

Viele Grüße,
Andreas

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Kurkie (01.02.2017)

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5

Wednesday, August 21st 2013, 8:48am

Hallo Andreas,

bei Fragen zu Länderbahnweichen, wende dich am besten an Jürgen, er ist der Inhaber der von dir genannten Webseite. Er kennt sich sehr gut in der Thematik aus, auch für nicht bayerische Weichenformate.

Gruß
Stefan

P.S: Er freut sich auch immer über Neumaterial für seine Webseite.

Spalter Bockl

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6

Wednesday, August 21st 2013, 12:45pm

Weichengeometrie

Hallo Andreas,

Quoted



Aus Deiner Bemerkung schließe ich aber, daß Weichen nicht unbedingt geometrisch gebaut wurden. Der Übergang von den Zungen zum festen Bogenprofil in der Weiche würde dann also nicht auf dem selben Bogen des angegebenen Radius liegen? Das sollte dann einen ordentlichen Ruck bei der Fahrt über diese Stelle geben...


Das ist wohl richtig, hab mal in meinen Fotos nachgeschaut und eine bay. Länderbahnweiche mit 1:8 gefunden...ich denk bei der preussischen Weiche wird es ganz ähnlich sein. Der Übergangsbogen nach dem WA ist eigentlich kein Bogen sondern geht mehr oder weniger gerade vom WA zum Bogenanfang des Zweiggleises. Daher werden die Masse von der Zeichnung nicht stimmen.



Die Konstruktion: Weichenanfang > Übergangsbogen > Fester Abzweigradius > Übergangsbogen > Weichenende funktioniert eben nur bei Einfachen Weichen der Einheitsbauart.









Bei bedarf kann ich noch mehr Fotos der Weiche einstellen.



Gruss René

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Udom (21.08.2013), JACQUES TIMMERMANS (21.08.2013), Neuner (23.08.2013)

7

Wednesday, August 21st 2013, 7:46pm

Hallo René,

die Bilder zeigen überdeutlich, daß der gerade Strang nicht die Tangente an den abzweigenden Bogen ist. Da stellt sich mir nur die Frage warum das so ist. Ich habe folgende Erklärungen:
- es ging technisch nicht besser (unwahrscheinlich)
- man spart ein wenig bei der Weichenlänge und gewinnt ein wenig mehr Gleis (eher bei der MoBa zu finden, als beim Vorbild)
- man spart Material durch kürzere Weichen (sollte insgesamt nicht so viel ausmachen, als daß es sich lohnt)

Tja, sonst fällt mir nichts mehr dazu ein. Gibt es vielleicht eine bessere Erklärung?

Viele Grüße,
Andreas

Bahnheiner

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Location: Kisdorf

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8

Thursday, August 22nd 2013, 10:48am

Hallo Andreas
Ich bin zur Zeit unterwegs und erst in 14 Tage wieder zu haus, daher nur eine Kurze Antwort.
Anhand des Schwellenpalns kann man die Geometrie nicht konstruieren, dazu gibts extra Skizzen.
Der Grund für die Geometri liegt an den Zungen. Deren Herstellung und haltbarkeit im Betrieb. Die Einbausituation war bei Länderbahnweichen schlechter als bei S49. S49 kann man Spitze an Spitze , also mit der Doppelschwelle in der Mitte, einbauen. Preußen 190, 1:9 brauchen glaub ich 6, Meter Abstand beim Einbau Spitze an Spitze.
Es gibt eine Menge Literatur zu dem Thema. Hartmann, Wulfert usw. Schau mal bei Roman Rachvoll oder im ZVAB. Oder frag mich, wenn ich wieder zu hause bin.

Gruß
Heiner

9

Friday, August 23rd 2013, 7:39am

Hallo,

im Länderbahnforum sind anscheinend nur Ausschnitte der Zeichungen gezeigt. Ich habe inzwischen ein Bild der ganzen Seite gesehen, wo unten noch eine Skizze mit Maßangaben drauf ist. Dort sieht man das, was auch schon im Bild von René deutlich wird: würde man den Bogen weiterführen, käme das Bogenende einige Zentimeter (4,8cm) neben der geraden Strecke zu liegen. Leider kann ich das Bild nicht zeigen, da ich es versprochen habe. Vielleicht darf ich mal diesen Ausschnitt zeigen, aber die Experten unter Euch haben die Skizze vermutlich schon gesehen.

@Heiner
Na dann warte ich mal, bis Du wieder zuhause bist. Vielleicht gibt es dann noch etwas Genaueres zu dem Thema. Wenn ich das richtig verstehe, dann geht der Bogen erst bei der S49 durch die Zungen.

Ich beschreibe noch kurz meine Motivation für die Frage, damit wir uns nicht in Details verlieren. Ich möchte eigentlich kein Experte für Oberbau werden (wäre schon interessant, aber die Zeit fehlt) und habe daher auch keine Literatur zum Thema. Aber der Oberbau auf meiner Strecke (Bahnhof Gnoien) sah eben schon etwas anders aus, als später auf DRG Hauptstrecken. Im Buch "Eisenbahnen in Mecklenburg" gibt es eine Skizze einer Weiche mit nur rudimentären Angaben. Da ich die so nicht nachzeichnen konnte, habe ich mir mal eine besser dokumentierte Weiche gesucht. Und hier ist mir beim Zeichnen aufgefallen, daß ich die Längenangaben aus der Zeichnung im CAD nicht hin bekomme. Inzwischen ist mir klar, warum das nicht ging.Jetzt interessiert mich allerdings nicht diese spezielle Weiche, sondern Weichentypen, die in den 1920er bis 1930er Jahren dort eingebaut waren.

Viele Grüße,
Andreas

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Stefan B (12.09.2013)

Räderwerk

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10

Friday, August 23rd 2013, 2:12pm

Weichen und ihre Geometrie

Guten Tag

Ich möchte dies einmal aus meiner Sicht der in mehren Stellwerken ausgebildet ist versuchen zu erklären. Aber ich weiß nicht ob dies auch gemeint war.
Eine Weiche beim Vorbild kommt ja eigentlich nicht von der Stange , sondern wird für die beim Vorbild gegebnen Ansprüche und Örtlichkeiten usw. angefertigt. Klar gibt und gab es da Musterskizzen von Weichenbauarten welche so auch beim Vorbild zum Einsatz kamen. Aber meist gab es ja nicht nur eine Weiche im dem Bereich sondern mehre. Diese Weichen bilden dann zusammen für den betrieblichen Ablauf eine Fahrstrasse. Weil auch beim Vorbild Platz nicht immer ausreichend vorhanden war , wurden diese Weichen dem angepaßt und auch so geplant.
So kann eine Weiche hinter dem Herzstück enden und dort in eine weitere übergehen. Dies erkennt man beim Vorbild auch oft daran dass an den Schienenstücken eine Zahl über die Länge des Schienenstückes in mm und die Weichennummer welche auch mit dem Weichenantrieb übereinstimmt. Beispiel die Backenschiene der W20 hat eine Länge von 6,50m
würde wenn es noch lesbar ist ,mit 6500 W20 gekennzeichnet sein und so weiß man wenn die Weiche spitz befahren würde oder abgelaufen wird hier beginnt die W20.
Wichtig auch im Störungsfall
So kann es ja sein das eine Weiche im Abzweig hinter dem Herzstück sofort in eine Kreuzungsweiche übergeht. Wobei es da auch Kreuzungsweichen gibt die keine beweglichen Teile haben und doch auf dem Stelltisch als Weiche behandelt werden.
Ich hoffe dass meine Erklärung einwenig hilft und ich dass beschrieben habe was gemeint gewesen ist.
So noch zum Schluß der Lauf einer Weiche oder auch der Stellvorgang einer Weiche.

-Die abliegende Weichenzunge legt den ersten Teil ihres Weges zurück, an der noch anliegenden Weichenzunge öffnet sich die Verschlußeinrichtung ( Lösegang)

-Die abliegende Weichenzunge legt den zweiten Teil und die noch anliegende den ersten Teil ihres Weges zurück ( Stellgang), dabei nehmen beide Zungen ihre Verschlußeinrichtung mit.

-Die jetzt abliegende Weichenzunge legt den zweiten Teil ihres Weges zurück und an der jetzt anliegenden Zunge schließt sich die Verschlußeinrichtung ( Verschlußgang)

This post has been edited 1 times, last edit by "Räderwerk" (Aug 23rd 2013, 2:40pm)


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Baumbauer 007 (23.08.2013)

11

Friday, August 23rd 2013, 3:17pm

Ich hoffe dass meine Erklärung einwenig hilft und ich dass beschrieben habe was gemeint gewesen ist.
So noch zum Schluß der Lauf einer Weiche oder auch der Stellvorgang einer Weiche.

-Die abliegende Weichenzunge legt den ersten Teil ihres Weges zurück, an der noch anliegenden Weichenzunge öffnet sich die Verschlußeinrichtung ( Lösegang)

-Die abliegende Weichenzunge legt den zweiten Teil und die noch anliegende den ersten Teil ihres Weges zurück ( Stellgang), dabei nehmen beide Zungen ihre Verschlußeinrichtung mit.

-Die jetzt abliegende Weichenzunge legt den zweiten Teil ihres Weges zurück und an der jetzt anliegenden Zunge schließt sich die Verschlußeinrichtung ( Verschlußgang)

auch hier zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=A2sh7-BlmiA&feature=channel

Rainer

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Hape (23.08.2013), Baumbauer 007 (23.08.2013)

Räderwerk

Unregistered

12

Friday, August 23rd 2013, 4:26pm

Besser als Worte

Ja genau dieser Film zeigt es sehr gut , auch die Verschlußeinrichtung ( Klammerspitzenverschlußeinrichtung) unter dem Staubdeckel ,immer zweimal vorhanden.
Die Verschlußeinrichtung ist dabei auch sehr wichtig,den diese verhindert das eine Weiche sich unter dem Zug selbstständig stellen kann. Beispiel, beim einstellen einer Fahrstrasse kommt die W20 in der Innenanlage ( Stellwerk/ Stelltisch) nicht unter Kontrolle ( Weichenstörung) die Fahrstrasse läuft damit nicht mit allen Bedingung ein und innerhalb dieser Fahrstrasse bekommt kein Signal ein Fahrbegriff. Jetzt würde die Aussenanlage örtlich überprüft werden müssen. Nun kann es sein das bei der Aussenanlage ( Weiche) vor Ort sich die Verschlußeinrichtung nicht ordungsgemäß verschlossen hat. Auch wenn die Weiche ihre Wege innerhalb ihres Stellvorganges absolvierte . Denn es kann sein das zwischen Backenschiene und Weichenzunge sich ein Fremdkörper befindet. Ich selber habe es schon bei einer Weichenstörung erlebt, das im Winter sich ein Eisfilm auf der Weichenzunge gebildet hat und es dadurch zu einer Weichenstörung kam.



Gruß

Lothar

13

Thursday, September 12th 2013, 9:04am

Hallo,

ich habe einen zum aktuellen Oberbauhandbuch von ThyssenKrupp gefunden:
http://www.tkgftgleistechnik.de/download…push&docID=2130

Die Angaben unterscheiden sich teilweise von den zu DRG Zeiten, aber es gibt auch seltsame Angaben, die ich mir nicht erklären kann:
z.B. bei 1:9 Neigung geben die einen Winkel von 7,0447 an, obwohl tan-1(1/9) doch 6,34 ist

Interessante Infos:
S. 22 Geometrie der Normalspurweichen
S. 24 Geometrie der Normalspurkreuzungen
S. 34 Funktionswerte der Weichenneigung
S. 40 Hauptabmessungen für einfache Herzstücke
S. 45 Hauptabmessungen der Radlenker
S. 53 EW 190 - 1:9 Fsch (H) r - 600
S. 54 EW 300 - 1:9 Fsch (H) r - 600
S. 60 Zungenbereich einf. Weiche - Federschienenzungen
S. 65 Herzstück EW 190 1:9

Viele Grüße,
Andreas

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JACQUES TIMMERMANS (12.09.2013)

14

Thursday, September 12th 2013, 12:43pm

Bei den Winkelangaben gibt es Altgrad =360 Grad (1 Grad 60 Minunten) ein Vollkreis und Neugrad 400 Gon ein Vollkreis (1 Gon 100 Minuten)




Auf der Seite 25 deiner Anlage ist es auch aufgeführt. Neugrad wird bei der Vermessung benutzt. Ich hoffe ein wenig

geholfen zu haben.



mfG

Joachim

This post has been edited 1 times, last edit by "Ferdi" (Sep 12th 2013, 12:52pm)