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Friday, May 1st 2015, 6:56pm

Weichenantrieb S700 (Lenz-Weiche) und dessen Umsetzung ins Modell

Hallo zusammen,

meine bisherigen Recherchen zum Thema Weichen mit S700-Antrieb waren noch nicht sehr ergiebig.

Lenz baut ja eine Attrappe der S700 an seine normalen Weichen, die die Mechanik der Weichenlaterne und den Stellhebel tragen.

Bei der Frage, ob mein kleiner bayerischer Endbahnhof samt Agenturgebäude optisch eine S700 verträgt, stehe ich aktuell.

Die S700 von Siemens gibt es sowohl als ferngestellte Variante als auch als elektrisch ortsgestellte Weiche (EOW) samt Buzzer. Siehe Wiki. Folgt man dem ersten Bild rechts auf der Seite sieht man nur die schwarzen Kabel samt Betonschächte sowie das Lichtsignal samt Buzzer für den Rangierer oder Tf.

So weit mein Stand, wie es dann aussehen müsste.

Das stellen sich mir folgende Fragen bzw. Erkenntnisse:

1. Man brächte das Lichtsignal in 1:45 und die Laterne von Lenz kann man entsorgen. Also ist die Umsetzung S700 und Laterne a la Lenz doch so nie gebaut worden, oder? Wenn doch, hat jemand Bilder?

2. Gab es überhaupt in den späten 1960er Jahren in bayerischen Bahnhöfen, in denen es Agenturgebäude gab, überhaupt so einen neumodischen Kram, so kurz vor der Stilllegung? Wohl eher nicht. Sibratshofen hatte z.B. eine fergestellte Weiche mit einem Weichenhebel vor dem Agenturgebäude, aber wohl dann eher einen mechanischen Mechanismus an der Weiche.

3. Gibt es bei der Bahn die Möglichkeit, per manuellem Weichenhebel über ein Relais oder was weiß ich einen elektromechanischen Antrieb wie die S700 fern zu bedienen oder ging das nur mit elektronischen Stellwerken.

Also viele Fragen für 1:1-Arbeiter beim Vorbild und andere Kenner.

Alternativ müsste ich die ganze S700 an der Lenzweiche entsorgen und von Wenz einen Wurfhandhebel bauen. Aber das ist so ein Fisselkram. In der Hoffnung, dass Stellweg Lenz-Weiche und Wenz-Handhebel miteinander klarkommen. Aber das ist eine andere Baustelle...

Auf eure Antworten bin ich gespannt.

Viele Grüße und einen schönen ersten Mai noch.

Carsten
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Friday, May 1st 2015, 8:34pm

Hallo Carsten,

leider kann ich Dir auf deine Fragen keine fundierten und belegbaren Beweise liefern. Aber auch ich hatte seinerzeit die Lenzweichen unverändert eingebaut und mich irgendwie mit der Attrappe des elektromechanischen Antriebs arrangiert. Optisch sehen sie auf den ersten Blick auch einigermaßen gelungen aus, beim Vermessen wird Dir allerdings auffallen dass sie viel zu groß geraten sind - bei der DKW sogar riesig. Im Laufe der Zeit dämmerte es mir allerdings, dass bei so kleinen Landstationen (egal ob bayrisch oder preussisch) Ende der 60er vermutlich extrem selten diese Signaltechnik vorhanden gewesen sein mag.

Um ortsgestellte Weichen darzustellen wird man wohl nicht drum herum kommen den von Dir geschilderten Umbau durchzuführen und den "Lenz-Kram" komplett zu entfernen und durch entsprechendes Material von Wenz oder dgl. zu ersetzen. Mir gefällt jedoch die mechanische Stellwerkstechnik mit Seilzügen, Blechkanälen und Spannwerken am besten. Daher habe ich mich entschlossen die Lenz-S700-Antriebe als vermeintliche mechanische Antriebskästen mitsamt Umlenkrollenkasten zu tarnen - auch etwas größer als 1:45 aber dennoch mit einer ganz anderen Wirkung. Die Laternen sollen erhalten bleiben und ich tüftel gerade daran diese bei den Lenz-Handweichen nachträglich noch zu beleuchten. Ich denke in ein paar Tagen bin ich soweit, dass ich ein paar Bilder zeigen kann.

Ich hoffe dass diese Informationen bei deiner Entscheidungsfindung hilfreich sind.

Viele Grüße
Tom

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Friday, May 1st 2015, 10:08pm

Hallo Carsten,

Nafets hat mir mal erklärt, dass Weichenlaternen nur bei bei mechanischen, elektromechanischen und den ersten Drucktastenstellwerken ohne Rangierstraßen verbaut wurden. Drucktastenstellwerke mit Rangierfahrstraßen (ab 1959) hatten keine Weichenlaternen mehr.

Nafets sagte auch, dass S700 auch bei elektromechanischen Stellwerken eingebaut wurden, dann haben sie Weichenlaternen gehabt.

Allerdings ist der S700 ein recht moderner Antrieb, in Epoche III waren bei elektromechanischen Stellwerken die Bauarten S&H 1923 und den in den 60ern daraus abgeleitete S&H 1960 verbaut gewesen, der S700 soll erst in den 70ern gekommen sein.

Weichen der mechanischen Stellwerke und ortsgestellte Weichen haben nie einen elektrischen Antrieb, sondern nur die mit Drahtzügen bzw. mit Handumstellhebel.

Ein bayerischer Nebenbahnbahnhof hat in Epoche III sicher keine S700 gehabt...

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