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Sunday, September 22nd 2013, 12:40pm

Schiebung im Untergrund

oder
Die im Dunkeln sieht man nicht


Am Ende meines 5-gleisigen, unterirdischen Abstellbahnhofs ist eine 50cm lange Schiebebühne zum Umsetzen der Loks installiert. Der Betrieb soll wie folgt ablaufen:
- Lok fährt ihren Zug in das Abstellgleis
- Lok kuppelt ab und rückt auf die Schiebebühne vor
- Schiebebühne verfährt die Lok an ein freies Gleis
- Lok verlässt die Schiebebühne und fährt zurück auf die Strecke
oder
- Lok umfährt den Zug und kuppelt am anderen Ende wieder an.

Da die Schiebebühne am äußersten Ende der Anlage liegt, war der ursprünglich geplante manuelle Verschub nicht sonderlich praktikabel – ein motorischer Antrieb musste her.

Der Anforderungskatalog:
- gleichmäßige Verschubbewegung ohne Ruckeln
- exakter Stopp an den 5 Gleisanschlüssen
- Überwachung der Haltepunkte vor und auf der Schiebebühne

Der absolut spielfreie Verschub der Bühne war schon für die manuelle Version durch hochwertige, kugelgelagerte Schubladenschienen aus dem professionellen Möbelbau gewährleistet.

Als Antrieb habe ich mich für einen Spindelantrieb entschieden. Der Elektromotor überträgt seine Kraft mittels Zahnriemen auf die Spindel. Der Motor selbst wird über einen ESU-Dekoder angesteuert. So kann ich die Schiebebühne bequem von der Digitalzentrale aus steuern.

Verschiedene Versuche zum automatischen Stopp an jedem Gleisanschluss hatten zu keinem befriedigendem Ergebnis geführt. Also beschloss ich darauf zu verzichten und auf eine rein optische Überwachung mittels Webkamera zu setzen.
Da über der Nahtstelle zwischen Abstellgleisen und Schiebebühne nicht genügend Platz zur Anbringung der Kamera ist, wurde sie am hinteren Ende montiert. Dort überwacht sie eine Skala unterhalb der Bühne mit Markierungen, die die exakte Position darstellen. Da später kein Licht an diese Stelle kommt, wurde ein Viessmann-Strahler montiert, der - ebenfalls über den Dekoder gesteuert – die Positionsnadel anstrahlt.

Eine zweite Kamera überwacht die Nahtstelle zwischen den 5 Abstellgleisen und der Schiebebühne. Hier kann man sehen, wie weit der Zug an Bühne herangefahren ist und anschließend, ob die Lok vollständig auf der Bühne steht. Dieser Bereich wird von einer LED-Leiste angestrahlt, die auch wieder vom Dekoder eingeschaltet wird.

Erste Probebetriebe sind zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen. Obwohl ca. 4 Meter entfernt und unterhalb des eigentlichen Anlagenniveaus montiert, kann ich den gesamten Ablauf des Umsetzens per Monitor überwachen und betriebssicher durchführen.

Jetzt kann die darüber liegende Ebene fest montiert werden und das darauf geplante BW in Angriff genommen werden.

Hier noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung:


Blick vom äußersten rechten Abstellgleis auf die Bühne. Rechts die Kamera zur Überwachung der Nahtstelle zwischen Abstellgleisen und Schiebebühne.
(Das Bild ist schief, nicht die Anlage!)


Monitorbild der Kamera


Blick auf die 5 Abstellgleise. LED-Leiste zur Ausleuchtung der Szenerie


Die 2. Kamera (oben) mit Positionsnadel über der Skala und Viessmann-Scheinwerfer


Detailaufnahme der Positionsnadel


Monitorbild der 2. Kamera


Gesamtansicht des Aufbaus:
Ganz links die Kamera an der Nahtstelle
In der Mitte der Spindelantrieb mit Zahnriemen und Elektromotor
Rechts und links unten die massiven Schubladenschienen
Die senkrechten Holzstützen tragen die darüber verlaufende Strecke sowie das BW-Plateau.

Viele Grüße
Heiner
Vereine, die solche Typen wie mich als Mitglieder aufnehmen, sind mir äußerst suspekt.

Groucho Marx

This post has been edited 2 times, last edit by "heiner" (Sep 22nd 2013, 1:50pm)


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Sunday, September 22nd 2013, 2:45pm

Weite Lösungswege ect.

Hallo Heiner,

wow!!! Eine aufwändige und wahrscheinlich durch ca. 1 Mio. Versuche (praktischer Natur und "Gehirnschmalz") entstandene Lösung. Tolle Sache.

Ich kenne das in etwa von meiner Schiebebühne. Auch ich habe Linearauszüge aus dem Profibereich, die sind zwar "sehr billig", verdienen aber durch exakte Funktion ihr Geld allemal. Meine Lösung, auch nach x Versuchen, ist eine Positionierung der Gleise durch kleine, horizontal eingebaute Neodymmagnete an den gewünschten Einraststellen. Die sind stark genug um das Gleis am Übergang zu fixieren - und zwar genau und zuverlässig - aber schwach genug um die Schiebebühne ruckfrei davon wieder weiter zu bewegen. Funktionalität = Experimentsache. Angetrieben wird die Sch.B. bei mir mit einem saustarken Getriebemotor (zieht 12 kg) über Zahnrad und Zahnstange, 1er Modul.

Ich hab zwar auch Kameras, aber ich kann dank dieser Lösung jetzt über Schaltzentrale blind verschieben. Die Kameras bleiben aber trotzdem, weil ich ab und zu doch nochmal einen Blick drauf werfe um dann festzustellen, dass das nicht nötig gewesen wäre. Aber tröste Dich, auch ich habe ca. 2 Jahre immer wieder daran rumgemacht, bis ich soweit war. Die Mobahner geben halt nicht nach, wenn sie unbedingt was wollen.
Gruss
Robert
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3

Tuesday, September 24th 2013, 7:32pm

Mein Lösungsweg läuft auch schon eine weile

Hallo Heiner,
keine schlechte Lösung, gefällt mir. :)
Ich habe meine 2m Bühne für 5 Züge ebenfalls mit einen Spindelantrieb versehen und und über einen Schrittmotor angetrieben. Mit einem kleinen Microcontroller habe ich mir eine Steuerung geschrieben. Damit lassen sich alle Gleise beliebig oft genau anfahren. Mit je einer Taste vor und zurück können die 5 Positione angesteuert werden . Eine Anbindung an meine ESU soll in nächster Zeit folgen.
Gruß

Dieter K. (Wasserburg)

Die Bahn in Wasserburg Stadt fährt wieder ( musste dafür aber an den Niederrhein umziehen :rolleyes: )

mein Motto wenn's mal nicht geht. Weitermachen, aufgeben gibts nicht

4

Tuesday, September 24th 2013, 8:41pm

Hallo Dieter,
ich habe mich mal auf deiner HP umgesehen - das ist natürlich die Profi-Lösung!
Vielleicht sieht man sich mal - ich wohne keine 20 km entfernt und arbeite noch näher: in Süchteln!
Viele Grüße
Heiner
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Groucho Marx

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5

Tuesday, September 24th 2013, 9:50pm

Besucher sind willkommen

Hallo Heiner,

na dann.
Habe noch nicht gewust das du in der nähe zu Hause bist.
Du bist gerne zu einer Besichtigung eingeladen. Erfahrungsaustausch ist immer ein Schritt nach vorne.
Gruß

Dieter K. (Wasserburg)

Die Bahn in Wasserburg Stadt fährt wieder ( musste dafür aber an den Niederrhein umziehen :rolleyes: )

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