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Doppelnull

Unregistered

1

Friday, March 1st 2013, 1:12am

Planung Reinhards

Hallo,

anlässlich des ersten Jahrestags des SNM-Forums möchte ich den Interessierten meine Anlagenplanung vorstellen.

Seit etwa 10 Jahren steht mir ein Zimmer mit einer Nutzfläche von 6,9 mal 2,8 Metern zur Verfügung. Da ich handwerklich äußerst unbegabt und daher diesbezüglich auch eher unwillig bin, habe ich etliche Jahre eine Spur 1 Teppichbahn betrieben. Obwohl der Bau einer Anlage für mich nur das notwendige Übel von der Planung zum Betrieb ist, beschäftigte ich mich immer wieder mit der Planung einer 'richtigen' Anlage. Nach dem Wechsel zur Spur 0 vor etwa drei Jahren habe ich diese Planung intensiviert, denn die Knie wurden nicht besser (zu viel Fußball, zu viel Tennis). Dabei wollte ich die betriebliche Flexibilität einer Teppichbahn zumindest teilweise erhalten. Dagegen ist Landschaft für mich ziemlich unwichtig, abgesehen vom direkten Umfeld und Infrastruktur der Bahn. Dennoch bewundere ich die Arbeiten der begnadeten Handwerker und Bastler.

Entworfen habe ich daher nicht alleine einen Gleisplan, sondern gleichzeitig eine entsprechende Betriebsidee, angepasst an den (natürlich viel zu kleinen) zur Verfügung stehenden Raum. Ein bestimmtes Vorbild schied aus, da dies den Wunsch nach flexiblem Fahrzeugeinsatz und unterschiedlichen Betriebssituationen zu sehr eingeschränkt hätte. Um den gewünschten Zug- und Rangierbetrieb darzustellen, fiel die Themenwahl ziemlich schnell auf auf einen Nebenbahn-Endbahnhof.

Also entwickelte ich die Legende eines solchen Bahnhofs in der von mir bevorzugten Epoche (DB 1958 bis 1964). Für die Strecke blieb wegen der räumlichen Enge wenig Platz.

Wegen der gewünschten Variabilität war mir eine einzige Legende aber nicht genug, und ich entwickelte noch mehrere, mit unterschiedlicher Lage im Netz der DB, unterschiedlicher Streckenlänge und damit unterschiedlicher Verkehsbedürfnisse und Verkehrsintensität. Es lassen sich noch viele weitere finden, so dass nach Fertigstellung der Anlage kein Ende der Abwechslung absehbar ist, denn es ergeben sich dadurch viele unterschiedliche Fahrpläne (für den betriebsorientierten Spielbahner unerlässlich) und Fahrzeugeinsätze für die fast unvermeidlich anwachsende Zahl an Modellfahrzeugen.

Geplant wurde mit Lenz Gleismaterial und einem Mindestradius R2. Ergeben hat sich nach langer Planung und etlichen Tests auf dem Teppich folgender Bahnhofsplan (Arbeitstitel 'Bf Reinhards'):

index.php?page=Attachment&attachmentID=2907

Die Hauptgleise 1 und 2 haben jeweils eine Bahnsteigkante, damit bei Bedarf auch spitze Kreuzungen von Reisezügen möglich sind. Normalerweise werden die Reisezüge auf Gleis 1 und die Güterzüge auf Gleis 2 abgefertigt. Ansonsten ist der Gleisplan ohne Besonderheiten, wie er in ähnlicher Form auch beim Vorbild zu finden ist. Wichtig war mir eine lange Ladestraße, denn hier tobte in der Epoche III der Ladebetrieb. Die Anlagenkante liegt mitten auf der Ladestraße, denn das erspart dem unwilligen Bastler die Darstellung der Anlieger auf der gegebüber liegenden Seite und lässt Raum für Phantasie und Flexibilität.

Weiterhin habe ich Wert auf eine gute manuelle Zugänglichkeit gelegt, denn es muss auch oft zwischen Wagen entkuppelt werden, da viel rangiert werden soll und muss. Daher habe ich auch auf den optischen Trick der leicht schrägen Gleislage zur Anlagenkante verzichtet. Das macht auch das Vorbild nicht. Motto: Design follows function!

Auf der dem Bahnhof gegenüber liegenden Seite ließ sich noch ein Gleisanschluss einer kleinen Fabrik unterbringen.
Dieser Anschluss ist z.Zt. in leicht abgewandelter Form auf Modulen im Bau. Das kann man hier nachlesen:

Endlich weg vom Teppichboden

Etwas alte Signaltechnik soll auch dargestellt werden. Deshalb ist der Bf mit einem Form-Einfahrsignal aber ohne Ausfahrsignale ausgerüstet. Die Weichen im Ein-/Ausfahrbereich sind mechanisch (im Modell elektrisch mittels einem dem mechanischen Vorbild nach empfundenen Stellpult) ferngestellt, die vier Weichen vor dem Empfangsgebäude sind Handweichen, auch im Modell. Besonderheit ist ein Hauptsperrsignal an der Ausfahrt von Gleis 2 als Flankenschutz für Zugfahrten nach/von Gleis 1. Für den Einsatz-/Schattenbahnhof ist ein kleines Gleisbildstellpult vorgesehen.

Das Streckengleis führt in einem gleich hinter der Bahnhofsausfahrt beginnenden konstantem Gefälle in den ca. 25cm tiefer liegenden Einsatz-/Schattenbahnhof. Für diesen habe ich drei mögliche Varianten entwickelt:

index.php?page=Attachment&attachmentID=2908

Variante 1 als viergleisiger Kopfbahnhof mit vier weitern Stumpfgleisen zum Abstellen von Triebwagen, Lokomotiven oder Verstärkungswagen. Das vordere längste Gleis dient der händischen Zusammenstellung und Zerlegung von Zügen, insbesondere der Güterzüge. Eine Drehscheibe ist nicht erforderlich, da die Streckenvorschrift bei Dampfloks immer die Rauchkammer bergwärts verlangt.

index.php?page=Attachment&attachmentID=2909

Variante 2 hat zusätzlich eine Umfahrung am unteren hinteren Anlagenrand auf Höhe des Einsatzbahnhofs. Davon ist allerdings außer dem Bogen rechts nichts zu sehen.

index.php?page=Attachment&attachmentID=2910

Variante 3 hat die Umfahrung auf der Innenseite der Anlage. Dadurch ist ein größerer Teil der Strecke sichtbar, allerdings mit dem Nachteil, dass der sowieso knappe Innenraum noch einmal um ca. 25cm enger wird. Außerdem rutscht das Zugbildungsgleis im Einsatzbahnhof sehr weit vom Anlagenrand weg, so dass die händische Zugbildung wohl auf dem Umfahrgleis erfolgen muss, was den Betrieb etwas einschränkt.

Der Zugang zum Raum erfolgt über eine rechts unten im Plan anschließende etwa zwei Meter breite Nische, die nicht für die Anlage genutzt werden soll. Daher wird für alle drei Varianten rechts unten eine Klappkonstruktion für den Zugang zum Innenraum notwendig, bei den Varianten 2 und 3 im zweigleisigen Abschnitt mit unterschiedlichen Höhen und Steigungen der Gleise. An der rechten Stirnseite des Raums befindet sich das einzige (große) Fenster. Das Fenster beginnt 80cm von der hinteren im Plan oberen Wand und reicht bis fast zum unteren Rand. Unterhalb des Fensters befindet sich ein Heizkörper. Das Fenster muss zugänglich bleiben.

Um die Steigungen im Streckengleis und die Klappmechanismen zu vermeiden, habe ich noch eine gespiegelte Variante des Gesamtplans mit offenem Einsatzbahnhof in Schubladenform und freiem, wenn auch engem, Zugang zum Inneraum (rechts unten) entwickelt. Allerdings verringern sich die Gleisnutzlängen bei dieser Version um ca. 70/44cm im Einsatzbahnhof/Bahnhof:

index.php?page=Attachment&attachmentID=2911

Soweit zu den Plänen. Ob diese mittelfristig umgesetzt werden, hängt davon ab, ob Zeit vorhanden ist und das Modellbahnbudget professionelle Hilfe beim Bau erlaubt, denn im Alleingang traue ich mir das nicht zu.

Zum geplanten Betrieb demnächst mehr.

Grüße

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Friday, March 1st 2013, 9:12am

Hallo Doppelnull,

ist das dein nächstes Projekt nach dem Frickelmann?

Wenn du in Zukunft solch einen Raum zur Verfügung hast ist das Toll und es läßt sich einiges darin nach deinen Wünschen umsetzen.

Wünsch dir noch viel Spaß beim planen und mit dem Bauen klappt das auch noch, wenn auch mit Hilfe.

Mach weiter so, Gruß v. Rhein Wolfgang

Fennek

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(29)

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3

Friday, March 1st 2013, 9:35am

Hallo Reinhard,

endlich ein weiterer Anlagenthread. Insbesondere, da die Planung und Raumgröße bei mir sehr ähnlich sind, werde ich den Thread mit Interesse verfolgen. Nun zu Deinen Planungen:

Der Bahnhof gefällt mir sehr gut. Einfach und ohne "Spaghetti-Knoten-Gleise". Genau so würde ich mir einen Endbahnhof vorstellen. Etwas schwierig ist die Zufahrt der Kopframpe und des GS, weil diese nur gelingt, wenn kein Personenzug Gleis 1 blockiert. Das Gleiche trifft für das Lagerhaus zu. Das Gleis zum Lagerhaus dürfte wahrscheinlich nur sehr schwer per Hand erreichbar sein. Zum einen liegt das Gleis weit von der Anlagenkante entfernt und zum anderen steht auch noch der Lokschuppen im Weg. Vorschlag Lagerhaus und Lokschuppen tauschen oder bei Verwendung der Lenzkupplung dort einen elektrichen Entkuppler vorsehen. Bei der Ladestraße hast Du die Herrausforderung, dass immer zuerst die alten Wagen rausgezogen werden müssen, bevor neue reingeschoben werden. Das kann man mit einer weiteren Weichenverbindung verhindern oder als mehr Rangierspass ansehen.

Zu den Planungen des Schattenbahnhofes gibt es inzwischen hier im Forum schon viele Meinungen. Ich finde die Variante mit offenen Fiddleyard am besten. Einfach zu bauen (keine großen Steigungsstrecken) und gut zu bedienen. Die Verringerung der Nutzlänge im Bahnhof steht dem allerdings entgegen. Eventuell einfach mal schauen, welche Züge mit welcher Nutzlänge auf Deiner Anlage fahren sollen, oder doch ein herrausnehmbares Teil unten rechts einplanen.

Das soll alles kein Schlechtmachen Deiner Planung sein, sondern nur meine Ideen dazu.

Gruß Michael

Doppelnull

Unregistered

4

Friday, March 1st 2013, 10:54am

Hallo Michael,

ja, der Zugriff zu Gleis 1a ist nur mit einem langen Entkupplungslöffel möglich und ich werde dort (nach entsprechenden Versuchen) evtl. einen Fernentkuppler einplanen. Im Schattenbahnhof sind diese in den hinteren Gleisen ebenfalls nötig.

Die Anbindungen der Ladestellen in Gleis 1a und 1b sowie von Gleis 4 sind bewusst einfach gehalten, denn ich möchte einen so kleinen Bahnhof nicht mit zu vielen Weichen überladen. Intensiver Rangierbetrieb ist erwünscht.

Näheres wird hoffentlich aus der bald folgenden Betriebsplanung klar.

Grüße

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tom tofte

Rangiermeister

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5

Friday, March 1st 2013, 11:50am

Hallo Reinhard,

also mir gefällt der Endbahnhof, klare Gleisanlagen, sinnvolle Güteranlagen ...
Vielleicht das Gsch und Laderampe an einem etwas zu kurzem Gleis liegen. Da könnte man etwas an Länge zugeben (aber nicht viel).
Allerdings kostet das wieder Nutzlänge woanders. Oder man verlegt die Seiten-, Kopframpe ans Ende der Ladestraße, Platz wäre da ja. Da könnte der Bereich am Gsch etwas großzügiger gestaltet werden. Aber sonst gibt es da aus meiner Sicht nichts groß zu kritisieren.
Und richtig: Beim Rangieren darf es durchaus auch erschwerende Bedingungen geben, die das Rangiergeschäft im Bahnhof interessanter machen können.

Doppelnull

Unregistered

6

Friday, March 1st 2013, 2:00pm

Hallo Tom,

und ja, die Nutzlänge von Gleis 1b ist nicht besonders lang, aber reicht immerhin für 3 bis 4 Wagen. Ich habe während der Planung schon überlegt, die Weichenverbindungen zwischen den Gleisen 1/2 und 2/3 zu tauschen. Dann hätte Gleis 1b die Länge von Gleis 3b und umgekehrt, aber Gleis 1 nebst Bahnsteig werden dann für meinen Geschmack zu kurz. Da sollten Züge mit 6 Umbaudreiachsern oder 4 Umbauvierachsern plus Lok reinpassen.

Grüße

Doppelnull

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7

Sunday, March 3rd 2013, 7:06pm

Der Planung zweiter Teil: Der Betrieb

Hallo,

weiter geht es mit der Betriebsplanung (Vorsicht, viel Text), welche gleichzeitig mit dem Gleisplanentwurf lief, da sich beides gegenseitig beeinflusst hat.

Für die Erstellung eines Fahrplans braucht man als Vorgabe die Verkehrsbedürfnisse. Diese ergeben sich aus der Legende der Strecke und des Bahnhofs. Deshalb folgt hier eine Beispiellegende in Form einer gekürzten Streckenbeschreibung auf welcher der dann folgende Fahrplan basiert:

index.php?page=Attachment&attachmentID=9784

Diese Beschreibung enthält nur die nötigsten Informationen zur Fahrplanerstellung. Wer will, kann die Legende weiter spinnen und ein ganzes Buch zur Streckenentwicklung schreiben, z.B., dass die Strecke um 1900 eröffnet wurde und irgendwo im deutschen Mittelgebirge liegt, dass sie dem Tal eines kleinen Flusses folgt, in dem schon seit Jahrhunderten eine Handelsstraße verläuft, dass die Strecke ursprünglich noch weiter geführt und der Bf Reinhards deshalb mehrmals umgebaut wurde, etc.

Wichtig für den Fahrplan ist noch die Gesamtfahrzeit der Reisezüge von Kreisstadt nach Reinhards (35 Minuten ohne Kreuzung), sowie die Fahrzeit zwischen Reinhards und dem nächsten Kreuzungsbahnhof Mitteldick (P=8Minuten einschließlich Halt in Holzschlag, G=10 Minuten). Man braucht dann auch keinen Fahrplan für die Gesamtstrecke zu erstellen, sondern für den Modellbetrieb ist der folgende handgezeichnete graphische Fahrplan für den Endbahnhof völlig ausreichend:

index.php?page=Attachment&attachmentID=5704

In diesem Beispiel überwiegt der Schüler- und Berufspendlerverkehr. Der Güterverkehr wird bestimmt von im Tal ansässiger Kleinindustrie in darüber hinaus landwirtschaftlich geprägter Umgebung. Der Güterverkehr wird mit einem Ng-Paar (Verteiler/Sammler) und einem Gmp-Paar bewältigt. Bei starkem Wagenaufkommen fährt ein weiteres Ng-Paar.

Anlage und Betrieb sind für zwei bis maximal vier (sonst wird es im Innenraum zu eng) Spieler konzipiert. Bei abgespecktem Fahrplan kann man auch alleine Betrieb machen. Damit auch mit der Anlage weniger vertraute Mitspieler gleich mitmachen können, wird ein auf dem Fahrplan basierendes Arbeitsblatt für den Bf erstellt. Dieses ersetzt die Bahnhofsfahrordnung des Vorbilds:

index.php?page=Attachment&attachmentID=2964

Ein entsprechendes Arbeitsblatt wird natürlich auch für den Einsatzbahnhof erstellt.
Für den örtlichen Rangierbetrieb, die Bedienung der Anschlüsse (in diesem Beispiel der dargestellte Fabrikanschluss und der betrieblich über den Einsatzbf abzuwickelnde Anschluss Holzmichel/Staatsforst) und sonstige bertriebsrelevante Vorschriften wird ein Bahnhofsbuch, zumindest in Auszügen, erstellt. Vorbildnaher Betrieb verlangt (leider?) auch nach vorbildnahem Papierkram, im Modell aber glücklicherweise in bescheidenerem Umfang. Details zum Bahnhofsbuch will ich in diesem sowieso textdominierten Beitrag deshalb aussparen.
Ein kombinierter Zugbildungs-/Umlaufplan für Reisezugwagen und Triebfahrzeuge ist für alle Mitspieler ebenfalls vorteilhaft.

Zum Abschluss soll es noch um die Generierung und Abwicklung des Güterverkehrs gehen. Um für dieses 'Salz in der Suppe' für, wie beim Vorbild, teilweise unvorhersehbare Abwechslung zu sorgen, habe ich mir dazu ein Würfelspiel ausgedacht, welches vor Beginn eines Betriebstags durchgeführt wird. Dabei ist vorab natürlich die maximale Kapazität von Bf und Anschlüssen sowie die maximale Zuglänge zu ermitteln und auf das Würfelspiel abzustimmen. Das kann in unserem Beispiel wie folgt aussehen:

index.php?page=Attachment&attachmentID=2955
index.php?page=Attachment&attachmentID=2963

Die erwähnten Frachtkarten können recht einfach gehalten werden. Man notiert auf Notizzettel handschriftlich ( wer will kann auch drucken) welche Fracht zu welcher Ladestelle zu transportieren ist und welche Wagen dafür geeignet sind. Wagen mit Frachten für den Bf bzw. die Anschlüsse gehen leer zurück. Umgekehrt werden für Frachten die im Bf/den Anschlüssen beladen werden dem Verteiler-Ng entsprechende Leerwagen beigestellt. Die Wagen werden dann in der erwürfelten Anzahl und in der Reihenfolge wie sie aus dem Stapel gezogen werden händisch auf das Zugbildungsgleis gestellt, d.h. der Ng kommt unsortiert im Bf an, was den Rangieraufwand und Spaß noch einmal erhöht.

Wer möchte, kann auch den zusätzlichen Aufwand betreiben und entladene Wagen, die am nächsten Tag für eine ausgehende Fracht geeignet sind, im Bf belassen. Dazu müsste das Würfelspiel für den folgenden Betriebstag allerdings vor Abfahrt des Sammler-Ng durchgeführt werden, um zu wissen welche Frachten am Folgetag befördert werden sollen.

Damit ist meine Modellbahnplanung zu einem vorläufigen Abschluss gekommen und wartet auf die praktische Umsetzung. Ob und wann diese stattfindet ist noch nicht entschieden.

Grüße

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Doppelnull

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8

Monday, March 11th 2013, 12:38am

Nachtrag

Hallo,

es freut mich, dass mein Planungskonzept offensichtlich so stimmig und ohne grobe Fehler ist, dass von den Gleisplan- und Planungsspezialisten kaum kritische Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge kommen.

Für die Freunde des vorbildorientierten Rangierverkehrs will ich daher noch etwas nachtragen.
In anderen Forumsbeiträgen wurde und wird über die möglichen Schlepplasten bei starken Steigungen bei Vorbild und 0-Modell diskutiert. Beim Vorbild spielt aber auch das Bremsvermögen eine wichtige Rolle, insbesondere bei starkem Gefälle und auch beim Rangieren. Dazu folgender Scan aus der Zusammenfassung betrieblicher Anordnungen (ZbA 402/III) vom 1.Juni 1960 an:

index.php?page=Attachment&attachmentID=3037

Anders als beim Vorbild ist das Anhalten, auch eines schweren Zugs, bei unseren 0-Modellen wegen der anderen Massenverhältnisse, dem unterschiedlichen Rollverhalten und der Getriebe meist problemlos. Dennoch möchte ich die Vorgaben aus o.g. Vorschrift auch in meine Modell-Betriebsplanung umsetzen, da das Streckengleis regelmäßig als Ausziehgleis genutzt werden muss, natürlich nur bis zur Rangierhalttafel. Ich habe deshalb folgende Betriebsvorschriften für den Modellbahnhof Reinhards entworfen:

index.php?page=Attachment&attachmentID=3032
index.php?page=Attachment&attachmentID=3033

Ich hoffe, diese Auszüge aus dem Modell-Bahnhofsbuch sind annähernd vorbildgerecht.

Grüße

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tom tofte

Rangiermeister

(49)

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9

Monday, March 11th 2013, 12:23pm

Hallo Reinhard,

es ist immer dasselbe ... die kleineren Stationen bringen einen einfach dazu sich mehr mit anderen Dingen zu beschäftigen, den ansonsten oft vernachlässigten Details des Betriebes, wie hier in Deinem Fall mit Betriebsvorschriften. :thumbup:

Zu dem Würfelspiel was Du Dir ausgedacht hast: mir scheint es vielleicht (?) etwas viel zu sein was Du so täglich an Güterwagen abfertigen willst, andererseits könnte es sonst vermutlich etwas langweilig werden. Jedenfalls ein guter Ansatz!
Allerdings würde ich beim Würfelspiel ein etwas geändertes Konzept vorschlagen, was Deines quasi ergänzt. Sehr schön beschrieben im folgenden Thread im "Paralleluniversum" (ziemlich weit herunterscrollen bis zum Beitrag vom 11.02.2013):
http://spurnull.forumprofi.de/anlagenbau…lberg-t321.html

Quoted

Bekommt eine der freien Seiten des Würfels noch ein besondere Aufgabe oder Ereignisse zugewiesen, kann der Schwierigkeitsgrad nochmals erhöht werden.

Mit dieser freien Seite auf dem Würfel wird ein Ereignis (oder eine Art Ereigniskarte) ins Spiel gebracht - und das könnte auch eine Verdoppelung der Frachtmenge sein oder ein zusätzlicher Bedarfs-Ng und ähnliches. Das dort nur geringe Zuglängen möglich sind lasse ich mal beiseite, aber man kann ja auch bei zwei Würfeln eine Seite eines Würfels (oder bei beiden) für ein besonderes Ereignis freihalten ...

Viel Spaß weiterhin!

Doppelnull

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10

Monday, March 11th 2013, 3:58pm

Hallo Tom,

vielen Dank für Deine Hinweise.

Unabhängig von Spurweite oder Anlagengröße steht bei mir schon immer der (Vorbild-)Betrieb und damit zwangsweise die Beschäftigung mit den Betriebsvorschriften im Vordergrund. War bei meinem Job in der Fliegerei auch nicht anders.

Interessant auch für mich der Link zum anderen Forum, welches ich als nicht so großer Forumsfreak noch gar nicht kannte. Der Hobbykollege absolute_Null hat ja auch schon hier im Forum Beiträge geschrieben und ist auf ähnliche Ideen gekommen wie ich. Das Wagenaufkommen für seinen Bahnhof mit kürzeren Nutzlängen und ohne außerhalb liegende Gleisanschlüsse liegt bei etwa der Hälfte von meinem, nämlich im Durchschnitt bei 4,5/werktäglich gegen 9,6 (8,5). Da bei mir 4,5 Wagen pro Werktag den Anschlüssen zugestellt werden, ist mein Wagenaufkommen für die Ladestellen im Bahnhofsbereich mit 5,1 (4,0) in etwa gleich. Nur die Extreme (2 bis 24/18 ) sind bei mir zwecks mehr Abwechslung größer. Für die bei mir vorgesehenen insgesamt längeren Züge sind bei mir auch die dafür entsprechenden Nutzlängen vorhanden.

Auch sein Frachtkartensystem entspricht in etwa meinem, allerdings hat er die gedruckte Luxusversion. Ich bin da eher konservativ veranlagt und handschriftlich immer noch schneller als mit dem Rechner/Drucker, obwohl die gedruckte Version zugegebenermaßen deutlich mehr hermacht.

Die vom Monopoly her bekannten Ereigniskarten sind bei mir selbstverständlich auch schon lange im Hinterkopf. Allerdings sollen sie bei mir zeit- und zufallsabhängig betriebliche Schwierigkeiten auslösen, angefangen von der einfachen Verspätung über nicht mehr lauffähige Wagen oder defekte Lokomotiven bis zum Schienenbruch mit zeitweiliger Streckensperrung. Aber die Details dazu sind Zunkunftsmusik, da sie für die Grundplanung nicht von Bedeutung sind.

Grüße

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