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Spalter Bockl

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Thursday, April 3rd 2014, 6:54pm

Lenz Gelenkzungenweiche zu Federzungenweiche umbauen (Teil 1 und 2)

Hallo zusammen,

das Problem der Gelenkzungen an den Lenz Weichen kennt glaub jeder der sie verbaut hat, daher habe ich mir ein paar gedanken gemacht wie man diese zu Federzungenweichen umbauen kann. Rein nach dem Motto "Versuch macht Klug" bin ich dann zur Tat geschritten...

Eins vorweg, für die Federzunge ist ein relativ hoher Kraftaufwand nötig um diese umzustellen, daher wird es mit den Magnetspulenantrieben oder Handantrieben nicht funktionieren. Für das stellen empfehlen sich kräftige Servos, Tortoise Weichenmotore oder kräftige Kippschalter bei Handantrieben. Mit den beiden letztgenannten läst sich eine Herzstückpolarisierung realisieren (dazu mehr im Teil2).

Vergleich der fertigen Federzungenweiche vs. Gelenkzungenweiche :



Im ersten Arbeitschritt benötigen wir zwei Schienen (Lenzprofil) mit ca. 280mm länge. Für meine "Versuchsweichen" habe ich diese aus den normalen 444mm langen geraden Gleisen (G1), durch herunterbiegen des Schwellenrostes, herausgetrennt. Man könnte sicher auch Flexgleise verwenden zumal diese eine weichere Neusilberlegierung verwenden und damit die stellkräfte weniger werden...





Im zweiten Schritt weden die Befestigungen inklusive den beiden Starlock Sicherungsscheiben der originalen Weichenzunge entfernt. Die Starlocks lassen sich mit einem feinem Seidenschneider sehr gut zerschneiden.





Im dritten Schritt werden die Zungen abmontiert und die Weichenmotor Atrappe mit einem scharfen Messer abgeschnitten.



Nun werden die beiden Kupferscheiben mit dem Seidenschneider durchtrennt. Der Kupferteil welcher unter die Backenschiene geht, wird mit einer Spitzzange durch leichtes hin und her bewegen vorsichtig herausgezogen.



Im fünften Arbeitsgang werden die beiden Zwischenschienen herausgezogen. Dazu werden die beiden Schienen mit einer Zange ganz leicht hin und her gekippt, damit diese sich etwas von den Kunststoff befestigungen löst.



Nach der "Auflockerung" werden die beiden Schienen vorsichtig heraus gezogen.



Ansicht der fertig demontierten Weiche.



Jetzt werden die beiden grob abgelängten Schienenstücke aufgelegt und die gebogene Zunge wir vorgebogen. Danach werden die Schienenstücke vorsichtig in die Befestigungen eingeschoben.





Nun wird an den Zungenschienen der benötigte Federberich, mit einem dünnen Edding, eingezeichnet sowie die "Hobelungen an der "Zungenspitze" markiert. Keine Panik wenn die Zungen nach oben zeigen, dieses wird in den folgenden "Hobelprozessen" korregiert...





Zum abschleifen wird die Zunge in einen kleinen Schraubstock fest eingespannt. Als erstes wird die Federstelle herausgefeilt. Am besten geht es mit Schlüsselfeilen /Dreieckfeilen o.ä. (Hieb 3). Für die Federstelle muss der Schienenfuss bis zum Steg abgeschlifffen werden. Es muss darauf geachtet werden das nicht zu viel vom Steg mit weggefeilt wird.





Im zweiten Schleifprozess wird die Zungenspitze zurecht "Gehobelt". Dazu kann man auch gröbere "Geschütze" ähh Feilen benutzen. Wer es sich zutraut und entsprechende Maschinen hat, kann die Zungen auch mit einem Bandschleifer, Dremel oder sonstige Schleifmaschinen bearbeiten (je nach dem was für einen am besten erscheint). Ich persöhnlich benutze beides, fürs grobe die Feilen Hieb 2 + 3 und fürs feine schleifen einen "Fein-Schneider" mit 180er Korn. Achtung es muss darauf geachtet werden nicht zu viel wegzuschleifen, lieber die Zunge ein paar mal mehr in die Weiche einsetzen und wieder entfernen. Zum anderen werden die Neusilberschienen sehr warm :cursing: .
Bei der Formgebung der Zungenspitzen kann man sich auch an den originalen Zungen orientieren.

Hier die fertig zugeschliffenen Zungen:







Um die höhe der Gleitplatten auf der Weiche auszugleichen, muss nun die höhe der Federzunge angepasst werden. Dazu wird die höhe des Schienenfusses der mit 1mm relativ Massiv ist, ab der Federstelle, bis auf wenige Zentelmillimeter abgeschliffen (siehe Bilder).









Die Zugenschien verbiegen sich leicht beim Schleifprozess und müssen neu gerichtet werden. Danach werden die Zungen wieder in der Weiche montiert und ggf. nachgeschliffen.





Wenn die Zunge noch nicht 100% ig schliesst, liegt es daran, dass die Zunge an der Backenschiene anstösst (diese verläuft schräg von der Gleitplatte zum Schienensteg). Dazu wird die stelle markiert, wo die Zungenschiene auf die Backenschiene trifft. Wie die Backenschiene angepasst wird zeige ich dann im Teil 2.



Beim letzten Arbeitschritt im 1.Teil werden noch die beiden Löcher, für den Weichenverschluss, mit einem 0,8mm Bohrer gebohrt. Der Verschluss kommt, wie bei der originalen Weiche, mittig zwischen die 3. und 4. Schwelle.



Ich hoffe ihr könnt etwas aus dem ersten Teil für eure Umbauprojekte mitnehmen.

So das wars erst mal im 1. Teil, weiter geht es dann in den nächsten Wochen....
Gruss René

This post has been edited 2 times, last edit by "Spalter Bockl" (Apr 8th 2014, 4:16pm)


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Tuesday, April 8th 2014, 2:32pm

Detailierte Bilder zu Umbaubericht Teil 1

Hallo zusammen,

Hab noch ein paar detailiertere Fotos der Weichenteile gemacht. (Was der Makro meiner Kamera halt hergegeben hat)

Ansicht der Federstelle:



Ansicht der Verschlusslöcher im Schienenfuss:



Hier sieht man das die Zungenschiene noch nicht auf den Gleitsätteln aufliegt. Es wird dann im 2. Umbaubericht gezeigt wie die Backenschiene geschliffen werden muss:





Federstelle:



Federstelle von unten aus gesehen:



Zungenspitze von vorn fotografiert. Auf der Seite ligend, rechts der dünn geschliffene Schienenfuss, mittig der Schienensteg und links der Schienenkopf:



Zungenspitze von der Wurzel aus fotografiert, auf dem Schienenfuss stehend:



Nochmals von der Wurzel, aber auf der Seite liegend:



Ansicht der alten Gelenkstelle mit Zungenplatte:



Anzeichnen der Stelle wo sich Backenschiene und Zungenprofil treffen:



Gruss René

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Tuesday, April 8th 2014, 4:06pm

Lenz Gelenkzungenweiche zu Federzungenweiche umbauen (Teil2)

Hallo zusammen,

nun folgt der zweite Teil des Weichenumbaus...

Wie im ersten Teil geschrieben kümmen wir uns nun um das zuschleifen der Backenschiene. Das Zungenprofil liegt noch nicht richtig auf der Backenschien auf, da das Backenschienenprofil geringfügig höher ist, als die Gleitsättel.
Um dieses zu korregieren, wird die Übergangsstelle Zungenschiene/ Backenschiene markiert und anschliessend die Höhe des Schienenfusses mit einer Trennscheibe (Dremel o.ä.) abgeschliffen. Die Backenschiene wird für das schleifen nicht ausgebaut! Es muss zusätzlich darauf geachtet werden das man nicht versehentlich die Gleitsättel mit abschleift, eine ruhige Hand wird gebraucht ;)



Zuerst werden die beiden Backenschienen grob zugeschliffen, materialabtrag ca. 0,5mm...



Als zweites wird an der Stelle wo der Verschluss platziert wird der Schienenfuss mit einer Schlüsselfeile etwa 1mm ausgeklinkt, den Grund seht ihr nachher.





Nach dem Grobschliff werden die Zungenprofile wieder eingesetzt. Es muss nun geprüft werden das dass Zungenprofil auf den Gleitsätteln aufliegt und sich dieses von den Sätteln auf die Backenschien schieben lässt. Wenn es noch irgendwo klemmt, muss noch einmal fein nachgeschliffen werden. (Die Zunge bleibt für den Feinschliff in der Weiche montiert)



Mit einem Radsatz o.ä. kann nun der Radüberlauf geprüft werden. Wenn die Zunge noch nicht richtig an der Backenschiene anliegt muss diese unter umständen noch einmal fein abgeschliffen werden.





Im nun folgenden geht es um den Weichenverschluss. Jeder hat da seine eigenen "Vorstellungen" und "Bauarten", da kann im prinzip auch jeder selbst entscheiden was er verbaut, ob er einen vorbildgerechten Verschluss (Wenz) benötigt oder etwas Grundsolides braucht. Bei mir geht Betriebssicherheit vor der Optik daher verwende ich einen sehr einfachen Verschluss...

Zuerst werden aus zwei 0,6mm dicken Silberdrähten zwei Winkel gebogen Schenkellängen: 20mm / 2mm:



Danach werden die beiden Zungenprofile wider aus der Weiche entfernt und die beiden Drähte durch die vorher angebrachten Verschlusslöcher gesteckt:



Nun werden die Drähte mit der Zunge, möglichst flach verlötet und anschliessend die beiden Zungen in die Weiche eingesetzt:



Nun sieht man warum der Schienenfuss in einem vorangegangenen Schritt ausgefeilt wurde. Die Drähte würden sonst an der Backenschiene anstossen:



Als nächstes wird ein ca. 70 - 120mm langer und 2mm breiter Streifen (Holz / Kunststoff egal) auf einer Seite zwischen Backen- und Zungenprofil gelegt:



Nun wird aus Pertinaxresten eine Stellschwelletange 50mm x 4mm zurecht geschnitten. Die Weiche wird auf den Kopf gedreht und die Stellstange neben den beiden Silberdrähten gelegt. Jetzt wird die Position der Drähte angezeichnet. Ebenfalls können in diesem Arbeitschritt die Löcher für den Antrieb (Servo, Motorisch, Handantrieb) und Weichenlaterne usw... gebohrt werden. Meine Lochanordnung wie folgt von links nach rechts:
0,8mm für Silberdraht > 1,5mm für Ferstahldraht vom antrieb > 0,8mm Silberdraht > 1,5mm Reserveloch (falls man den Antrieb nicht mittig unter der Weiche befestigen kann) > 0,8mm für Stelldraht zur Weichenlaterne.



Fertig gebohrte Stellstange. Die Kupferfläche muss in der Mitte unterbrochen werden:



Jetzt wird die Stellstange auf die Silberdrähte gefädelt. Anschliessend müssen die Silberdrähte mit einer Zange nach oben gezogen und umgewinkelt werden. Die Zunge sollte nun auf den Gleitsätteln aufliegen und sich leicht bewegen lassen. Wenn die Zunge schwergängig ist, so muss der umgewinkelte Draht zurückgebogen und neu gewinkelt werden. Nach dem Winkeln wird der Draht auf etwa 4 - 5mm gekürzt:



Vor dem Verlöten der Drähte mit der Stellstange sollte nochmals alles geprüft werden, ob die Zunge auf den Gleitsätteln aufliegt und sich die Zunge leicht bewegen lässt.



Nach dem prüfen wird die Stellstange verlötet:



Im letzten Schritt wird die Weiche verkabelt. Ich verwende eine Methode wo die Kabel unsichtbar von unten an die Schienen gelötet werden. Ebenfalls wird bei mir jedes einzelne Gleissegment auf diese Weise mit Strom versorgt, das schafft zusätzliche Sicherheit, auf eine Stromübertragung nur mit Schienenverbinder möchte ich mich nicht verlassen.
Zuerst werden an vier Stellen (2 Schwellen neben dem alten Drehgelenk) die Schwellenverbindungsstege herausgetrennt und der Schienenfuss aufgerauht:



Danach werden die Kabel (0,75mm²) 2x rot , 2x schwarz und 1x blau etwa 25mm lang abisoliert und Verzinnt. Die Enden werden etwa 2mm (Spitzzangenbreite) umgewinkelt:



Wer sich das anlöten der Kabel nicht auf anhieb zutraut sollte an einem alten Schienenstück üben. Ich verwende zum löten eine Station mit 80 Watt und stelle diese auf 450°C ein. Zuerst wird der Schienenfuss grosszügig verzinnt und anschliessend das umgeinkelte Kabelende in das flüssige Zinn tauchen und gut mit der Schiene verlöten. Der Kunststoff ist relativ unempfindlich auf die hohen Temperaturen, aber zu lang sollte der Lötprozess nicht dauern. Darum zuerst an einem alten Schienenstück üben....



Nach dem üben kann man an die weiche gehen und die Kabel anlöten:



Als nächstes wird das blaue Kabel für die Herzstück Polarisierung angelötet. Ich habe zuerst versucht (auch unter zu hilfe nahme von Lötwasser) das kabel direkt von unten an das Herzstück zu löten (siehe Foto). Aber das Herzstück nimmt zu viel Temperatur von der Lötstelle weg so dass man keine Haltbare Lötstelle herstellen kann. Darum habe ich das Kabel vorsichtig! an die Kupfereinlage in der Schwelle angelötet (geht relativ gut).



So im Prinzip ist die Weiche nun fertig präpariert, aber es wird noch einen 3. Teil geben um die Weiche Optisch noch ein wenig "aufzubrezeln" Ein kleiner Vorgeschmack (wer sieht den Unterschied):





Gruss René

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