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absolute_Null

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Tuesday, March 20th 2012, 7:28am

Jos Tagebuch - oder Modellbahn für absolute Nullen (6. Teil - Der Gleisbau, Gleise und Weichen)

Die Weichen stellen...


Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich mich hingesetzt und die Zeit genutzt, um endlich mal eine Weiche vollständig zu konstruieren.

Als Vorbild habe ich mir die Weiche mit dem Profil 20c der Bauart von 1912 genommen.

Bekannter maßen wurde ja um die 1930er Jahre der Oberbau der Nordstrecke erneuert und hierzu das bayerische Profil IV verwendet. Da es jedoch keine Lenzweichen mit bayerischen Profilen in den Normalien gab, kann wohl keiner sagen, wie die Schwellen letzten Endes lagen bzw. wie die Weichen aussahen. Da sich die verschiedenen Weichen untereinander jedoch nur minimal unterscheiden, ist die Wahl, als Grundlage die „schwerste“ Normalausführung zu nehmen, sicherlich nicht die verkehrteste.

…außerdem muss die Zeichnung ja sowieso entsprechend für die Modellbahn umgesetzt werden!




Somit ergaben sich einige Anpassungen:
In 1:45 wäre die Spurweite 16,67 mm. Norm ist aber 16,5 mm. Der Unterschied ist nicht so gravierend! Fahrzeuge mit einer Spurweite von 16,5 mm fahren auch über Gleise mit 16,67 mm Spurweite und ich baue ja auch alle Fahrzeuge selbst, aber der Teufel liegt im Detail! In diesem Falle
bei den Rillenweiten! Baue ich alles mit 16,67 mm Spurweite, werden Fahrzeuge mit einer Spurweite von 16,5 mm Probleme beim Befahren der Weichen bekommen! (Vielleicht verirren sich ja mal "Gäste" auf die Nordstrecke der Rügenschen Kleinbahnen!)

Also habe ich mich sicherheitshalber an die Norm gehalten!

Desweiteren hat das Vorbild Spurerweiterungen.

Ich habe die Spurerweiterungen im Bogen berücksichtigt, aber zum einen nicht so stark und zum anderen nicht im Zungenbereich! Dadurch ergibt sich gegenüber dem Vorbild ein etwas kleinerer Radius und ein leichter Fehler bei der geraden Zunge!
Diese liegt theoretisch nicht ganz an!
Praktisch sollte das aber nichts ausmachen, da ich nicht so genau bauen kann, wie ein CAD-System rechnen kann (wegen der beiden linken Hände) und auch die Zungenspitze zur Not nachträglich noch etwas befeilt werden könnte.

Die letzte Änderung gegenüber dem Vorbild ist wieder den Normvorgaben der Modellbahnindustrie geschuldet!

Die Rillenweiten im Herzstück- und Zungenbereich!

Um die Weiche noch etwas schlanker und vorbildgerechter aussehen zu lassen, habe ich im Herzstückbereich die Rillenweite auf 1,0 mm gesetzt. (Dann muss ich die Schienenfüße nicht bearbeiten!)

Zum Ausgleich beträgt die Rillenweite an den Radlenkern 1,4 mm. Damit bin ich an der untersten Grenze der Norm, kann aber somit Fahrzeuge mit (NEM-,)* RP25- und Finescale-Radsätzen über die Weichen fahren lassen, ohne dass eines davon in die Herzstücklücke fällt.

Bei den Zungen beträgt die Rillenweite rund 1,4 mm.

Was ich nicht aus der Zeichnung ablesen konnte, habe ich versucht Fotos zu entnehmen.

Die Füllstücke am Herzstück und an den Radlenkern werde ich (voraussichtlich) nicht nachbilden,

Hier die CAD-Zeichnung:








(Einige Kleineisen sind zunächst zu einem zusammengefasst, da ich noch überlege, ob ich die Teile fräsen oder ätzen lasse bzw. wie ich sie am besten ausführe; als Schienenprofil verwende ich Tillig code 83; eine Trennung der Backenschiene im abzweigenden Strang, die beim Vorbild aufgrund der Profillängen vorhanden ist, fehlt in der Zeichnung; Das gelbe ist der Weichenmotor)

Die Daten sind ab dem Wochenende wieder im Downloadbereich zu finden!


Gruß
absolute_Null

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* Fahrzeuge nach NEM wären (derzeit) nur theoretisch möglich, da die Rilleweiten zwar passen, aber die Spurkränze auf der Zunge auflaufen würden, da hier voraussichtlich nur 0,8 mm "Luft" ist durch die typische Lenz-Konstruktion der Zungen!
Man müsste die Zungen "untypisch" ausführen; dann würden auch Fahrzeuge mit NEM-Radsätzen über die Weichen fahren.

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absolute_Null

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2

Tuesday, March 20th 2012, 7:47am

Do it yourself!


Demnächst geht es ja mit dem Gleisbau richtig los. Dafür benötige ich - neben den (auch noch fehlenden) Ätz- oder Frästeilen und Schienenprofilen - Gleisnägel.

Diese mache ich selbst aus Heftklammern!

Ein recht einfaches Verfahren und das Ergebnis überzeugt (mich)!
Also habe ich ein paar Packungen Heftklammern besorgt und die Nägel mit einer Goldblechschere (gibt's bei den bekannten Werkzeuganbietern) geschnitten.




Dazu werden die Heftklammern halbiert (da die Schere recht kurz ist)




...und dann ein Schnitt rechtwinklig am Anschlag auf einer Seite der Heftklammern geführt. Wird die Schere immer gleich angesetzt (rechtwinklig am Anschlag), haben die Nägel zum einen die richtige und zum anderen immer die gleiche Länge! (Auf dem Foto kann man wieder eine meiner Linken Hände sehen! - was so viel heißen soll, dass jeder das hin bekommen sollte!)




Das Ergebnis sieht dann so aus (rechts die Nägel, links der Abfall):




Beim Schneiden bricht die Heftklammer auseinander, so dass man nur eine Seite nutzen kann! Wer nicht so verschwenderisch sein möchte, der kann auch den Steg mit Tesafilm o.ä. umkleben. Dann brechen die Heftklammern nicht auseinander. Der Aufwand ist jedoch recht hoch. 30.000 Heftklammern haben gerade mal 10 Euro gekostet (wobei das sicherlich noch nicht einmal der günstigste Preis ist), so dass man (leider) überlegen muss, ob sich der Aufwand lohnen würde!

Ich benötige für meine Anlage und meine "Experimente" weniger als 20.000 Nägel, so dass die "Gesamtkosten" hierfür unter 7 Euro liegen!

Hier sieht man die ersten 1.000 Nägel (für meine "Experimente")




Dass die "Nägel" zum Teil noch zusammen sind ist eher von Vorteil als von Nachteil, da man so gleich mehrere Nägel in die Hand nehmen und sie damit schneller verarbeiten kann!

Das Schneiden von 1.000 Nägeln dauert keine 10 Minuten! (Mit etwas Übung kann man rund 10.000 Nägel in 1 Stunde Schneiden!)


Gruß
absolute_Null

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