Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Spur Null Magazin Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

moba-tom

Bahndirektor

(682)

  • »moba-tom« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 530

Wohnort (erscheint in der Karte): Münster

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 14. April 2013, 13:49

Handbetriebene Drehscheibe im Schattenbahnhof

Hallo,

ich suche Infos/Bilder zu handbetriebenen Drehscheiben zum Wenden der Lokomotiven, Einsatz im Schattenbahnhof.

Ich weiß, dass es Berichte darüber gibt, die Suche hier im Forum zum Stichwort "Drehscheibe" ergibt jedoch weit über 300 Treffer...

Danke für Hilfe,
Gruß
Thomas
ARGE-Mitglied Nr. 1875
Meine Anlage: Bischofsheim in den 60ern

moba-tom

Bahndirektor

(682)

  • »moba-tom« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 530

Wohnort (erscheint in der Karte): Münster

  • Nachricht senden

2

Freitag, 3. Mai 2013, 22:02

Low tech - low price

Hallo,

da die Resonanz auf meine Anfrage ziemlich dünn war, musste ich mir selbst etwas ausgedenken. Macht ja auch den meisten Spaß (wenns funktioniert ;) )
Für meinen Schattenbahnhof fehlte mir noch eine Wendemöglichkeit für Lokomotiven. Ich habe neulich 2 Aufstellgleise zum Zusammenstellen von Zügen an der Vorderseite angebaut, im Anschluss daran sollte eine einfache Drehscheibe eingebaut werden.

Die Anforderungen an das Wendegerät waren einfach:
- möglichst einfache Konstruktion, so dass auch ein Modellbahner ohne Feinmechaniker-Ausbildung sie bauen konnte
- nur zum Wenden von Loks, keine weiteren Abstellgleise
- also: Low-Tech und Low-Price

Bei der Suche nach einer drehbaren Scheibe stieß ich auf einen ausgedienten Alu-Fernseher-Standfuß, Durchmesser 40 cm. Ideal für eine einfache Handdrehscheibe…


Die überflüssigen Teile auf der Oberseite habe ich abmontiert, die Gummifüße auf der Unterseite durch Wasserflaschenverschlüsse ersetzt. Sie ersetzen quasi die Rollen oder Räder, auf denen sich der Teller drehen soll. Die Teile passten vom Durchmesser genau in die Aussparungen…


Die Scheibe macht ihrem Namen also alle Ehren, sie „schiebt“ halt in der Grube! ;) Die Grundlage dafür bildet eine beschichtete MDF-Platte, die quasi der Scheibe als Basis ("Grube") dient.



In eine 15 mm Multiplexplatte habe ich ein Loch gesägt, etwa 3 – 4 mm größer als der Drehteller. Grundplatte und Deckplatte werden durch 4 M8-Schrauben verbunden, damit kann ich den Abstand - also die „Grubentiefe“ - relativ genau einstellen.


Zwischen den beiden Platten habe ich noch jeweils mehrere Unterlegscheiben als Abstandshalter eingelegt, so dass die Schienen später in einer Höhe liegen.
Das Drehscheibengleis habe ich mit flexiblem Montagekleber von IMT Lenzen aufgeklebt. Etwas fummelig war es, die genaue Achse der Scheibe zu ermitteln, der Mittelpunkt war nur ungefähr erkennbar.


Den Drehpunkt (um nicht zu sagen "Königsstuhl") bildet ein Holzdübel (low price / low tech). Die Kabeldurchführung habe ich mit Klebeband geschützt.


Der Dübel sitzt in einer Vertiefung der Alu-Scheibe...


Dann erhielt das Gleis 2 Litzen als Stromzuführung, die Durchführung durch die Bohrungen habe ich mit Schrumpfschlauch-Stücken gegen Scheuern geschützt (Elektro-Fachleute sagen wohl "Würgenippel" dazu ?( )


Da die Scheibe handbetrieben werden soll (low-tech), bekam sie einen Handgriff aus einem alten Schubladenknauf, einem Alurohr und einer Gewindestange...


Der Abstand zum Festgleis sollte möglichst genau werden...


Jetzt kommt noch der "schwierigste" Teil: die Elektrik. Die notwendige Umpolung sollte per Hand erfolgen (low price). In einer Schublade fand sich noch ein Polwendeschalter, den hab ich verwendet...


Blieb noch das Problem der genauen Justierung der Gleisübergänge. Da die Scheibe immer nur 180 Grad gedreht wird, also hin und her, habe ich 2 Anschläge auf den Grubenboden geklebt... davor stößt ein weiterer Anschlag an der Scheibe...




Dann kam der große Test! Das Motto lautet: "Erst Drehen, dann Drücken!", also per Hand drehen, dann Umpoler drücken. Und , was soll ich sagen? Es funktioniert! :thumbsup:

Hier die fertige Drehscheibe, der Einbau erfolgt später...




Vor lauter Begeisterung habe ein mein erstes Video gedreht und eingestellt... aber vorsicht, nichts für Ästheten (auch low tech)! Das werd ich noch mal üben, versprochen!

Gruß
Thomas
ARGE-Mitglied Nr. 1875
Meine Anlage: Bischofsheim in den 60ern

Es haben sich bereits 31 registrierte Benutzer und 6 Gäste bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Didier78 (03.05.2013), Steffen78 (03.05.2013), TimT (03.05.2013), Setter (03.05.2013), fahrplaner (03.05.2013), jmdampf (03.05.2013), jk_wk (03.05.2013), guna (03.05.2013), bahnuwe (04.05.2013), barilla73 (04.05.2013), Udom (04.05.2013), lok-schrauber (04.05.2013), Waldemar (04.05.2013), Ben Malin (04.05.2013), Spur0-Peter (04.05.2013), Adalbert (04.05.2013), Norbert (04.05.2013), Nuller Neckarquelle (04.05.2013), DirkausDüsseldorf (04.05.2013), stefan_k (04.05.2013), Bahnschwelle (04.05.2013), Staudenfan (05.05.2013), JACQUES TIMMERMANS (05.05.2013), fredduck (06.05.2013), Joyner (06.05.2013), DRG (06.05.2013), Baumbauer 007 (06.05.2013), gabrinau (08.06.2013), gerald1810 (08.06.2013), Nikolaus (09.06.2013), Nauki (09.06.2013)

Jacob69

Schrankenwärter

(12)

Beiträge: 187

Wohnort (erscheint in der Karte): Niederurnen

Beruf: Maschinenführer/Springer bei Eternit

  • Nachricht senden

3

Samstag, 4. Mai 2013, 01:07

Hallo Thomas
Einfach super genial :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
Sehr gute Alterantive.


Grusse
Sjaak

Beiträge: 186

Wohnort (erscheint in der Karte): 57462 Olpe

Beruf: Erdbeerpflücker

  • Nachricht senden

4

Samstag, 4. Mai 2013, 18:16

Hallo Thomas,

das ist mal wieder so ein Bauprojekt wie es auch in meiner Werkstatt hätte entstehen können - wenn ich denn eine Drehscheibe benötigen würde! Tolle Idee und natürlich erstklassig umgesetzt. Nicht zu vergessen dass auch der Bericht und die Fotos einen guten Eindruck vermitteln. :thumbsup:

Viele Grüße aus dem Sauerland
Tom

moba-tom

Bahndirektor

(682)

  • »moba-tom« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 530

Wohnort (erscheint in der Karte): Münster

  • Nachricht senden

5

Montag, 6. Mai 2013, 10:47

... das ist mal wieder so ein Bauprojekt wie es auch in meiner Werkstatt hätte entstehen können...
Hallo Tom,

ja, das würde vom Baustil her bestimmt gut auf Deine Anlage passen! Ich muss "gestehen", dass mich der Besuch bei Dir sehr inspiriert hat:
Einfach bauen.... und einfach mal bauen!

Gruß aus dem Münsterland,
Thomas
ARGE-Mitglied Nr. 1875
Meine Anlage: Bischofsheim in den 60ern

Scottyspapa

unregistriert

6

Samstag, 8. Juni 2013, 14:07

Einfach genial gelöst! Wer aber keinen Fernsehdrehfuß zur Verfügung hat könnte evt. auch mal ins schwedische Möbelhaus mit den vier Buchstaben gehen, dort gibt es für 4,99EUR eine Drehplatte mit Namen "SNUDDA" aus Holz mit 39cm Durchmesser. Ich habe so ein Teil noch im Keller liegen und werde demnächst mal versuchen daraus eine Drehscheibe zu basteln.



VG
Scottyspapa

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

moba-tom (08.06.2013), Nuller Neckarquelle (08.06.2013)

Beiträge: 1 319

Wohnort (erscheint in der Karte): Ettlingen

Beruf: Pensionär (ehem. Bundesbahn-Beamter)

  • Nachricht senden

7

Samstag, 8. Juni 2013, 14:48

Hallo Scottyspa,
Gratulation zu dieser tollen Idee! Das ist nicht nur ein schöner Vorschlag, sondern damit betreibst du so ganz nebenbei ein umweltbewusstes und -schonendes Recycling! Jetzt bleibt nur zu hoffen bzw. wünschen, dass du der Spur 0 Gemeinde recht bald den entsprechenden Baubericht in Wort und Bild in diesem Forum präsentierst!
Viel Erfolg und beste Grüsse
Dieter

Es hat sich bereits 1 Gast bedankt.

Scottyspapa

unregistriert

8

Samstag, 8. Juni 2013, 18:48

Hallo Dieter,

eigentlich hatte ich beim Kauf des Drehtellers an so eine Art Weichenersatz für den "Fiddle Yard" gedacht. Es stellte sich jedoch mittlerweile heraus, dass ich gar nicht so viel Platz für einen "Fiddle Yard" habe, zumindest nicht für einen permanenten, so wanderte der Drehteller erstmal in den Keller. Gedanklich arbeite ich noch daran wie ich die Verriegelung der Scheibe umsetzen soll, auch über den elektrischen Anschluss mit Polwendeschalter muss ich mir noch Gedanken machen. Z.Zt. bin ich aber erstmal mit "Gleisbauarbeiten" sprich Einschottern auf meiner kleinen Anlage beschäftigt. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

VG
Scottyspapa

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dieter Ackermann (08.06.2013)

frankdigi

Rangiermeister

(109)

Beiträge: 260

Wohnort (erscheint in der Karte): Iserlohn

Beruf: Kaufmann

  • Nachricht senden

9

Sonntag, 9. Juni 2013, 05:37

Hallo zusammen,

ich benutze diesen IKEA-Drehteller für die Wartung meiner Loks als Drehgestell. Siehe hierzu auch meine entsprechenden Beiträge.

Bei aller Begeisterung für sehr preiswerte Lösungen: Dieser Holzdrehteller ist natürlich mit dem von Thomas hinsichtlich Qualität und Planlage keinesfalls zu vergleichen.

Für meine Verwendung im Rahmen der Lokpflege ist er OK, als Grundlage für eine Drehscheibe aber aus meiner Sicht ungeeignet.

Viele Gruesse

Frank
"Teppichbahn in Augenhöhe",

gesteuert per PC mit TrainController, SmartHand, iPad, Intellibox I und Daisy Funk

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

moba-tom (09.06.2013), Dieter Ackermann (09.06.2013)