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Montag, 19. März 2012, 14:19

Grundüberlegungen für eine Segmentanlage - Basisgeometrie

Hallo Mitleser!

Schon seit längerer Zeit denke ich über den Bau eines Dioramas nach.
Hier möchte ich meine ersten Grundüberlegungen mal zur Diskussion stellen. Vielleicht ergeben sich ja noch wertvolle Hinweise auf Dinge, die mir bisher nicht so bewusst waren.

Das Diorama soll Entwicklungsmöglichkeiten bieten und nicht zum Solitär werden:
  • Es soll ggf. auch bei Bekannten im Rahmen deren 2-Gleis-Modulanlage befahren werden können.
    => Mit einfachen Zwischenstücken wird es möglich sein, auf deren Uebergangsgeometrie zu kommen.
  • Soll das Diorama von Zügen befahren werden, könnte das leicht durch einfache Wendeschleifen an beiden Enden erreicht werden.
  • Es könnte aus dem Diorama vielleicht (!) mal noch eine ganze Segmentanlage über die Jahre hinweg entstehen. Die freie Tauschbarkeit von Modulen ist mir nicht so wichtig, daher Segmente mit optisch abwechslungsreicheren Uebergangsgeometrieen.
    => Also ist für die Planung des Dioramas gleich eine ganze Segmentanlage (nach dem Doppelkreisprinzip, in Drei- oder Vierecksanordnung) wenigstens zu konzeptionieren.
Weitere Randbedingungen habe ich mir auch noch gesetzt:
  • Zwei Regelgrössen eines Segments LxBxH 150x70x60cm oder 150x50x60cm (passen in meinen Kombi)
  • Wohlüberlegter Leichtbau auch der tragenden Struktur
  • Erhöhte Tiefenwirkung durch Parallelanordnung von Segmenten (so dass der Betrachter, quer zum Gleis schauend, über mindestens 120cm blicken kann.)
  • Längster Personenzug = Lok und 11 Schnellzugwagen (Fa.Hermann o.ä., in Summe ca. 700cm) auch im Stossbetrieb sicher einsetzbar.
  • Längster Güterzug bespannt mit 2 Loks, in Summe ca. 750cm sicher einsetzbar.
  • Abstell- und Ueberholmöglichkeiten für lange Züge im sichtbaren und Schatten-Bahnhof
  • Regel-Gleisabstand 100mm
  • Vermeidung von engen Radien für bogenaussen stehende Betrachter ("auseinander klaffende" Wagenenden sehen m.E. hässlich aus)
  • Zuerst Bau von zweimal zwei oder drei Segmenten in der Länge als Diorama in Parallelanordnung
Sich daraus ergebende, "allererste" Festlegungen:
  • Abzweigwinkel der Weichen = max. 7° (das sollte schlank genug sein, auch aufgrund der Erfahrungen diverser Anlagen- und Weichenbauer, die ich angesprochen habe.)
  • Abzweigradius der Weichen = 3'500mm (das sollte gross genug sein, s.o.)
  • Grosse Richtungsänderungen (ca. 90° und mehr) nach grösseren Abschnitten der Anlage (Schenkel des Drei- oder Vierecks) sind leider nötig, sollen aber für den Betrachter unsichtbar ausgeführt werden.
  • Kleinster Radius im nichtsichtbaren Bereich = 2'000mm (immer unter der Voraussetzung, dass vor den Bögen eine hinreichend lange Uebergangsgerade mit ca. 70cm liegt). Ich kenne Leute, die halten das für zu eng und empfehlen 2'300mm, aber ich finde, dass es passen sollte mit der strikten Anwendung der Uebergangsgeraden. Wobei ich sogar diesen Fall vermeiden will.
  • Kleinster Radius im sichtbaren Bereich, wenn der Betrachter auf einer Ausstellung z.B. bogenaussen steht = 9'000mm. Die Lücke zwischen den Gummiwülsten bei langen Wagen im Stossbetrieb ist gem. meinen Zeichnungen und Berechnungen knapp 3mm, das erscheint mir als "schlank" genug.
  • Kleinster Radius im sichtbaren Bereich, wenn der Betrachter bogeninnen steht = 6'000mm
  • Länge eines Abstell-/Ueberholgleises für den längsten Zug = 850cm = 750cm Zuglänge + 2x50cm (Sicherheitsabstand vorn und hinten zum Grenzzeichen)
Was haltet ihr davon?
Wo habe ich Denkfehler oder Anpassungsbedarf?

Besten Dank für Eure Meinungen.
Gruss, Uli

UtzRK

Heizer

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Dienstag, 20. März 2012, 09:48

Hmm, Uli, so wie ich das sehe planst du für den reinen Fahrbetrieb in einer Turnhalle ... :)

Ist es so, dass dich vor allem das Bauen und Ausgestalten interessiert? Denn auf z.B. einem zwei-Segment-Diorama (3 m Länge) kannst du ja nicht mal einen einzelnen Zug unterbringen, geschweige denn, damit fahren. Du brauchst also mindestens fünf Segmente.
Was hast du dir denn landschaftlich vorgestellt? Wird das spannend genug, dass du damit leben kannst, darauf nur selten mal etwas zu bewegen?

Tschüß
Utz
Rheinhaven - muss jetzt leider verkauft werden :(

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Dienstag, 20. März 2012, 10:19

Hallo Uli,

tolles Thema ;-), Deine Grundidee deckt sich mit der unseren, wir sind 3 Personen und bauen an einer Modulanlage, welche wir quartalsweise in einer Halle aufbauen um dann einfach "Betrieb zu machen".

Ich werde einen Ast im Kapitel "Module" in nächster Zeit einstellen und von unserem Projekt/Umsetzung berichten.

Punkt 1: Mindesradien
Bei deiner Ausführung fallen mir die unterschiedlichen Mindestradien - im sichtbaren und nicht sichtbaren Bereich - auf. Wir haben uns für einen einheitlichen Mindestradius von 3500 mm entschieden, egal ob sichtbar oder nicht. Der Grund hierfür ist einfach darin zu sehen, dass z.B. festgekuppelte Triebzüge (z.B. unser VT 11.5) festgekuppelt wird, lediglich in der Zugmitte an zwei Wagenenden mit einer Kadeekupplung ausgestattet wird, so daß wir den Zug bequem in zwei Teile zerlegen können, um ihn tranportieren zu können.
Hierfür muss natürlich ein Mindestradius für die gesamte "Strecke" festgelegt sein......


Punkt 2: Weichen
Bei den Weichen haben wir uns auf 2.400 mm Abzweigradius bzw. 1:6 Weichen festgelegt, Ausnahme hiervon sind die Abzweige in Industrie-/Werksgleise, hier können auch steilere Weichen verbaut werden. In diese Bereich fahren eh nur Güterwagen mit Rangierloks.

Punkt 3: Modulübergang
Irgendwann werden mal weitere Personen an "der Modulanlage" mitbauen, ein Blick auf diverse Seiten der Anbieter von Modulkopfstücken lässt sehr schnell erkennen, dass es nun schon viele verschiedene Formen gibt. Dem einnen gefällt dieses dem anderen dieses Kopfstück.
Wir haben uns nun auf die gute alte NEM 961 D festgelegt und uns eine Bohrschablone, welche auf die fertig verlegten Gleise gelegt wird fräsen lassen. Der Schablonenkopf gibt es z.Zt. für Spur 0 Regelspur und für Spur 0m (0e ist geplant, sobald wir einen 0e´ler haben der mitmachen möchte). Diese Schablone legen wir auf die fertig verlegten Gleise und schon haben wir die Punkte für die Verbindungslöcher an den Modulenden.

Bist Du am nächsten Wochenende in Busek, Uli?
Vielleicht können wir uns auf ne Tasse Kaffee zusammensetzen.

schönen Gruss
Thomas
Saarbrücken/Wiesbaden, Spur 0 / 0m Module, ECos2, WLAN, iPod`s, RW

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »RhBThomas« (20. März 2012, 10:38)


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Dienstag, 20. März 2012, 18:03

Hallo Utz und Thomas,

danke für Eure Rückmeldungen.

Vielleicht wird's mal einen Fahrbetrieb in einer Turnhalle geben, sofern sich wirklich eine grosse Anlage daraus entwicklen sollte. Das ist aber eher eine Frage von 10+x Jahren und es ist eben eine grosse Frage... Meine persönliche Erwartung geht nicht in diese Richtung.
Beim Diorama geht's mir zuerst wirklich ums Planen (!), Bauen und Ausgestalten. Wenn zum Anfang eine Ee3/3 mit einem Güterwagen oder ein TmIII vor- und zurückfährt, langt das. Deswegen ja auch der Gandanke mit dem Einbinden in eine "fremde" Modulanlage. Dann kann's rollen!
Landschaftlich denke ich an ein Seeufer mit eingleisiger Strecke in und an einem Berghang (a la Urner See, Zuger See, Lago Maggiore, ohne 1:1 Nachbau einer konkreten Gegebenheit). Das zweite Gleis (mit Abstellgleisen eines Schattenbahnhofes) läuft im Berg. Ich denke schon, dass der landschatliche Eindruck so werden kann, dass das Diorama sehenswert wird. Aber dafür plane ich ja :-)

Normierte Modulkopfstücke werde ich nicht verwenden, denn ich strebe dort optische Abwechslung an. Die Uebergangsgestaltung wird aber noch ein ganz grosses Thema in Verbindung mit der Segmentkasten-Konstruktion. Da werde ich sicher sehr viel "Gehirnschmalz" reinstecken. "Wohlüberlegter Leichtbau auch der tragenden Struktur" ist meine persönliche Herausforderung!

Ich bin am So in Buseck, weil am Mo geschäftlich in Kassel. Weiteres kommt per PN.

Gruss, Uli