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Heinz Becke

Lokomotivbetriebsinspektor

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1

Saturday, April 4th 2015, 3:31pm

Gemischte Verwendung von Holz- und Stahlschwellen im Gleisbau

Hallo an die Stahlschwellenspezialisten,

wo/wann wurden Stahlschwellen verlegt und wurden Holz- und Stahlschwellen z. B. gemeinsam in einem Bahnhof verwendet, und falls zutreffend gab es da Regelungen/Bedingungen dafür?

Danke für die Antworten.
Grüße aus Regensburg

Heinz ;)

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Michael B.

Oberlokführer

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2

Saturday, April 4th 2015, 3:50pm

Hallo Heinz,

ein sehr schönes Thema,

da spielten viele Aspekte eine Rolle. Holzschwellen waren in der Regel weit verbreitet, das Holz ein billiger, nachwachsender und vorallen weitverbreiteter Rohstoff ist. Zudem war das auch regional abhänig, dort wo viel Stahlindustrie war, fing man auch schnell an mit Stahschwellen zu arbeiten. Schon sehr früh tauchten Stahlschwellen auf, meines Wissens schon zur Länderbahnzeit, eben weil sie wiederum wesentlich haltbarer waren als Holzschwellen und gerade in Gebieten mit viel Niederschlag und hoher Luftfeuchtigkeit zu Anwendung kamen. Es sprach und spricht nichts dagegen, dass man Stahlschwellen und Holzschwellen zusammen verbaut. Auf Brückenbauwerken hat man in der Regel auf Holzschwellen zurückgegriffen aber auch hier hab ich Bilder wo darauf Stahlschwellen lagen. Holzschwellen dämpfen Schwingungen das war der Hauptgrund. Ich selber erlebe heute noch in vielen Bahnhöfen einen Schwellenmix...machmal sogar in einem Gleis, wenn z.B man ein paar Schwellen erneuert werden müßen, war das egal was zur Anwedung kam. Auch auf Nebenbahnen fanden sich schon früh Stahlschwellen, bei meiner Hausstrecke, schon in der 20er Jahren, das war also nicht abhänig von Haupt oder Nebenbahn. Ich persönlich habe in H0 einen Schwellenmix bevorzugt, weil mir das Holzgleis zu monoton wirkte. Die optische Wirkung läßt die Bahn wesentlich realer aussehen. Ein weiterer Aspekt ist das die Stahlschwelle "wartungsfreundlich" war, da sie nicht auf Querrisse anfällig war wie die Holzschwelle und nicht vermoderte.

Noch eine Ergänzung: Im Buch: Schau Eisenbahnbau Teil 1b Werden sowohl Stahlschwellen und Holzschwellen beleuchtet. Aufschlussreich ist auch die das Stopfen beider Schwellentypen. Im übrigen dreht es sich in diesem Buch über den Gleisbau der 1930er Jahre auch sind Grundrisse für Einheits/Standartbauten enthalten . Reichsbahnoberbauart K und B sind ebenfalls Gegenstand. Hab das Buch mal auf ebay ersteigert...Problem ist...es ist 1935 erschienen :rolleyes: ..weiß nicht wie verfügbar das ist.

Schau Eisenbahnbau 1b

Teubners HTL Bücherei

Ich denke das Buch ist ein Leckerbissen für Gleisbauer.

MFG

Michael
Zuhause in H0 , 0 und 1....es gibt keinen idealen Maßstab...nur den richtigen Maßstab für das passende Thema.... :D

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JACQUES TIMMERMANS

Bahngeneraldirektor

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3

Saturday, April 4th 2015, 5:08pm

Hallo Michael,


Vielen Dank für dem Buchtipp. Wem es interessiert, ich habe das Buch, Ausgabe 1914! im Internet hier runtergeladen: https://archive.org/details/dereisenbahnbau00schagoog


Ich wünsche Euch viel Spass beim Durchstöbern der Lektüre.


Gruß,


Jacques

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Michael B.

Oberlokführer

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4

Saturday, April 4th 2015, 5:21pm

Hallo Jacques,

es handelt sich um den gleichen Herrn Schau!
Wie in der Ausgabe von 1935. Geklärt wird hier auch vieles über die Stahlschwelle und das bereits 1914.
Wer ich mir downloaden. :thumbsup:

MFG

Michael
Zuhause in H0 , 0 und 1....es gibt keinen idealen Maßstab...nur den richtigen Maßstab für das passende Thema.... :D

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Heinz Becke (04.04.2015), BTB0e+0 (02.05.2015)

wsb56

Schaffner

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5

Saturday, April 4th 2015, 5:54pm

Moin Heinz, moin Kollegen,

einen ganzen Teil hat ja Michael schon beschrieben, so dass ich mich auf die Ergänzung beschränke. ;)

Die Bahnen waren (zwangsweise) schon immer sehr sparsam, so dass bei entsprechender günstiger Verfügbarkeit die Stahlschwelle schnell "überall" eingesetzt wurde. Aber es gab sehr gute Gründe Stahlschwellen speziell in hoch belasteten Strecken einzubauen. Sie sind deutlich resistenter gegen Wanderung als Holzschwellen im Schotterbett. Sprich sie konnten sich ob ihres Gewichts und ihrer Bauform im Schotter wesentlich besser "fest krallen". Daher wurden sie in den 2oer und 30er Jahren sehr gerne verbaut.

Für das Verschwinden der Stahlschwelle in Gleisen erster Ordnung gab es im Wesentlichen zwei Gründe:
  1. Der (elektrische) Gleiskreis für die Gleisfreimeldung in Relaisstellwerken und später. Der Kurzschluss durch die Achsen war in der dummerweise Stahlschwelle gleich fest eingebaut. Das hat übrigens (zumindest) in Deutschland zu einer sehr frühzeitigen und rasanten Entwicklung von Achszählern geführt; ein teurerer Achszähler ist immer noch billiger als ein neuer Oberbau.
  2. Die Betonschwelle, als sie dann vernünftig einsetzbar war.
Und damit zu der Frage von Heinz: Eigentlich kannst Du fast alles kombinieren. Auch die DB und die DR waren sehr sehr sparsam. Sprich ein Gleis erster Ordnung wurde bei der Erneuerung nicht etwa verschrottet, sondern "gerückt". Sprich es wurde einfach in ein Gleis zweiter Ordnung verschoben und damit wiederverwendet, und so weiter. Das Einzige was Du brauchst, ist einfach eine "gute" Begründung. ;)
Kleine Anekdote am Rande: Bei uns im Gbf wurden vor ein paar (wenigen) Jahren einige Gleise mit Stahlschwelle zurück gebaut und natürlich ordnungsgemäß am Rande des Gleisfeldes gelagert für den Abtransport. Das fanden dann ein paar Stahldiebe richtig geil und sind *mehrfach* mit Tieflader und Autokran angetreten, um die Ernte einzufahren...
Beste Grüße,
Bernd

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RST

Fahrgast

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6

Saturday, May 2nd 2015, 3:18am

Weitere Stahlschwellendetails und Fotos

Hallo,

Bernd hat nun schon recht viele Aspekte der Stahlschwellen beleuchtet, aber trotzdem möchte ich mich hier auch einmal kurz einbringen.
Viele Länderbahnen hatten sich schon ab 1870 für die Stahlschwelle entschieden. So z. B. die Badische Staatsbahn, Oldenburg und Preußen. Aus dem Badischen Oberbau ist dann auch Anfang der 1920er Jahre der Reichsbahnoberbau K entstanden. Die Schwellen wurden nun nicht mehr für die Klemmschrauben gelocht (dies führte zu verstärkter Rissbildung), sondern Rippenplatten aufgeschweißt.

Die ersten Zeichnungen für den Reichsbahnoberbau beinhalteten zunächst auch nur Weichen mit Stahlschwellen - die "Holzzeichnungen" kamen erst 1924 dazu.

Stahl war also zunächst die erste Wahl - doch bald merkte man, dass in Gebieten mit starker Luftverschmutzung die Stahlschwelle nicht das unendliche Leben hat. So wurden, vorwiegend im Ruhrgebiet, Schlesien und Mitteldeutschland, wieder mehr Holzschwellen verbaut.

Im ersten und zweiten Weltkrieg fand man noch dazu andere Verwendungen für Stahl, was die Verwendung als Schwellen weiter zurückgehen ließ. Trotz Allem lagen Mitte der 1940er jahre noch weit über 40 % des Oberbaus auf stählernen Querschwellen.

Die wesentlichen Vorteile der Stahlschwelle wurden ja schon genannt - sie ist leichter als Hartholz und Beton und hat den größten Querverschiebewiderstand. Dieser qualifiziert sie gerade für schwierige topographische Verhältnisse, wie kurvenreiche Gebirgsstrecken.
Die Nachteile sind die erwähnte mangelnde Stromdichte und das anspruchsvollere Arbeiten beim Stopfen, da auch der Hohlraum unter der Schwelle mit Schotter gefüllt sein muss.

Betonschwellen gibt es zwar in Serie auch schon seit Anfang der 1940er Jahre, diese sind auf Grund des Gewichts von über 200 kg aber erst seit der voll mechanisierten Oberbaubearbeitung eine wirkliche Alternative.

Kurz noch mal zur Eingangsfrage:

Die Kombination aller Oberbauformen ist möglich und zulässig - auch der Wechsel in einem Joch. Manchmal werden bei Reparaturen auch nur einzelne schwellen ausgetauscht - da ist dann in einem Betonschwellengleis eine Holzschwelle oder in einem Stahlschwellengleis eine Betonschwelle ...

Nur muss man einige der wichtigsten Ausschlüsse beachten.
  • auf stählernen Brücken ausschließlich Holz
  • über Durchlässen und Bahnsteigtunneln auch Holz
  • in Tunneln kein Stahl
  • in Bahnübergängen kein Stahl
--------------------------------------------------------------------------------------------------------


Auch heute sind an vielen Stellen noch Gleise 1. Ordnung mit Stahlschwellen und Befestigung K, wie hier im Bahnhof Villingen, zu finden. Der Gesamtanteil der Stahlschwellen liegt heute in Deutschland noch bei etwa 10-12 %.



Überhaupt sind große Teile der Schwarzwaldbahn noch auf Stahl - hier im Bf Hornberg Schwellen aus dem Jahr 1934.



Im Bahnhof Karlsruhe Hbf sind zur Zeit noch viele Neben- und Abstellgleise mit Stahlschwellen zu finden



Eine Besonderheit sind Gleise, die ausschließlich Doppelschwellen enthalten - hier im Bw Stuttgart-Rosenstein mit Schwellen von 1929. Gibt es aber auch in Basel Bad, Freiburg, Lörrach, Karlsruhe, Neu Isenburg, Halle Gbf und vielen anderen Bahnhöfen.



Gruß Ralph

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Saturday, May 2nd 2015, 9:19am

Stahlschwellen auf der Bachbahn

Hier mal ein Link zu der Bachbahn. Auf etlichen Fotos sind Stahlschwellen zu sehen, ab 1904 !!!!


http://rgebhard.de/seite711.htm


Gruß,

Tom
Gruß,

Tom

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Saturday, May 2nd 2015, 10:27am

Hallo und danke für die Fotos.
Eine gute Vorlage zum schottern und 'rosten. Wie man sieht, haben Gleis, Schwellen und Schotter nicht die übliche 'Einheitsfarbe' der Hauptbahn.
Der graue Schotter behält teilweise seine ursprüngliche Farbe und etwas grün kann auch mal Fuß fassen, ein Hinweis für die Erbauer von Nebenbahnen !

Mein Experiment vor zwei Jahren:


LG Bert
Das und weiteres auch auf meiner WEB-Seite : hier klicken : . . http://lenzstein.jimdo.com/

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Schlußscheibe

Rangiermeister

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Sunday, May 3rd 2015, 11:33am

Moin,

es ist eigentlich fast alles gesagt, zwei Dinge möchte ich ergänzen:

1. Stahlschwellen wurden nach 1945 bei der DB wieder in großem Stil verlegt, als es darum ging, Nebenbahnen für höhere Achslasten zu ertüchtigen. Dabei wurden die meist noch vorhandenen Länderbahngleise ersetzt. Ich beschäftige mich gedanklich vor allem mit Franken, dort war Stahlschwellenoberbau in den 60ern den Bildern nach eher die Regel. Vermutlich kommt die geringe Neigung zum Wandern dem wartungsarmen Unterhalt auf kurvenreichen Nebenbahnen entgegen. Meist wurden selbst die Nebengleise erneuert, gelegentlich blieben auch Ladegleise und einzelne Weichen liegen. Aber auch Kombinationen wie sämtliche Weichen und Hauptgleis Stahlschwelle, Kreuzungsgleis Beton, Ladegleise Holz kann man auf den Bildern finden.

2. Beton- und Stahlschwellen haben gegenüber Holzschwellen einen entscheidenden Nachteil, nach einer Entgleisung stimmt aufgrund der bleibenden Verformung des Stahls bzw. Bruch des Betons und Biegen der Armierung die Spurweite nicht mehr. Auf Gleisen mit häufigem Rangierbetrieb werden daher gerne Holzschwellen verlegt, aus ähnlichem Grund liegen in Betongleisen noch häufig Weichen auf Holzschwellen.

Gruß,
Schlußscheibe

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