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Albert

Bremser

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1

Friday, May 10th 2013, 9:25pm

Erinnerungen an die alte Mühlkreisbahn oder: Planung einer kleinen Anlage



Als möglicher Umsteiger von der halben zur ganzen Null möchte ich meinen ersten Anlagenentwurf zur Diskussion stellen. Der mir zur Verfügung stehende Platz ist ziemlich begrenzt und befindet sich in einem ausgebauten Kellerraum mit (Dank Hanglage) viel Tageslicht und Heizung. Dieser Raum dient auch als Heimbüro mit einer Leseecke als Rückzugsmöglichkeit. Die Anlage muss sich also in eine wohnliche Umgebung einfügen und darf nicht die anderen Nutzungsmöglichkeiten behindern. Insbesondere befindet sich im modellbahnerisch nutzbaren Teil des Raumes eine nach innen öffnende Türe zur unterkellerten Terrasse, die jederzeit erreichbar sein muss.

Zentrum der Anlage ist ein L von 4,4 x 3,2 Metern und 60 cm Tiefe. Dieser permanente Teil soll aus mehreren Segmenten bestehen. Anschließend an die Türe soll ein schmales Brett von etwa 2,15 Metern Länge ein Aufstellgleis aufnehmen, das als Schattenbahnhof dient. Der Bereich der Türe muss durch ein leicht entfernbares „Brückenelement“ überbrückt werden. Auf dem permanenten Anlagenteil soll auch ohne dieses Brückenelement ein Verschubbetrieb möglich sein, etwa um nach der Arbeit ohne Vorbereitung für ein paar Minuten Betrieb machen zu können. Der Normalbetrieb soll so aussehen, dass ein kurzer Güterzug vom Aufstellgleis her über das Brückenelement den permanenten Anlagenteil erreicht, dort die Güterwagen zustellt und andere abholt. Personenverkehr ist nicht vorgesehen. In einer späteren Ausbaustufe möchte ich die Anlage durch weitere Segmente vorübergehend zu einem Oval erweitern können. Das verlängert die mögliche Fahrtstrecke und gibt für die Ausgestaltung Raum für weitere Motive. Von meiner jetzigen H0-Anlage, die nur Punkt zu Punkt Verkehr erlaubt weiß ich, dass mir manchmal die Möglichkeit eines (ansich vorbildwidrigen Kreisverkehrs) abgeht.

Der Güterverkehr soll sich in der Epoche 4b, genauer: zur Mitte der 80er Jahre abspielen. Einerseits weil ich den Betrieb zur damaligen Zeit bewusst beobachtet habe und andererseits weil damals noch zahlreiche recht kurze Güterwagentypen im Einsatz waren, was meinen beengten Platzverhältnissen entgegen kommt. Die Szenerie soll im niederbayrisch-oberösterreichischen Grenzgebiet angesiedelt sein. Das dient als Vorwand für den Einsatz einer 260 der DB, weil passende Loks nach österreichischen Vorbildern nicht zur Verfügung stehen. Allenfalls käme eine austrifizierte V100 in Betracht (ÖBB 2048), die aber erst ab 1991 im Einsatz standen und mir für die kleine Anlage schon fast zu groß ist. Zudem waren damals die Wagen der besonders kurzen Bauarten schon ziemlich rar.

Der kurze Anlagenschenkel ist von der alten Ortsdurchfahrt der Mühlkreisbahn (Strecke Linz Urfahr – Aigen-Schlägl) durch Urfahr (heute ein Teil der Stadt Linz an der Donau) inspiriert. Bis 1980 lief die Stecke teilweise mitten in der damals recht engen Rudolfstraße, ehe durch den Abbruch zahlreicher Häuser Platz für die Trennung von Bahn und Straße geschaffen wurde. Leider habe ich die alte Streckenführung nie selbst gesehen. Ein maßstäblicher Nachbau des Abschnittes wäre allerdings auch nicht in H0 möglich, weshalb ich anhand von Fotos lediglich einige markante Gebäude nachbauen will. Der Kohlenhändler in der rechten unteren Ecke ist eine frei erfundene Zutat. Beim Vorbild befand sich eine größere Kohlenhandlung ungefähr einen Kilometer weiter am Mühlkreisbahnhof.
Der lange Anlagenschenkel hat kein Vorbild. Hier will ich ein Ausweichgleis unterbringen, damit die Lok die Wagen umfahren kann. Außerdem soll in jeder Ecke ein Güterkunde Platz finden. Die rechte Ecke ist für eine relativ einfache Werkhalle gedacht, deren Vorbild am Bahnhof Hausruck anzutreffen ist. In den Achtziger Jahren erhielt dieser Betrieb in Tms (von Brawa angekündigt) verladene Fracht. Für die linke Ecke suche ich noch nach einem Vorbild, der Betrieb soll jedenfalls Ucs (ebenfalls Brawa) empfangen. Der Plan zeigt noch nicht die exakte Gleislage (Vorschläge sind willkommen!). Einerseits soll links zwischen der Anlagenkante und den Weichenzungen noch so viel Platz sein, dass die 260 Platz findet. Außerdem sollen die beiden Gleisanschlüsse möglichst dem Streckenverlauf folgen, sofern dann noch ein zuverlässiges an- uns abkuppeln möglich ist. Dadurch bleibt auch mehr Platz für die Gestaltung der beiden kleinen Industriebetriebe. Womöglich verlege ich die Anschlussweiche zur Werkhalle in der rechte Ecke auch weiter nach links, um das Gleis dann ein wenig ansteigen zu lassen. Im Moment weiß ich auch noch nicht, wie ich den leeren Raum zwischen den beiden Betrieben ausfülle. Gebäudefronten, die unmittelbar vor der Hintergrundkulisse stehen, finde ich nicht sehr überzeugend. Die Werkhalle will ich daher zumindest bis hinter den Dachscheitel darstellen. Eine Ausnahme muss ich beim Gasthof am kurzen Anlagenschenkel machen, wo sich dieser Makel hoffentlich durch die Bäume im Gastgarten kaschieren lässt.

Die Planungen beruhen auf der Gleisgeometrie von Lenz, wobei die Wahl des Gleissystems noch offen ist. Aufgrund der Platzverhältnisse muss ich mich mit dem R2 zufrieden geben, wobei jeweils ein R10 am Anfang und Ende des Bogens für ein etwas gefälligeres Bild sorgen soll. Für die Anlage will ich auf Flexgleis zurückgreifen, um zumindest eine Minimalstversion der Übergangsbögen unterzubringen.

Damit vorerst genug geschrieben. Jetzt bin ich auf Eure Kommentare und Verbesserungsvorschläge gespannt.

Freundlich grüßt
Albert

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Martin Zeilinger

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2

Friday, May 10th 2013, 10:13pm

Servus Albert!
Mit Gleisplandiskussionen habe ich nicht so viel am Hut, daher nur sehr allgemein gesagt, dass mir an Deinem Entwurf gefällt, dass Du nicht ZU VIEL auf diesem doch recht beschränkten Platz unterbringen willst.

... und wenn am rechten Anlagenschenkel "Zitate" der alten Ortsdurchfahrt der Mühlkreisbahn durch Urfahr erkennbar werden, dann wird das ein sehr sehenswertes Projekt!


Viel Spaß und Erfolg beim Tüfteln und Planen!
Grüße aus Wien
Martin
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3

Saturday, May 11th 2013, 11:16am

Hallo Albert,

da du erwähnst, dass du schon in HO Point-to-Point-Verkehr betrieben hast und dir das Kreisen immer gefehlt hat, will ich mal ausnahmsweise nichts gegen den Kreis sagen :D .
Was ich aber vorschlagen würde ist statt des einfachen Aufstellgleises an der linken Seitenwand ein Kassettensystem vorzusehen, so dass du eine theoretisch beliebige Anzahl an Waggons ohne Anfassen auf die Anlage bzw. zu einer Ablagemöglichkeit (z.B. Regalsystem an der Wand über dem Aufstellgleis) bewegen kannst. Diese Kassetten können einfach gebaut sein wie in meiner Hafenanlage (dickeres Holzbrett als Gleisträger, zwei dünne Holzbretter als seitlicher Abschluss und Absturzschutz, und einfache Kupferbleche als Kontakte zur Stromübertragung), oder auch schön und teuer ...

Die Ortsdurchfahrt als Motiv gefällt mir auch (obwohl sie dir die Möglichkeit nimmt, weitere Gleisanschlüsse für intensiveren Betrieb vorzusehen), aber der lange obere Schenkel wirkt durch die absolute Symmetrie steif und langweilig. Du hast schon geschrieben, dass du die Anschlussgleise evtl. im Bogen verlegen willst. Leichte Probleme gibt es dabei mit Lenz-Kupplungen, die erst auf der Geraden richtig einkuppeln, aber da du ja im Bereich des Umfahrgleises eine gerade Gleisführung vorgesehen hast, dürfte das funktionieren. Wie das bei Schraubenkupplungen aussieht, ist eine andere Sache.
Es wird sicher wieder Stimmen geben, die die parallele Gleislage des Umfahrgleises zur Anlagenkante rügen werden, vielleicht haben sie Recht und du solltest/könntest mal probieren (indem du die Gleise wirklich auslegst), ob da nicht eine leichte Schräglage Abhilfe bring (sie würde auch die Symmetrie weniger sichtbar werden lassen).

Möglich wäre vielleicht auch, das Umfahrgleis zu kürzen und dafür noch einen weiteren Anschließer unterzubringen (mit wirklich langen Zügen wirst du auf dieser Anlage ja sowieso nicht fahren, oder?).

Ansonsten: Viel Spaß bei weiteren Planen.

Tschüß
Utz
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Albert

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4

Saturday, May 11th 2013, 1:51pm

Hallo Utz,

danke für Deine Anregungen. Ich bin grundsätzlich auch gegen den modellbahnerischen Kreisverkehr, möchte mir aber diese Möglichkeit offen halten. Sehr oft wird das ohnedies nicht passieren, weil ich diese Segemente immer zuerst aufbauen und danach wieder abbauen muss.

An Kassetten für das Aufstellgleis habe ich auch schon gedacht. Dieses lässt sich bei Bedarf auch temporär verlängern, weil an dieses Regalbrett ein Fenster anschließt. Ian Rice baut seine Kassetten übrigens mit zwei Winkelprofilen aus Metall, die er auf einem Holzbrett befestigt. Damit sind die Fahrstromversorgung und die Absturzsicherung für die Fahrzeuge sichergestellt. Seine Ideen hat er in seinem lesenswerten Büchlein Shelf Layouts (Kalmbach Publishing) vorgestellt. Ich habe auch ein weiteres, in England publiziertes Buch von ihm. Sein Schwerpunkt liegt bei Kleinanlagen in H0 und enthält auch für den 0er mit wenig Platz viele Anregungen.

Beim langen Schenkel sind für mich noch viele Fragen offen, wesahlb ich den Plan noch nicht farbig unterlegt habe. Der genaue Verlauf ist noch offen, daher vorerst die symetrische Anordnung parallel zur Anlagenkante. Wie Du ganz richtig schreibst, braucht die Gleisführung in diesem Teil noch Pfiff. Auch suche ich nach Vorbildern für einen überschaubaren Betrieb, der Fracht in Ucs (ex Kds) erhält. Leider ist die Anlagentiefe mit 60 cm vorgegeben, wesahlb die Gestaltungsmöglichkeitenziemlich beschränkt sind. Hier fehlt mir noch die überzeugende Idee. Vielleicht liefert ja jemand aus dem Forum den entscheidenden Anstoß?

Der kurze Schenkel soll sich von der Gestaltung her bewusst vom langen Schenkel mit seinen Industriebetrieben unterscheiden. Daher das Motiv mit der Ortsdurchfahrt, das ohnedies schon lange auf meiner modellbahnerischen Wunschliste steht.

Die Möglichkeit zur Verwendung der Schraubenkupplung ist für mich ein großer Pluspunkt der Spur 0. Allerdings wird es bei mir kaum funktionieren, weil die Radien notgedrungen zu eng sind und auch der Platz für lange Übergangsbögen fehlt. Im Moment besitze ich aber auch nur einen Güterwagen, wesahlb ich noch keine Versuche anstellen konnte. Die Kupplungsmisere ist auch einer der Gründe, weshalb ich als H0-Bahner zum Us-Vorbild wechseln wollte. Die Mittelpufferkupplung hat für den Modellbahner große Vorteile und mittlerweile gibt es für H0 auch annahernd maßstäbliche Kupplungen. Aber das ist ein ganz anderes Thema ...

Ein kreatives Wochenende wünscht
Albert

Martin Zeilinger

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5

Saturday, May 11th 2013, 2:16pm

Auch suche ich nach Vorbildern für einen überschaubaren Betrieb, der Fracht in Ucs (ex Kds) erhält.

Solltest Du auch mit einem Vorbild leben können, das Fracht mit Ucs versendet (und nicht erhällt) dann fallen mir zwei Motive ein, bei denen Du Anleihen nehmen könntest:

1.) Rigips-Werk in Grünbach am Schneeberg




2.) Perlmooser Zementwerk in Waldmühle (wurde später zu einer Zementverlade- und Verteilerstelle umgebaut)





Beide Motive sind natürlich für eine exakte Umsetzung in 1:45 viel zu groß, lassen sich aber recht gut "abspecken".

Grüße aus Wien
Martin

PS: Den Kds 54 gibt es bei Memoba auch als ÖBB-Modell ;)
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Saturday, May 11th 2013, 2:54pm

Hallo Martin,

danke für Deine Anregungen. Ob der Betrieb die Fracht versendet oder empfängt, ist für die Modellbahn ziemlich egal, weil die Silowagen sowieso geschlossen sind. An ein Gips- oder Kalkwerk habe ich zunächst auch gedacht. Mit Tagger in Golling hätte ich sogar einen Betrieb in der Nähe, wo ich mir Anregungen holen könnte. Nur passt das geologisch halt garnicht zum Granit und Gneis im Mühlviertel.

In der Literatur wird immer wieder erwähnt, dass die Ucs 908 bzw 909 der DB auch für den Transport von Zucker und Mehl verwendet wurden. Ich habe deshalb auch schon an einen Süßwaren-Hersteller gedacht. Mir wurde auch von einem Betrieb in der Nähe von München erzählt, der bis in die 80er Jahre Mehl in Ucs erhalten hat. Leider kenne ich keine Fotos, damit ich mir vorstellen kann, wie der Entladebereich ausgesehen hat. Immerhin braucht es zumindest Durckluftanschlüsse, um das Material in Silos blasen zu können.

Grüße aus dem verregneten Salzburger Land
Albert

7

Monday, May 13th 2013, 11:46am

austauschbare Segmente

Hallo Albert,

vielleicht wäre das noch einer Überlegung wert: Du könntest den rechten, kurzen Teil in Form von Segmenten bauen, die austauschbar sein könnten. Dann wäre dort die von dir geplante Ortsdurchfahrt möglich, oder - als Alternativen, die z.B. einfach auf Regalträgern über der Anlage verstaut würden - ein größerer Industriebetrieb mit mehreren Gleisen zum Rangieren oder ein kleiner Binnenhafen oder ein Sägewerk oder ein Steinbruch oder oder oder ...

Tschüß
Utz
Rheinhaven - und weg ist er ...

Albert

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8

Tuesday, May 14th 2013, 1:21pm

Hallo Utz,

die Aufteilung der Anlage in Segmente lässt natürlich den Austausch ganzer Teil der Anlage zu. Allerdings muss ich zuerst einmal die Ortsdurchfahrt bauen (auf die will ich nicht verzichten). Dein "Rheinhaven" habe ich schon im alten Forum verfolgt, weil Du mit ähnlich wenig Raum auskommen musst und mir Dein Konzept sehr gefällt. Wie tief ist eigentlich Deine Anlage?

Im Moment überlege ich mir eine gänzlich andere Aufteilung: Die Ortsdurchfahrt am langen Schenkel und die Industrie am kurzen. Ob sich dann noch ein vernünftig langes Umfahrgleis ausgehen wird?

Grüße,
Albert

9

Tuesday, May 14th 2013, 7:19pm

Die Tiefe von Rheinhaven

Hallo Albert,

der Westhafen (das schon mit Szenerie versehene Stück) ist mit Schattenbahnhof (der ein eigenes Segment ist) 90 cm tief, ansonsten bewegt sich die Tiefe zwischen 60 cm (vor dem Fenster) und 100 cm (am rechten Ende, wo die Kassetten eingesetzt werden).

Tschüß
Utz
Rheinhaven - und weg ist er ...