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werkzeugmacher

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Tuesday, March 25th 2014, 6:40pm

Hallo zusammen,

Ihr denkt vermutlich, ich wäre tot oder ausgewandert. Dem ist nicht so. Zwar hat mich mein Geschäft stark beansprucht, aber in der Zwischenzeit ist es trotzdem mit meiner Anlage weitergegangen. Als nächstes habe ich mit dem Abstellbahnhof weitergemacht und zunächst die Schiebebühne für das Umsetzen der Lokomotiven gebaut.
Diese ist auf einem Stück Siebdruckplatte aufgebaut und verfügt über zwei Kugelführungen. Das ist natürlich totaler Overkill, ich habe aber mehrere dieser Führungen auf einem Schrottplatz gefunden, sie kosten mich also nichts.
Die Brücke wird mit einem Schrittmotor und einer Kugelgewindespindel bewegt, ebenfalls Overkill, aber die Spindel war ein Reststück und die Kugelgewindemutter eine Gebrauchtteil, das ich nicht mehr in meinem Geschäft verkaufen konnte.









Die Elektronik für die Schiebebühne kommt von Peter Giling www.phgiling.net, dazu später mehr. Weil ich alle Elektronikkomponenten auf Hutschienen montieren will, habe ich mir entsprechende Halter bestellt, die ich auf Aluminiumplatten montiere. Auf die Platten montiere ich wiederum die Elektronikplatinen, im Bild die Steuerung der Schiebebühne. Alle Verbindungen mit den Platinen realisiere ich konsequent mit Steckverbindern. Im Fehlerfall
muss ich nur die Steckverbinder abziehen und die Platine mit einem Handgriff von der Hutschiene lösen. Rumkriechen unter der Anlage entfällt.







Mit der Schiebebühnensteuerung bin ich nicht ganz zufrieden, sie ist zu langsam. Ich habe deshalb einen Freund gebeten, eine neue Steuerung zu entwickeln.

Nach dem Einbau der Schiebebühne habe ich mit der Verlegung der Gleise weitergemacht. Zur Geräuschdämmung habe ich alle Gleise im Abstellbahnhof auf einer 5 mm starken Gummimatte aus Recyclinggummi verlegt.
Die Streckengleise verlege ich auf einer doppelten Schicht, also 10 mm. Das mache ich, um die richtige Höhe des Schotterbetts zu erhalten. Das Material ist sehr schwer und entspricht meines Erachtens den Schalldämmstreifen, die von zwei oder drei Anbietern im Internet verkauft werden. Allerdings kostet das Material, das ich verwende, nur 7,99 € pro m² - ca. ein Drittel. Ich habe es bei der Firma www.rgs-shop.de in Rollen mit jeweils 10 m² gekauft. Es liegt 100
cm breit, die Rolle ist also 10 m lang und mörderisch schwer. Die Rohdichte beträgt 730 kg pro Kubikmeter. Eine Rolle hat 0,05 Kubikmeter, wiegt also 36,5 kg.

Wenn ich die Gummimatte nicht flächig verlege, dann schneide ich sie in Streifen, die genau halb so breit sind wie der Gleisunterbau. Das geht mit einer schweren Stahlschiene und einem kräftigen Messer mit Abbrechklingen sehr gut.

Zum Verkleben habe ich mir ein paar Dosen Technicoll 8050 im Internet besorgt, das ist ein speziell für Gummi geeigneter Kontaktkleber. Um nun Untergrund und Gummimatte mit dem Kontaktkleber zu beschichten, eignet sich
nach meiner Erfahrung am besten eine Lackierolle mit einer samtartigen Beschichtung, Schaumstoff scheint nicht so geeignet zu sein. Die Rolle muss man anschließend wegwerfen, deshalb ist es sinnvoll, große Mengen von Gleisbettung
in einem Aufwasch zu verlegen. Nach dem Ablüften, das weniger als fünf Minuten dauert, wird die Gummimatte auf den Untergrund gepresst. Ich benutze dafür ein Nudelholz, das ich meiner Frau entwendet habe.

Die Verlegetechnik für Streckengleise ist wie bei Korkbettung, das funktioniert auch in Kurven sehr gut. Ich schräge die Streifen auch nicht ab, ich habe noch nie verstanden, wozu das gut ist. OK, man spart ein paar Körner Schotter, bei den Gesamtkosten fällt das aber eher nicht auf.













Bleibt dann nur noch, die Gleise auf der Gummimatte zu befestigen. Weil sich wegen der Geräuschdämmung nageln oder schrauben verbietet, bleibt nur kleben. Den guten alten Weißleim wollte ich nicht verwenden, weil der Gummi leicht porös ist und der Weißleim in die Löcher kriecht und dort verhärtet. Das sorgt für Schallbrücken. Im Netz
werden verschiedene Kleber angeboten, die elastisch bleiben sollen, die mir aber zu teuer sind. Ich habe mich für Acryl aus der Kartusche entschieden. Aus offensichtlichen Gründen verwende ich schwarzes Acryl, das im Baumarkt leider
teurer ist als die weiße Variante. Zum Kleben der Gleise drücke ich mit einer Kartuschenpistole eine Acrylraupe auf das Gleisbett und verstreiche sie dünn mit einem Spachtel (bei Gleisen, die man später nicht sieht, kann man sich das
Verstreichen auch sparen). Die Breite ist dabei ziemlich egal. Dahinein drücke ich dann das Gleis. Das Acryl hat eine so gute Anfangshaftung, dass gerades Flexgleis nicht zusätzlich befestigt werden muss. In Bögen befestige ich die Gleise provisorisch mit Spaxschrauben und großen Unterlegscheiben. Über Nacht wird das Acryl fest und die Schrauben können entfernt werden. Acryl eignet sich übrigens auch gut zum Kleben von Hartschaum.





















Und das ist zurzeit der Stand der Gleisverlegung. Als nächstes montiere ich die Trennwand hinter dem Abstellbahnhof und verlege die Steigungsstrecke zum Bahnhof Küllenhahn. Auf die Trennwand kommt dann der Hintergrund für die Steigungsstrecke.


Gleich kommt der 2. Teil, ich bin mal wieder über 10.0000 Zeichen.
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Tuesday, March 25th 2014, 6:43pm

Hier bin ich wieder.

Nochmal zurück zu den Weichenantrieben. Im Abstellbahnhof habe ich die originalen Peco-Antriebe eingebaut. Für die gestalteten Bahnhöfe Küllenhahn und Cronenberg möchte ich die Weichen aber mit Servos stellen. Ich hatte schon mit einem Antrieb von H0Fine experimentiert (siehe oben). Diese sind mir aber zu teuer und zu aufwendig. Zufällig fand ich bei Conrad ein Servo, das offensichtlich ausverkauft werden sollte und sehr günstig angeboten wurde. Ich habe dann gleich 40 Stück gekauft, dadurch sank der Preis auf 3,70 € pro Stück. Danach habe ich viel Literatur und viele Internetseiten zum Thema studiert. Die Selbstbauantriebe mit Servos, die ich gefunden habe, gefielen mir aus zwei Gründen nicht. Erstens wurden die Servos unter der Anlagenplatte montiert, was im Fehlerfall und für die Einstellung zu Verrenkungen führt (ich bin 66). Zweitens ist die Endstellung der Servos kritisch, um Beschädigungen der Weiche oder des Servos auszuschließen. Es wird dann versucht, durch seltsame Knicke und Schlaufen in den Betätigungsdrähten eine Federwirkung zu erreichen, die das ausschließen soll. Nachdem ich das Problem eine Zeit bedacht hatte, fiel mir plötzlich eine Lösung ein. Das Servo wird direkt unter der Weiche montiert und steckt in einem Ausschnitt der Grundplatte - Lösung für Problem eins. Die Weichen werde ich nur punktuell verkleben, dadurch lassen sie sich im Fehlerfall von der Anlage lösen (hoffentlich). Die Verbindung zwischen Servoarm und Stellschwelle wird durch
eine Spiralfeder hergestellt - Lösung für Problem zwei. Die folgenden Bilder zeigen die Realisierung:









Den Stellbock mit Weichenlaterne werde ich über die Stellschwelle antreiben, Kraft steht genug zur Verfügung. Dazu habe ich mir die entsprechenden Komponenten von der Firma Wenz bestellt und werde zu gegebener Zeit hier berichten.

Nun zu einem anderen Thema. Ich möchte die Anlage im Automatik- und Halbautomatikbetrieb mit einem Computer steuern. Auf der Suche nach preiswerten Elektronikkomponenten für die Digitalsteuerung von Weichen, Signalen und Rückmeldern bin ich auf die Webseite von Peter Giling www.phgiling.net gestoßen, auf der er Elektronikkomponenten zum Selbstbau anbietet. Man bekommt dort günstig unbestückte Platinen oder komplette Bausätze mit allen Einzelteilen. Die Komponenten werden untereinander und mit der Zentrale durch LocoNet verbunden. LocoNet ist ein Bussystem, das auf einer Verkabelung mit 6adrigen Telefonkabeln und Westernsteckern (RJ12) basiert. Die Verbindungskabel kann man selbst vermittels einer RJ12-Crimpzange (Reichelt) sehr billig herstellen.
Die Komponenten haben einen Eingang und einen Ausgang für das Buskabel, so dass Komponenten hintereinander geschaltet werden können. Auch eine sternförmige Verkabelung ist möglich.

Neben dem LocoNet für die "Magnetartikel" will ich auch meine Lenz-Zentrale LZV100 zur Steuerung der Lokomotiven einsetzen, diese hört aber auf das XpressNet. Ich brauche also eine Software, die mit beiden Bussystemen parallel arbeiten kann und habe sie in Rocrail gefunden www.rocrail.org.

Rocrail ist Open Source und wird auf freiwilliger Basis entwickelt. Die Benutzung ist kostenlos, es wird aber eine Spende von mindestens 10,- € pro Jahr erwartet, sonst kommt bei jedem Start ein nervender Hinweis.

Rocrail ist eine sogenannte Client-Server Anwendung. Der Rocrail Server läuft auf einem PC unter Windows oder Linux und steuert im Prinzip die Anlage und alle Züge. Als Bedieneroberfläche dient der Client Rocview, der auf dem selben oder einem anderen PC laufen kann, der mit dem Server über Ethernet oder WLAN verbunden ist. Das hat für mich den Charme, dass ich am Abstellbahnhof und den Bahnhöfen Küllenhahn und Cronenberg jeweils einen Client installieren kann, mit dem ich den Bahnhof und die restliche Anlage über ein Gleisbildstellwerk steuere. Die Clients laufen nicht nur auf Windows PCs, sondern auch unter Linux auf dem Raspberry Pi Computer http://raspberrypiguide.de/. Das Teil kostet bei Amazon 35,- € und reicht für die Anwendung völlig aus. Besonders attraktiv ist der Stromverbrauch
mit 3,5 Watt. Ich habe jetzt sogar einen Raspberry Pi gefunden, der azuf einer Hutschiene montiert werden kann, der kommt auch mit einem Netzteil für die Hutschiene.
Als Handregler für die Lokomotiven habe ich ein gebrauchtes Android-Handy gekauft, auf dem ein Client über WLAN mit dem Server verbunden ist. Auch auf meinem iPad läuft ein Client, auf dem ich sogar den Gleisplan in brauchbarer Größe sehen kann. Hier die Übersicht des geplanten Netzwerks:



Der RocRail Server:



Ein Client:



Ein mobiler Client:



So, das soll es für heute gewesen sein, gerade kommt meine Frau nachhause. Am 5.4. fahre ich nach Busek, mal sehen, was es neues gibt.

Tschüss

Christoph
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Saturday, January 10th 2015, 6:26pm

Moin,

habe diesen thread noch einmal nach oben geholt.

Weiß jemand etwas genaueres, warum es mit der Berichterstattung dieses hervorragenden Anlagenbauberichtes nicht weiter geht ? :?:

Die Erstellung dieses Berichtes vom 25. März 2014, war laut Profil wohl die letzte Aktivität von „werkzeugmacher“ hier im Forum ??

Hoffentlich ist nichts passiert, vielleicht gibt es ja eine Antwort,

Gruß Manfred

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Heinz Becke

Lokomotivbetriebsinspektor

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44

Monday, January 12th 2015, 9:42pm

Hallo,

schade dass es anscheinend nicht weitergeht ?( , hätte mich stark interessiert :D .
Grüße aus Regensburg

Heinz ;)

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