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Dienstag, 16. April 2013, 12:54

Der Endbahnhof Rodach im Coburger Land

Hallo miteinander ...
Vor längerer Zeit hatte im H0 Modellbahnforum der User "Knergy" diesen interessanten Beitrag geschrieben, der den Bahnhof (Bad) Rodach behandelte, so wie er sich dem Beitragsersteller mit seinen rückgebauten Gleisanlagen darstellte. Ich habe diesen netten Beitrag dort zum Anlass genommen den Bahnhof hier im Forum nochmal neu vorzustellen, aufbauend auf den Beitrag im H0 Forum.

Denn ich habe einen Gleisplan von Rodach aus dem Jahre 1920, den ich euch mal als Skizze gezeichnet habe! In diesem Plan sind die Gleisanlagen doch noch um einiges umfangreicher als auf den Bildern der letzten Jahre zu sehen ist. Ich bin allerdings nicht ganz sicher ob der Bahnhof einmal so ausgesehen hat, denn es gibt z.B. zum Lokschuppen widersprüchliche Aussagen ("es habe hier keinen gegeben"). Zudem gab es Pläne der bayrischen Staatsbahn die Strecke weiter zu führen, wie so oft in früherer Zeit als man der Bahn auf dem Lande noch Zukunft einräumte. Da wissen andere evtl. mehr. Aber zumindest weiß man das es eine Streckenverlängerung letztlich nie gegeben hat und so kann man annehmen das der Bahnhof tatsächlich früher so wie gezeichnet aussah. Und so sieht es dann doch schon ganz anders aus in Rodach als heute. Eben ein klassischer Endbahnhof mit den üblichen Gleisen für Güterortsanlage und Lokbehandlung, wenn auch mit einer etwas eigenwilligen Anbindung der Ortsgüteranlage, die aber wiederum sehr interessant ist:



Man sieht aber auch das es hier in Rodach später auch Änderungen in der Zufahrt zur Güterortsanlage gab, wann diese Umbauten erfolgten kann ich freilich nicht genau sagen. Mit seiner kurz hinter dem Bahnhof im Bogen verlaufenden Strecke wirkt er zudem fast wie ein Modellbahnhof. Und der Rangierer hat nun mit den zahlreicheren Gleisen auch mehr zu tun. Kein Vergleich zur heutigen Zeit also! Das zeigt einmal mehr das früher die Bahnhöfe umfangreicher ausgestattet waren, selbst wenn es auf den ersten (heutigen) Blick anders wirkt! Zur Signalisierung des Bahnhofes kann ich nur wenig Angaben machen, es dürfte recht einfach gehalten worden sein, da in Rodach ja keine Möglichkeit bestand das sich Personenzüge hier im Bahnhof kreuzten (einander abwarteten). Allerdings gibt es da ja die (unten verlinkten) Bilder vom kleinen Stellwerk des Bahnhofes, das lässt einiges vermuten? In dem Beitrag Doku des Alltags" ist allerdings ein mechanisches Sperrsignal am Umfahrgleis zu sehen, jedoch kein Ausfahrsignal! Da bleiben Fragen offen! Zugleitbetrieb wurde angeblich seit langem auf dieser Strecke praktiziert, aber vielleicht weiß ja jemand anderes genaueres (eben auch weil der Bf. ursprünglich kein bayrischer war). Eine Trapeztafel sichert(e) aber wohl seit vielen Jahren die Einfahrt nach Rodach, wenn man den Bildern vertrauen will. Das Eg mit Gsch in Rodach steht noch (wer weiß wie lange noch?!), leider gibt (oder gab) es das imposante Gebäude nicht als H0 oder 0 Modell, sondern nur als Z Modell von Kibri. Ein wahrer Blickfänger wäre das auf der Modellbahnanlage!

Zur Stadt Rodach selber nur kurz: Eine alte Stadt jedenfalls, erstmalig erwähnt um 899, im dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet, 1362 erhielt Rodach die Stadtrechte, 1920 wurde der Freistaat Coburg, zu dem Rodach gehörte, Bayern angeschlossen, ab 1945 lange Zeit etwas vergessen im Zonenrandgebiet gelegen, 1999 erfolgte die Anerkennung als Heilbad, seitdem darf man das "Bad" im Namen tragen! Die Altstadt ist durchaus reizvoll und lohnt einen Besuch.

Die Strecke wurde ursprünglich von der Reichsbahndirektion Erfurt verwaltet, nach dem zweiten Weltkrieg kam diese Strecke, wie so einige andere im Raum Coburg, bedingt durch die Zonengrenze, zur BD Nürnberg. Zuständig für die Triebfahrzeuge war das Bw Coburg. Dominant waren hier lange Jahre Dampflok der Baureihe 86. Gelegentlich fuhren auch 64er nach Rodach. Nachfolger waren ab ca. 1970 Diesellok V80 vom Bw Bamberg, danach hauptsächlich V100 und in verkehrsschwachen Zeiten auch Schienenbusse. Heute fahren hier (immerhin noch) moderne Regio-Shuttles des Unternehmens "agilis".

Interessant ist aber neben dem Bahnhof auch die Geschichte des Gleisanschlusses, bzw. der Firma Max Roesler. Dazu kann man in den unten aufgeführten Links das ein oder andere zur Geschichte von Max Roesler und seiner 1894 gegründeten Feinsteingutfabrik nachlesen. Vorab soviel hier dazu: 1919 verkaufte Roesler die Aktiengesellschaft an ein Bankhaus. 1938 erwarben die Siemens-Schuckertwerke das Unternehmen, wobei der alte Firmenname noch bis 1943 beibehalten wurde. Die Siemens-Schuckertwerke Porzellanfabrik Rodach produzierte bis etwa Mitte der 1950er vor allem Porzellanisolatoren, danach folgte die Umstellung auf ein Kunststoffpresswerk. 1995 verkaufte Siemens das Werk an den französischen Konzern Valeo (Valeo Klimasysteme GmbH).

Der von "Knergy" in seinem H0 Gleisplan vom Bf. Rodach gezeichnete Gleisanschluß (vom Güterschuppengleis aus) ist durch ein Bild im Beitrag "Doku des Alltags" belegt. Wohl nach dem Rückbau der Ortsgüteranlage hat sich hier eine der neu angesiedelten Firmen für eine gewisse Übergangszeit per Schiene beliefern lassen. Heute befinden sich auf dem Gelände auf dem früher die Ladestraße und die Rampe lagen jedenfalls ein großer Parkplatz und Gewerbebauten in denen verschiedene Firmen ansässig sind. Ob das damals zu Zeiten als das Bild entstand schon die gleichen Firmen waren? In den unten folgenden Links finden sich u.a. auch ein paar alte Fahrplantabellen und einige weitere Links mit Bildern vom Bahnhof, bzw. der Strecke und weiteres mehr:

Weiterführende Links zum Bahnhof, zur Strecke und Geschichte:

Sehr ausführliche Geschichte der Strecke und eine Bilderseite
:thumbup:
Bilder aus Rodach von "Doku des Alltags" :thumbup:
Wikipedia zur Bahnstrecke nach Rodach
Bilder der Strecke mit etwas Geschichte
Kurbuchtabelle von 1914
Kursbuchtabelle von 1939
Infos zur RBD Erfurt
Infos zur BD Nürnberg
Bilderseite mit Geschichte zur Strecke

Weiteres Bildmaterial:
Sichtungsblick in das Stellwerk Bad Rodach
Bild mit V100 in Rodach
Noch ein Bild aus Rodach
Und noch eins ...

Coburg, Rodach und die Eisenbahn:
Webseite der Eisenbahnfreunde Coburg (mit Hinweis zur Publikation über die Strecke
Wikipedia zum Bf. Coburg
DSO HiFo: Dampf vor 40 Jahren: Raum Coburg 28.07.1969
DSO HiFo: Nebenbahnromantik in Oberfranken - KBS 831 Coburg - Bad Rodach
DSO HiFo: Lichtenfels und Coburg am 10.8.1969
DSO HiFo: Von Coburg nach Bad Rodach
DSO HiFo: Rund um Coburg 1981/84
Video Führerstandsmitfahrt Bad Rodach - Coburg

Zum Firmengründer Max Roesler und Valeo:
Feinsteingutfabrik Max Roesler und seine Fabrik
Max Roesler, Gründer der ehemaligen Roesler`schen Feinsteingutfabrik in Rodach bei Coburg
Wikipedia zu Roesler
Wikipedia zu Valeo

Über Rodach:
Wikipedia zu Rodach
Wikipedia: Landkreis Coburg
Alte Postkarte vom Rodacher Marktplatz
Webseite Rodach mit Stadtgeschichte
Zeitungsartikel: Bad Rodach kauft seinen Bahnhof nicht

Soweit von mir, wer etwas ergänzen will ... bitte gern! :)

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »tom tofte« (28. August 2015, 15:37) aus folgendem Grund: Einen Link repariert. Ein paar weitere Infos eingefügt. Einen weiteren Link ergänzt.


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Michael Marcus

unregistriert

2

Dienstag, 16. April 2013, 13:59

Hallo Tom,

erst einmal ein dickes Danke!!!!


Ein sehr schöner Beitrag und dazu die ganzen Links! Für Freunde die sich das Vorbild zum Anlagenbau nehmen, eine wirkliche Bereicherung, sofern es Bilder oder Links im net gibt. Ich selber habe zwei Bahnhöfe aus meiner Heimat in H0 nachgeaut und da gehen schnell mal ein paar Jahre ins Land wenn man erst einmal Material zusammentragen muss, sofern man was findet, sei von den Gleisplänen bishin zum Unfeld des Bahnhofes.

Ich denke, dass dieser Bahnhof eine Menge Spiel und Rangierspaß mit sich bringt....eintönig wird es da bestimmt nicht! Ob man das jetzt In 0 oder H0 baut ist eigentlich völlig egal....es muss am Ende stimmig aussehen und nicht gedrungen bis zum geht nicht mehr!

ich werde mir mal in Ruhe die Links ansehen!!!! Hurra etwas stöbern bevor ich im Keller bzw auf der Terasse verschwinde und etwas bastel. Ich weiß nicht in wieweit du die Hp1 Heft von Herrn Kosak hast! ich finde die einfach genial und für die Spur 0 sind sie zu empfehlen...kleine Bahnhöfe mit einer tollen Landschaft...was will man denn mehr...dazu eine Handvoll Loks und Wagen!

MFG

Michael

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Thomas Kaeding (17.04.2013)

3

Dienstag, 16. April 2013, 22:21

Der Endbahnhof Rodach in Baugröße 0

Moin Tom,

da habe ich schon im H0-Modellbahnforum dann und wann das Vergnügen, aus Deinen schönen Skizzen eine halbwegs maßstäbliche Zeichnung zusammen zu stricken und jetzt kommst Du auch noch mit Baugröße 0 um die Ecke... :)

Vor längerer Zeit hatte im H0 Modellbahnforum der User "Knergy" diesen interessanten Beitrag geschreiben, der den Bahnhof (Bad) Rodach behandelte, so wie er sich dem Beitragsersteller aktuell mit seinen rückgebauten Gleisanlagen darstellte. Ich habe diesen netten Beitrag dort zum Anlass genommen den Bahnhof Rodach hier im Forum nochmal neu vorzustellen, aufbauend auf den oben verlinkten Beitrag im H0 Forum.

Denn ich habe einen Gleisplan von Rodach aus dem Jahre 1920, den ich euch mal als Skizze gezeichnet habe! In diesem Plan sind die Gleisanlagen doch noch um einiges umfangreicher als auf den Bildern der letzten Jahre zu sehen ist. Ich bin allerdings nicht 100%ig sicher ob der Bahnhof einmal so ausgesehen hat, denn es gibt z.B. zum Lokschuppen widersprüchliche Aussagen (...) und so kann man annehmen das der Bahnhof tatsächlich in seiner größten Ausbaustufe früher so wie gezeichnet aussah. Und so sieht es dann doch schon ganz anders aus in Rodach als heute. Eben ein klassischer Endbahnhof mit den üblichen Gleisen für Güterortsanlage und Lokbehandlung, wenn auch mit einer etwas eigenwilligen Anbindung der Ortsgüteranlage, die aber wiederum sehr interessant ist:
Der Bahnhof hat mir gleich richtig gut gefallen. Danke auf für Deine Mühe mit den schier zahllosen Bild- und Filmlinks.

Ich habe lange gezögert, hier mal einen Gleisplan zu präsentieren, weil 0 für mich planerisch Neuland ist. Irgendwie ist alles zugleich größer und kleiner: Größer natürlich weil der Maßstab größer ist, und kleiner weil auf den normalerweise zur Verfügung stehenden Flächen nur wirklich kleine Bahnhöfe/Anlagen/Gleisanschlüsse zu realisieren sind, wenn es noch gut aussehen soll.

Also habe ich den Bahnhof Rodach mal mit Lenz-Gleismaterial auf 6m Länge und 0,65m Breite umgesetzt:

Hier gibt es das Bild noch einmal in größerer Auflösung.

Am Bahnsteig steht eine V100 mit 4 4yg-Wagen. Ein Zug mit einer V100 und drei Silberlingen sollte auch noch an den Bahnsteig passen.
Ich habe das Güterschuppengleis mit einer zugegeben wenig eleganten S-Kurve wieder etwas näher an Gleis 1 heran geholt, damit das EG noch mit auf die Segmentkästen passt. Alle Gleise sind wie in Toms Zeichnung vorhanden, die Gleise 1 und 2 sind im rechten Teil des Plans um 2° zur Segmentachse gedreht. Der Anschluss Richtung Coburg hat allerdings beim besten Willen nicht mehr auf die Segmente gepasst.

Man könnte den Bahnhof sicher noch 0,5-1m kürzer bekommen. Ich finde aber, dass er dann zu gedrängt wirkt.

Soweit meine Interpretation von Rodach in Baugröße 0.

Viele Grüße,

Frank

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