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Mö_

Rangiermeister

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Monday, December 2nd 2019, 11:06am

antriebslose Roco-Weiche stellen

Moin zusammen,

vor längerer Zeit bin ich an zwei Roco-Weichen gekommen. Roco hatte seinerzeit für die Weichen einen Handantrieb und einen Elektroantrieb im Sortiment. Ich hatte weder noch... Daher flatterten die Weichenzungen frei im Wind, was im Betrieb eher hinderlich ist. Bisher habe ich nur Lenz- und Peco-Weichen verwendet. Diese werden alle ortsgestellt, schließlich bin ich da, wo die Lok ist ;-) Deswegen habe ich auf Weichenantriebe verzichtet und die jeweilige Weiche an der Zunge in die gewünschte Position geschubst. Das sollte auch mit den Roco-Weichen geschehen, also war für stabile Endlagen der Weichenzunge zu sorgen.

Das habe ich durch Verwendung von Minimagneten erreicht, die jeweils links undrechts in Stellschwelle und Stellschwellenträger des Gleisrostes geklebt wurden. Dadurch liegt immer einer der beiden Magnete der Stellschwelle über einem Magneten im Stellschwellenträger und hält so die Weichenzunge in der gewünschten Stellung. Nicht das diese Idee neu wäre, aber dafür ist sie umso effektiver. Pro Weiche werden vier Magneten benötigt: je einer links und rechtsaußen in der Stellschwelle und je einer im Stellenschwellenträger in den Endpositionen „Abzweig“ bzw. „Geradeausfahrt“.

Zunächst wird die Weichenzunge in die Position „Geradeausfahrt“ gebracht und von oben ein Loch durch Stellschwelle und –träger vor- und anschließend entsprechend des Magnetdurchmessers (bei mir 3 mm) aufgebohrt. Dann wird die Weiche auf „Abzweig“ umgestellt und die Bohrung auf der anderen Seite gesetzt. Wenn die Bohrflusen entfernt wurden und sich die Zunge immer noch leicht verschieben lässt, können die Magneten mit Sekundenkleber eingeklebt werden.

Beim Einkleben der Magnete ist darauf zu achten, dass der Sekundenkleber nicht durchsuppt und die Magnete miteinander oder gar die Stellschwelle final mit dem Rest der Weiche verklebt. Daher habe ich die Magneten in die Stellschwelle von oben eingesetzt und oben einen dezenten Klebertropfen als Magnetsicherung draufgesetzt. Am Stellschwellenträger wurden die Magnete dementsprechend von der Weichenunterseite verarbeitet. Zur Vermeidung des oben beschriebenen Klebstoff-GAUs hatte ich vorsichtshalber ein Stück sekundenkleberfeindliches, weil olivenölgetränktes Papier zwischen Stellschwelle und -träger geschoben. Nun hatte der Kleber eine Tasse Kaffee lang Zeit zum aushärten. Nachdem die anschließende Stellschwellenbeweglichkeitsprüfung positiv ausfiel, wurde das „Trennpapier“ herausgezogen. Das war es dann auch schon.

Die Magnete sorgen für ausreichend stabile Endlagen. Wird die Weiche spitz befahren, fahren Loks und Wagen dahin, wo sie sollen. Stumpf befahren ergeben sich bei richtiger Weichenstellung ebenfalls keine Problem. Bei falscher Weichenstellung schafft es ein Pola-Güterwagen nicht, die umgebaute Weiche aufzuschneiden und entgleist stattdessen. Leichtere Lenz-Güterwagen schaffen es ebenfalls nicht. Eine die Weiche stumpf befahrende V(oldemort)200 stört sich nicht an einer falschen Weichenstellung und bahnt sich unbeeindruckt ihren Weg, Widerstand ist zwecklos ...

Der Umbau ist unkompliziert und schnell erledigt. Für die zweite Weiche habe ich keine zehn Minuten gebraucht. Weitere Maßnahmen wie Ersatz des Herzstückes und was sonst noch zu Roco-Weichen zu finden ist, habe ich nicht durchgeführt. Bei mir tun die Weichen auch so ihren Job. Meine Fahrzeuge laufen zuverlässig durch und wenn es mal im Herzstück etwas rumpelt, dann ist es eben so. Akustisches Nebenbahnfeeling ;-)

Viele Grüße,
Carsten

PS: irgendwie haben der Editor und ich ein Problem, von dem ich noch nichts weiß. Ich habe keine Steuerbefehle gesetzt. Wo auch immer die jetzt herkommen mögen ?(
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Monday, December 2nd 2019, 6:27pm

Hallo Carsten,
es ist gut, dass Du auf die vielseitige Verwendbarkeit der kleinen superstarken Neodym-Magneten hinweist. Übrigens hat auch Lenz zumindest bei den elektrischen Weichen aus erster Produktion diese relativ neuartigen Produkte zur Fixierung der Weichenzungen in ihren Endlagen verwendet.
Hier mal eine weitere praktische Anwendungsmöglichkeit dieser Magnete:
Da ich meine alten Lenz-Weichen über ein selbstgebautes Stellpult analog schalte, fehlte mir die Möglichkeit einer Rückmeldung. Anfänglich versuchte ich, einen kleinen Mikroschalter mit dem vorhandenen Stellhebel zu bewegen, was jedoch an der Schwäche des Umschaltmechanismus der Weiche scheiterte. Für den Stellvorgang der Weiche reichte die Kraft zwar aus, nicht aber für die zusätzliche Betätigung des Mikroschalters. Meine Lösung der Problems lag dann ebenfalls in der Befestigung eines kleinen Neodym-Magneten am Stellhebel. Ein entsprechend positionierter Reed-Kontakt reagiert nun auf den Magneten durch Schließung des Stromkreises, der im Falle der Weichenstellung "geradeaus" eine Leuchtdiode auf dem Stellpult aktiviert, ohne einen mechanischen Schalter-Widerstand überwinden zu müssen.
Gruß, Michael



Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache :P

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