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101

Freitag, 1. März 2013, 04:35

Hallo Eckard

Ich kann mich da nur wiederholen, Deine Anlage ist ein Traum. Ich hoffe ich werde auch einer der Glücklichen sein die die DVD erhalten werden.

:thumbsup:

DVst HK

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Sonntag, 3. März 2013, 20:41

Ng 64521 von Holzminden nach Seesen

@isiko: Heute mal etwas zum Gütertransport in der Region. Die Ost-West-Strecke wird dabei genauer betrachtet.

Holzminden war ein starker Industriestandort mit Deutschlands führender Geruchs- und Geschmackstoffindustrie (Haarmann & Reimer, Dragoco), den Weser-Spannholzwerken, den Stiebel Eltron Werke, der Zuckerindustrie und natürlich dem Weserhafen. Aus Richtung Westen kamen Güterzüge über Altenbeken/Ottbergen aus Richtung Kassel oder aus dem Ruhrgebiet und brachten Waggons für Holzminden und zum Weitertransport Richtung Osten.

Zwischen Holzminden und Kreiensen befand sich damals in Stadtoldendorf noch die Leineweberei Kübler, 4 Gipswerke (u.a. Knauf, Dr.Würth) und in Vorwohle zudem eine große Portlandzementfabrik. Hinzu kam reger landwirtschaftlicher Verkehr in Deensen-Arholzen, Stadtoldendorf, Vorwohle, Wenzen und Naensen und durch die Bundeswehrstandorte Stadtoldendorf, Holzminden und Höxter auch einiges an Militärverkehr.

Kreiensen selbst hatte ein eher übersichtliches eigenes Güteraufkommen; wegen der sich kreuzenden Strecken war das Rangiergeschäft dennoch sehr umfangreich, es speiste sich im Nahbereich aus den Strecken von Northeim(Han), Elze(Han), Holzminden, Seesen, Lamspringe/Gandersheim und der Grube Echte. Hauptsächlich nachts wurden zudem die Schnellgüterzüge behandelt, da Kreiensen eine Eilgutumladeanlage und das Postverteilzentrum für Südniedersachsen besaß.

Seesen war früher einmal Rangierbahnhof und hatte umfangreiche Zugbildungsaufgaben. Grund war die damals noch starke Industrie in der Umgebung. Dazu gehören bzw. gehörten u.a. die Züchner Dosen Werke in Seesen, die Kalkwerke in Münchehof, große Chemiewerke in Langelsheim, sowie die Blei-Kupfer-Hütte und die Zinkoxydhütte in Oker, ganz zu schweigen von den Stahlwerken in Salzgitter und den Zulieferbetrieben und Werken von VW in dieser Gegend. Von Seesen aus wurden die Güterzüge in Richtung Derneburg/Hildesheim, Salzgitter/Braunschweig, Langelsheim/Altenau, Goslar/Bad Harzburg, Osterode/Herzberg bzw. natürlich auch Kreiensen gebildet.

So ist es nicht verwunderlich, dass hier in der Region reger Güterverkehr herrschte.


Unser Ng 64521 hat heute die Hildesheimer 64 132 als Zuglok, die ab Seesen nach etwas Pause noch einen Nahverkehrszug nach Hildesheim fahren wird. Der Ng überfordert unsere kleine Maschine auch nicht in der Steigung von Holzminden nach Stadtoldendorf, es sind ja nur wenige Waggons dran. An der Spitze läuft ein beladener Glr mit Sackware nach Braunschweig. Dahinter 2 Waggons mit Fendt-Traktoren aus Martoberdorf, die aus Richtung Süden über Kassel-Altenbeken-Ottbergen-Holzminden kommend weiter nach Seesen sollen. Die beiden Kesselwagen kommen von Dragoco aus Holzminden und sind für Langelsheim bestimmt. Es folgen noch 5 Leerwagen, wobei bei den beiden leeren O 10 wohl Hauptzettel im Zettelhalter haben (die Bezettelung für Leerwagen ist viel kleiner) - es kann sich um eine besondere Bezettelung handeln, z.B. "Rotzettel" füt schadhafte Wagen zur Ausbesserung.

Begleiten wir den Ng 64521 nun, wie er aus dem Ippenser Tunnel kommend am Hang des Knollens (richtig: Knollenberg - 203 m hoch) zum Leineviadukt fährt. Noch gerade rechtzeitig für den Lokführer wahrzunehmen ist, dass das Vorsignal VU des Einfahrsignals U des Bahnhofs Kreiensen in Stellung Vr2 (Langsamfahrt) gestellt worden ist, sodass die Fahrt ruhig weitergehen kann, da ja nur aus der Höchstgeschwindigkeit von 65 auf 40 km/h abgebremst werden muss. Auf das Leineviadukt folgt (im Modell) das markante Kreuzungsbauwerk über die Nord-Süd-Strecke, das in dieser Form im Zuge der Elektrifizierung ersetzt worden ist, weil der gesamte Damm wegen der Oberleitung angehoben werden musste. Am Einfahrsignal vorbei geht es mit 40 km/h in den Bahnhof Kreiensen. Das Vorsignal VE am Standort des Einfahrsignals zeigt für die Fahrt nach Gleis 106 Vr0, weil dies kein Durchfahrtgleis ist. Das Sperrsignal Hs 106 am Ende des Gleises 106 zeigt aber bald schon Sh1 und das Gruppenausfahrsignal E 105/106 auch Hp 2. Weiter geht es somit ohne Halt aus dem Bahnhof Kreiensen raus und unter der Straßenbrücke der Billerbecker Straße hindurch.



















Hier endet unsere Begleitung des Ng 64521 und wir wünschen ihm eine gute Weiterfahrt nach Seesen.
Eckhard

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Dienstag, 5. März 2013, 21:25

Eierkopf und Nörgler

Kreiensen war einer der Bahnhöfe, wo die Eierköpfe (Vt 08 bzw. 613) zuletzt zuhauf anzutreffen waren. Anfang der 80er hatten wir häufig Schwierigkeiten, für bis zu vier oder fünf 613er nachts ein Gleis mit passender elektrischer Zugvorheizanlage zu planen, weil sie ein von den anderen Fahrzeugen abweichendes Heizungssystem hatten.

Schauen wir doch mal auf einen von diesen Eierköpfen, wie er gerade von Göttingen kommend nach Gleis 102 in Kreiensen einfährt.




Für die Mitarbeiter der Gepäck- und Expressgutumladung in Kreiensen war von Göttingen vorgemeldet, dass weder Gepäck noch Expressgut im ankommenden E 2086 auszuladen waren. Nur von Northeim hatten die Kollegen sich nicht gemeldet. Deshalb steht Ralf trotz der nur 2 einzuladenden Gepäckstücke mit dem Hänger auf dem Bahnsteig D am Gleis 102. Da aber Klaus und Wolfgang sich mit ihrem E-Karren auf den Weg Richtung Westen gemacht hatten (... um den E 1571 am Gleis 2 zu bedienen), steht der Hänger nicht dicht am Zuge und Ralf muss die Koffer vom Hänger in den Zug heben. Wenn nur der :cursing: Zugführer endlich die Schiebetür aufmachen würde.


Aber dann ist alles getan, es war auch nichts aus Northeim auszuladen und der E 2086 fährt aus auf Hp1 u.a. über Bad Gandersheim, Seesen und Goslar nach Bad Harzburg, von wo aus er nach 4 Minuten Wende weiter über Wolfenbüttel zu seinem Zielbahnhof Braunschweig fährt. Ralf sichert noch schnell den leeren Hänger durch Hochstellen der Deichsel und damit Anziehen der Bremse, dann geht er rüber zur Umladehalle - was hiermit als klarer Verstoß gegen die Bestimmung des Bahnhofsbuchs fotografisch festgehalten wurde, wonach auf dem schmalen Bahnsteig D keine Hänger unbeaufsichtigt abgestellt werde dürfen, weil dieser Bahnsteig zum Gleis 101 hin abschüssig ist. Na, wenn das der DVst mitkriegen sollte...aber was solls, ist ja schon lange verjährt und Ralf bestimmt im wohlverdienten Ruhestand.





Ich selbst kann mich über diese auf die Schnelle improvisierte Szene ganz besonders freuen, da mir ein schon seit Jahrzehnten bekannter und lange nicht mehr gesehener Freund diesen schönen Hänger auf der NuSSA hat überreichen lassen, damit der an seiner statt die Anlage betrachten kann. 8o

Danke Horst, und nun zeig ich, was Dein Hänger gesehen hat und noch kein anderer - außer mir natürlich heute zum ersten mal und nur zur Stellprobe.

Es ist zwar nicht der E 1571 auf Gleis 2, nur der N 2546 von Eichenberg nach Hannover, dafür hat der aber einiges für die Umladung Kreiensen mitgebracht. Wie man sieht, haben unsere 3 Kreienser von der Gepäck- und Expressgutumladung ganz schön zu tun. Der Zugführer steht daneben und drängelt, fasst aber kein bisschen mit an (ist ja auch Hannoversches Personal - die Herren sind etwas feiner...). Der Kreienser Aufsichtsbeamte ist auch schon herangekommen und scheint auch ganz schön sauer zu sein, denn durch das Ladegeschäft wurde die planmäßige Aufenthaltszeit von 4 Minuten schon überschritten und er muss nachher in seinem Dienstbuch schriftlich festhalten, wieso, weshalb, warum....und der DVst fragt und ist nicht dumm.






Aber was solls, manche Kisten sind halt schwer und den Rücken will man sich ja auch nicht kaputt machen (oft genug ist dies dann aber doch der Grund für den vorzeitigen Ruhestand gewesen...) und so muss der Zug noch warten. Nachdem der Zug dann doch raus ist, gibt es noch die übliche Diskussion zwischen dem Vorarbeiter und dem Nörgler (der Aufsicht natürlich, wer denn sonst??? :whistling: ), bis sich dann jeder wieder auf seinen Weg macht: Der Aufsichtsbeamte in seine Aufsichtsbude am Gleis 1 und die 3 von der Umladung in die Umladehalle, selbstverständlich mit E-Karre und dem Hänger, was ich aber noch nicht fotografieren konnte - E-Karre liegt noch vor der Werkstatt.




PS: oben rechts saß der Fahrmeister in seinem Büro, darunter, wo noch die beiden Fenster fehlen, der DVst. Stellprobe mit erstem unfertigen Muster just for fun.

PS2: Meine DVD Nr. 2 ist jetzt fertisch. Wenn Ihr sie bestellen wollt, dann über PN oder in kürze über einen Bestellschein im SNM Online Magazin. Sie hat etwa 4,2 GB mit etwa 800 Fotos und auch einige Texte (keine Videos) und soll 15 Euro kosten incl. Porto in D (in EU und Schweiz 17 Euro).

Grüße aus HK
Eckhard

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Dienstag, 5. März 2013, 21:34

Gen Westen

Hallo Eckhard

:thumbsup: Ja Wolfgang und Klaus sind aber mit einer Dieselkarre gen Westen abgerauscht.

mfg

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Freitag, 8. März 2013, 09:55

Foto DVD

Moin,

Wer es noch nicht gesehen haben sollte, es gibt jetzt für die besonders Interessierten eine weitere Foto DVD mit noch mehr Bildern der Anlage. Hier kann man die bestellen:
http://www.spurnull-magazin.de/bauen/pro…lage-kreiensen/
Es gibt übrigens keine Überschneidungen mit den Fotos im Spur Null Magazin, das ergänzt sich. Und natürlich wird es neben den Berichten hier auch weiter Stories im SNM zum Fortschritt des Anlagenbaus geben. 8)
Freundliche Grüße,
stefan_k

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Sonntag, 10. März 2013, 12:53

Aus Cry Ensen - Ein Bildbericht über einen Besuch bei E.H. am letzten Wochenende

Hallo Eckhard,
ich hoffe es ist recht, wenn ich hier in Deinem Thread auf meinen Bildbericht über unseren Besuch bei Dir letzten Samstag verweise. Es ist für mich etwas einfacher zu handhaben, ihn auf unserer eigenen Website zu veröffentlichen als hier.
Wer also etwas sehen möchte über Eckhards Anlage, Ludmilla, Schweineschäuzchen, Mitteleinstiegwagen und MTH-Rheingold-Umbauten, der schaue mal hier hin
Das hier ist keine Unordnung, hier liegen nur überall Ideen herum.

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Dienstag, 12. März 2013, 12:03

Bilder DVD

Hallo Eckhard

Gestern bezahlt, heute schon im Briefkasten! Deine DVD ist angekommen. Danke.
Klasse Bilder, die sehr viele Details erkennen lassen und natürlich zum Nachbau anregen.
Sehr gut find ich auch die Unterteilung in verschiedene Themengebiete.


Vielen Dank für die Mühe die Du Dir gemacht hast.
Wenn vielleicht mal ein Film entsteht, bin ich sofort dabei.

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Dienstag, 12. März 2013, 19:42

Hallo Eckhard,

auch von mir vielen Dank für die prompte Lieferung Deiner beeindruckenden Dokumentation. Über einen Film würde ich mich auch sehr freuen.

Viele Grüße und weiterhin frohes Schaffen.

Robert

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Mittwoch, 13. März 2013, 19:17

Hallo Eckhard

Schöne Bilder von eine sehr schöne Anlage.
Gebaut mit liebe zur Detail.
Meine Komplimenten. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

Grüsse

Sjaak

DVst HK

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Samstag, 16. März 2013, 16:48

Die örtlichen Fahrplanunterlagen des Bahnhofs HK

Moin, moin, zum Thema Fahrplan? Nein, wir reden jetzt mal über Fahrpläne!

Während meiner Zeit als DVstV des Bahnhofs HK Anfang der 80er Jahre war ich mit 2 Kollegen für die Erstellung aller betrieblichen Unterlagen und damit auch aller örtlichen Fahrplanunterlagen verantwortlich. Die meisten Nichteisenbahner kennen fahrplanmäßig ja mehr oder weniger nur das Kursbuch und die ausgehängten Abfahrt- und Ankunftpläne und vielleicht noch den Wagenstandanzeiger.

Eben für diese Abfahrt- und Ankunftpläne wurden vom Betriebsbüro des Bahnhofs HK die Druckvorlagen erstellt. Als Basis diente der Bildfahrplan und das Kursbuch. Daraus wurden alle Halte der Züge im Bahnhof HK herausgesucht und in den alten Abfahrt- und Ankunftplänen eingebessert, wenn es Veränderungen gab. Besondere Mühe machte dann noch das Heraussuchen der Kurswagenverbindungen aus dem Zugbildungsplan A - Reihungspläne (Zp AR) und Zugbildungsplan A - Umlaufpläne (Zp AU) für Schnellzüge und langlaufende Eilzüge. Abgeglichen wurde dies schlussendlich noch mit dem Entwurf der Bahnhofsfahrordnung für den Bahnhof HK, damit es betrieblich auch durchführbar war. Ausgehängt waren die Abfahrt- und Ankunftpläne hinter Glas in Vitrinen, die an vielen Stellen des Bahnhofs zu finden waren.

Die Wagenstandanzeiger wurden im Original mittels selbst entworfener Symbole für die verschiedenen Wagentypen komplett selbst erstellt. Auch hier waren die Zp AR und Zp AU wieder die Basis. Wagenstandanzeiger waren überall dort aufgestellt, wo an den jeweiligen Bahnsteigen Schnellzüge und langlaufende Eilzüge hielten. In HK gab es bis Anfang der 80er jeweils einen Wagenstandanzeiger für die Gleise 1, 2, 3 und 101/102 an den Stellen, wo die Reisenden zuerst zum Bahnsteig gelangten.

Weiterhin mussten noch die Druckvorlagen für die Zuglaufanzeiger erstellt werden, die damals noch keine elektronischen Anzeiger waren (analog statt digital). Es waren Endlosbänder aus Kunststofffolie, die über ein Bedienpult auf dem Fahrdienstleiterstellwerk gesteuert wurden. Durch Bedienen der entsprechenden Tastenkombinationen liefen an den Zuglaufanzeigern auf den Bahnsteigen die zugehörigen Felder ein. Auf dem Schriftfeld waren Uhrzeit, Zugnummer (später in Epoche IV nur noch Zuggattung) und Zuglauf aufgedruckt. Pro Bahnsteig gab es einen Zuglaufanzeiger. Das bedeutete für HK: Gleise 1, 2, 3 und 31 auf der Westseite (Nord-Süd-Strecke), 101 Nord, 101 Süd, 102 Nord, 102 Süd und 141 auf der Ostseite (Ost-West-Strecke).
Die Bilder zeigen die Umsetzung ins Modell auf Bahnsteig A (Gleise 2 und 3) nach dem Vorbild der 60er bis 80er Jahre. Ein Baubericht wird später einmal im SNM erscheinen.


Das Original

Vor wenigen Wochen kurz vor der Abrissbirne...










Einige Ausführungen der Zuglaufanzeiger dieser Zeit an anderen Bahnsteigen des Bahnhofs HK kann man auf folgendem Link sehen:

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/re…3977811,3977811

Soweit zu den öffentlichen Fahrplanunterlagen. Die weitaus größere Zahl der Fahrplanunterlagen diente betrieblichen Zwecken und war für die Mitarbeiter des Bahnhofs zu erstellen. Dies kann Anregungen für den vorbildgerechten Betrieb in Spur 0 geben und wird in späteren Fortsetzungen beschrieben.

PS: HK steht im Abkürzungsverzeichnis der Bundesbahn für Bundesbahndirektion Hannover, Bahnhof Kreiensen.

Eckhard

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Freitag, 22. März 2013, 20:38

Die innerdienstlichen örtlichen Fahrplanunterlagen - Die Bahnhofsfahrordnung

Vorweg: ich will hier keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erheben, das wäre für die Umsetzung ins Modell wohl doch zuviel des Guten. Auch gewisse Vereinfachungen sollten akzeptiert werden, um diesen Thread nicht zu überladen. Anregungen und Ergänzungen zur Umsetzung ins Modell sind jedoch sehr willkommen.

Die Fahrdienstleiter brauchten die Bahnhofsfahrordnung (Bfo), die wir damals Anfang der 80er als "bildliche Bfo" noch per Hand mit Lineal und Tusche zeichneten und in der alle Züge mit ihren Besonderheiten eingetragen wurden. Das war sehr aufwändig und die Fehlerkorrektur war mühsam. Heute kann man so etwas recht schnell mit PowerPoint zeichnen und Fehler sind einfach zu korrigieren. Solch eine bildliche Bfo eignet sich hervorragend für eine Fahrplanumsetzung in die üblichen Spur 0 - Anlagen; nur für Anlagen mit großem Streckenanteil und mehreren kleinen Bahnhöfen ist die Form des Bildfahrplans besser geeignet.

Ich selbst plane für meine Anlage eine bildliche Bfo für einen Zeitraum von etwa 3 Stunden Originalzeit, bin mir nur noch nicht sicher, ob der Fahrplan von 1952 oder von 1973 interessanter ist. Für beide Fahrplanperioden liegen mir örtliche Fahrplanunterlagen vor. Für die eigentlich bevorzugte Zeit aus Mitte der 60er fehlen mir leider diese Unterlagen.

Im Original war für jede Stunde jeweils für die Ostseite und die Westseite ein DIN A3 Blatt quer vorgesehen. Dank der weitaus weniger dichten Zugfolge in der Fahrplanumsetzung ins Modell reichen für jede Stunde und jede Bahnhofsseite Blätter in DIN A4. Einen allerersten Entwurf als Mischung aus 1952 und 1973 stelle ich hier vor, um anhand der Bfo die mögliche Umsetzung im Modell zu zeigen, die sich aber nicht strikt am Vorbild orientiert, sondern einen interessanten Fahrplan im Modell verspricht. In der Folge werden von mir die einzelnen Züge erläutert und mit der Kamera abgelichtet.


Bfo Westseite


Bfo Ostseite

Fangen wir heute zum Einstieg mal mit einer leichten Übung an, der B Üg 67540:
Die Stadtoldendorfer Kleinlok (Bw Holzminden) bediente von Stadtoldendorf aus die Bahnhöfe in Richtung Osten bis einschließlich Naensen. Ab und zu waren auch Fahrten weiter nach Kreiensen notwendig, um eilige Wagenladungen hinunterzubringen oder von dort heraufzuholen. Ein weiterer Grund war die Endlichkeit des Dieseltanks - zum Tanken ging es ebenfalls nach Kreiensen ins Bw.

Heute steht mal wieder eine Fahrt zum Tanken an. Da in Naensen 2 Wagen leer geworden sind, ist es sinnvoll, mit dieser Fahrt die Leerwagen nach Kreiensen mitzunehmen. Sonst müssten nämlich bei der Rückfahrt die Wagen in Naensen wieder rangiert und mit nach Stadtoldendorf genommen, um von dort wieder mit dem abendlichen Ng nach Kreiensen gebracht zu werden. Deshalb steht in der Bfo ein "B" für Bedarf - verkehrt also nicht immer.

Begleiten wir unseren Rangierer und Kleinlokbediener Pinkepank nun auf dem letzten Kilometer vor Kreiensen. Planmäßige Ankunft in Kreiensen ist 17.15 Uhr im Gleis 105 auf der Ostseite. Dort hängt er die Wagen ab, nimmt den Zugschluß ab und fährt mit der Lok ins Bw zum Tanken. Dorthin begleiten wir ihn aber nicht, denn trotz intensivster Suche habe ich die Tankanlage auf der Anlage nicht gefunden - liegt noch nicht gebaut im Regal... ;)








Die Zugnummern dieser 2 Züge erkennt man in der Bfo...




Das "HSDF" in der Bfo ist die Abkürzung für Stadtoldendorf, es bedeutet soviel wie Bundesbahndirektion Hannover, Bahnhof Stadtoldendorf. Im Internet findet man sämtliche Abkürzung der Bahnhofsnamen z.B. unter:

http://www.bahnseite.de/DS100/DS100_main.html

Demnächst schauen wir uns die anderen Züge und die für sie erforderlichen örtlichen Fahrplanunterlagen an. Ich erinnere mich noch gut an einen Spruch meines Kollegen Manfred K., der einmal mit einem Stoßseufzer sagte "an diesem Eilzug habe ich promoviert!". Was war das für ein Eilzug und warum dieser Spruch? Dazu später mehr, ich bin dabei Euer Doktorvater. :D

Eckhard

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Donnerstag, 28. März 2013, 20:45

Der Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelf (Abschnitt 7)

Moin, moin,
weiter gehts, wir sind noch lange nicht feddisch...

Für die Aufsichtsbeamten, die Rangierer, die Zugabfertiger und die Güterabfertigung war der Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelf zu erstellen, der von in den Güterzugbildungsvorschriften (GZV) genannten Umstellbahnhöfen zu erstellen war. Er enthielt ein Verzeichnis der Ausgangsregelgüterzüge und Eingangsregelgüterzüge für den Bahnhof HK, Auszüge aus den Zugbildungsplänen, den Postwagenumlaufplänen, den Wagenstandanzeiger bei D- und Eilzügen mit Kurswagen und natürlich den eigentlichen Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelf.

Heute schauen wir uns den Teil an, den die Mitarbeiter der Gepäck- und Expressgutabfertigung brauchten als eine der Unterlagen für die etwa 130 Reisezüge (Anfang der 80er), die in Kreiensen lademäßig zu behandeln waren, um zu wissen, an welcher Stelle des Zuges das Packabteil, der oder die Packwagen sich befanden. Darüber hinaus, aber für die Umsetzung ins Modell nicht relevant, wurden Unterlagen erstellt mit Angaben, ob ausgeladen werden musste und ob Gepäck oder Expressgut für welche Zielbahnhöfe dort eingeladen werden durften. Dazu war der zusätzliche Einsatz von Zugpersonalen oder Fahrladeschaffnern zu berücksichtigen und die Standorte der E-Karren mit den Hängern festzulegen, damit sie sich nicht mit der Post ins Gehege kamen, die im Kreienser Postverteilzentrum für Südniedersachsen noch Anfang der 80er Jahre etwa 400 Mitarbeiter mit einer Vielzahl von E-Karren und Hängern im Einsatz hatte.

Für uns Modellbahner ist dabei die Zugbildung interessant, die sich aus dem Teil 7 von 1951 auf dem Foto ergibt (PS: @ Oliver: erstellt von Herrn Röhrich!). Z.B. waren beim damaligen D 76 an der Spitze ein Packwagen als Exk (Expressgutkurswagen) nach Stuttgart, der in Kreiensen zugestellt wurde, dahinter ein Postwagen nach Frankfurt und als 3. Wagen ein Packwagen (für Gepäck und Expressgut), ebenfalls nach Frankfurt. Es folgten nur 4 Sitzwagen (bei Bedarf 5).



Wir nehmen unsere Bahnhofsfahrordnung zur Hand (Teil Westseite, siehe vorherigen Beitrag) und warten auf den D 675, der gleich in Gleis 2 einfahren soll. Wieder stehen unsere Männer von der Gepäck- und Expressgutumladung ohne E-Karren und nur mit Hänger sich abmühend am Gleis 2. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Jetzt fährt der D 675 ein und nach kurzem Aufenthalt setzt er sich planmäßig weiter in Richtung Frankfurt am Main in Bewegung.





Währendessen nähert sich auch schon der Bedarfszug B Dg 54448 W, der heute verkehrt und etwas vor Plan ist. Während wir aus dem 1.Stock des Empfangsgebäudes hinausschauen und dem Güterzug hinterher, sehen wir etwas am Gleis 1, das uns stutzig macht. Das müssen wir mal näher betrachten und uns vor Ort anschauen.







Au weia, das gibt Mecker vom Chef! Hat doch die Karre die Kurve nicht gekriegt und den schönen neuen Zuglaufanzeiger angefahren! Nun ist auch klar, warum unsere Jungs am Gleis 2 ohne E-Karre auskommem mussten. Da muss wohl gebeichtet werden, denn den Zuglaufanzeiger kriegen die Übeltäter nicht wieder gerade gebogen, da muss wohl der DVst HK mit seinen großen Händen anpacken.





Zum Schluss werfen wir noch einen letzten Blick auf den ausfahrenden D 675.





Cry Ensen!
Eckhard

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peterj.

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Donnerstag, 28. März 2013, 21:14

Du kannst einen schon ganz schön verrückt machen mit den tollen Bildern einer wohl noch tolleren Anlage!!!

Was macht der Film???

Gruß Peter
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DVst HK

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Samstag, 30. März 2013, 20:06

Der Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelf (Abschnitt 6) - E 2091 Di-Fr und die Postwagenumläufe

Moin, moin,

@ Peter: hoffentlich mache ich Dich nicht damit verrückt, dass die Film DVD so schnell noch nicht kommt...

1951 existierte meines Wissens nach noch das alte Postamt und die Postwagen wurden in Kreiensen an der Seitenrampe entladen. Später, als das Postamt zum Verteilzentrum für Südniedersachsen aufgewertet wurde, stieg das Postwagenaufkommen erheblich an und es wurde ein Neubau des Postamtes mit einem eigenen Gleisanschluß erforderlich. Derzeit entsprechen die Gleisanlagen in diesem Bereich meiner Anlage noch dem alten Zustand mit Seiten- und Kopframpen. Der Betrieb mit den Post(güter)wagen ist aber hochinteressant und ich werde wohl noch ein paar Kleinigkeiten ändern, um einen kleinen Teil des neuen Postamtes nachzubilden. Dass dabei die Kopf- und Seitenrampen dem Umbau weichen müssen, ist für mich zu verschmerzen.

Wie muss man sich den Betrieb damals (bis etwa 1990) vorstellen? Da waren zum einen die reinen Post-D-Züge, die ExprD-Züge für Expressgut, Post und Gepäck und die De (Durchgangseilgüterzüge), die später in Sg (Schnellgüterzüge) umbenannt wurden. Die D-Züge wurden in der Regel nur ladedienstlich behandelt, wobei "nur" heißt, dass an mehreren Wagen eines Zuges Gepäck und Expressgut ein- bzw. ausgeladen wurde und noch einmal so viele Wagen von der Post behandelt wurden - also ganz schön was los auf dem Bahnsteig, wenn die E-Karren-Fahrer der Post und der Bahn die besten Startplätze für das Heranfahren an die Waggons suchten - Jagdszenen aus Südniedersachsen... :D

Viele De bzw. Sg, in denen nur "Schnellläufer" fuhren, d.h. s-fähige Wagen (Nebengattungszeichen "s" für 100 km/h) brachten Postgüterwagen für Kreiensen oder nahmen diese von Kreiensen aus mit. Das gleiche gilt für viele Eil- und Nahverkehrszüge. Damit auch alle Mitarbeiter wussten, welche Wagen in welchem Zug an welcher Stelle liefen und mit welchem Zug sie anschließend weiter befördert werden sollten, wurden im Abschnitt 6 des Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelfs des Bahnhofs HK von 1951 die Postwagenumläufe aufgeführt.



Für den Modellbetrieb kann man solch einen Behelf erstellen, man kann die Angaben aber auch in die Bahnhofsfahrordnung übernehmen (vgl. Teil 2 - Die Bahnhofsfahrordnung). Wichtig ist nur, dass man nicht die Übersicht verliert und weiß, welcher Wagen zu welchem Zug gehört, damit am Ende der Session wieder alle Wagen sich am richtigen Startplatz befinden. Und das ist bei meinem beabsichtigten Fahrplan nicht gerade übersichtlich. Deshalb werde ich wohl nicht drum herum kommen und für die Postumläufe und den Umlauf der Wagenzüge aus Abschnitt 5 (nächste Folge) später einmal eine entsprechende Unterlage erstellen zu müssen.

Betrachten wir nun als praktisches Beispiel den E 2091 (die Zugnummer stammt von 1973 - 1951 hatten die Eilzüge noch dreistellige Zugnummern), der Di-Fr am Schluß 2 Postwagen von Hannover für Kreiensen mitbrachte. Es handelte sich in den frühen 50er Jahren um 2- oder 3-achsige Postwagen, 2-achsige posteigene s-fähige Privatgüterwagen oder s-fähige Güterwagen der Bahn, in diesem Fall um Gms 30 der Bundesbahn. Später wurden auch Gmms 60 (Gs 213) und in Epoche IV verstärkt Hbis-Wagen dafür eingesetzt. Die Güterwagen wurden häufig auch als "Sackwagen" bezeichnet, weil sich darin die Post (Briefe und Päckchen) hauptsächlich in Säcken verschnürt befand, später waren die Säcke auf Ladegestelle gepackt und konnten mit dem Gabelstapler im Postanschluß schnell ein- bzw. ausgeladen werden, wofür die Hbis-Wagen besonders geeignet waren.







Nachdem der Zug in Gleis 3 zum Halten gekommen ist, werden die beiden Sackwagen abgehängt und von der Kreienser Rangierlok - 1951 noch eine Dampflok, wenn auch normalerweise keine 64er - abgezogen und direkt zur Post an die Seitenrampe gefahren. Später wurde das von Köf II, Köf III oder V 60 erledigt. Aus dem nun am Schluß laufenden Packwagen wurde Gepäck uns Expressgut ausgeladen. Eingeladen werden durfte nur Gepäck und Expressgut mit Ziel für die Unterwegsbahnhöfe und den Endbahnhof, zur Umladung für unterwegs zu anderen Ziele war nichts zugelassen.







Nach nur 9 Minuten Aufenthalt fährt der E 2091 weiter bis Eichenberg. Die Zuglok ist für diesen Zug zwar überdimensioniert, das hat aber seinen Grund darin, dass sie später eine Rückleistung in Form eines schweren D-Zuges nach Hamburg hat und nur aus Umlaufgründen vor diesen Eilzug gespannt ist.



Fröhliches Eiersuchen im Schnee...
Eckhard

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Dienstag, 2. April 2013, 10:24

Guten Morgen,

Eckhard darf ich dich fragen, welches Kamerasystem du im Untergrund verwendest?

Vielen Dank.
Freundliche Grüße aus Oberhessen,
Steffen :)

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Dienstag, 2. April 2013, 11:00

Hallo Eckhard,
vielen Dank für deine ausführlichen "Auffrischungskurse" in Sachen Betrieb - da kommt so vieles wieder an's Tageslicht, was über Jahrzehnte wegen anderweitiger beruflicher Ausrichtung regelrecht "verschüttet" war ...
Mit den besten Grüssen
Dieter

DVst HK

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Mittwoch, 3. April 2013, 17:26

Moin, moin,

@ Steffen:
Für Fragen ist dieses Forum ja auch gedacht, also: ich habe Kfz-Rückfahrkameras von Conrad gekauft. Entscheidend war für mich der Preis von etwa 100 Euronen pro System. Natürlich gibt es bessere, aber ich brauchte 7 Stück... 2 oder mehr Kameras auf einen Monitor haben sich nicht bewährt, da bist Du laufend am Umschalten und Suchen. Eine der Kameras muss bei mir 2 Weichenstraßen von 8 Gleisen überwachen, da ist die Beobachtung der Profilfreiheit zwar kein Problem, ein Erkennen der Loks ist aber hart an der Grenze. Da hilft nur viel Licht im Underground, aber so angeordnet, dass man beim Blick in den Tunnel nicht die aufgehende Sonne beobachten kann ;) . Bei bis zu 4 oder 5 Gleisen ist das alles aber kein Problem.

@ Dieter:
Mir ging es auch so, als ich vor einiger Zeit mir die ersten Gedanken über den künftigen Fahrplan auf meiner Anlage machte. Es ist nun ja schon fast 30 Jahre her, dass mich das beruflich beschäftigt hat - auch ich habe heute ganz andere Themen im Job - und ich habe gemerkt, dass es an der Zeit ist, das Thema anzugehen, bevor die Lücken zu groß werden. Insofern habe ich das auch für mich gemacht. Geholfen haben mir dabei meine alten Unterlagen.

... und wir sind noch lange nicht feddisch mit det Thema :D der nächste Teil kommt heute oder morgen. Dann kurze Pause wegen Einschottern der Gleise zwischen den Bahnsteigen, damit ich danach das 2. Bahnsteigdach fest einbauen kann.

Grüße
Eckhard

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DVst HK

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Mittwoch, 3. April 2013, 21:09

Der Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelf (Abschnitt 5) - Umlauf der Wagenzüge - Teil 1

Manch einer wird schon die Begriffe "Güterzugbildungsvorschriften", "Wagenübergangsplan", "Bahnhofsbedienungsplan", "Rangierplan" bzw. "Rangierarbeitsplan" vermisst haben. No mercy, das kommt später bei den Güterzügen dran...

Noch sind wir bei den Reisezügen und wir haben uns die Umlaufpläne noch nicht angeschaut. Da haben wir für den Bahnhof Kreiensen im Abschnitt 5 des Wagenübergangs- und Zugbildungsbehelfs von 1951 den "Umlauf der Wagenzüge". Vergleichbares wurde auf örtlicher Ebene von den Bw´s aufgestellt für die Lokomotiven. Für unseren Betrieb im Modell ist bei mehreren Reisezügen so etwas durchaus sinnvoll, bei meiner Anlage sogar notwendig. Wobei es wieder möglich ist, dies in die Bahnhofsfahrordnung mit zu integrieren. Nicht in die Bahnhofsfahrordnung integrierbar und besonders notwendig ist dieser Plan bei mir für die verdeckten Abstellbahnhöfe, damit klar ist, welcher Zug aus welcher Richtung unter welcher Zugnummer wann wieder nach Kreiensen fahren soll.


Schauen wir uns wieder das praktische Beispiel an. In unserer Bahnhofsfahrordnung steht auf der Ostseite im Gleis 101 Nord an Werktagen (Sonntag behandeln wir später) der Park aus E 1765 von AF. Dieser Zug ist im 1973er Fahrplan von Flensburg durch die Heide und über Braunschweig um 16.53 Uhr in Kreiensen angekommen. Zuglok ist einer 23er, die umzusetzen ist für die Rückleistung als E 2185 nach Braunschweig um18.34 Uhr (im Fahrplan 1952/53 z.B. als E 533), zu drehen ist und bei der die Vorräte ergänzt werden müssen. Der Lokführer hält im Gleis 101 Nord so an, dass nach dem Abkuppeln der Maschine noch der höhengleiche Überweg zum Bahnsteig am Gleis 102 frei bleibt. Nach dem Sichern des stehenbleibenden Zugteils mit Handbremse und Abkuppeln der Zuglok fährt der Lokführer seine Maschine nach Auftrag des Fahrdienstleiters (wegen des Signals Ra 11 - Wartezeichen) in Richtung Fahrdienstleiterstellwerk. Der Auftrag wird ihm durch den Aufsichtsbeamten übermittelt, der am höhengleichen Überweg zur Reisendensicherung steht.






Danach setzt die Zuglok über Gleis 102 um zum Nordostkopf um, um von dort wieder nach Gleis 101 Nord zu fahren, ohne mit den Puffern den stehenden Reisezugpark zu berühren. Nachdem der Weichenwärter auf dem (noch nicht gebauten) Stellwerk "Kno" das Sperrsignal in Stellung Sh 1 gebracht hat, fährt der Lokführer mit seiner Maschine in Richtung Drehscheibe. Darf er das einfach so? Ja, er darf. Wenn am Formsperrsignal "ein auf der Spitze stehendes quadratisches weißes Rückstrahlschild mit schwarzem Rand unterhalb des Signals erkennbar" ist, gilt das Signal Sh 1 bei unbegleiteten Rangierabteilungen als Fahrauftrag des Wärters als Rangierleiter. Dann ist die 23er auch schon auf der Drehscheibe. Und wie sie wieder runter kommt und was noch mit ihr passiert, zeige ich im nächsten Teil.








Inzwischen hat sich im Gleis 101 etwas getan. So wie es in der Bahnhofsfahrordnung steht, hat sich klammheinlich (selbstverständlich nur für uns Beobachter) der in Gleis 106 abgestellte VT für den 3118 W nach Ottbergen auf den Weg gemacht und wurde im Gleis 101 Süd bereitgestellt. Auch er steht so, dass der höhengleiche Überweg zum Gleis 102 frei bleibt. Auch auf ihn kommen wir im nächsten Teil zurück.


Auch auf der Westseite tut sich was, was hier aber nur kurz erwähnt werden soll. Da steht abfahrbereit der N 2546 W(Sa) um 17.27 Uhr nach Hannover. Der Park war in Gleis 3 angekommen, die anbringende Zuglok hatte abgekuppelt und die neue Zuglok hatte den kompletten Park nach Gleis 31 umgesetzt, wo Post und Expressgut aus- und eingeladen wurden.




Teil 2 ist noch in der Pipeline und kommt demnächst in diesem Theater, danach kleine Pause. Warum? Kann in Gleis 2 nicht fahren - deshalb:


Cry Ensen und bis bald in Buseck?
Eckhard

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DVst HK« (3. April 2013, 23:30) aus folgendem Grund: ein Bild war nicht hochgeladen


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Mittwoch, 3. April 2013, 21:29

Bester Thread

Ich kann es nur immer wieder betonen, ich finde, es ist der beste Thread in diesem Forum.
Leider sehen wir uns nicht in Buseck, das ist mir zu weit von Flensburg.
Aber vielleicht sehen wir uns ja in Uelzen?

Bis dahin freue ich mich auf die weiteren Folgen hier in Cry Ensen.
Meinhard,
der wohl immer noch nördlichste Nuller Deutschlands

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Mittwoch, 3. April 2013, 21:41

Hoi Eckard,

Weider mal serh schöne bilden von der BR 23 nür is meine frage of sie auch noch die BR 23 von MBW besteld haben und der V200-0 Ich bin serh gespant auf der BR 23 von MBW, und der V200-0 die ich besteld haben find das die schönste lok von der DB

Nur is meine frage uber die bahnsteig kanten von welch firma sind diese oder was fur materiaal.

Mit freundliche grussen,

Bernard 1967 aus der Niederlanden

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